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Erdbaerchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2026

Für alle Dinofans

101 Dinos und alles, was du über sie wissen musst!
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Wir waren zu einer Dino Geburtstagsparty eingeladen und da wollte ich natürlich auch ein passendes Geschenk mitbringen. Das Buch hat mich vom Cover gleich total angesprochen. Es ist so süß gezeichnet und ...

Wir waren zu einer Dino Geburtstagsparty eingeladen und da wollte ich natürlich auch ein passendes Geschenk mitbringen. Das Buch hat mich vom Cover gleich total angesprochen. Es ist so süß gezeichnet und farbenfroh, genau richtig für Kinder.
Zuerst dachte ich, hach, ist ein Buch nicht etwas einfallslos, aber nein es kam echt gut an.
Nicht nur, dass die Kinder viel zu entdecken haben, weil die Illustrationen wirklich Spaß machen. Die Seiten sind wie kleine Wimmelbilder gestaltet und die Dinos wurden quasi in unsere Zeit eingebaut. Wenn man die Geschichte liest, dann merkt man auch, warum das so ist. Es werden nämlich Vergleiche zu heute gezogen, wie zb dass die Dinos früher ja keinen Kühlschrank hatten, sondern ihr Essen selbst finden mussten.
Und wusstet ihr, dass man Koprolithen, den versteinerten Kot der Dinos, in manchen Museen ansehen kann? Außerdem kann man dadurch erfahren, was die Dinos gegessen haben.
Die Sprache ist total kindgerecht. Es wird alles wirklich super erklärt, sodass Kinder sich auch was darunter vorstellen können, zb dass ein großes Dino Ei vergleichbar mit einem Luftballon ist, oder der T-Rex so hoch wie sechs aufeinander gestapelte Kinder.
Natürlich wird auch erklärt, warum es heute keine Dinos mehr gibt, wobei das ja gar nicht so ganz stimmt. Denn die Nachfahren der Dinos sind unsere Vögel. Diese Verbindung fand ich wieder total schön für die Kids. Denn da bleibt die Enttäuschung, dass keine Dinos mehr auf der Erde leben nicht ganz so groß. Sehen unsere Kinder jeden Tag einen kleinen Vogel, sehen sie quasi einen kleinen Dino. Was für eine wunderbare Vorstellung. Und unsere Kinder freuen sich daran.
Ein bisschen schade fand ich, dass nicht näher auf einzelne Dinos eingegangen wurde. Da hätte man sich vielleicht noch zwei, drei rauspicken können.
Ansonsten ist es ein wirklich schönes Kinderbuch, das gut bei kleinen Dino-Fans ankommt.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Leider enttäuschend

Giftiger Grund
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"Wenn du eine Leiche verschwinden lassen willst, versteck sie in den letzten Sekunden eines uninteressanten Reels. Niemand wird sie finden."

Drei Personen machen sich jede Nacht auf den Weg zu einer verlassenen ...

"Wenn du eine Leiche verschwinden lassen willst, versteck sie in den letzten Sekunden eines uninteressanten Reels. Niemand wird sie finden."

Drei Personen machen sich jede Nacht auf den Weg zu einer verlassenen Tankstelle.
Charu, Joran und Edda.
Doch was genau treibt sie dorthin?

Anfangs war ich total begeistert von dem Buch. Der Schreibstil war anders, kurz, prägnant. Ich mochte ihn sehr gerne, war er doch mal was anderes und sticht aus der Masse heraus.
Auch den versteckten Humor fand ich sehr erfrischend.
Die Charaktere fand ich zu Beginn ebenso noch sehr interessant und spannend. Doch etwa nach der Hälfte des Buches wurde mir alles zu abstrus. Reichte es nicht, wenn einer der drei ein schweres Leben hat? Nein, der Autor musste jedem der drei eine Last auf die Schultern legen. Das war mir ehrlich gesagt zu viel.
Außerdem lernt man keinen der beiden besonders gut kennen. Somit fand ich keinen richtigen Draht zu ihnen. Einzig Edda tat mir unheimlich leid und ich wünschte mir sehr für sie, dass die Geschichte gut ausgeht. Aber da kommen wohl meine Muttergefühle ins Spiel.
Charus Schwester und Jorans Vater konnte ich überhaupt nicht ausstehen. Keiner der drei Protagonisten hatte eine intakte Beziehung. Das ist doch auch nicht normal.
So, und dann kam das Ende. Für mich war es definitiv extrem unrealistisch. Keiner kann mir erzählen, dass man, wenn man zuvor auf trockenem, staubigem, erdigem Boden unterwegs war, keine Fußspuren hinterlässt, wenn man auf Textil tritt, das nachgibt. (Das hört sich jetzt wahrscheinlich komisch an, aber ich versuche das Ende spoilerfrei zu kommentieren.)
Außerdem kann man sehr wohl feststellen WANN jemand gestorben ist, weshalb Jorans Angst, was seinen Freund betrifft, für mich absolut unbegründet ist, da er ja zu diesem Zeitpunkt noch im Gefängnis war. Das hat er ja selbst gesagt.
UND man kann auch feststellen, ob Verletzungen VOR oder NACH dem Tod zugefügt wurden. So dumm ist die Polizei nicht, dass sie diese Inszenierung einfach so hinnimmt, weswegen das Ende für mich leider total lächerlich war.
Zu guter letzt habe ich auch noch etliche Stunden vor mich hingegrübelt, was der Titel zu bedeuten hat. Ohne die Sätze im inneren des Buches wäre er für mich absolut passend. Dann hätte ich nämlich die Tankstelle darauf zurückgeführt. Das Benzin ist ja im Boden. "Giftiger Grund".
Liest man allerdings, was auf der Innenseite steht, wird man stutzig. Denn da steht:
"Es gibt einen Grund, warum ein zehnjähriges Mädchen Nacht für Nacht zu einer verlassenen Tankstelle flieht.
Es gibt einen Grund, warum eine Frau sie dabei fotografiert.
Es gibt einen Grund, warum ein Mann dort auf beide wartet.
Einen guten? Oder einen giftigen?"
Es gibt also eine Antwort auf die Frage nach dem Warum? Die müsste ja dann dem Titel nach "giftig" sein. Ist sie aber nicht. Oder habe ich hier etwas übersehen????

Fazit: Herausstechender Schreibstil, Spannung war auch da, nur leider war mir die Handlung alles in allem zu weit hergeholt.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Ein echter Pageturner

Das Signal
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Viola wacht im Krankenhaus auf. Sie hat ihr linkes Bein verloren. Doch an den Unfall selbst kann sie sich nicht mehr erinnern.
Zum Glück hat sie ihren Mann, der sie liebevoll umsorgt und sich um ALLES ...

Viola wacht im Krankenhaus auf. Sie hat ihr linkes Bein verloren. Doch an den Unfall selbst kann sie sich nicht mehr erinnern.
Zum Glück hat sie ihren Mann, der sie liebevoll umsorgt und sich um ALLES kümmert. Viola darf bald schon nicht einmal unerlaubt das Bett verlassen. Da hat sie natürlich auch viiiiiel Zeit zum Nachdenken. Und irgendwie findet sie es mehr als nur merkwürdig, dass ihr Mann plötzlich so überfürsorglich ist...

Ein Buch, das es ab Seite 1 in Sich hat. Es ist an Spannung kaum zu überbieten, sodass es mir richtig, richtig schwer fiel, es aus der Hand zu legen.
Die 400 Seiten haben mir wunderbare Lesestunden beschert, die dank der kleineren Schriftgröße auch nicht sofort nach 2 Stunden vorbei waren.
Was habe ich mit Viola mitgefiebert. Schon zu Beginn bekommt man als Leser den Eindruck, dass mit ihrem Unfall, und vor allem ihrem Mann, etwas nicht stimmt. Woher Viola diesen Verdacht nimmt, erfährt man gar nicht so wirklich. Wahrscheinlich hat sie einfach einen ausgeprägten Instinkt.
Seite über Seite rechnete ich mit dem schlimmsten. Mir kamen allerdings auch einige Situationen etwas komisch vor. Wieso Viola zb ihre Freundinnen nicht in ihren Verdacht einweiht oder zumindest ihre Schwester. Des öfteren habe ich mich auch gefragt, wieso sie ihre Schwester nicht einlädt und sie die Sache gemeinsam in die Hand nehmen. Generell war mir der Kontakt zu den dreien zu wenig.
Doch was wäre ein guter Thriller, wenn man als Leser alles vorhersieht bzw die Personen so handeln, wie man sich das selbst wünscht? Weniger interessant, sag ich mal.
Es gibt ein paar Twists, die mich tatsächlich überrascht haben.
Benno war ebenso ein super gewählter Charakter. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem eine Person mit Down-Syndrom vorkommt, habe mich in Benno aber sofort verliebt. Seine Einzigartigkeit wurde sehr gut dargestellt.
So auch mit welchen Hindernissen Viola mit nur einem Bein zu kämpfen hat.
Auf die Auflösung am Ende wäre ich auch nie gekommen, war allerdings schlüssig.
Da möchte ich die Autorin auch nochmal ganz toll loben ohne zu spoilern: Sie hat dieses eine Thema (woher Viola ihr Geld hat) so gut erklärt. Ich hatte davon ja überhaupt keine Ahnung, aber in dem Buch war es super einfach zu verstehen. Mein Mann meinte auch noch, dass das Ganze auch wirklich so stattgefunden hat, also auch noch richtig realistisch ist.
Ein weiterer Punkt, bei dem ich ehrlicherweise ein bisschen enttäuscht war, war die Darstellung der Umgebung. Als Leser weiß man nicht wirklich wo Viola wohnt. Wenn man sich etwas auskennt, kann man sich das allerdings ungefähr vorstellen.
50% der Handlung spielt in ersten Wiener Gemeinde Bezirk, der Wiener Innenstadt. Ich habe jahrelang dort gearbeitet, ich kenne diesen Bezirk also wirklich, wirklich gut und ich liebe ihn einfach. Als ich das Buch aufgeschlagen und die Standorte dort gesehen habe, habe ich mich total darauf gefreut. Nur leider bleibt die nähere Beschreibung einfach aus. Dafür werden ein paar gute Lokale genannt. (Der 1. Bezirk hat hier einiges zu bieten und man merkt, auch die Autorin kennt sich in diesem Bereich gut aus.) Einige kannte ich noch gar nicht und ich habe meinen Mann gleich dazu verdonnert, das nächste Mal in seiner Mittagspause in eines von den mir auserwählten essen zu gehen, hihi.
Was mir auch besonders gut gefallen hat, war Violas Playlist. Normalerweise nerven mich Playlists am Anfang des Buches. Hier hätte ich mir zum ersten Mal eine gewünscht, weil Viola zu 100% meinen Musikgeschmack getroffen hat.
Ich denke wir zwei wären ziemlich gute Freunde geworden. Sie hätte sich auf mich verlassen können, aber wahrscheinlich wäre sie mir gegenüber genauso misstrauisch gewesen.
Auf jeden Fall ist sie eine absolute Power-Frau. Genau von solche Charakteren möchte ich lesen.

Fazit: Ein rundum perfekter, qualitativ hochwertiger Thriller. Hier hat einfach alles gepasst: Spannung, Länge, Twists, Playlist, Location und die Auflösung war stimmig.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Bewegende Themen, schwache Charaktere

Der Glanz vergangener Tage
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Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs heiratet Grace den aus einer wohlhabenden Familie stammenden Charles Bennett. Obwohl Grace den Standesunterschied der beiden deutlich zu spüren bekommt, ist dies für sie ...

Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs heiratet Grace den aus einer wohlhabenden Familie stammenden Charles Bennett. Obwohl Grace den Standesunterschied der beiden deutlich zu spüren bekommt, ist dies für sie kein Hindernis. Sie hält zu ihrem Mann.
Doch schon bald merkt sie, dass dieser sich in ihrer Ehe als ein ganz anderer entwickelt, als sie kennen gelernt hat.
Dann muss er, wie all die anderen Männer, in den Krieg ziehen. Grace hat zum ersten Mal endlich die Freiheit über ihr Leben selbst zu entscheiden. Als der Krieg nach 5 endlosen Jahren endlich vorbei ist und Charles wieder zu ihr nach Hause kommt, wird ihr Leben damit auf den Kopf gestellt.

Dieses Buch schneidet so viele Themen an, die die Rädchen im Gehirn ankurbeln. Man liest dieses Buch nicht einfach nur, sondern spinnt die Gedanken viel weiter. Wie es den Frauen früher ergangen ist und wie es im Gegensatz heute dazu ist.
Schon zu Beginn musste ich einmal schmunzeln, als Grace komisch angesehen wurde, als sie sagte, sie wolle arbeiten gehen. Reiche Frauen gehen doch nicht arbeiten!
Heutzutage wird man komisch angeschaut, wenn man sagt, man bleibt bei seinen Kindern zu Hause.
Ein großes Thema in diesem Buch ist natürlich auch die Emanzipation. Die Männer waren nicht zu Hause, die Frauen MUSSTEN sich um alles kümmern. Und klar, sie sahen so auch, was es bedeutet, wenn man auf eigenen Beinen stand.
Da hat mich Grace ehrlich gesagt schon ziemlich oft verärgert. Im Krieg war sie so eine starke Persönlichkeit. Aber kaum ist ihr Mann wieder bei ihr, steckt sie den Kopf in den Sand und macht alles, was er will. Ich fand das wirklich schlimm, vor allem nach einer Szene, die der von Robert so ähnlich war. Sie hat sie einfach verdrängt.
Das passte einfach nicht zusammen für mich. Ja klar hatte man als Frau vielleicht nicht immer viel zu melden aber solch eine Unterdrückung? Meine Oma hätte das NICHT mit sich machen lassen.
Was mich auch total gestört hat, war ihre Naivität. Einerseits wird Grace als kluge Frau dargestellt, auf der anderen Seite ist sie unglaublich naiv. Widerspricht sich meiner Meinung nach.
Was mit Robert und Florence los ist, war mir gleich am Anfang klar. Da hat Grace aber partout die Augen davor geschlossen. Nicht einmal Cliffoord hat sie geglaubt. Es muss doch einem schon komisch vorkommen, wenn ein Mann eine Frau 2x auf den Mund küsst. Also bitte..... ist sie klug oder dumm? Konnte sich die Autorin nicht entscheiden, welche Charakterzüge sie Grace geben sollte?
Bei den Männern hatte ich das Gefühl die verstellen sich alle. Sowohl Charles als auch Ben waren ja plötzlich ganz anders in ihrer Beziehung zu Grace. Richtig besitzergreifend. Das kann man auch nicht durch Kriegstraumata entschuldigen und fand ich auch eher unpassend. Zudem ja Robert noch ein Extrem drauf setzte und Jack eine Zeit lang auch unausstehlich war. Wobei man seine Situation wohl noch am ehesten versteht.
Einzig Clifford war nett zu den Damen. Es kann ja nicht sein, dass es nur toxische Männer gibt?? Sehr fragwürdig.
Die Handlung war für mich leider eher zäh. Es wurden zwar Samen der Spannung gesät, doch kaum begannen diese zu keimen, wurden sie sogleich wieder erstickt.
Des öfteren hatte ich das Gefühl, endlich geht es jetzt richtig los. Dann gab es einen Cut, der erst einige Seiten später wieder kurz aufgenommen wurde, indem man ihn in zwei, drei Sätzen abhandelte. Man hätte da so viel Spannung reinbringen können. Aber nein. Im Gegenteil. Es wurde sich vielmehr mit unnötigen Szenen aufgehalten.
Und ein Fehler, der mir aufgefallen war:
"Der Muttermund hat sich erst dreizehn Zentimeter geöffnet." Die Geburt wird noch ewig dauern. Meinte die Autorin hier vielleicht 3cm? So viel ich weiß kann sich der Muttermund "nur" 10cm öffnen.
Leider wurden die Entscheidungen den Frauen auch einfach abgenommen. Sie konnten nie zeigen, dass sie doch charakterstarke Persönlichkeiten sind, weswegen mich das Buch mehr geärgert als unterhalten hat. Schade, ich habe mir wirklich viel hiervon versprochen.

Fazit: Naive, schwache Frauen, besitzergreifende Männer und eine nichtssagende Handlung.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Absolut empfehlenswert

Altes Leid
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Kurz nach Kriegsende beschließt Ida zur Polizei zu gehen. Ihre zukünftige Dienststelle ist die Davidwache in Hamburg. Zu dieser Zeit sind die männlichen Kollegen wenig angetan von der weiblichen Unterstützung, ...

Kurz nach Kriegsende beschließt Ida zur Polizei zu gehen. Ihre zukünftige Dienststelle ist die Davidwache in Hamburg. Zu dieser Zeit sind die männlichen Kollegen wenig angetan von der weiblichen Unterstützung, deshalb muss sich Ida mit einem Büro im feuchten Keller zufrieden geben. Nicht einmal Papier bekommt sie zur Verfügung gestellt. Doch das hindert Ida nicht daran einer Spur nachzugehen, die ihrer Meinung nach äußerst verdächtig erscheint. Vermehrt werden Frauen bestohlen. Doch damit nicht genug, denn diese Frauen gestehen ihr bald, dass sie auch Opfer einer Vergewaltigung wurden. Und dann stößt Ida auch noch auf eine Leiche...

Ich muss gestehen, der Anfang war schon ein wenig zäh. Allerdings nicht der Handlung wegen, sondern wegen dem Schreibstil. Er wirkte etwas kühl und distanziert. Wenn man aber erst einmal hinein gefunden hat, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Die Zeit nach dem Krieg war wirklich super beschrieben. Als Leser taucht man direkt ab in eine Welt voller Hunger und Leid. Man spürt die Düsternis am eigenen Körper, ich konnte sogar den Mief oder Leichengeruch riechen. Es war fast wie in einem 4D-Kino.
Außerdem wurde mit Ida ein Charakter geschaffen, der für viele Frauen ein Vorbild symbolisiert. Als einer der ersten Polizistinnen, muss sie sich in einer von Männern dominierten Welt durchsetzen.
Hier habe ich auch tatsächlich mal nachgeforscht, ob es stimmt, dass 1947 Frauen zur Polizei durften. In Österreich hinkten wir hier gewaltig hinterher. So viel ich weiß, kamen die ersten Frauen erst in den 90ern zur Polizei. Doch, die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht, denn bereits 1927 wurde die erste weibliche Kriminalpolizei in Hamburg gegründet.
Aber zurück zu Ida, die oft nicht ernst genommen oder für ihr Verhalten gerügt wird. Doch das hält sie zu keiner Zeit auf. Viel zu stark ist ihr Sinn nach Gerechtigkeit, sich für die Frauen einzusetzen, deren zu unrecht Leid angetan wurde.
Was für eine starke Persönlichkeit in einer Welt, in der Gleichberechtigung ein Fremdwort ist. In einer Welt, in der Frauen nicht nur zeigen müssen, dass sie GENAUSO gut sind, wie ihre männlichen Kollegen, sondern BESSER.
Dieses Buch war nicht nur besonders spannend, es war zudem auch besonders emotional. Es werden nicht nur Themen, wie Frauenfeindlichkeit aufgegriffen, hier geht es um Menschen, denen alles genommen wurde, die Hunger leiden müssen. Kinder, die missbraucht werden. Frauen, die vergewaltigt werden und als Lügnerin abgestempelt werden.
Allzu viel darüber nachdenken, darf ich nicht. Solche Themen nehmen mich immer zu sehr mit.

Fazit: Über mir hängt noch immer eine dunkelgraue Wolke, die erst einmal verschwinden muss. Danach möchte ich aber gerne mehr von Ida Rabe lesen.

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