Reiselust trifft auf Reisefrust
Travel is brokenInsgesamt konnte mich Philipp Laage mit seinem Sachbuch „Travel is broken“ leider nicht überzeugen. Einige seiner Thesen sind zwar absolut nachvollziehbar und stimmig, der Weg dahin ist gelinde gesagt ...
Insgesamt konnte mich Philipp Laage mit seinem Sachbuch „Travel is broken“ leider nicht überzeugen. Einige seiner Thesen sind zwar absolut nachvollziehbar und stimmig, der Weg dahin ist gelinde gesagt aber einfach nur anstrengend. Ich lese regelmäßig Sachbücher und weiß deshalb das ein solch anstrengender Schreibstil auch bei komplexen Themen kein Muss ist. Vor lauter Begeisterung und Wissen verliert sich der Autor meiner Meinung nach in Details und drückt sich allzu oft zu kompliziert aus. Auch argumentativ ist das Buch finde ich ein wilder Ritt. Vor- und Nachteile des Reisens geben sich die Klinke in die Hand, wobei teils gewichtige Punkte wie die mangelnde Umweltvertäglichkeit erstaunlich lässig beiseite gewischt werden. Sehr viel lieber wendet sich der Autor der Betrachtung von Privilegien zu, was ich als sehr differenziert und lesenswert empfand. Wer gerne und viel reist findet außerdem Anregungen zur Selbstreflexion und Ideen wie zukünftige Reisen für mehr Erholung sorgen können. „Travel is broken“ betrachtet mit scharfen Blick die Entwicklung von Urlaubsreisen über vergangene Jahrzehnte hinweg bis heute. Wer Lust hat wissenschaftlich und intellektuell ganz tief ins Thema abzutauchen, ist hier genau richtig. Ich persönlich hatte mir aber etwas anderes versprochen und kann auch aufgrund des Schreibstils gerade so noch 3 Sterne vergeben.