Cover-Bild Hinters Licht
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Arche Literatur Verlag AG
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 12.02.2025
  • ISBN: 9783716000304
Åsa Avdic

Hinters Licht

Stefanie Werner (Übersetzer)

»Noch immer kein Zeichen von dir. Nicht mal ein klitzekleines. Langsam werde ich nervös.«

Die begabte Mathematikerin Ruth Doran hat ihren Traum von einer wissenschaftlichen Karriere bereits aufgegeben, als sie im Frühsommer 1919 auf eine Anzeige stößt, die ihr Leben verändern wird: Der Spiritist Thomas Bradford will mit Experimenten beweisen, dass man mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen kann, und sucht eine Assistentin. Eigentlich ist Ruth weit davon entfernt, an Geister zu glauben, doch die wissenschaftliche Herangehensweise reizt sie, und sie spürt vom ersten Augenblick an eine Seelenverwandtschaft zu ihrem neuen Vorgesetzen. Die beiden stürzen sich in ihre Studien und verlieben sich heftig ineinander. Ruth fühlt sich wie neugeboren, noch nie zuvor hat sie so intensiv gelebt. 
Doch ein schwerer Schicksalsschlag ändert für Thomas alles: Seine Forschung wird zur Obsession, er entwickelt immer extremere Methoden, bis er eines Tages tot in seiner Wohnung aufgefunden wird. Ist er wirklich bis zum Äußersten gegangen, um den ultimativen Beweis zu erbringen? 
Nur ihrem Tagebuch kann die sonst so kontrollierte und rationale Ruth ihre komplizierten Gefühle anvertrauen. Und dann bleibt ihr nichts mehr übrig, als auf eine Nachricht von Thomas zu warten. Genau so, wie sie es vereinbart hatten ... 


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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2025

Liebe und Spiritismus verpackt in einer fesselnden Geschichte

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Sowohl zu Beginn, als auch im Nachwort von „Hinters Licht“ stellt Autorin Åsa Avdic klar das ihre Geschichte rein fiktiv ist und sie historische Authentizität nicht als Ziel hatte, auch wenn es einige ...

Sowohl zu Beginn, als auch im Nachwort von „Hinters Licht“ stellt Autorin Åsa Avdic klar das ihre Geschichte rein fiktiv ist und sie historische Authentizität nicht als Ziel hatte, auch wenn es einige Figuren wohl tatsächlich gab und auch manches zeitgeschichtliche Detail stimmt. Im Großen und Ganzen ist die Handlung aber frei erfunden, was sie allerdings nicht weniger interessant macht. Der Erzählstil ist durchaus besonders, dadurch aber sehr reizvoll. Denn mit häufig wechselnden Perspektiven und Zeitsträngen, ja sogar mit einem variierenden Erzählton, sorgt die Autorin für ordentlich Abwechslung. Die Handlung zieht von Beginn an in ihren Bann, erst durch eine an Obsession grenzende Liebesgeschichte, dann durch die spiritistischen Experimente. Ein überraschendes Ende rundet das Leseerlebnis schlussendlich perfekt ab. Das gesamte Buch ist unterhaltsam und die originelle Thematik war mal etwas ganz anderes. Auch deshalb vergebe ich gerne 5 Sterne und würde mich freuen in Zukunft noch anderes von der Autorin lesen zu können.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Zwischen Geisterbeschwörung und obsessiver Verehrung

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Um 1920 in den USA. Ruth ist dreifache Mutter, Witwe und leidenschaftliche Mathematikerin, die sogar eine Weile studieren durfte. Nach dem Tod ihres Mannes sucht sie nach einer Arbeitsstelle und antwortet ...

Um 1920 in den USA. Ruth ist dreifache Mutter, Witwe und leidenschaftliche Mathematikerin, die sogar eine Weile studieren durfte. Nach dem Tod ihres Mannes sucht sie nach einer Arbeitsstelle und antwortet auf eine Stellenanzeige des charismatischen Spiritismus-Forschers Thomas Bradford als Labor-Assistentin.

Ist es möglich mit dem Jenseits Kontakt aufzunehmen? Nach einem tragischen Schicksalsschlag versucht Thomas Bradford alles, um Verbindung zur anderen Seite zu knüpfen. Aus Liebe zu ihm, ist Ruth zu allem bereit. Doch dann gerät die Situation außer Kontrolle …

„Hinters Licht“ ist ein atmosphärischer Roman, der aufgrund verschiedener Zeitstränge komplex aufgebaut ist. Es dauerte ein paar Seiten, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe. Dann war ich fasziniert. Leider blieb zwischen mir und den Figuren immer eine zu große Distanz, um sie wirklich verstehen oder auch nur mögen zu können.

Protagonistin Ruth verheddert sich in einer regelrechten Besessenheit in Bezug auf Thomas. Die Hälfte des Buches liest sich wie ein schwärmerischer Liebesbrief, gleichzeitig wird Thomas‘ Charakter dieser Obsession nicht gerecht. Ich hatte außerdem gehofft, dass Forschung, Experimente und Hintergrundinformationen mehr Raum einnehmen würden, doch das ist nicht der Fall. Im Mittelpunkt stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und ihre Auswirkungen auf die jeweiligen Figuren.

Gegen Ende nimmt die Geschichte Fahrt auf, doch ihr wird der Wind aus den Segeln genommen, da zu viele Informationen vorweggenommen werden. Hier wurde meiner Meinung nach viel Potenzial verschenkt. Ich mag Åsa Avdics Schreibstil und die Idee der Geschichte ist faszinierend. Außerdem finde ich es toll, dass sie sich an realen Persönlichkeiten und historischen Ereignissen orientiert. Ich habe das Buch gerne gelesen, aber es fehlten Tiefe und Überraschungsmoment.

Veröffentlicht am 22.04.2025

Leider mehr Schatten als Licht

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In Hinters Licht nimmt uns die Schwedin Åsa Avdic mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit der Neuentdeckungen vieler Dinge, die vorher schier unmöglich schienen, Licht, Automobile, ...

In Hinters Licht nimmt uns die Schwedin Åsa Avdic mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit der Neuentdeckungen vieler Dinge, die vorher schier unmöglich schienen, Licht, Automobile, Strom etc. So scheint es zunächst auch nicht ganz abwegig, womit sich Professor Thomas Bradford beschäftigt. Als wissenschaftlicher Spiritist möchte er mit wissenschaftlichen Methoden spiritistische Phänomene, wie den Verbleib des Geistes nach dem Tod erforschen. An seiner Seite dabei, Ruth, Anfang 40, Witwe und Mutter von 3 Kindern, geniale Mathematikerin, die vor langer Zeit zugunsten einer Hausfrauenehe ihre vielversprechende Universitätskarriere aufgegeben hat. In der Anzeige Thomas Bradfords zur Suche einer Assistentin liegt ihre Chance zumindest in Ansätzen an ihre Talente wieder anzuschließen. Und auch Bradford erkennt Ruths Genie und zögert nicht sie mit der Stelle zu betrauen.

So weit so gut. An dieser Stelle könnte sich ein spannender Roman über die Wege und Irrwege spiritistischer Forschung im letzten Jahrhundert anschließen. Doch leider zeigt sich dies nur in Ansätzen. Am stärksten war für mich noch das Kapitel Forschung in dem tatsächlich einige Methoden der wissenschaftlichen Ansätze zur Untersuchung übernatürlicher Phänomene aufgezeigt wurden. Weit mehr Raum nimmt in dem Roman jedoch die Beziehungsgeschichte zwischen Ruth und Thomas ein. Es ist eine Form von Anziehung auf den ersten Blick, in der Ruth sich dem verheirateten Bradford gegenüber jedoch immer mehr zu verlieren droht. Die Wandlung der genialen Mathematikerin Ruth hin zum devoten Fan Thomas Bradfords war für mich beim Lesen nur schwer zu ertragen und auch Bradford selbst kommt in dem Liebesreigen nicht gut weg.

Interessant und aufschlussreich war die Darstellung weiblicher Rollenbilder und insbesondere auch ihrer Möglichkeiten und Zwänge zu dieser Zeit, denen Ruth sich bereits in ihrer ersten Ehe unterordnen musste. Darüber hinaus lässt sich für mich aus dem Roman leider nicht viel mitnehmen.

Das Buch lässt sich sprachlich gut lesen, kann jedoch inhaltlich für mich nicht wirklich überzeugen. Hier hilft auch ein vermeintlicher Twist am Ende nicht. Am ehesten werden an dem Roman vielleicht Leserinnen Freude haben, die gern kriminalistische Liebesgeschichten für zwischendurch lesen.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Etwas wirr erzählt

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„Hinters Licht“ konnte mich insgesamt ganz gut unterhalten und vermochte es durchaus, mich am Ball bleiben zu lassen. Im Rückblick bin ich aber nicht wirklich überzeugt.

Das Buch spielt in den 1920er ...

„Hinters Licht“ konnte mich insgesamt ganz gut unterhalten und vermochte es durchaus, mich am Ball bleiben zu lassen. Im Rückblick bin ich aber nicht wirklich überzeugt.

Das Buch spielt in den 1920er Jahren und nimmt mit den historischen Persönlichkeiten Thomas Lynn Bradford und seiner Laborassistentin Ruth Doran zwei Forscher und Spiritisten ihrer Zeit in den Fokus. Und hier muss ich auch schon meinen ersten Kritikpunkt anbringen: Es ist sicherlich Geschmacksache, aber ich vertrete die Meinung, dass man sich schon möglichst an die historischen Fakten halten sollte, wenn man über historische Persönlichkeiten spricht. Wenn man ein historisches Setting wählt ist man sicherlich frei, in diesem seine fiktive Geschichte zu platzieren. Aber das Leben von Menschen, die es wirklich gab, komplett umzuschreiben, finde ich komisch und störend.

So konzentriert sich das Buch überwiegend auf eine erfundene und eher schon obsessive Liebesgeschichte, anstatt die spannende Zeit des Spiritusmus im Detail zu beleuchten. Zwar werden auch Experimente zum Beweis von Telepathie und der Kontaktaufnahme mit Geistern geschildert - dies geschieht aber sehr oberflächlich.

Sprachlich lässt das Buch sich sehr gut und zügig lesen. Allerdings fehlte mir erzählerisch der rote Faden. So springt das Buch nicht nur zeitlich wild hin und her - was immer wieder dazu führt, dass Elemente zur Erinnerung wiederholt werden - sondern auch zwischen Fokus auf Ruth, Fokus auf Thomas und eingeschobenen Kommentaren des Erzählers. Diese ließen mich zeitweise sogar an den Stil eines Sachtextes denken.

Ich kann das Buch also nicht uneingeschränkt empfehlen. Wer sich ein historisch gut recherchiertes Buch wünscht, welches die Arbeit und das Leben von Bradford und Doran auch im gesellschaftlichen Kontext einordnet, wird enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Die Liebe zur Wissenschaft und wozu diese führen kann

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Anfang des 20. Jahrhunderts: Ruth Doran ist eine von vielen klugen Frauen, die sich mehr für die Wissenschaft als für den Haushalt interessieren - und sie darf sogar studieren, allerdings nur, bis ihr ...

Anfang des 20. Jahrhunderts: Ruth Doran ist eine von vielen klugen Frauen, die sich mehr für die Wissenschaft als für den Haushalt interessieren - und sie darf sogar studieren, allerdings nur, bis ihr Vater einen Heiratsantrag für sie erhält und sie zwingt Hausfrau und Mutter zu werden. Nach dem Tod ihres Mannes - inzwischen ist der Große Krieg beendet - findet sie eine Stelle bei Thomas Bradford einem Wissenschaftler, der sich mit ihrer Hilfe dem Spiritismus zuwenden will. Ruth verliebt sich in ihre neue Tätigkeit, aber mehr noch in ihren Vorgesetzten: Sie fühlt sich von ihm als Wissenschaftlerin, aber auch als Frau ernst genommen und lebt mehr für die Zeit am Arbeitsplatz als für ihr Familienleben mit den drei Töchtern.

Für mich eine merkwürdige Leseerfahrung: den Stil der Autorin, ihren recht unkonventionellen Umgang mit Zeit und Raum habe ich sehr genossen, inhaltlich jedoch blieb für mich einiges auf der Strecke. Der Weg von der Wissenschaft zum Spiritismus wurde aus meiner Sicht unzureichend dargestellt, die dargestellten Seancen wirkten im Vergleich zur Präsentation inhaltilich eher hölzern und nicht ausreichend recherchiert. Darin war von der Wissenschaft, aus der sich das Interesse von Thomas Bradford, der im Übrigen eine reale Gestalt ist, am Übernatürlichen erst herausbildete, nichts zu spüren. Ich bin auch davon überzeugt, dass Åsa Avdic die Recherchen nicht vernachlässigt hat, eher war mein Eindruck, dass sie mit Aufbau und Darstellung ihr Pulver bereits verschossen hatte - leider, muss man sagen.