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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2026

Großartige Gesellschaftssatire

Wie die Karnickel
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Der Einstieg in dieses Buch ist mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht gefallen. Es ist schon anspruchsvoll und voller Bezüge und satirischer Spitzen, die den Finger genau auf die aktuellen Themen unserer ...

Der Einstieg in dieses Buch ist mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht gefallen. Es ist schon anspruchsvoll und voller Bezüge und satirischer Spitzen, die den Finger genau auf die aktuellen Themen unserer Gesellschaft legen und dabei nachdenklich machen. Ob ich alles verstanden habe? Keine Ahnung.

In einem alternativen Großbritannien leben die Menschen neben einer Reihe vermenschlichter Tiere, die durch ein „Ereignis“ zu dem wurden, was sie sind. Während Füchse und Wiesel im Rechts- und Polizeiapparat ihren Platz finden, wird die Kaninchenpopulation mit Argwohn sowie offenem Rassismus beäugt und ausgegrenzt.

Auf unfassbar kreative Weise versteht es der Autor, die Mechanismen von Rassismus aufzuzeigen und überzeugt dabei mit scharfer Satire, trockenem Humor und durchaus auch sehr sympathischer Selbstironie.

Er beleuchtet so viele Dinge, wie die Willkür der Justiz, Geschlechterrollen, Mitläufertum, Ausgrenzung … auf eine geniale Art und hat mit dem Kaninchen hier ein stellvertretendes „Hassobjekt“ ins Zentrum gestellt, das auf überraschend passende Weise für eine ganze Reihe bekannter Vorurteile herhalten kann.

Das Buch erfordert schon Aufmerksamkeit - ist aber inhaltlich wirklich Wert gelesen und beachtet zu werden.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Hervorragend gelesen

The Tainted Cup
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Bewertung der Hörbuchausgabe:

Wenn Tim Gössler auf einem Hörbuch steht, ist das schon ein Garant für ein tolles Hörerlebnis. Dies hat sich auch hier wieder sehr eindrucksvoll gezeigt. Der Sprecher überzeugt ...

Bewertung der Hörbuchausgabe:

Wenn Tim Gössler auf einem Hörbuch steht, ist das schon ein Garant für ein tolles Hörerlebnis. Dies hat sich auch hier wieder sehr eindrucksvoll gezeigt. Der Sprecher überzeugt mich immer wieder mit seiner sanften und unaufgeregten Stimme, die eine Vielzahl von Stimmfarben annehmen kann und die Charaktere somit zum Leben erweckt.

Dies war bei diesem Hörbuch sehr hilfreich, denn wir befinden uns in einer Fantasywelt, in der erstmal alles fremd ist. Die Namen der Charaktere, deren Bezeichnungen entsprechend der individuellen Anpassung, die sie erfahren haben, die Orte, die Kreaturen… sprich es ist nicht so leicht, all dies beim Hören zu behalten und jederzeit zu wissen, wer gerade gemeint ist. Da hilft es zumindest etwas, wenn die Personen sich auch stimmlich unterscheiden.

Die Welt selbst ist sehr spannend ersonnen. Insbesondere die Anpassungen, welche die Bewohner der Welt besonders stark, besonders schnell oder - wie im Fall unseres Protagonisten Din - zu einem menschlichen Archiv von Erinnerungen machen, sind phantasievoll und bringen viele Handlungsmöglichkeiten mit sich. Insgesamt sind die Charaktere schön ausgestaltet und es steckt viel Humor in dem Buch - insbesondere zwischen Chefermittlerin Ana und ihrem Gehilfen Din, die Gegensätzlicher nicht sein könnten und so zu einem unschlagbaren Gespann werden.

Der Fall selbst und die Ermittlungsarbeit sind außergewöhnlich und spannend erzählt, auch wenn es zwischenzeitlich Aufmerksamkeit erfolgt hat, nicht den Überblick zu verlieren.

Insgesamt hat mir das Hörbuch gut gefallen. Für alle, die außergewöhnliche Charaktere und Kriminalfälle im Fantasy-Umfeld mögen und dabei einer Prise Humor nicht abgeneigt sind, eine Lektüre wert. Ich freue mich auf ein Wiedersehen oder -hören mit Ana und Din.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Über Ethik und Moral

Ruf der Leere
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„Ruf der Leere“ hat mir sehr gut gefallen. Der Protagonist beschäftigt sich als Student mit der Theorie von Moral und Ethik. So werden im Buch einige spannende Fragen aufgeworfen und diskutiert. Diese ...

„Ruf der Leere“ hat mir sehr gut gefallen. Der Protagonist beschäftigt sich als Student mit der Theorie von Moral und Ethik. So werden im Buch einige spannende Fragen aufgeworfen und diskutiert. Diese finden dann in der weiteren Handlung des Buches auch praktische Anwendung.

Es geht um Liebe, Eifersucht, Rache und eine Obsession, die eskaliert. Absolut spannend geschrieben und voller Charaktere, die bei genauerer Betrachtung ihre Geheimnisse und „Päckchen“ mit sich tragen.

Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen. Wir beginnen mit dem Prolog im jetzt und dann springt das Buch immer wieder zu verschiedenen Zeitpunkten in den Monaten davor und dies auch aus der Sicht verschiedener Beteiligter. So entblättert sich nach und nach das Gesamtbild dessen, was passiert ist und ich für meinen Teil kann durchaus sagen, dass vieles unvorhersehbar war.

Der Autor versteht es einen erzählerisch zu packen und mit sich zu ziehen. Das Buch liest sich sehr flüssig und durch die vielen Zeit- und Perspektivwechsel möchte man dranbleiben und wissen wie es weiter geht.

Trotz vieler Kritik anderer Rezensenten war der Schluss für mich stimmig und verständlich. Ich gebe daher gerne eine Leseempfehlung ab.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Psychologisch sehr interessant

Nervenspiel
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Nervenspiel ist ein interessanter Thriller für Jugendliche, bei dem wir eine Gruppe junger Menschen in den peruanischen Dschungel und auf ein dramatisches Abenteuer begleiten.

Der Autor nimmt sich zu ...

Nervenspiel ist ein interessanter Thriller für Jugendliche, bei dem wir eine Gruppe junger Menschen in den peruanischen Dschungel und auf ein dramatisches Abenteuer begleiten.

Der Autor nimmt sich zu Beginn viel Zeit, seinen Protagonisten und die verschiedenen Mitglieder der Jugendgruppe vorzustellen. Dabei legt er einen großen Fokus auf verschiedene Charaktertypen sowie die Gruppendynamik. Für meinen Geschmack hätte hier deutlich geraffter erzählt werden können, die erste Hälfte hat sich sehr gezogen.

Umso spannender wird es dann aber in der zweiten Hälfte des Buches. Aus meiner Sicht versteht es der Autor hervorragend, ein sehr authentisches Bild der Jugendlichen und ihrem Verhalten in einer mehr und mehr eskalierenden Extremsituation zu zeichnen. Die Diskussionen und Entscheidungen der Gruppe waren absolut nachvollziehbar, die Handlung spannend und die Entwicklung nicht vorhersehbar.

Insbesondere psychologisch fand ich das Buch sehr interessant, da in der Gruppe verschiedene Typen und deren Denkmuster aufgezeigt wurden. Darüber hinaus hat mir gefallen, dass einem deutlich vor Augen geführt wurde, wie Manipulation und Gruppenzwang funktionieren und wie Menschen, die nicht der „Norm“ entsprechen schnell stigmatisiert werden. Ein sehr wichtiger Aspekt.

Insgesamt eine tolle Geschichte mit Potential.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Spannend und top recherchiert

Die Farbe des Bösen
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„Die Farbe des Bösen“ ist schon das zweite Buch der historischen Krimireihe rund um Richtertochter Johanna Ahrens und Criminalcommissar Hermann Rieker. Ich habe Teil 1 nicht gelesen. Sicherlich wäre es ...

„Die Farbe des Bösen“ ist schon das zweite Buch der historischen Krimireihe rund um Richtertochter Johanna Ahrens und Criminalcommissar Hermann Rieker. Ich habe Teil 1 nicht gelesen. Sicherlich wäre es schön gewesen, schon mehr über den Ermittler und seine unfreiwillige, neugierige Helferin zu wissen, aber der Fall ist in sich abgeschlossen und wunderbar auch so lesbar.

Situiert ist das Buch im Jahr 1887 in Hamburg und es ist unheimlich gut recherchiert. Der Autor versteht es hervorragend, einen in die Zeit mitzunehmen und mit überraschenden Fakten zu unterhalten. Im Zentrum der historischen Ereignisse stehen die gesellschaftlichen Strömungen zwischen reicher Oberschicht und Arbeiterschaft. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Bestrebungen der Menschen, diese zu verbessern, wurden sehr eindrücklich geschildert.

Dies wird auch durch die Protagonisten gestützt, denn während Rieker aus armen Verhältnissen kommt, wächst Johanna Ahrens verwöhnt und in den besten gesellschaftlichen Verhältnissen auf. Und auch, wenn sie teilweise etwas naiv bzw. unüberlegt handelt, ist sie doch eine mutige und sympathische Frau mit einem guten Herzen. Insgesamt haben mir die Charaktere gut gefallen, denn sie sind vielschichtig aufgebaut und schaffen es auch immer mal einen zu überraschen.

Ebenfalls sehr spannend ist die Kriminalistik des ausgehenden 20. Jahrhunderts und der Einblick in die Anfänge der Kriminaltechnik.

Insgesamt also ein gelungener Krimi, mit einem sehr spannenden und durchdachten Fall. Den ersten Teil werde ich auf jeden Fall noch nachholen und freue mich schon darauf, wenn es mit den beiden weiter geht, denn das Versprechen, hat das Buch am Ende gegeben.

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