Der zweite Fall für Quintus und Lucretia
Blut und Spiele in ColoniaEin Roman, der mit Spannung und wahnsinnig viel Detailtiefe keine Wünsche offenlässt. In Colonia hat die Kunst von Weltformat Einzug gehalten, als der berühmte römische Tänzer Aulus in Köln auftritt. Dieser ...
Ein Roman, der mit Spannung und wahnsinnig viel Detailtiefe keine Wünsche offenlässt. In Colonia hat die Kunst von Weltformat Einzug gehalten, als der berühmte römische Tänzer Aulus in Köln auftritt. Dieser Auftritt sorgt für viel Aufsehen, aber auch für ein Todesopfer. Erneut muss das bereits eingespielte Team aus Quintus und Lucretia beweisen, was für gute Ermittler in ihnen steckt.
Beide Protagonisten sind sehr starke Persönlichkeiten. Quintus ist ein junger Anwalt, der in Colonia Karriere machen möchte. Dabei beweist er viel Scharfsinn und ist manchmal etwas zu verbissen, obwohl er in seinem Innersten ein sehr liebenswürdiger Charakter ist. Lucretia ist die junge Tochter eines einflussreichen Händlers und verkörpert eine sehr moderne Frau, wie es sie offenbar auch in der Antike bereits gab. Sie möchte mehr sein als Ehefrau und Mutter und liebt die Ermittlungen bei Mord und Totschlag. Außerdem setzt sie sich gerne für Schwächere ein. Sie ist manchmal etwas forsch, und Quintus kann mit ihrem Engagement kaum mithalten, doch im Grunde hegen die beiden eine nicht offen ausgesprochene Sympathie füreinander.
Der Schreibstil des Autorenduos ist sehr lebendig und gut beschreibend. Sie lassen die Story authentisch und plastisch werden. Die vielen Details rund um das Künstler- und Theaterleben in Colonia des Jahres 87 n. Chr. haben mir sehr gut gefallen. Auch ohne Instagram gab es bereits einen „Starkult“, wie wir ihn heute von Berühmtheiten kennen. Das Leben in der Antike war moderner, als man landläufig denkt und dies haben die Autorin und der Autor sehr gelungen in Schriftform gegossen.
Die Spannung entwickelt sich hervorragend, und der Ermittlungsanteil in diesem Fall ist wieder sehr hoch, was ich immer besonders wichtig finde. Neben dem Kriminalfall taucht man tief ein in eine andere Welt, aus der es mir schwerfiel, wieder herauszutreten.
Ein Glossar sowie ein geografisches und ethnisches Verzeichnis bieten am Ende des Romans ein hilfreiches Nachschlagewerk. Ein rundum gelungener Krimi aus der Antike, der mir sehr viel Freude bereitet hat.