And Now for Something Completely Different
ErebusSir Michael Palin war nicht nur Mitglied von Monty Python, sondern auch Präsident der Royal Geographical Society in London und hat zahlreiche Dokumentationen gedreht und Bücher veröffentlicht. Das vorliegende ...
Sir Michael Palin war nicht nur Mitglied von Monty Python, sondern auch Präsident der Royal Geographical Society in London und hat zahlreiche Dokumentationen gedreht und Bücher veröffentlicht. Das vorliegende erzählt die Geschichte der HMS Erebus, die während der sogenannten Franklin-Expedition, die 1845 in See stach, um die Nordwestpassage zu entdecken, verschwand. Das Buch handelt jedoch nicht nur reißerisch von dieser verhängnisvollen Fahrt in die Arktis, sondern widmet sich detailreich und hoch interessant allen Fahrten des Segelschiffes und seiner Besatzung. Das 1826 vom Stapel gelaufene Schiff unternahm unter dem Kommando von James Clark Ross bereits von 1839 bis 1843 drei Fahrten innerhalb einer Antarktisexpedition, gemeinsam mit dem Schwesterschiff Terror, das ebenso Teil der Franklin-Expedition war und verschwand.
Ohne Zweifel ist dies ein Sachbuch, das sicherlich nicht für jede und jeden interessant ist, aber es ist unterhaltsam und einfühlsam geschrieben. Die vielen Sachverhalte, Namen und Details wurden kenntnisreich zusammengetragen und vermitteln ein Bild der Strapazen, denen die Männer während aller Fahrten ausgesetzt waren. Es wird aber auch auf die Erfolge der ersten Expeditionsfahrten eingegangen, auf die Erkundung neuer Küsten, die verbesserte Seekarten zur Folge hatte, sowie die Vielfalt der Flora und Fauna, die von den Botanikern an Bord der Segelschiffe dokumentiert wurde. Palin verliert sich nicht in Phantasien und Spekulationen, sondern bleibt bei den überlieferten Zeugnissen und den bisherigen Kenntnissen und Forschungsergebnissen. Er hat sich zudem selbst auf den Weg gemacht und viele Stationen, die die Erebus und ihre Mannschaft angelaufen haben, besucht. Noch heute sind Spuren erhalten, so z. B. die Überreste einer Versorgungsstation, die von einer der Rettungsmannschaften 1850 errichtet wurde. Erst 2014 wurden das Wrack der Erebus und zwei Jahre später das der Terror entdeckt. Viele Fragen sind immer noch unbeantwortet und werden es vielleicht auch bleiben.
Das Buch wird durch zahlreiche zeitgenössische Zeichnungen, Fotos, Landkarten und eine Zeittafel sehr bereichert, es gibt außerdem ein hilfreiches Personen- und Sachregister.
Bei allem Drama, das sich damals abgespielt hat, hat es mir dennoch großen Spaß gemacht, die Erebus und ihre Mannschaft auf den Fahrten zu begleiten und so viel über die Menschen, das Schiff und das Leben an Bord auf über 400 informativen Seiten zu erfahren.