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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2026

Originelle Idee

Villains Are Made (1). Der Fluch der Medusa
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3,5 Sterne für diese moderne, feministische Neuinterpretation der Medusa Sage. Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und auch die Thematisierung der literarischen Idee in Form der Seminararbeit ...

3,5 Sterne für diese moderne, feministische Neuinterpretation der Medusa Sage. Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und auch die Thematisierung der literarischen Idee in Form der Seminararbeit von Isla und Adrian finde ich sehr gewitzt. Gefühlt hat dies der Autorin ermöglicht, ihre Romanidee etwas zu erläutern.

Kennt man sich mit griechischer Mythologie bereits aus oder nutzt die Möglichkeit, um sich im Vorfeld über die Medusa Sage schlau zu machen, werden einige vielleicht als Plottwists gedachte Entwicklungen aber leider sehr vorhersehbar. Für mich hat dies das Spannungslevel leider negativ beeinflusst - auch wenn ich die Idee nach wie vor grandios finde.

Das Slow-burn Element dieser Erzählung fand ich gelungen umgesetzt, mit dem richtigen Maß an Romantasy und Spice, ohne den Handlungsstrang rund um Medusa und ihr Schicksal zu überlagern. Ich erwähne das gerne lobend, da die Übergewichtung zugunsten der Romance mich bei Romantasy oft stört.

Insgesamt habe ich das Buch als sehr achtsam, empathisch und feministisch wahrgenommen. Dies betraf auch die wachsende Beziehung zwischen Isla und Adrian und ihren Umgang miteinander - insbesondere wenn es um Consent ging. Aber auch in anderen Bereichen, wie Queerness, Freundschaft, Familie, Geschlechterrollen… ist mir das aufgefallen. Mir waren die inneren Monologe am Ende zwar das ein oder andere Mal etwas zu moralisch aufgeladen, aber das ist denke ich Geschmacksache.

Insgesamt ist „Villains are Made“ eine schön erzählte Romantasy, die wichtige Statements transportiert und von ihrer tollen Grundidee lebt, die - zumindest für mich - aber keine großen Überraschungen bereit hielt.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Authentisch und lebensnah

Zugwind
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Zugwind ist ein sehr authentisches Buch, in dem die Autorin uns einen tiefen Einblick in das Leben einer ukrainischen Familie und in die Arbeit einer ukrainischen Hausärztin in Deutschland während des ...

Zugwind ist ein sehr authentisches Buch, in dem die Autorin uns einen tiefen Einblick in das Leben einer ukrainischen Familie und in die Arbeit einer ukrainischen Hausärztin in Deutschland während des andauernden Krieges ermöglicht.

Eine „fertige Geschichte“ mit Anfang, Spannungsbogen und Ende bietet dieses Buch nicht. Es sind vielmehr Episoden und Alltagssituationen, die direkt aus dem Leben gegriffen wurden - dennoch gehalten von einem roten Faden, dem Leben der Protagonistin Mira Zehmann.

Die Schilderungen wecken Verständnis und sensibilisieren für die Lebenssituation vieler Ukrainer. Ob Kriegsgreuel und -Traumata, Schuldgefühle und Verzweiflung oder auch Hilfsbereitschaft und der feste Wille zu leben - die vielen Seite dieses furchtbaren Krieges und wie er die Menschen vor Ort sowie diese in der Ferne beeinflusst, werden hier sehr deutlich sichtbar.

Es ist ein Buch, das von Zusammenhalt und über die Liebe zur Heimat berichtet. Das aber auch zeigt, wie ein Leben in Sicherheit von Schuldgefühlen belastet wird. Der Roman hat mich berührt und nachdenklich zurückgelassen. Für mich war die Lektüre dieses Buches sehr bereichernd und ich kann es nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Magisches Pferde-Abenteuer

Avelora - Das Internat der magischen Pferde
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Mit diesem schönen Kinder-Fantasy-Abenteuer ist der Autorin ein überzeugender Reihenauftakt gelungen.

Zum Einstieg der Reihe werden die Charaktere, die magische Insel, das Internat und die magischen Pferde ...

Mit diesem schönen Kinder-Fantasy-Abenteuer ist der Autorin ein überzeugender Reihenauftakt gelungen.

Zum Einstieg der Reihe werden die Charaktere, die magische Insel, das Internat und die magischen Pferde vorgestellt. Diese und ihre besonderen Magietalente sind so vielfältig und phantasievoll, dass es einiges zu entdecken gibt - sicher auch noch in den nächsten Bänden.

Mir und meiner Tochter hätte es ein bisschen schneller voran gehen können. Bis es mal so richtig spannend wird, befinden wir uns schon im letzten Drittel. Langweilig wird es aber trotzdem nicht und alle, die sich für Pferde und das Reiten begeistern können, werden auch schon vorher auf ihre Kosten kommen.

Besonders schön sind die Illustrationen, welche Galantis und die magischen Pferde zum Leben erwecken. Insgesamt wurde das Buch sehr liebevoll und abwechslungsreich gestaltet.

Ich empfehle das Buch gerne allen Kindern, die Pferde lieben und sich gerne in phantastische Welten oder von einem eigenen Seelenpferd träumen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Anstrengend zu lesen

Die seltenste Frucht
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Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert auf die Insel Bourbon - heute La Réunion. Edmond, Sohn von zwei Sklaven, wächst in der Obhut des alleinstehenden Botanikers Ferréol auf ...

Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert auf die Insel Bourbon - heute La Réunion. Edmond, Sohn von zwei Sklaven, wächst in der Obhut des alleinstehenden Botanikers Ferréol auf und wird so selbst zu einem begeisterten Pflanzenkenner.

Edmond ist es auch, dem es durch Fleiß und Hingabe gelingt, dass auf Bourbon das schwarze Gold der Azteken - die Vanille - zum Leben erwacht.

Die Autorin hat die Geschichte von Edmond und Ferréol bis ins kleinste Detail recherchiert und schafft es sehr gut, die Erfolgsgeschichte der Vanille mit der bedrückenden Geschichte der Sklaverei zu verbinden. Insbesondere die Sonderstellung Edmonds, der weder von dem weißen Gutsbesitzer richtig akzeptiert und als schlauer Junge respektiert wird noch richtig zur Gruppe der Sklaven gehört, wurde gut herausgearbeitet.

Inhaltlich ist das harte und traurig-tragische Leben von Edmond sehr interessant und ich konnte einiges dazulernen - nicht zuletzt über die Vanille. Leider hat mir persönlich das Buch stilistisch nicht gefallen. Mir war das Buch zu sachlich-trocken, zu den Personen ist keine emotionale Nähe entstanden. Für mich las es sich passagenweise eher wie ein Sachbuch. Das unterstützt sicherlich die faktische Korrektheit und gute Recherche der Inhalte, hat mich aber beim Lesen etwas angestrengt.

Für Leser, die sich stilistisch auf das Buch einlassen oder sich diesbezüglich, wie einige andere Rezensenten, begeistern lassen können, wird dies ein ganz tolles Buch sein.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Bissig und richtig gut

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Dieses Hörbuch ist voll gepackt mit großen gesellschaftlichen Themen und hätte sicherlich auch genug Material für zwei Bücher geboten. Dennoch gelingt es der Autorin gut, die verschiedenen Aspekte gut ...

Dieses Hörbuch ist voll gepackt mit großen gesellschaftlichen Themen und hätte sicherlich auch genug Material für zwei Bücher geboten. Dennoch gelingt es der Autorin gut, die verschiedenen Aspekte gut miteinander zu verbinden. Es geht um Mutterschaft, Beziehung, Ehe, den gesellschaftlichen Blick auf Frauen und Männer, den Umgang mit Frauen in der Filmbranche…

Im Zentrum stehen zwei Schwestern. Nina, fast 50, geschieden, die sich mit ihrem neuen Leben und der jungen, neuen Frau ihres Ex-Mannes arrangieren muss. Und Lena, verheiratet mit zwei Kindern und dem intensiven Drang irgendwie dazu zu gehören und das perfekte Familienleben zu leben.

Erzählt wird bissig, mit viel Humor, Ironie und Zynismus. Und so wird man durch dieses Buch gezogen, fühlt sich ertappt oder nickt bestätigend. Dennoch tue ich mir mit dem Begriff „unterhaltsam“ schwer, denn er wird dem Buch meiner Meinung nach nicht gerecht. Hier geht es um mehr als eine humoristische Unterhaltung für zwischendurch. Schaut man nämlich vorbei an der Komik, geht es hier um richtig ernste Themen und gerade bei dem Handlungsstrang rund um die Filmproduktionsfirma und deren Umgang mit den Vorwürfen junger Frauen, bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Nicht zuletzt, da man weiß, dass die Autorin die Branche kennt und wir uns hier sicherlich nah an der Realität bewegen.

Das Hörbuch wurde ganz wunderbar eingelesen von den zwei Schauspielerinnen Katja Riemann und Anna Maria Mühe. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man es besser hätte machen können. Die beiden haben mich von Anfang an überzeugt und das Hörbuch zu einem tollen Erlebnis gemacht.

Dieses feministische Hörbuch bietet viel zum Lachen, aber auch zum Nachdenken und bohrt den Finger tief in große gesellschaftliche Wunden. Von mir gibt es eine klare Hörempfehlung.

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