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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2021

Düstere Zukunftsvision verpackt in eine actionreiche Geschichte

Der dunkle Schwarm
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„Der Dunkle Schwarm“ von Marie Grasshoff verspricht SciFi-Spaß nicht nur für jugendliche Leser:innen. Die Autorin beschreibt dabei wirklich packend eine zukünftige Welt, in welcher jeder Mensch noch abhängiger ...

„Der Dunkle Schwarm“ von Marie Grasshoff verspricht SciFi-Spaß nicht nur für jugendliche Leser:innen. Die Autorin beschreibt dabei wirklich packend eine zukünftige Welt, in welcher jeder Mensch noch abhängiger von Technik ist und sich der Zustand der Natur weiter verschlechtert hat. Die dabei erschaffene Welt erinnert dabei stellenweise an bekannte Bücher des Genres, weist aber auch ganz eigene Elemente auf. Zunächst beginnt die Geschichte in einem gemäßigten Erzähltempo, so dass genügend Zeit bleibt die Protagonist:innen, sowie das Setting kennen zu lernen. Ab etwa der Hälfte des Buchs zieht das Tempo dann deutlich an. Atlas, Julien und Noah stolpern ab hier von einer brenzligen Situation in die Nächste. Beide unterschiedliche Erzählweisen führten dazu, das ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte und ich mich vom Anfang bis zum Ende gut unterhalten fühlte. Ein kleines ABER gibt es dennoch. Gerade am Ende gab es mehrere Entscheidungen und Verhaltensweisen der Hauptcharaktere welche ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Genaueres verrate ich natürlich nicht, um nicht zu spoilern. Natürlich ist alles eine Geschmackssache, für mich haben diese Entwicklungen einfach nicht zur davor erzählten Geschichte gepasst und waren deshalb nicht stimmig. Dafür gibt es von mir auch einen Stern Abzug. Da ich aber dennoch gut unterhalten wurde und das Buch zum Nachdenken und zur Diskussion anregt, vergebe ich immer noch gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle SciFi-Leser:innen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
Veröffentlicht am 28.07.2021

Authentischer Bericht über das Auf und Ab einer Gruppentherapie in Amerika

The Group
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In „The Group – Wie ein Therapeut und ein Kreis von Fremden mein Leben retteten“ beschreibt die Autorin Christie Tate ihren eigenen ganz persönlichen Lebens- und Leidensweg. Zu Beginn des Buchs ist sie ...

In „The Group – Wie ein Therapeut und ein Kreis von Fremden mein Leben retteten“ beschreibt die Autorin Christie Tate ihren eigenen ganz persönlichen Lebens- und Leidensweg. Zu Beginn des Buchs ist sie an ihrem persönlichen Tiefpunkt angekommen und möchte nicht mehr Leben. Um etwas zu verändern und endlich glücklich zu werden, wagt sie auf Empfehlung einer Freundin, den Schritt in eine Gruppentherapie. Dort gilt vor allem ein Prinzip: Keine Geheimnisse! Genauso schockierend ehrlich, wie in der Gruppe, erzählt sie auch uns Leser:innen von vielen Sitzungen und ihrem Lebensweg. Trotz des schwierigen Themas schafft Christie Tate es unglaublich fesselnd zu schreiben. Ich wollte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, was am Inhalt und am Schreibstil lag. Die große Zeitspanne des Buchs (über viele Jahre hinweg) hilft außerdem, ein realistisches Bild der Möglichkeiten aber auch Grenzen von (PsychTherapie aufzuzeigen. Einziger Kritikpunkt ist für mich die schwierige Vergleichbarkeit mit Deutschland, immer wieder merkt man einfach wie sehr sich amerikanische Verhältnisse von unseren, unterscheiden. Das grundlegende Therapieprinzip war trotzdem richtig spannend zu verfolgen, stellenweise sogar regelrecht lehrreich. Darum vergebe ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2021

Alle wichtigen Themen rund um den Klimawandel auf den Punkt gebracht

Klimawandel - Ein Appell
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„Klimawandel - Ein Appell - Wir müssen jetzt handeln, um unser Klima zu retten“ von Fred Vargas war ein Hörbuch, welches sich nicht einfach mal so Nebenbei hören lies. Um die vielen komplexen Themen gut ...

„Klimawandel - Ein Appell - Wir müssen jetzt handeln, um unser Klima zu retten“ von Fred Vargas war ein Hörbuch, welches sich nicht einfach mal so Nebenbei hören lies. Um die vielen komplexen Themen gut verstehen zu können, war durchaus etwas Konzentration notwendig. Besonders gut gefallen hat mir der sehr strukturierte Aufbau und die stets wissenschaftlich fundierten Aussagen. In diesem Buch steckt definitiv jede Menge Recherchearbeit! Der Tonfall ist stellenweise sehr deutlich und auch fordernd, wobei die Autorin es geschickt anpackt, indem sie oft von „uns Leuten“ spricht und sich selbst auch nicht Außen vor lässt. Für alle Menschen die wirklich etwas tun wollen, gibt das Hörbuch gute und auch lebensnahe Tipps, die wirklich etwas bewirken. Und ja, natürlich tut so eine Veränderung stellenweise auch weh, wenn z.B. von einer 80 % Reduktion des eigenen Fleischkonsums gesprochen wird. Darüber hinaus stellt die Autorin aber auch klar, welche Veränderungen von politischer Seite, z.B. in Form von Gesetzen, erfolgen müssen, um den Klimawandel jetzt noch aufhalten zu können. Zum Glück gibt es aber auch immer wieder Beispiele für zukunftsweisende Technologien, welche auch Hoffnung machen. Da ich mich schon länger mit dem Thema Klimawandel auseinandersetze, muss ich sagen, das Vieles im Hörbuch nicht wirklich neu für mich war. Einige Details konnten mich dennoch noch überraschen. Da alle Themen allerdings so gut auf den Punkt gebracht wurden, habe ich mich nicht gelangweilt. Einzig die ständigen gewollt witzigen Einlagen des Zensors (welcher als eine Gegenstimme der Autorin fungierte), waren für mich nicht nur unnötig, sondern nervten mich richtig gehend. Für diese unnötigen Ausschweifungen, ziehe ich auch einen Stern ab und bewerte das Hörbuch mit dennoch guten 4 Sternen.
Mein Fazit: Berührend, informativ und aufrüttelnd. Jede*r sollte diesen Appell hören und beherzigen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2021

Unglaublich berührende historische Geschichte

Das Mädchen im Nordwind
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Im Roman „Das Mädchen im Nordwind“ der Autorin Karin Baldvinsson, geht es um zwei starke Frauen, welche es aus unterschiedlichen Gründen nach Island verschlägt. Ein Erzählstrang erzählt ab dem Jahr 1936 ...

Im Roman „Das Mädchen im Nordwind“ der Autorin Karin Baldvinsson, geht es um zwei starke Frauen, welche es aus unterschiedlichen Gründen nach Island verschlägt. Ein Erzählstrang erzählt ab dem Jahr 1936 vom Leben der jüdischen Familie Rosenberg, bzw. deren Tochter Luise. Hier berührten mich die sehr detaillierten Schilderungen der zunehmenden Schikanen gegen die jüdische Bevölkerung. Ich glaube ich habe bisher noch kein Buch gelesen, welches sich so umfassend, mit den stetigen Veränderungen unter Hitler beschäftigte, welche letztendlich im Holocaust endeten. Doch auch schon einige Jahre zuvor waren Hass und Ungerechtigkeiten an der Tagesordnung. Luise ist trotz aller Schwere welche die Geschichte mit sich bringt, dennoch eine überaus starke und sympathische Protagonistin. Ihre Kapitel habe ich mit Abstand am liebsten gelesen. Der zweite Erzählstrang welcher im Jahr 2019 spielt konnte hier nicht mal ansatzweise mithalten. Aber auch Sofie ist ein spannender Charakter und ihr Abenteuer auf Island vermittelt gut die jetzigen Lebensumstände dort. Einzig ihre Faszination für den männlichen Hauptcharakter konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Björgvin ist von Anfang bis Ende unnahbar, unsympathisch und lässt sich dazu noch allzu gerne von Sofie umsorgen und bedienen. Durch die sehr starke und aussagekräftige Erzählung aus der Vergangenheit, vergebe ich dennoch gute 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen.

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 25.07.2021

Könnte es wirklich soweit kommen?

Systemfehler
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Das Thema um welches es im Thriller „Systemfehler“ von Wolf Harlander geht, ist aktuell und betrifft uns alle. So war es wirklich spannend für mich mal genauer darüber nachzudenken, welche Prozesse heute ...

Das Thema um welches es im Thriller „Systemfehler“ von Wolf Harlander geht, ist aktuell und betrifft uns alle. So war es wirklich spannend für mich mal genauer darüber nachzudenken, welche Prozesse heute alle vom Internet abhängig sind und was ein flächendeckender Ausfall für uns bedeuten würde. Das entworfene übergeordnete Szenario fand ich dabei durchaus realistisch und erschreckend. Im Gegensatz dazu wirkt das Verhalten einzelner Protagonist:innen allerdings nicht immer logisch. Tendenziell waren es einfach etwas viele Perspektiven, aus welchen berichtet wurde. So wirkten die einzelnen Personen teilweise schlecht ausgearbeitet und nicht authentisch. Besonders negativ aufgefallen sind mir zum Beispiel manche Szenen im Krankenhaus, hier wurde was medizinische Details betrifft, unzureichend recherchiert. Der Schreibstil liest sich gut, wirkte aber distanziert. Dies liegt auch an den immer wieder eingeschobenen Erklärungen zu technischen Details, welche sich nicht gut in den übrigen Text einfügen. Zu Beginn baute sich die Spannung nur langsam auf, dann zog allerdings das Erzähltempo ordentlich an, so dass die Erzählung zum Ende hin nochmal richtig fesselnd wurde. Auch wenn sich der Thriller gut lesen lies, habe ich von anderen Autoren schon deutlich bessere bzw. realistisch anmutendere Bücher gelesen. Für mich blieb „Systemfehler“ deshalb im guten Mittelfeld seines Genres und bekommt von mir 3 ½ Sterne.

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