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Veröffentlicht am 20.10.2024

Süffisante Gesellschaftskritik

Adiós, Aachen
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Sehr süffisant und spannend ist auch der neue Fall von dem legendären Aachener Kommissar Michael Fett. Ein toter Weißbischof und eine weitere tote Spanierin geben den Ermittlern ein sehr großes Rätsel ...

Sehr süffisant und spannend ist auch der neue Fall von dem legendären Aachener Kommissar Michael Fett. Ein toter Weißbischof und eine weitere tote Spanierin geben den Ermittlern ein sehr großes Rätsel auf. Auf den ersten Blick scheinen beiden Toten keine Gemeinsamkeiten zu haben.

Michael Fett und Daniela Conti ermitteln in der Region Aachen und kommen dabei einer Sache auf die Spur, die weit über Aachen hinauszugehen vermag. Eine spannende Suche nach Tätern und vermeintlichen Tätern beginnt.

Michael Fett ist wie in den vergangenen Fällen vermeintlich aus der Zeit gefallen. Die ganzen “neumodischen” Erscheinungen wie Gendern oder der hohe Anteil vegetarischer Speisen, um nur zwei Aspekte zu nennen, erscheinen ihm sehr befremdlich. Er vermisst die Zeiten von früher und wirkt oft gerade bei Befragungen sehr apathisch und mit den Gedanken woanders. Doch der Eindruck täuscht, wie Fett immer wieder unter Beweis stellt. Daniela Conti als seine Kollegin hat eine Veränderung durchgemacht. Wirkte sie am Anfang als Fetts Kollegin, die frischen Wind in die Ermittlungen bringt, scheint sie sich nun unbewusst seinen Verhaltensweisen anzupassen. Auch Daniela Conti fällt es zunehmend schwerer sich mit einigen gesellschaftlichen Veränderungen zu arrangieren. Zu dem Team stößt noch ein junger Kollege namens Andreas Petridis, der noch viel lernen muss, aber mit Sicherheit in Zukunft noch mehr Salz in das Team Fett & Conti bringen wird.

Der Roman besticht erneut mit seiner Gesellschaftskritik an vielen Stellen. Sehr humorvoll umschreibt der Autor die Tatbestände der heutigen Zeit und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. So stellte ich mir persönlich während des Lesens die Frage “Töten wir mit unseren positiven Assoziationen und die positiven Begrüßungsformeln wie “liebe und alles ist immer lieb” die negativen Umweltaspekte in unserer Umgebung ab? Schaffen wir es nicht mehr uns mit den Grundproblemen auseinanderzusetzen und versuchen alles positiv darzustellen?

Dies hat mir sehr gut in diesem Roman gefallen, erachte ich es als eines der Grundprobleme unsere heutige Gesellschaftsstruktur.

Die Spannung in der Geschichte ist gut temperiert und findet eine sehr spannende und dramatische Auflösung. Sehr gut detailliert beschreibend und erzählend ist der Schreibstil des Autors. Er schafft es eine sehr bildhafte Umgebung beim Lesen zu schaffen. Auch ist der Hintergrund dieses Kriminalfalls realistisch, was die Gefahrenlage angeht, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint. Ein erneut spannender Kriminalfall für den “Columbo” aus der Eifel, den ich hier sehr gerne empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Spannend und dramatisch

Wer mit den Wölfen heult
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Ein spannender und fesselnder psychologischer Krimi mit einem schockierenden und traurigen Hintergrund hat mich vollends überzeugt. Erneut muss Therapeutin Liliy Brown ihr ganzes Können unter Beweis stellen. ...

Ein spannender und fesselnder psychologischer Krimi mit einem schockierenden und traurigen Hintergrund hat mich vollends überzeugt. Erneut muss Therapeutin Liliy Brown ihr ganzes Können unter Beweis stellen.

Eine junge Frau namens Jerry kommt in ihre Praxis und äußert ihre Ängste über den erneuten Verlust eines Kindes durch einen plötzlichen Kindstod. Liliy nimmt sich ihrer Probleme sofort an und versucht der jungen Frau zu helfen. Gleichzeitig erhält sie ein weiteres sehr einnehmendes Patientenmandat. Der Sergent Martin Gordon von der Polizei in Dover hat einen Kollegen angeschossen. Die internen Ermittler bitten Liliy Brown ein psychologisches Gutachten über den Geisteszustand von Martin zu erstellen. Martin wirkt auf Liliy irgendwie sonderbar. Alsbald steigt Liliy in die Materie ein und ahnt nicht, was sie alles herausfindet. Eine spannende Suche nach den Motiven und Hintergründen beginnt.

Lily Brown ist eine selbstbewusste junge Frau, die eine eigene Praxis in Canterbury betreibt. Sie ist sehr einfühlsam, aber auch zutiefst verbissen, wenn sie sich in eine Sache einmal hineingearbeitet hat. Ihre Beziehung mit Dan gestaltet sich schwierig, auch wenn er an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Verständnis für Liliy als in Band 1 aufbringt.

Sehr gut ausgearbeitet sind die einzelnen Charaktere dieses Romans. Mir ist es sehr leichtgefallen Sympathien und Antipathien zu bilden. Wobei ich in einem Fall auch auf der völlig falschen Fährte war, was ich erst gegen Ende des Romans gemerkt habe. Sehr schön beschreibend und erzählend ist der Schreibstil der Autorin. Sie hat es erneut geschafft bestimmte Stimmungen für die Lesenden zu übertragen. Des Weiteren kann Sie auch den Sprachgebrauch an die jeweiligen “Gesellschaftsschichten” anpassen.

Die Spannung des Romans ist sehr gut und es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Sehr schön konstruiert aber auf wahren Kriminalfällen beruhend ist die Handlung der Geschichte. Sie baut sich langsam auf und gewinnt im Laufe der Erzählung immer mehr an Fahrt. Es war für mich spannend, aber auch erschütternd was ich am Ende alles erfahren musste. Die Story und die handelnden Figuren sind dabei sehr einprägsam. Mir hat dieser Kriminalroman außerordentlich gut gefallen. Ich kann diesen Krimi nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Der Kampf gegen dänische Unholde

Tankred: Adler und Dolch
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Spannend und sehr facettenreich in taktischen Manövern sind eine gute Beschreibung für das neueste Abenteuer des kämpfenden Bibliothekars Tankred. Im Herbst 884 lebt Tankred wieder auf seinem zurückeroberten ...

Spannend und sehr facettenreich in taktischen Manövern sind eine gute Beschreibung für das neueste Abenteuer des kämpfenden Bibliothekars Tankred. Im Herbst 884 lebt Tankred wieder auf seinem zurückeroberten Anwesen bei Maastricht. Doch dänische Räuberbanden treiben weiterhin ihr Unwesen in der Region und Tankred muss seine Zwillinge nach Lüttich in Sicherheit bringen. Bald kommt er dahinter, dass mehr als nur Überfälle hinter der Sache stecken und zusammen mit seinen treuen Gefährten Lupus und Gauzbert macht er sich auf in ein neues Abenteuer. Wird er es schaffen diesmal die dänischen Unholde endgültig zu besiegen?

Tankred ist im Vergleich zu den früheren Bänden etwas reifer geworden. Auch wenn er immer noch sehr wachsam und kämpferisch stark ist, wird auch er älter und man merkt es ihm hier und da etwas an. Doch trotz allem ist seine gute Bildung und seine Erfahrung im Kampf ein entscheidender Vorteil gegenüber seinen Gegnern. In diesem Band kommen die politischen Ränkespiele zwischen den einzelnen Parteien der damaligen Zeit sehr gut zu Geltung. Sabotagen sowie Machtspiele prägen diesen Band sehr, was diesen insgesamt sehr unterhaltsam lesbar macht.

Der Schreibstil des Autors ist sehr detailliert, beschreibend und sehr gut lesbar. Sehr tiefgründig hat er das damalige Zeitgeschehen sehr gut in eine fiktive Geschichte eingebettet. Der Humor darf an der ein oder anderen Stelle ebenfalls nicht fehlen. Sehr gut gefallen haben mir auch Anspielungen auf Tatbestände der heutigen Zeit, die damals wohl so noch nicht vorgekommen sind, aber die der Autor sehr gut in seinem Nachwort erläutert. Die Spannung der Erzählung ist gut und es kommt während des Lesens keine Langeweile auf. Einsteigern würde ich hier zwar auch zu Band 1 der Reihe wegen der Hintergründe raten, aber auch ohne Vorkenntnisse ist die Geschichte sehr gut lesbar was mir persönlich gut gefällt. Erneut ein guter Fall von Tankred mit der leisen Hoffnung, dass es noch einen Folgeband geben wird.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Ein ganz anderes Bild von Hamburg

Im Nordwind
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Miriam Georg hat mich wieder begeistert mit ihrem Roman, zeigt er doch noch einmal ein ganz anderes Bild von Hamburg als ihre anderen Bücher.

Alice ist eine starke Persönlichkeit, die ein schweres Schicksal ...

Miriam Georg hat mich wieder begeistert mit ihrem Roman, zeigt er doch noch einmal ein ganz anderes Bild von Hamburg als ihre anderen Bücher.

Alice ist eine starke Persönlichkeit, die ein schweres Schicksal erleiden musste, welches aber erst im Laufe der Geschichte Stück für Stück aufgedeckt wird. Aber auch ihre aktuelle Situation verlangt ihr und ihrer Tochter Rosa einiges ab.

John Reeven gehört einer mächtigen Hamburger Familie an, aber die Geschäfte interessieren ihn nicht sonderlich, er engagiert sich lieber als Anwalt. Und so kommt es das John Alice vor Gericht vertritt.

Gewalt in der Ehe gehörte und gehört leider für viele Frauen zum Alltag. Für Alice kommen noch die absolut prekären Lebensverhältnisse dazu, die mangelnde Hygiene und die fehlende Kinderbetreuung, wenn Frauen mit dafür sorgen mussten, dass die Familie finanziell über die Runden kam.

Interessant sind auch die Sequenzen über den Hamburger Dom, ich muss gestehen, ich war zwar schon mehrmals in Hamburg aber noch nicht auf dem Dom, der ja eine riesige Kirmes ist. Eigentlich bin ich nicht so der Kirmes- oder Volksfeste-Fan, aber ich fand die Szenen der Schausteller sehr interessant, vielleicht passt es beim nächsten Hamburg Besuch.

Der Roman wird größtenteils chronologisch in Jahr 1913 erzählt mit einigen Rückblicken zu Christina in die Jahre 1896. Wer Christina ist, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, er ist der Zeit angepasst und schafft eine sehr angenehme Atmosphäre beim Lesen. Ich bin nun sehr gespannt, was Alice und John im zweiten Teil erwartet. Der zweite Teil erscheint in diesen Tagen.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Das manchmal komplizierte Verhältnis zu Eltern

Dreams of Sapphire Seas
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Auch der zweite Teil der Irland Reihe von Anabelle Stehl konnte mich wieder überzeugen, dank ihr bin ich nun beim Genre New Adult vollends angekommen.

Serena und Aedan sind zwei ganz wunderbare Hauptfiguren, ...

Auch der zweite Teil der Irland Reihe von Anabelle Stehl konnte mich wieder überzeugen, dank ihr bin ich nun beim Genre New Adult vollends angekommen.

Serena und Aedan sind zwei ganz wunderbare Hauptfiguren, die von der Autorin sehr detailliert und überzeugend ausgearbeitet wurden. Beide erzählen die Geschichte in der Ich-Erzähler-Perspektive, sodass wir ihnen und ihren Gedanken sehr nah kommen.

Serena hat ihr Kunst-Stipendium bekommen und darf in Cork studieren, sie muss nur einen gültigen Mietvertrag vorlegen und genau hier liegt das Problem, es gibt kaum bezahlbaren Wohnraum. Aedan studiert Architektur und lebt mit zwei weiteren Jungs in einer WG, das Haus gehört seinem Vater. Die Wege der beiden Kreuzen sich und der Funke springt direkt über.

Ich mag die Erzählweise der Autorin einfach, wunderbar einfühlsam geschrieben und so tiefgründig. Ganz großes Kino und ein dickes Kompliment!

Themen des Romans sind neben Liebe, Beziehung, und Freundschaft, die Situation von Obdachlosen in einer Stadt, aber auch die Bewältigung von Trauer und das manchmal komplizierte Verhalten zu unseren Eltern.

In diesem Zusammenhang stammt auch mein Lieblingszitat aus dem Buch” Wir sind mehr als unsere Eltern, weißt du? Und es ist unfair ständig an ihren Erfolgen und Lebenswegen gemessen zu werden.” (S. 70)

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die neuen Werke der Autorin.

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