Originelle Idee
Villains Are Made (1). Der Fluch der Medusa3,5 Sterne für diese moderne, feministische Neuinterpretation der Medusa Sage. Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und auch die Thematisierung der literarischen Idee in Form der Seminararbeit ...
3,5 Sterne für diese moderne, feministische Neuinterpretation der Medusa Sage. Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und auch die Thematisierung der literarischen Idee in Form der Seminararbeit von Isla und Adrian finde ich sehr gewitzt. Gefühlt hat dies der Autorin ermöglicht, ihre Romanidee etwas zu erläutern.
Kennt man sich mit griechischer Mythologie bereits aus oder nutzt die Möglichkeit, um sich im Vorfeld über die Medusa Sage schlau zu machen, werden einige vielleicht als Plottwists gedachte Entwicklungen aber leider sehr vorhersehbar. Für mich hat dies das Spannungslevel leider negativ beeinflusst - auch wenn ich die Idee nach wie vor grandios finde.
Das Slow-burn Element dieser Erzählung fand ich gelungen umgesetzt, mit dem richtigen Maß an Romantasy und Spice, ohne den Handlungsstrang rund um Medusa und ihr Schicksal zu überlagern. Ich erwähne das gerne lobend, da die Übergewichtung zugunsten der Romance mich bei Romantasy oft stört.
Insgesamt habe ich das Buch als sehr achtsam, empathisch und feministisch wahrgenommen. Dies betraf auch die wachsende Beziehung zwischen Isla und Adrian und ihren Umgang miteinander - insbesondere wenn es um Consent ging. Aber auch in anderen Bereichen, wie Queerness, Freundschaft, Familie, Geschlechterrollen… ist mir das aufgefallen. Mir waren die inneren Monologe am Ende zwar das ein oder andere Mal etwas zu moralisch aufgeladen, aber das ist denke ich Geschmacksache.
Insgesamt ist „Villains are Made“ eine schön erzählte Romantasy, die wichtige Statements transportiert und von ihrer tollen Grundidee lebt, die - zumindest für mich - aber keine großen Überraschungen bereit hielt.