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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2021

Leider ein Flop

Seeing what you see, feeling what you feel
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Als ich den Titel und den Klappentext las, war ich von der Idee von der Problematik „Entwicklung künstlicher Intelligenz“ sehr fasziniert. Leider sind meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt worden. Das ...

Als ich den Titel und den Klappentext las, war ich von der Idee von der Problematik „Entwicklung künstlicher Intelligenz“ sehr fasziniert. Leider sind meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt worden. Das Cover ist in schwarz gehalten. Man erkennt einen Computerchip sowie verschiedene Transistoren, welche den Kern der Geschichte sehr gut ins Bild setzen. Der Klappentext weiß Spannung zu erzeugen und hält gleichzeitig wesentliche Informationen für den Leser gekonnt zurück. In der Story geht es um die 17-jährige Lydia, welche aufgrund eines Unfalls in ihrer Familie ein schweres Trauma in ihrem Leben mit sich trägt. Sie ist eine klassische Außenseiterin, welche sich durch die talentierte Schaffung eines „künstlichen Wesens“ namens Henry einen Beziehungspunkt in ihrem Leben ermöglicht. Henry ist dabei ihr treuer Begleiter in allen Lebenslagen. Gleichzeitig schafft er aber auch eine Abhängigkeit, welche es Lydia immer schwerer macht, ihr eigentliches Leben zu kontrollieren. Als bedeutsame Nebenfiguren treten der Agent Hall, sowie ihr Jugendschwarm Pete sowie ihre ehemalige Freundin Emma auf. Vor allem Emma sorgt dabei dafür, dass sie Entscheidungen zulässt, welche sie später einmal bereut. Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es sind keine Zeitsprünge erkennbar. Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit. Der Schreibstil ist locker und mit leichter Jugendsprache versehen. Die Übersetzung aus dem englischen ist dabei meiner Meinung sehr gut verständlich gelungen. Das Buch ist tendenziell als Jugendbuch für Personen bis zum 18. Lebensjahr zu empfehlen. Als wesentliche Kritikpunkte sind mir dabei die etwas oberflächlich erzählte Geschichte, sowie die leichten banalen Zusammenhänge in der Erzählung aufgefallen. Die Entwicklung von Henry wird kurz erwähnt, dabei ist die Entwicklung von hochkomplexer KI keine Zusammenfassung einer Geschichte, sondern allein kaum händelbar. Des Weiteren wird der Alltag in den Erzählungen sehr einsilbig erzählt.

Insgesamt fand ich die Geschichte nicht sehr ansprechend und kann sie nur bedingt jugendlichen Lesern ans Herz legen.

Veröffentlicht am 30.07.2021

Dramatik in der Bronzezeit

Die Kinder von Nebra
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Als Ende der 90iger Jahre die „Himmelsscheibe von Nebra“ entdeckt wurde war ich fasziniert und auch überrascht über die astronomischen Kenntnisse einer Zeit, welche man als Kind nicht so im Geschichtsunterricht ...

Als Ende der 90iger Jahre die „Himmelsscheibe von Nebra“ entdeckt wurde war ich fasziniert und auch überrascht über die astronomischen Kenntnisse einer Zeit, welche man als Kind nicht so im Geschichtsunterricht gelehrt bekommen hat. Ich bin von der Umsetzung der Geschichte sehr angetan. Das Cover ist in but gehalten und zeigt kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, die sogenannte „Himmelscheibe von Nebra“. Der Klappentext beschreibt ausführlich die Handlung und bereitet die Leser sehr gut auf die Erzählung vor. Die Handlung spielt in der sogenannten „frühen Bronzezeit“, ca. 2000 Jahre vor Christus und ist mit fiktiven Personen um teilweise nachgewiesene Ereignisse erzählt worden. Im Nachwort des Autors erfährt man dabei weitere Hintergründe über die sich damals zugetragenen Ereignisse.

In der Handlung geht es im Wesentlichen um die junge Rana welche dem Ruotinger Klan angehört und die Tochter eines Bronzeschmiedes, sowie der hochangesehenen Priesterin Herdis der Göttin Destarte ist. Rana ist eine sehr mutige und für damalige Verhältnisse sehr selbstbewusste Frau, welche trotz der harten kriegerischen Zeiten und einiger Schicksalsschläge nie den Mut verliert. Die wesentlichen Nebenfiguren der Geschichte sind neben Ranas Eltern, der Klan der Helminger und den Fürst „aller Ruotinger“ Orkon, sowie sein brutaler und furchteinflößender Sohn Arrak und Hakun Sohn des Klanherre der Harruner. Ebenso erwähnenswert ist die Leibwache von Orkon Odda, ein bärenstarker übergroßer Mann, welcher im Laufe der Geschichte einer Charakteränderung durchfährt. Er war für mich eine der Lieblingsfiguren der Geschichte. Am Anfang unnahbar und kühl beweist er im Laufe der Zeit ein Gespür für „die richtige Handlung sowie die richtigen Entscheidungen“ und kann so der Geschichte mit seinen Taten die richtige Wendung geben.

Die Spannung der Geschichte lebt von ihrer Dramatik und dem Kampf „Gut“ gegen „Böse“. Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es sind keine Zeitsprünge vorhanden. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, leicht tragend und zeitgemäß, sowie in Teilen auch sehr dialogorientiert. Als Besonderheit sind neben einem Glossar, einem Personen- sowie einem Klanverzeichnis auch eine abgedruckte Karte der wesentlichen Handlungsorte zu nennen. Als Zielgruppe des Romans kommen Freunde historischer Romane, Anhänger der Bronzezeit sowie neugierige Leser aller Altersklassen in Frage. Das Fazit des Romans ist sehr positiv. Da ich bis jetzt keine Vorstellung vom Leben „vor der Antike“ hatte war ich über das alltägliche Leben doch sehr überrascht. So hatten nach historischen Überlieferungen bereits die Menschen „vor der Antike“ Streitwagen besessen. Allein dieser Umstand war mir nicht bekannt. Auch das damals bereits rudimentäre astronomische Kenntnisse vorhanden waren zeigt nicht nur allein diese wunderbare Himmelsscheibe. Dem Autor ist es gelungen um historisch nachgewiesene Tatsachen eine sehr interessante, abwechslungsreiche und auch spannende Geschichte zu erzählen. Ich bedanke mich beim Autor sowie bei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensions-Exemplars.

Veröffentlicht am 23.07.2021

Politisches oder persönliches Motiv

Die Spur der Grausamkeit
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Der zweite Band um die Josephine-Baker-Verschwörung steht dem ersten Band in nichts nach. Das Cover hat einen sehr hohen Wiedererkennungseffekt, es ist ebenfalls in schwarz-weiß gestaltet, zwei Figuren ...

Der zweite Band um die Josephine-Baker-Verschwörung steht dem ersten Band in nichts nach. Das Cover hat einen sehr hohen Wiedererkennungseffekt, es ist ebenfalls in schwarz-weiß gestaltet, zwei Figuren ganz in schwarz stehen im Vordergrund. Im Hintergrund blicken wir auf eine Szene in einer Großstadt in den 20er Jahren.
Der Klappentext umreißt kurz, worum es in dem Roman geht und doch ist am Ende nichts so wie man es zu Beginn gedacht hat.
Neben Tristan und Josephine Baker, welche auch im zweiten Teil der Reihe die unbestrittenen Hauptfiguren sind, stehen der rote Graf (Tristans Onkel) und Helene aus Berlin im Mittelpunkt des Buches.
Josephines historisch verbürgtes Zitat „Ich tue, was mir passt.“ zeigt sehr deutlich, dass sie sich nicht anpasst und das tut und sagt, was ihr wichtig ist. Ich persönlich finde, dass man einen sehr guten Eindruck von dem Leben der Josephine Baker bekommt, man merkt wie sehr die Autorin bemüht ist und Josephine liebevoll beschreibt.
Helene ist meine persönliche Lieblingsfigur. Sie ist eine außergewöhnliche Figur, als Prostituierte verdient sie ihr Geld, macht ihren Abschluss in Philosophie an der Uni. Eine sehr facettenreiche Persönlichkeit, die im Laufe des Romans über sich hinauswächst.
Der Roman hat sehr viele Elemente, welche die Spannung konstant hochhalten. Langweilig wird es nicht, es sind vor allen Dingen die verschiedenen Schicksale, die den Leser bewegen.
Der Roman wird größtenteils chronologisch erzählt, Zeit- und Ortsangaben erleichtern die Orientierung beim Lesen.
Der Schreibstil der Autorin hat mir wieder gut gefallen. Ich empfinde die Sprache als sehr intensiv und sehr präzise. Dialoge und erzählende Passagen halten sich gut die Waage. Ebenso habe ich die vielen Hintergrundinformationen schätzen gelernt, welche die Autorin scheinbar unauffällig in den Text einbaut. Zudem kommt die Stimmung in dem Roman sehr gut rüber, ebenso sehr authentisch ist der berlinerische und wienerische Dialekt.
Im Nachwort und den Anmerkungen zum historischen Hintergrund erklärt die Autorin wieder einige wichtige Dinge zum Roman, so z.B. warum sie die Verwendung des Wortes „N*ger“ für unabdingbar hält.
Der Lebenslauf von Josephine Baker und ein Literaturverzeichnis, sowie Quellenangaben finden sich ebenfalls im Anhang.
Ein Roman, der das Flair Wiens gut einfängt und mit einem Kriminalfall zu überzeugen weiß.
Ich bedanke mich bei meinen Mitleserinnen und Veronika Rusch für die tolle Leserunde auf www.buechereule.de

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Veröffentlicht am 23.07.2021

Gibt es einen Mörder oder nicht?

Der langsame Tod der Luciana B
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Da ich bereits einen Roman dieses Autors lesen durfte war ich sehr gespannt auf diese neue Erzählung. „Der langsame Tod der Luciana B“ ist ein Kriminalroman ohne ein „eigentlicher Krimi“ zu sein. Ich war ...

Da ich bereits einen Roman dieses Autors lesen durfte war ich sehr gespannt auf diese neue Erzählung. „Der langsame Tod der Luciana B“ ist ein Kriminalroman ohne ein „eigentlicher Krimi“ zu sein. Ich war über die vielen Verwirrungen und Erzählstränge sehr begeistert. Das Cover ist in bunt gestaltet und man erkennt eine alte Schreibmaschine mit Utensilien, welche früher von Schriftstellern gerne verwendet wurde. Der Klappentext beschreibt in den groben Zügen das Handlungsgeschehen, lässt dabei aber noch Spielraum für Interpretationen.
In der Geschichte geht es um die Studentin Luciana B. welche für einen sehr berühmten Krimiautor arbeitet. Als sie in die Dienste eines anderen Schriftstellers tritt gelangt dieser in verschiedene Verwirrungen und Verstrickungen, welche ihn an die Grenze der Glaubwürdigkeit bringen. Die Hauptdarstellerin Luciana B wird dabei vermeintlich in die klassische Opferrolle „gedrängt“. Aber nichts ist so wie es scheint. So beweist sie im Laufe der Geschichte eine gewisse Berechnung und der Leser ist geneigt ihr die „Opferrolle“ im Laufe der Erzählung nicht mehr zu zusprechen.
Als bedeutsamer Nebendarsteller brilliert der Kriminalautor Kloster. Er wirkt unscheinbar und vor allem unnahbar, er entwickelt ein Katz- und Maus Spiel mit seinem vermeintlichen Gegner. Allein die Konfrontation mit dem anderen Autor ähnelt einem intellektuellen Schachspiel, welches mich sehr in den Bann gezogen hat.
Der Roman wird aus der Perspektive des Ich-Erzählers, welcher namentlich in der gesamten Story nicht erwähnt wird, erzählt. Lediglich drei Personen bilden den Kern der Erzählung: Luciana, Kloster und der Ich-Erzähler.
Die Spannung der Geschichte wird langsam aufgebaut und steigert sich gegen Mitte der Erzählung immer weiter. Der Aufbau der Geschichte ist logisch und konsequent und es sind keine Zeitsprünge vorhanden. Die Story spielt im heutigen Zeitgeschehen in Buenos Aires. Der Schreibstil ist intellektuell und sehr dialogorientiert. Die Übersetzung aus dem argentinischen Spanisch ist der Übersetzerin dabei hervorragend gelungen. Sie schafft es die intellektuellen Unterredungen, sowie die Stimmungen der Protagonisten sehr gut darzustellen. Als Zielgruppe des Romans kommen Personen aller Altersklassen in Frage. Das Besondere an diesem Roman ist die Tatsache, dass es sich um keinen Kriminalroman im klassischen Sinne handelt. Viel mehr sind die Stimmungen, Gedankengänge, sowie mystischen Verstrickungen der einzelnen Protagonisten das Kernelement des Handlungsvorgangs. Auch das Ende kommt sehr diffizil und überraschend daher. Mir persönlich hat der Roman erneut sehr gut gefallen und ich kann ihn allen Lesern ans Herz legen, welche sich gerne in „geistige“ Verstrickungen hineindenken möchten.

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Veröffentlicht am 23.07.2021

Urlaubsfeeling pur

Lavendelträume
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Schon lange stand ein Roman von Gabriele Diechler auf meiner Wunschliste und ich habe es nicht bereut. Das Cover kommt schon sehr sommerlich daher, man hat das Gefühl den Lavendel in dem Korb riechen zu ...

Schon lange stand ein Roman von Gabriele Diechler auf meiner Wunschliste und ich habe es nicht bereut. Das Cover kommt schon sehr sommerlich daher, man hat das Gefühl den Lavendel in dem Korb riechen zu können. Ansonsten ist das Cover sehr schlicht mit weißem Hintergrund gehalten. Der Klappentext schildert bereits sehr gut, worum es in dem Roman geht. Es ist ein Roman, der sowohl zum Träumen als auch zum Nachdenken einlädt.
Die beiden Protagonisten Julia und Nicolas sind sehr gut von der Autorin herausgearbeitet worden, sie besitzen eindeutige Charakterzüge, wobei sich vor allen Dingen Julia weiterentwickelt. Julia muss durch den schweren Schicksalsschlag ihr Leben neu ordnen. Sie tritt nicht nur eine Reise nach Frankreich an, sondern vor allen Dingen eine Reise in ihr Innerstes. In dieser Zeit entscheidet sich, wie sie ihr Leben weiter gestalten will.
Nicolas ist da gefestigter und ein ruhender Pol, während Julia eher die rastlose ist und ihren Platz noch in der Welt sucht. Meine liebste Nebenfigur ist Maren, Julias beste Freundin und Partnerin im Job. Auch ihre Geschichte ist beachtenswert und gleichzeitig ist sie Julia eine treue Freundin und Ratgeberin. Der Aufbau der Geschichte ist chronologisch und mit lediglich einem größeren Zeitsprung versehen.
Der Roman ist sehr gut und intensiv geschrieben, gerade die Gefühlswelten der Protagonisten werden ausführlich dargestellt. Man kann sowohl zu Julia als auch zu Nicolas ein intensives Verhältnis aufbauen. Die detaillierten Beschreibungen lassen ein sehr plastisches Bild vor dem Auge des Lesers entstehen.
Der Roman zieht seine Spannung einmal aus der Geschichte von Julia und Nicolas, aber auch aus Marens Story, wobei mir diese am Schluss ein wenig zu kurz kommt.
Das französische Lebensgefühl und die Gastlichkeit der Franzosen kommen sehr gut in dem Roman rüber. Man erfährt sehr viel Wissenswertes über Parfum und das Riechen an sich, sowie die Parfumherstellung. Hier merkt man sehr gut, dass die Autorin sehr viel recherchiert hat und sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt hat.
Ein schöner Sommerroman mit Tiefgang, eine Liebesgeschichte, die niemals kitschig wird oder ins Klischeehafte abdriftet. Ein Roman für alle die gerne etwas lesen, dass auch zum Nachdenken anregt und nicht nur eine Flucht aus dem Alltag bedeutet.

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