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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Keine Angst vor Geistern oder Der Schmerz einer Familie

Portrait meiner Mutter mit Geistern
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Nachdem ich die ersten Seiten von Rabea Edels „Portrait meiner Mutter mit Geistern“ gelesen hatte, dachte ich, ich wüsste, was mich erwartet. Doch weit gefehlt. Der Roman erstreckt sich über mehrere Generationen ...

Nachdem ich die ersten Seiten von Rabea Edels „Portrait meiner Mutter mit Geistern“ gelesen hatte, dachte ich, ich wüsste, was mich erwartet. Doch weit gefehlt. Der Roman erstreckt sich über mehrere Generationen und viele Figuren, ist sehr komplex, aufgrund häufiger Zeitsprünge und seiner kunstvollen Sprache. Die Autorin gibt vor allem den traumatisierten Frauen eine Stimme und transportiert eine Bandbreite von Gefühlen und Beziehungen, die hohe Konzentration und einen offenen Geist beim Lesen erfordert.

Viel mehr als durch beschriebene Umstände erhält der Leser durch die bildhafte Sprache eine Vorstellung des Geschehens:

Eine Tochter, die ihre Familie verstehen möchte, wissen will, woher sie kommt. Eine Mutter, der es schwerfällt offen zu sprechen und den Schmerz von Generationen Frauen in sich trägt. Ein alter Mann, der noch immer seine Jugendliebe liebt. Kinder, die geboren werden, doch nicht um zu leben. Frauen, die auf gewalttätige Männer angewiesen sind und daran zerbrechen, dass sie den Schmerz nicht offen zeigen dürfen.

Es ist keine Geschichte, die man von A nach B liest, es ist keine Geschichte, die jede Frage beantwortet, es ist keine Geschichte, die weich und bequem ist. Immer wieder musste ich innehalten, nachdenken, nachfühlen. Ich mag Rabea Edels verschlungenen Schreibstil, das habe ich gleich am Anfang festgestellt. Ich mag, wie sie Bilder zeigt, nur leicht skizziert und doch kraftvoll. Schlussendlich vermittelt der Roman eine starke Botschaft, er vermittelt Mut und Hoffnung. Jeder hat die Möglichkeit, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und seine Geschichte umzuschreiben.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Heiß, heißer, Harsen! 🌶️

Liam Harsen 1
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Nach dem Tod seiner Eltern, hat Liam Harsen alles verloren. Doch er denkt gar nicht daran, sein privilegiertes Leben aufzugeben. Indem er reichen Frauen Vergnügen bereitet, bieten sie ihm ein Dach über ...

Nach dem Tod seiner Eltern, hat Liam Harsen alles verloren. Doch er denkt gar nicht daran, sein privilegiertes Leben aufzugeben. Indem er reichen Frauen Vergnügen bereitet, bieten sie ihm ein Dach über dem Kopf und andere Annehmlichkeiten. Seine Tage bestehen aus Kellnerjobs und Sex. Bis zu dem Moment, in dem er auf Stella trifft. Die wunderschöne, brave Tochter eines reichen Unternehmers, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Aber meint er es diesmal wirklich ernst?

„Be my Fire“ ist der erste Band der Liam Harsen-Trilogie und wenn ich ihn mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich sagen SPICE. Was ich besonders spannend finde: Die Geschichte wird aus männlicher - also Liams - Sicht erzählt und nur gelegentlich von Stellas Perspektive unterbrochen. Gerade das finde ich sehr reizvoll und spannend.

Der Schreibstil ist dadurch natürlich sehr direkt, maskulin und fast schon brutal. Man steckt direkt in Liams Kopf und bekommt alles hautnah mit. Seine Sprache ist flapsig und plakativ. Hat mich herrlich unterhalten. Die Handlung ist auch nicht zu platt. Es passiert was, eine Prise Drama hier, eine Dosis Ernsthaftigkeit dort. Mir hat die Mischung richtig gut gefallen. Klar, die Unterhaltung ist leicht, aber genau das erwarte ich von so einem spicy Snack auch. Ich freu mich schon auf den zweiten Band!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Gefühlvolle Familiengeschichte im malerischen Schweden

24 Wege nach Hause
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Mitten in einer stürmischen Winternacht stranden Petra und ihre Nichte Charlie in Nyponviken, einem idyllischen kleinen Ort, in dem Petra eine Wohnung von ihren Eltern geerbt hat. Was sie nicht weiß: Die ...

Mitten in einer stürmischen Winternacht stranden Petra und ihre Nichte Charlie in Nyponviken, einem idyllischen kleinen Ort, in dem Petra eine Wohnung von ihren Eltern geerbt hat. Was sie nicht weiß: Die Wohnung befindet sich auf einem bewohnten Hof mit Café und Gärtnerei. Hier leben und arbeiten eine Handvoll Menschen, die Petras Eltern gekannt haben, doch niemand spricht gerne über die damalige Zeit. Als ein geheimnisvoller Adventskalender auftaucht, begibt sich Petra unversehens auf eine Reise in die Vergangenheit. Einer Vergangenheit, die auch mit ihr eng verknüpft ist …

Mit „24 Wege nach Hause“ hat Autorin Jenny Fagerlund eine gefühlvolle und berührende Familiengeschichte ersonnen, die sich nicht nur für die Weihnachtszeit eignet. Protagonistin Petra ist eine authentische und sympathische Figur, die versucht das Richtige zu tun, vor allem für ihre verwaiste Nichte. Ahnungslos schlittert sie in ein kompliziertes Familienkonstrukt, das mehr mit ihr selbst zu tun hat als sie sich vorstellen kann.

Was Jenny Fagerlund meinem Empfinden nach besonders gelungen ist: Die liebevolle und freundliche Atmosphäre auf dem Hof, trotz der teilweise etwas verschrobenen und mürrischen Nebenfiguren. Ich finde, nicht nur Petra und Charlie machen eine spürbare und positive Entwicklung durch, auch alle anderen dürfen sich verändern und einander öffnen, sodass die Geschichte von einer authentischen und herzerwärmenden Stimmung geprägt ist.

„24 Wege nach Hause“ ist ein Wohlfühlroman ohne Herzrasen und Gänsehaut. Einfach eine kuschelige Story mit einer Prise Romantik und einem Schlückchen Drama. Mir fiel es relativ leicht, die Handlung vorherzusehen, aber genau das ist an so einem Roman auch das reizvolle.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Zwischen Geisterbeschwörung und obsessiver Verehrung

Hinters Licht
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Um 1920 in den USA. Ruth ist dreifache Mutter, Witwe und leidenschaftliche Mathematikerin, die sogar eine Weile studieren durfte. Nach dem Tod ihres Mannes sucht sie nach einer Arbeitsstelle und antwortet ...

Um 1920 in den USA. Ruth ist dreifache Mutter, Witwe und leidenschaftliche Mathematikerin, die sogar eine Weile studieren durfte. Nach dem Tod ihres Mannes sucht sie nach einer Arbeitsstelle und antwortet auf eine Stellenanzeige des charismatischen Spiritismus-Forschers Thomas Bradford als Labor-Assistentin.

Ist es möglich mit dem Jenseits Kontakt aufzunehmen? Nach einem tragischen Schicksalsschlag versucht Thomas Bradford alles, um Verbindung zur anderen Seite zu knüpfen. Aus Liebe zu ihm, ist Ruth zu allem bereit. Doch dann gerät die Situation außer Kontrolle …

„Hinters Licht“ ist ein atmosphärischer Roman, der aufgrund verschiedener Zeitstränge komplex aufgebaut ist. Es dauerte ein paar Seiten, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe. Dann war ich fasziniert. Leider blieb zwischen mir und den Figuren immer eine zu große Distanz, um sie wirklich verstehen oder auch nur mögen zu können.

Protagonistin Ruth verheddert sich in einer regelrechten Besessenheit in Bezug auf Thomas. Die Hälfte des Buches liest sich wie ein schwärmerischer Liebesbrief, gleichzeitig wird Thomas‘ Charakter dieser Obsession nicht gerecht. Ich hatte außerdem gehofft, dass Forschung, Experimente und Hintergrundinformationen mehr Raum einnehmen würden, doch das ist nicht der Fall. Im Mittelpunkt stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und ihre Auswirkungen auf die jeweiligen Figuren.

Gegen Ende nimmt die Geschichte Fahrt auf, doch ihr wird der Wind aus den Segeln genommen, da zu viele Informationen vorweggenommen werden. Hier wurde meiner Meinung nach viel Potenzial verschenkt. Ich mag Åsa Avdics Schreibstil und die Idee der Geschichte ist faszinierend. Außerdem finde ich es toll, dass sie sich an realen Persönlichkeiten und historischen Ereignissen orientiert. Ich habe das Buch gerne gelesen, aber es fehlten Tiefe und Überraschungsmoment.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Humor, Action und Zauberei - Happy Hour bei den Magiern

Drei Magier und eine Margarita
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Tori schlägt sich als Kellnerin durch, doch wegen ihres vorlauten Mundwerks verliert sie ihre Jobs regelmäßig. Resigniert und ohne Hoffnung versucht sie es in einer Bar namens „Crow and Hammer“ und wird ...

Tori schlägt sich als Kellnerin durch, doch wegen ihres vorlauten Mundwerks verliert sie ihre Jobs regelmäßig. Resigniert und ohne Hoffnung versucht sie es in einer Bar namens „Crow and Hammer“ und wird entgegen ihrer Erwartungen als Barkeeperin eingestellt. Nicht lange und ihr wird klar, das hier ist nicht irgendeine Bar. Hier verkehren Magier, von deren Existenz Tori bisher nicht mal geahnt hat. Unerwartet schlittert sie zwischen die Fronten verfeindeter Magier und gerät mehr als einmal in Lebensgefahr …

Das Buch hat richtig Spaß gemacht! Ich mochte Toris große Klappe sofort. Außerdem ist die Geschichte rasant und actionreich. Hat mich total abgeholt. Auch das Magier-Trio bestehend aus drei sexy Kerlen, die sich fürsorglich um Tori kümmern, ist sympathisch und amüsant. Ein Hauch Spice und Romance wurden ebenfalls in diesen Drink namens „Drei Magier und eine Margarita“ gemixt.

Ich finde erfrischend, dass Tori einfach ein Mensch ist und keine verkappte Magierin, die zu spät ihre Kräfte entwickelt hat. Mal was Neues. In einer verborgenen von Magie beherrschten Welt muss sie sich zurechtfinden und mit menschlichen Waffen kämpfen. Ich hätte mir am Ende allerdings einen Cliffhanger gewünscht, der auf Band 2 richtig Lust macht!