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Veröffentlicht am 29.07.2018

Leidenschaft für Kakao

Die ferne Hoffnung
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Ich habe schon einige Bücher von Petra Mattfeldt gelesen. Bisher hat die Autorin mich noch nie enttäuscht, so auch diesmal nicht. Das Cover finde ich sehr gelungen und es passt optisch zum Inhalt des Buches, ...

Ich habe schon einige Bücher von Petra Mattfeldt gelesen. Bisher hat die Autorin mich noch nie enttäuscht, so auch diesmal nicht. Das Cover finde ich sehr gelungen und es passt optisch zum Inhalt des Buches, denn die Sehnsucht ist ein zentrales Thema dieses Buches.
Der Klappentext verrät schon relativ viel und ich hätte ihn mir kürzer gewünscht. Luise hat mich Luise von der ersten Szene an überzeugt und ich habe mich sofort mit den jungen Mädchen verbunden gefühlt, dies hat sich bis zum Ende nur noch intensiviert. Sympathie konnte ich hingegen für ihre Mutter, Elisabeth, von Beginn an nicht entwickeln, zum Schluss habe ich sie regelrecht gehasst. Intensive Gefühle sind also bei diesem Roman vorprogrammiert. Die Männer stehen den Damen aber in nichts nach, Robert und auch Karl konnten mich mit ihrem Handeln überzeugen.
Der Roman wird aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt, die stringent nebeneinander her laufen. So werden wir Leser einmal über das Geschehen in Hamburg informiert, dann verschlägt es uns wieder nach Kamerun und später kommt ein dritter Erzählstrang in Wien dazu. So hält die Autorin das Tempo in dem Roman gekonnt hoch und man möchte einfach immer nur weiter lesen. Orts- und Zeitangaben vor den Kapiteln erleichtern die Orientierung, wenn man mal das Buch zur Seite legen musste. Man erfährt viel über den Handel mit Kaffee und Kakao, sowie einiges Wissenswertes über den Anbau der Kakaobohnen. Der Schreibstil von Petra Mattfeldt ist angenehm leicht zu lesen und dem Roman sowie des Plots angemessen. Die Seiten vergehen oft wie im Fluge, vor allen Dingen sind einige Dialoge sehr gut gelungen. Dieser erste Teil macht Lust auf mehr und ich werde mit Sicherheit auch die anderen Teile der Hansen –Saga lesen, da mich besonders die Figuren überzeugen konnten. Eine sehr gefühlvolle Familiensaga, die ich gerne allen Leserinnen und Lesern empfehle die etwas über den Handel und den Anbau von Kakao erfahren möchten. Sie werden es definitiv nicht bereuen, da noch viele weitere Themen angesprochen werden, auf die ich aus Gründen der Spannung nicht weiter eingehen möchte.
Ich bedanke mich bei Dir, liebe Petra, für diese wunderbare Geschichte, da wird die verspätungsreichste Bahnfahrt zum Erlebnis und bei NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 22.07.2018

Myntha, Teil 4

Mord im Badehaus
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Der letzte Roman aus der Feder von Andrea Schacht. Mit sehr viel Wehmut habe ich diesen Roman gelesen und doch wollte ich ihn in vollen Zügen genießen, auch wenn bereits zu Beginn klar war, dass dieser ...

Der letzte Roman aus der Feder von Andrea Schacht. Mit sehr viel Wehmut habe ich diesen Roman gelesen und doch wollte ich ihn in vollen Zügen genießen, auch wenn bereits zu Beginn klar war, dass dieser Roman nicht alle offenen Fragen beantworten würde, denn eigentlich war ja noch ein fünfter Teil (wie bei Alysses und Almut) geplant.
Das Cover hat wiederum einen guten Erkennungswert für Fans der Reihe. Auch der Klappentext ist in altbekannter Weise gehalten und verspricht wieder einmal beste Unterhaltung. Auch in diesem Roman schafft es Andrea Schacht auf ihre einmalige und altbekannte Weise, das historische Köln wieder aufleben zu lassen. Es hat mir ganz großen Spaß gemacht wieder durch die Gassen zu laufen, vom Mühlheim nach Deutz überzusetzen. Neben Petra Schier fängt keine so gut das historische Köln ein wie Andrea Schacht. Diesmal gerät der Mordfall ein klein wenig aus dem Fokus, letztlich wird er natürlich aber trotzdem aufgeklärt. Dennoch sind es die Nebenschauplätze, die den Leser und die Leserin in den Bann ziehen. Besonders wird wohl der Ausflug nach Düsseldorf, zu der Zeit noch ein kleines Dorf, welches erst vor kurzem das Stadtrecht bekommen hat, im Gedächtnis bleiben, ebenso die Hochzeit von Mynthas Bruder und Bilke. Zudem geht das Werben um die Jungfer „Unholdin“ weiter und der Leser fragt sich, ob Mytha und ihr Rrrabenmeister endlich zueinander finden. Der Kriminalfall wird in altbekannter Weise von Mytha gelöst, wobei sie auch diesmal gerettet werden muss, um nicht dem Mörder auch ins Netz zu gehen. Der Schreibstil der Autorin ist auch diesmal locker und leicht, sodass man nur so durch die Seiten fliegt und der Roman wieder viel zu schnell zu Ende ist. Zudem werden in diesem Roman zwei „Geheimnisse“ von zwei Nebenfiguren aufgelöst und sie finden ihr privates Glück, welches man als eingefleischter Fan der Serie den beiden nur zu gerne gönnt. Vor allen Dingen Köln Fans und Fans der Reihe, kommen in diesem Roman auf ihre Kosten, zum Einstieg eignet sich dieser Roman weniger, da doch sehr viel „Vorwissen“ aus den vorherigen Romanen vorausgesetzt wird.
Für mich ist Andrea Schacht immer wieder „Entspannungslektüre“, denn sie schafft es in kürzester Zeit, dass man sich ganz dem Geschehen des Buches widmet und die Welt um einen herum vergisst. Ich bin sehr froh, dass ich die Reihe um Almut und ihre Tochter noch im Regal stehen hab, sodass dieses Buch definitiv nicht das letzte Buch von Andrea Schacht für mich persönlich ist.
Wiederum eine klare Leseempfehlung, vielleicht diesmal als Sommer-Urlaubslektüre?
Ich bedanke mich herzlich bei der Verlagsgruppe Random House und dem blanvalet Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.



Veröffentlicht am 22.07.2018

Eine zerisse Familie

Kranichland
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Anja Baumheier hat mich mit ihrem Romandebüt begeistert. Ein praller Roman voller Geschichte, Schicksale, Geheimnisse, Familientragödien sowie Freundschaft und Liebe.
Das Cover des Buches kommt ein wenige ...

Anja Baumheier hat mich mit ihrem Romandebüt begeistert. Ein praller Roman voller Geschichte, Schicksale, Geheimnisse, Familientragödien sowie Freundschaft und Liebe.
Das Cover des Buches kommt ein wenige „klassisch“ daher und zeigt zwei Frauen von hinten in Sommerkleidern an einem Wasser sitzen. Aufgrund der Kleidung kann man ausschließen, dass es sich um eine zeitgenössische Aufnahme handelt, sondern eher um die jüngere Vergangenheit. Die Sehnsucht der Beiden wird durch den Blick auf das Wasser aber gut deutlich. Wenn man dann den Klappentext liest, kann man sich denken, dass die beiden Frauen auf dem Cover die Groen-Schwester symbolisieren sollen. Der Klappentext verrät zwar schon einiges, aber er nimmt Gott sei Dank nicht zu viel Spannung, denn in diesem Roman steckt noch viel viel mehr.
Dieser Roman ist nicht nur ein Roman, sondern vor allen Dingen ein Zeugnis der Geschichte unseres Landes. Das Ende des zweiten Weltkrieges, der Wiederaufbau, die Teilung des Landes, der Mauerbau bis hin zur Wiedervereinigung, all das thematisiert Anja Baumheier in ihrem Roman Kranichland anhand des fiktiven Schicksals der Familie Groen. Diese Familie steht stellvertretend für so viele Familien, die durch schwere Zeiten gehen mussten und ein um das andere Mal um ihren Zusammenhalt kämpfen mussten. Die Zeichnung der Protagonisten ist gut, wenn auch meiner Meinung nach noch ein wenig ausbaufähig, denn ich hätte mir vor allen Dingen mehr charakterisierende Beschreibungen gewünscht, die Dialoge und die Handlungen haben aber die Personen recht gut greifbar gemacht. Insgesamt ist der Roman eher dialoglastig, Beschreibungen findet man eher selten. Die vielen raschen Dialoge tragen zu einem sehr hohen Tempo im Roman bei, manche Szenenwechsel sind sehr schnell und knackig. Wer als Fans von ausführlichen Beschreibungen ist, wird sich mit diesem Roman wahrscheinlich etwas schwer tun. Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was mir sehr gut gefällt Beide Zeitebenen sind absolut gleichwertig, was Spannung und Aufbau betrifft. „Damals“ und „Heute“ stehen in keiner Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich ganz wunderbar und geben nur zusammen ein rundes Bild der Geschichte ab.
Der Roman ist mit leichter Hand geschrieben. So findet man keine komplizierten Satzkonstrukte, sondern eine sehr angenehme eingängige Sprache, die auch zu dieser Zeit und vor allen Dingen zur gesellschaftlichen Schicht der Figuren passt. Zeit- und Ortsangaben helfen dem Leser bei der Orientierung im Roman, somit ist der Roman in großen Teilen gut nachvollziehbar dargestellt. Wobei ein gewisses Hintergrundwissen sicherlich nicht schadet, ich habe in einigen Passagen vieles nachlesen müssen, da ich einiges nicht selber miterlebt habe und es auch nicht in der Schule vermittelt wurde.
Ein wunderbarer Roman den ich sehr gerne empfehle. Sicherlich in erster Linie ein Frauenroman, da die Groen-Schwestern im Mittelpunkt stehen und Männer eher als Nebenfiguren auftreten. Vor allen Dingen ist dieser Roman aber ein Zeitzeugnisse und eine beeindruckende Familienstudie.
Ich bedanke mich sehr herzlich bei der Rowohlt Verlagsgruppe und Frau Kühne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und wünsche Anja Baumheier mit diesem Debüt noch viel Erfolg und freue mich schon sehr auf ein weiteres Buch dieser jungen Autorin.

Veröffentlicht am 30.06.2018

Die Vorgeschichte zu Robin Hood

Die Pranken des Löwen
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Es gibt Bücher, die hebt man sich auf, weil man den Genuss ein klein wenig herauszögern will, obwohl man eigentlich das Buch am liebsten in einem Atemzug inhalieren möchte. Die Bücher von Mac P. Lorne ...

Es gibt Bücher, die hebt man sich auf, weil man den Genuss ein klein wenig herauszögern will, obwohl man eigentlich das Buch am liebsten in einem Atemzug inhalieren möchte. Die Bücher von Mac P. Lorne haben mich bisher immer begeistert. „Der Pirat“ ist eines meiner Lieblingsbücher, so war für mich vollkommen klar, dass ich auch seine Robin Hood- Reihe, die er zeitlich vor seinen beiden anderen Romanen geschrieben hat, irgendwann lesen werde. Als dann das Angebot von Droemer-Knaur kam, habe ich natürlich sofort zugesagt. Und was soll ich sagen, auch diesmal enttäuscht der Autor seine Leserschar nicht.
Die Covergestaltung der gesamten Reihe finde ich wirklich sehr gelungen, ich mag diese „Weniger-ist-mehr-Cover“, zudem hat die Serie einen guten Wiedererkennungseffekt. Der Klappentext gibt einen guten Einblick, sodass der Leser von Beginn an weiß, dass erst einmal der Großvater von Robin Hood die zentrale Figur des Geschehens ist. Das Sprichwort „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ gilt auch für die Fitzrooths, so kann man schon im Großvater einiges erkennen, was wir an dem Enkel als Held so schätzen werden. Für mich waren drei Dinge bei diesem Roman gut umgesetzt, zum einen die Personenzeichnung. Ich mag es, wenn Figuren mehrere Facetten haben und wenn sie sich im Laufe des Geschehens weiterentwickeln. Dies ist dem Autor bei Robert, aber auch bei seiner späteren Frau sehr gut gelungen. Zum zweiten hat mich die Verflechtung von politischen, königlichen und kirchlichen Interessen in dem Roman begeistert. Die Ereignisse wirken nicht wie ein Schauplatz, der mit den handelnden Figuren nichts zu tun hat. Zudem finde ich die thematisierten Konflikte gut erklärt, sodass auch Leser ohne geschichtliches Vorwissen dem Roman folgen können. Zum Dritten konnte mich auch wieder der Schreibstil des Autors und der Aufbau des Romans begeistern. Mir wurde es zu keiner Zeit langweilig, so sehr nahm der Autor mich mit auf seine Reise. Einige Leser haben in ihren Rezensionen angemerkt, dass sie die vorausschauenden Kommentare des auktorialen Erzählers gestört haben. Meinen Lesespaß hat dies aber zu keiner Zeit gestört, ich habe es eher als eine Eigenheit des Autors angenommen, der mir noch mehr Lust auf die nächsten Seiten machen sollte.
Von daher kann ich nur eine absolute Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen aussprechen.
Ich bedanke mich noch einmal herzlich bei Frau Huttenloher und der Verlagsgruppe Droemer Knaur und freue mich schon auf den zweiten Teil der Saga.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Hervorragend!

Die Manufaktur der Düfte
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Sabine Weigands neues Buch trifft auf den ersten Blick den Hype der Zeit und bedient ebenfalls, wie viele andere Bücher, das Genre der Familiensagas. Auch das Cover ist entsprechend gestaltet: leicht, ...

Sabine Weigands neues Buch trifft auf den ersten Blick den Hype der Zeit und bedient ebenfalls, wie viele andere Bücher, das Genre der Familiensagas. Auch das Cover ist entsprechend gestaltet: leicht, sehnsuchtsvoll und edel. Ich habe das Buch in erster Linie wegen der Autorin lesen wollen und bin nicht enttäuscht worden. Auch wenn Sabine Weigands neuer Roman eine Zeit bedient, die in vielen Familiensagas thematisiert wird, so ist dieser Roman mitnichten nur ein Familienroman. Dieser Roman ist mehr; es geht um die Gründerzeit, es geht um die politischen Entwicklungen in Deutschland, es geht um die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft und noch um vieles mehr. Freunde und Fans des Familienromans mögen von diesem Roman enttäuscht sein, Fans von zeitgeschichtlichen Romanen werden diesen Roman wieder begeistert inhalieren.
Das Cover passt überhaupt nicht zum Roman, es gaukelt dem Leser etwas vor, was er nicht bekommt und wird vor allen Dingen die Männer abhalten zu diesem Roman zu greifen. Dabei ist dieses Buch definitiv kein Buch woran Männer nicht ihre Freude haben werden. Die agierenden Hauptpersonen sind die Männer, zwar kommen auch die Frauen zu Wort, aber zentrale Figur ist unbestritten Fritz Ribot. Herausheben möchte ich die umfassende Darstellung der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten in diesem Roman. Als Leser bekommen wir nicht nur einen Einblick in die Fabrikantenfamilie, sondern auch in die der Arbeiterfamilie, einen Blick auf die Sicht der Dienstboten oder des Gastwirtes. Wir werden Zeuge der Gründung des 1. FC Nürnberg und Reisen mit nach Amerika bzw. Russland. Durch diese vielen verschiedenen Schauplätze bekommen wir nicht nur einen umfassenden Einblick in die verschieden Schichten, sondern lernen auch unterschiedlichste Personen kennen. Die Figurenzeichnung von Sabine Weigand ist wieder sehr gut. Sie lässt ihre Figuren vor allen Dingen durch ihr Handeln sprechen, charakterisierende Beschreibungen findet man eher selten.
Wirklich hervorragend ist die Gestaltung und der Aufbau des Romans, die Geschichte wird nicht nur durch verschiedene Personen erzählt, sondern auch durch eine Vielzahl von Stilmitteln ergänzt, die die Autorin verwendet. So lesen wir nicht nur immer wieder von den Lebenserinnerungen des Fritz Ribot, sondern auch Tagebucheinträge, Briefe, Zeitungsartikel und indirekte Erzählungen. Ein wirklich meisterhaftes Potpourri, welches dem anspruchsvollen Leser Vergnügen bereitet. Insgesamt wird der Roman stringent chronologisch erzählt. Auch den Schreibstil der Autorin habe ich wieder als sehr angenehm empfunden. Innerhalb der Leserunde bei den Büchereulen konnten wir zusammen mit der Autorin noch zwei / drei kleine Fehler ausmerzen, die von dem ansonst guten Lektorat übersehen worden sind. Diese Fehler tragen aber in keinster Weise zum Unverständnis des Romans bei und fallen daher nicht ins Gewicht.
Ein ausführliches Nachwort, ein Personenverzeichnis und der Stammbaum der Familie Ribot runden den sehr guten Eindruck des Romans ab. Erwähnen möchte ich noch die Reklamebildchen in den Klappeninnenseiten, die noch einmal sehr gut das Flair der Zeit wiedergeben.
Für mich ist der neue Roman von Sabine Weigand wieder sehr gut und bekommt von mir eine absolute Kauf- und Leseempfehlung.
Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal bei meinen Mitleserinnen und Mitlesern bei Büchereule.de und Sabine Weigand für die Begleitung der Leserunde, sowie bei Fischer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ich freue mich jetzt schon wieder auf das neue Buch der Autorin, denn sie ist ein Garant für gute historische Unterhaltung.