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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2022

Langatmige aber tiefgründige Geschichte, welche mich nicht voll abholen konnte

Die dunklen Sommer
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Im Roman „Die dunklen Sommer“ von Miranda Beverly-Whittemore hatte ich mir eine spannungsvolle Lektüre erhofft. Vollkommen mitreißen konnte mich die Geschichte im Gesamten letztendlich aber leider nicht. ...

Im Roman „Die dunklen Sommer“ von Miranda Beverly-Whittemore hatte ich mir eine spannungsvolle Lektüre erhofft. Vollkommen mitreißen konnte mich die Geschichte im Gesamten letztendlich aber leider nicht. Prinzipiell ist die Handlung durchaus interessant und auch die Erzählweise, mit sich kapitelweise abwechselnden zeitlichen Perspektiven, gefiel mir gut. Der Schreibstil liest sich meist angenehm, wobei man die Eigenart der Erzählerin, alle um sich herum vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, lateinisch zu benennen, schon mögen muss. Trotzdem ergaben sich für mich immer wieder Längen. Für meinen Geschmack wird die Handlung nämlich zu sehr ausgedehnt und übermäßig langatmig erzählt. Vor allem da sich die großen Enthüllungen des Endes, für mich schon länger abzeichneten. Eine straffere Darstellung hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan, wobei ich auch dann nicht sagen könnte, ob so mehr Spannung aufgekommen wäre. Alles in allem hatte ich mir einfach etwas mehr erwartet. Wer schon andere Romane über sektenähnliche Gemeinschaften und deren Dynamik gelesen hat, wird hier erzählerisch wenig Neues finden. Die Autorin bleibt bei klassischen Themen wie Schuld, Manipulation und Abhängigkeit und erzählt eine realistisch wirkende, wie auch traurige Geschichte. Die Grundstimmung des Romans ist dabei stets gedrückt, auch in den eigentlich fröhlicheren Passagen, umweht die Handlung ein wehmütiger Hauch. Und so fällt mir die Bewertung des Buches wirklich nicht leicht. Einerseits punktete es mit Authentizität und ausgereiften Charakteren, andererseits verliert sich die Geschichte immer wieder in Belanglosigkeiten und konnte mich auch sonst nicht großartig überraschen. Deshalb bleibe ich bei meiner Bewertung in der guten Mitte und vergebe 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.12.2022

Amüsante Geistergeschichte, welche doch auch ernste Momente beinhaltet

Ghost No Girl!
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„Ghost No Girl!“ von Joe Vitani ist der erste Teil einer Dilogie, welcher trotz des anfänglichen Todes der Hauptprotagonistin für mich eine erstaunlich amüsante Lektüre darbot. Der Autorin ist in ihrem ...

„Ghost No Girl!“ von Joe Vitani ist der erste Teil einer Dilogie, welcher trotz des anfänglichen Todes der Hauptprotagonistin für mich eine erstaunlich amüsante Lektüre darbot. Der Autorin ist in ihrem Werk wirklich ein gesundes Gleichgewicht aus Ernsthaftigkeit und Humor gelungen und gerade durch diese Mischung wird die Geschichte zu etwas Besonderem. Der Tonfall des Schreibstil ist meist wunderbar locker-leicht, wobei es aber auch emotionale Momente gab. Gerade die Beerdigung zu Beginn und auch Allies sonstiger Umgang mit ihrer Familie waren wirklich sehr rührend geschildert. Inhaltlich gefiel mir die Geschichte soweit gut. Die „magischen“ Elemente der Geisterwelt werden nach und nach erklärt, hätten aber gerne noch etwas ausführlicher beschrieben sein dürfen. Für ein ausführliches Worldbuilding lässt allerdings auch schon die geringe Seitenanzahl keinen Raum. Und so stehen im Mittelpunkt der Geschichte vielmehr die Charakterentwicklung und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei bewegt sich die Handlung im Rahmen typischer YA-Themen, wobei sie mich stellenweise auch etwas überraschen konnte. Alles in allem war „Ghost No Girl!“ eine kurzweilige und angenehm leichte Lektüre. Einzig mit einem Charakter wurde ich gar nicht warm, was vor allem an seiner überheblichen Art lag. Deshalb empfand ich auch Allies vertrauliches Verhalten ihm gegenüber als nicht stimmig. Zum Glück gab es aber noch genügend andere Figuren, welche ich leichter ins Herz schließen konnte. Im Gesamten vergebe ich solide 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die mal wieder Lust auf eine humorvolle Geistergeschichte haben!

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Veröffentlicht am 04.12.2022

Knüpft an die Handlung des Vorgängers an und ist doch ganz anders

Als die Welt zerbrach
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„Als die Welt zerbrach“ von John Boyne, erzählt die bewegende Fortsetzung des Klassikers „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Erzählt wird die Geschichte diesmal aus der Sicht von Schwester Gretel und obwohl ...

„Als die Welt zerbrach“ von John Boyne, erzählt die bewegende Fortsetzung des Klassikers „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Erzählt wird die Geschichte diesmal aus der Sicht von Schwester Gretel und obwohl die beiden Bücher eindeutig zusammengehören ist dieser neue Roman doch so ganz anders als der Vorherige. Zunächst einmal erstreckt sich die Handlung über einen viel längeren Zeitraum und beinhaltet dadurch nahezu die gesamte Lebensgeschichte der Hauptprotagonistin. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich dabei ab und so ergibt sich nach und nach ein erschreckendes, wie auch stimmiges Bild. Allumfassend ist dabei stets das Thema „Schuld“, welches sich in vielfältiger Weise durch die Geschichte zieht. Dabei gibt es nicht nur den historischen Bezug, sondern auch noch einen aktuelleren Anknüpfungspunkt. Sensibel aber doch auch direkt, werden wir Leser:innen so mit knallharten Fragen konfrontiert. Das dargestellte moralische Dilemma, empfand ich persönlich als sehr eindrücklich, da es dem Buch eine unglaubliche Tiefe verleiht. Auch erzählerisch konnte mich der Roman überzeugen. Der Schreibstil liest sich angenehm und die Wechsel zwischen den zeitlichen Ebenen sind gut gewählt und leicht erkennbar. Einzig das Ende hat mich durch seinen Heftigkeit, dann doch etwas geschockt. Um leichte Kost handelt es sich allerdings auch im Gesamten nicht, weshalb ich auch mit den abschließenden überraschenden Wendungen noch gut leben konnte. Emotional höchst bewegend geschrieben, lässt diese Geschichte sicherlich niemanden kalt und wird auch mir noch lange im Kopf bleiben. Deshalb kann ich natürlich nicht anders, als tolle 5 Sterne und eine Leseempfehlung zu vergeben!

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Veröffentlicht am 03.12.2022

Misogynie – Was wir alle darüber wissen sollten

Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung
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Tatsächlich kannte ich Tara-Louise Wittwer bisher noch nicht und so konnte ich ganz unbedarft an die Lektüre ihres Buchs „Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung“ herangehen. Und was soll ...

Tatsächlich kannte ich Tara-Louise Wittwer bisher noch nicht und so konnte ich ganz unbedarft an die Lektüre ihres Buchs „Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung“ herangehen. Und was soll ich sagen, ihre Art zu schreiben hat mich wirklich begeistert! Tara verspricht nämlich Infotainment und liefert genau das. Knackig kurze Kapitel, beleuchten unterschiedliche Lebensbereich auf die darin enthaltene Misogynie bzw. den dortigen Frauenhass. Neben handfesten Quellen und belegten Informationen, erzählt die Autorin auch sehr viel von ihren ganz eigenen Erfahrungen. Dabei lässt sie auch ihre persönlichen Fehler nicht aus und erzählt wirklich authentisch und ungeschönt von individuellen Erlebnissen. Mir persönlich hat auch ihre humorvolle Art, an schwierige Themen heranzugehen sehr gut gefallen. Trotz der thematischen Schwere behält das Buch so doch immer eine ansprechende Leichtigkeit. Auch der Schreibstil liest sich sehr angenehm und fühlt sich eher nach einem netten Gespräch mit einer Freundin, als nach einem Sachbuch an. Die Themenvielfalt ist dabei groß, Vieles kann deshalb nur angerissen werden, gerade für Neulinge bietet das Buch aber einen super ersten Einblick in den Feminismus und die Misogynie. Aber auch wer sich schon mit einigen Themen beschäftigt hat, wie in meinem Fall, langweilt sich hier wirklich nicht. Manches Wissen wird aufgefrischt, anderes kommt neu hinzu. So war diese Lektüre für mich durchgehend kurzweilig, wie auch informativ. Gerne vergebe ich für dieses rundum gelungene Werk, volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung und zwar für wirklich ALLE Menschen.

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Veröffentlicht am 01.12.2022

Spannende neue Thriller-Reihe – Aktueller Lesestoff von einer meiner liebsten Autorinnen

Stille blutet
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Auch wenn "Stille blutet" nicht mein liebstes Buch der Autorin Ursula Poznanski geworden ist, bietet die Geschichte doch qualitätsvolle Thrillerunterhaltung mit einer modernen Note und gefiel mir im Gesamten ...

Auch wenn "Stille blutet" nicht mein liebstes Buch der Autorin Ursula Poznanski geworden ist, bietet die Geschichte doch qualitätsvolle Thrillerunterhaltung mit einer modernen Note und gefiel mir im Gesamten gut. Von Beginn an zog mich die Geschichte in ihren Bann, was auch daran lag, dass die Autorin wirklich fesselnd aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Diese muss man zu Beginn erst mal einordnen, denn außer bei Polizistin Fina bleiben die Rollen und Hintergründe der anderen Erzähler bis zuletzt undurchsichtig. Und auch wenn es erst der erste Band der Reihe ist, gibt es schon jetzt einen verbindenden Faktor, welcher uns sicherlich in zukünftigen Bänden wieder begegnen wird. Diese besondere Idee der Autorin gefällt mir richtig gut, wobei ich aus Spoilergründen nicht näher darauf eingehen möchte.
Darüber hinaus bietet Wien der Geschichte einen gelungenen und authentischen Hintergrund und auch erzähltechnisch macht das Buch etwas her. Temporeich und vielfältig an Themen wird es so wirklich nicht langweilig. Der Schreibstil liest sich zudem richtig gut und so flog ich nur so durch die Seiten. Fina ist eine taffe Polizistin, welche mir vor allem durch ihre smarte Art gut gefiel. Ihr Ermittlungspartner Oliver hingegen ist ein beispielhafter Chauvinist und lässt wirklich keinen klischeehaften Spruch zum Thema Frauen im Beruf und auch zu Finas Äußerem aus. Zwar kann Fina dem zum Glück Einiges entgegensetzen und auch andere Polizeikollegen gleichen so Manches aus, allerdings muss ich zugeben, dass diese teils überzeichnete Darstellung mir stellenweise zu viel war. Ich verstehe durchaus warum die Autorin diese Konstellation gewählt hat, für meinen Geschmack hätte die Darstellung nur etwas weniger plakativ geraten könnten. Denn gerade am Anfang geht vor lauter Wortgefechten, der eigentliche Fall etwas unter. Erst als die Spannung anzieht und sich die Handlung dem Finale nähert, wurde die Zusammenarbeit der Beiden zum Glück doch noch erträglich. Zum nächsten Band möchte ich trotz allem wieder greifen, auch wenn ich mir durchaus noch etwas charakterliche Entwicklung wünschen würde.

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