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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2025

Dunkel, intensiv und voller Spannung

Terror at the Gates
1

Der Auftakt dieser Geschichte hat mich sofort gepackt – vor allem wegen Lilith. Sie bewegt sich durch eine gnadenlose Welt voller Machtstrukturen und religiöser Unterdrückung, in der Frauen klar benachteiligt ...

Der Auftakt dieser Geschichte hat mich sofort gepackt – vor allem wegen Lilith. Sie bewegt sich durch eine gnadenlose Welt voller Machtstrukturen und religiöser Unterdrückung, in der Frauen klar benachteiligt sind. Und trotzdem weigert sie sich, das Leben zu akzeptieren, das für sie vorgesehen wurde. Diese Mischung aus Trotz, Stärke und Verletzlichkeit macht sie für mich zu einer starken und interessanten Figur.

Auch das Setting hat mich beeindruckt: düster, rau und gleichzeitig faszinierend. Alles wirkt so intensiv und bedrückend, dass man direkt in die Geschichte hineingezogen wird.

Besonders ansprechend fand ich die Dynamik zwischen Lilith und Zahariev. Dieses ständige Wechselspiel aus Anziehung und Abstand, aus Macht und Verwundbarkeit, hat eine Spannung erzeugt, die weit über eine gewöhnliche Liebesgeschichte hinausgeht. Die kurzen Einblicke in Zaharievs Sicht am Ende jedes Kapitels haben mir beide Figuren noch nähergebracht und sie spürbarer, komplexer gemacht.

Im Laufe der Handlung zieht das Tempo spürbar an. Neue Figuren treten auf, die Beziehung zwischen Lilith und Zahariev wird intensiver, und es gibt einige überraschende Wendungen, die dafür sorgen, dass man das Buch kaum noch weglegen möchte. Auch wenn vieles – die Götter, das System, die größeren Zusammenhänge – noch im Dunkeln bleibt, macht genau das neugierig auf das, was noch kommt.

Alles in allem bietet dieser erste Band eine packende Mischung aus düsterem Fantasy-Setting, emotionaler Spannung, ungewöhnlicher Magie und Figuren, die einem wirklich unter die Haut gehen. Ein starker Start in die Reihe – und ich kann Band zwei kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Spannende Gegensätze, leichte Lektüre und viel knisternde Dynamik

When the Shadows whisper my Name
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Das Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Es ist leicht und angenehm zu lesen, bietet aber dennoch eine spannende und interessante Storyline. Die Spannung ist dabei so dosiert, dass man das Buch ...

Das Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Es ist leicht und angenehm zu lesen, bietet aber dennoch eine spannende und interessante Storyline. Die Spannung ist dabei so dosiert, dass man das Buch wunderbar nebenbei lesen kann, ohne dass es an Handlung oder Tiefe verliert. Mit seinen „nur“ 232 Seiten ist es zudem schnell gelesen, wirkt aber keinesfalls gehetzt oder oberflächlich.

Besonders gut haben mir die beiden Hauptfiguren gefallen: Mason und Alisha könnten gegensätzlicher kaum sein – Vampir und Werwolf. Gerade diese Gegensätzlichkeit sorgt für eine tolle Dynamik zwischen ihnen, viel Sarkasmus, unterschwellige Anspannung und herrlich bissige Dialoge. Ihre gezwungene Zusammenarbeit bringt nicht nur unerwartete Wendungen mit sich, sondern legt auch alte Wunden und Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit offen. Trotz all ihrer Unterschiede spürt man zunehmend, dass die beiden sich mehr zueinander hingezogen fühlen, als sie sich anfangs eingestehen wollen.

Auch die Handlung rund um die neuen Unruhen in Down Town fand ich gelungen. Das Miträtseln, wer dahintersteckt, hat Spaß gemacht und war abwechslungsreich gestaltet. Zwar hatte ich relativ schnell eine Vermutung – die sich am Ende tatsächlich bestätigt hat – aber trotzdem fand ich es spannend, den verschiedenen Spuren zu folgen und dabei immer wieder Neues über die Charaktere und die Welt aufzudecken.

Wie schon Band 1 ist auch dieser Teil eine angenehme, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch: mit tollen Charakteren, einer stimmigen Mischung aus Spannung, Sarkasmus und einer guten Portion Spice. Genau die Art von Buch, die man leicht weglesen kann und trotzdem gerne in Erinnerung behält.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Ein ungewöhnlicher Fantasy-Trip zwischen Tiefe, Humor und Einhorn-Absurdität

Forsaken
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Forsaken – Der letzte Schwur von Christian Hübner war für mich ein ungewöhnliches Leseerlebnis – und das in vielerlei Hinsicht. Als jemand, der vor allem Romantasy liest und eine ausgewogene Mischung aus ...

Forsaken – Der letzte Schwur von Christian Hübner war für mich ein ungewöhnliches Leseerlebnis – und das in vielerlei Hinsicht. Als jemand, der vor allem Romantasy liest und eine ausgewogene Mischung aus Gefühl, Tiefe, leichten humorvollen Momenten und einer Prise Spice bevorzugt, war dieses Buch für mich eine Art Ausflug in ein anderes Genre, aber mit einigen überraschenden Elementen.

Das Buch wird komplett aus der Sicht eines männlichen Protagonisten erzählt – für mich eher ungewohnt, da ich normalerweise weibliche Perspektiven bevorzuge oder zumindest einen Perspektivwechsel habe. Trotzdem hat mich Croa als Figur zunächst positiv überrascht: Seine Schuld, sein innerer Konflikt, seine verlorene Liebe und die düstere Grundstimmung der Welt verleihen ihm eine gewisse emotionale Tiefe, die mich abgeholt hat. Die Atmosphäre ist ernst, manchmal melancholisch, manchmal brutal – und dann kommt plötzlich dieses sprechende, trinkfreudige Einhorn ins Spiel.

Allein die Playlist und die ersten Kommentare des Einhorns haben mich tatsächlich laut lachen lassen. Ich habe mich wirklich kurz gefragt: Was genau lese ich hier eigentlich? Dieser Humor ist einzigartig, völlig unerwartet und macht das Buch definitiv besonders – aber er ist auch ein Punkt, der polarisiert. Denn gerade wenn die Story tief, ernst oder emotional wird, bricht der Humor sie teils abrupt wieder auf. Für Leser:innen, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ernsthaftigkeit und Witz mögen, kann das funktionieren – für mich war es manchmal eine Spur zu viel, zu präsent und zu sehr im Mittelpunkt.

Und genau da kam ich an den Punkt, an dem das Buch mich etwas verloren hat.
Ich mag Geschichten, die spürbare Tiefe in Figuren und Handlung, emotionale Entwicklungen, Spannung, Wendungen und ein bisschen Miträtseln bieten. Forsaken hat dafür definitiv Ansätze – Intrigen, Geheimnisse, eine komplexe Vorgeschichte und eine bedrohte Welt. Doch Teile der Handlung wirken sich wiederholend, und manche Figuren bleiben für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich. Auch der romantische Aspekt, der für mich ein wichtiges Element beim Lesen ist, spielt hier nur eine sehr kleine Rolle und bleibt im Hintergrund.

Wenn man vor allem den Abenteuer-Aspekt, Kämpfe, Humor und eine eher klassische High-Fantasy-Erzählung sucht, dann liefert Forsaken genau das. Für mich persönlich, mit meinem Wunsch nach emotionalen Band, einer spürbaren Liebesentwicklung, Charaktertiefe und einem guten Gleichgewicht zwischen ernsten Momenten und Humor, war es nicht ganz die perfekte Mischung.

Mein Fazit:
Forsaken ist originell, mutig und definitiv anders. Das Einhorn allein macht es zu einem Buch, das man so schnell nicht vergisst. Doch für mich persönlich, mit meinen Romantasy-Erwartungen und dem Wunsch nach mehr emotionaler Tiefe und weniger Schwerpunkt auf reinen Humor- und Actionmomenten, war es nicht ganz das Passende.

Deshalb vergebe ich am Ende 3 von 5 Sternen – nicht schlecht, aber für mich nicht die optimale Kombination aus Humor, Gefühl und Tiefe.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

ein fesselnder Auftakt voller Herz und Spannung

Heir of Illusion
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Heir of Illusion hat mich von der ersten Seite an gepackt. Madeline Taylors Schreibstil ist angenehm, fließend und schafft es, die Geschichte trotz der düsteren Elemente leicht lesbar zu machen. Besonders ...

Heir of Illusion hat mich von der ersten Seite an gepackt. Madeline Taylors Schreibstil ist angenehm, fließend und schafft es, die Geschichte trotz der düsteren Elemente leicht lesbar zu machen. Besonders gelungen ist die Perspektive: Wir erleben alles durch die Augen von Ivy, was sie unglaublich nahbar wirken lässt. Durch die klare, direkte Sprache wird sie zu einer Protagonistin, deren Gefühlswelt und innere Konflikte man intensiv miterlebt.

Ivy selbst ist eine taffe, selbstbewusste und clevere Heldin, die mit ihren faszinierenden magischen Fähigkeiten beeindruckt – auch wenn diese Fähigkeiten im Dienst von König Baylor stehen, der sie skrupellos für seine eigenen Pläne ausnutzt. Gerade dieser Punkt verstärkt Ivys innere Zerrissenheit. Ihre Vergangenheit und ihre Rolle als Phantom des Königs haben Spuren hinterlassen, und immer wieder zeigt sie verletzliche Momente. Doch genau diese machen sie nicht schwach, sondern stark. Ivy zerbricht nicht, selbst wenn sich die Welt gegen sie stellt, und gerade diese Mischung aus Stärke, Humor, Pflichtgefühl und innerem Schmerz macht sie zu einer außergewöhnlichen Figur.

Die Handlung startet direkt spannend und zieht den Leser sofort in ihren Bann. Zwar gibt es zwischendurch ruhigere Passagen, in denen viel ermittelt und nach Hinweisen gesucht wird, doch insgesamt schreitet die Geschichte stetig voran. Mehrere Probleme und lose Puzzleteile werden im Verlauf aufgebaut, bis sie sich gegen Ende endlich zu einem größeren Bild zusammenfügen – und das macht den Spannungsbogen besonders intensiv.

Ein großes Highlight ist die Dynamik zwischen Ivy und Thorne. Ihre Beziehung ist geprägt von Sarkasmus, knisternder Anziehung und zahlreichen Geheimnissen. Genau diese Mischung macht ihr Zusammenspiel unglaublich unterhaltsam, fesselnd und schlicht liebenswert. Es war ein Genuss, mitzuerleben, wie die beiden wider Willen einander näherkommen, wie sie gegenseitig ihre Masken ablegen und sich Seiten voneinander zeigen, die sonst niemand zu sehen bekommt. Beide durchlaufen eine tolle Entwicklung, unterstützt von starken Nebencharakteren und einigen unerwarteten Wendungen, die die Geschichte noch lebendiger machen.

Und dann dieses Ende! Der Cliffhanger hat mich vollkommen leer zurückgelassen – im besten Sinne. Ich brauche Band 2. Sofort.

Fazit: Heir of Illusion ist packend, emotional, voller Magie, Spannung und Charaktertiefe. Eine klare Empfehlung für alle, die starke Heldinnen, komplexe Beziehungen und einen Hauch Dunkelheit lieben.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Eine leuchtende Heldin in düsteren Zeiten

House of Blight
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House of Blight entführt in eine düstere, mehrschichtige Welt, in der Not, Krankheit und Geheimnisse den Alltag bestimmen. Im Zentrum steht Edira, eine junge Frau, die mit Heilkräutern den Lebensunterhalt ...


House of Blight entführt in eine düstere, mehrschichtige Welt, in der Not, Krankheit und Geheimnisse den Alltag bestimmen. Im Zentrum steht Edira, eine junge Frau, die mit Heilkräutern den Lebensunterhalt ihrer Familie sichert, während ihre Brüder in den Minen schuften. Der Schatten der Seuche, der bereits ihre Eltern das Leben gekostet hat, liegt schwer über allem – und als auch ihre Brüder erkranken, setzt Edira alles aufs Spiel. Der Deal mit Orin, dem undurchsichtigen Oberhaupt der Evers, scheint ihre einzige Chance. Doch kaum auf dessen Anwesen angekommen, merkt sie, dass niemand ist, wer er zu sein scheint.
Der Schreibstil ist fesselnd und atmosphärisch; die Autorin versteht es, eine Welt zu erschaffen, die rau, bedrückend und zugleich faszinierend ist. Das Worldbuilding ist detailliert und beeindruckend, jede Schicht der Welt wirkt durchdacht und lebendig – wenn auch alles andere als schön. Besonders Edira überzeugt als Protagonistin: stark, clever, unbeugsam und bereit, jedes Opfer für ihre Brüder zu bringen. Inmitten feindseliger Evers wirkt fast nur Orin wie ein Verbündeter – doch selbst hier bleibt man ständig unsicher, wem Edira überhaupt trauen kann.
Die Handlung hält mehrere Wendungen bereit. Einige lassen sich erahnen, andere treffen einen völlig unvorbereitet und werfen die Geschichte in ein neues Licht. Jeder trägt Geheimnisse mit sich, Masken fallen nie ganz, und Edira steht im Zentrum eines Netzes aus Intrigen und unausgesprochenen Wahrheiten. Erst gegen Ende beginnen die Puzzleteile sich langsam zu einem Gesamtbild zu fügen, was die Spannung bis zum Schluss hochhält.
Einziger Kritikpunkt: Manche Passagen wirken sehr erzählerisch und ausführlich beschrieben. Das detailreiche Worldbuilding ist beeindruckend, kann aber gelegentlich den Lesefluss bremsen – bei mir führten diese Stellen dazu, dass ich Abschnitte überflogen habe, um schneller zum nächsten Dialog zu gelangen.
Trotzdem: House of Blight ist ein düsterer, ungeschönter und stellenweise brutaler Roman, der durch Atmosphäre, überraschende Wendungen und eine starke Protagonistin überzeugt. Eine faszinierende Geschichte, die einen nicht so schnell loslässt.

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