Profilbild von Erdhaftig

Erdhaftig

Lesejury Star
offline

Erdhaftig ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Erdhaftig über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2024

Lebensweisen in Wien und Portugal

Die Sehnsucht, die bleibt
0

Reni ist 10 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Wien. Sie hat Probleme mit ihrer Lunge, die Wohnung ist im Winterhalbjahr immer zu kalt und sie kommt zu kurz beim Essen. Ihr älterer Bruder nimmt ihr ...

Reni ist 10 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Wien. Sie hat Probleme mit ihrer Lunge, die Wohnung ist im Winterhalbjahr immer zu kalt und sie kommt zu kurz beim Essen. Ihr älterer Bruder nimmt ihr häufig das Essen weg, wenn die Tante nicht aufpasst. Und ihre Mutter ist manipulativ und krank (beziehungsweise faul, das merkt man später sehr klar). Reni hat Glück, denn die Caritas schickt sie mit anderen Kindern für ein Jahr nach Portugal. Dort geht es ihr gut, sie lernt portugiesisch, liebt die Pflegefamilie und das dortige Lebensgefühl.

Die Geschichte wird aus Renis Sicht erzählt und man erlebt sie hautnah gefühlt mit. Man fiebert mit ihr mit und erlebt die sehr unterschiedlichen Verhältnisse und Lebensweisen in Wien und Lissabon mit. Anfang der 1950-er Jahre verschickte die Caritas Wiener Kinder nach Lissabon zum Aufpäppeln. Es war eine spezielle Kooperation und offenbar sind einige Kinder dort auch adoptiert worden. Sehr spannend und interessant davon zu lesen. Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

Sehr eindringlich

Die Verknöpften
0

Leon lebt 1938 bei seiner Oma in Bochum und wird auf seinem Weg zur Schule von einem Hitlerjungen angegriffen. Minna ist schon weg und nur Lieselotte ist Zeugin. Alle drei gehen auf die jüdische Schule. ...

Leon lebt 1938 bei seiner Oma in Bochum und wird auf seinem Weg zur Schule von einem Hitlerjungen angegriffen. Minna ist schon weg und nur Lieselotte ist Zeugin. Alle drei gehen auf die jüdische Schule. Ihre Lehrerin Fräulein Hirschberg hat tatsächlich gelebt. Es geht um ihr Schicksal und das Überleben der Kinder.

Die Lehrerin ist gütig und streng, sie will, dass die Kinder ordentlich lernen und setzt sich für sie ein. Die drei Freunde spielen gerne mit Knöpfen, auch, weil Lieselottes Eltern einen Stoffladen haben. Als die Progromnacht kommt, erlebt man sie lesend quasi hautnah mit. Obwohl es verboten ist, treffen die drei sich danach immer noch mit Hildegard. Anhand der Kinder erlebt man die Jahre bis 1942 förmlich mit. Man fiebert mit ihnen und weiß, dass damals viel Unrechtes geschah.
1942 ist nochmal besonders, weil es Fräulein Hirschberg nach Riga verschlägt. Sie kommt nie mehr zurück. Zusammen mit ihr sind viele Kinder, Eltern und Großeltern verloren.
Andrea Behnke erzählt sehr anschaulich, so, dass sich auch Kinder sehr vieles (Un-) Vorstellbare vorstellen können. Es ist für Leute ab 10 Jahren geschrieben und wunderbar illustriert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

na ja

Winter Academy. Die Erbin des Mondsteins
0

Mina lebt wie ihre Kommilitonen in einer Welt aus Eis und Schnee, sie ist minder magisch begabt und lernt ihre Magie zu kontrollieren in einem kleinen, englischen Dorf. Ein hochbegabter Lehrer unterstützt ...

Mina lebt wie ihre Kommilitonen in einer Welt aus Eis und Schnee, sie ist minder magisch begabt und lernt ihre Magie zu kontrollieren in einem kleinen, englischen Dorf. Ein hochbegabter Lehrer unterstützt sie, allerdings hat er einen ziemlich düsteren Ruf und das scheint einen klaren Grund zu haben. Der Widersacher ist der Winterkönig und die Feinde der Akademie sind Eisdämonen, vor denen die Schüler sich immer schützen müssen und die sie auch bekämpfen. Alle, bis auf Mina, die es einfach nicht schafft...

Der Anfang ist bis zum ersten Drittel total gelungen. Spannend, witzig, amüsant und man taucht erst mal in diese Welt ein. Als Mina es irgendwie zum Winterkönig schafft, wird es banal und langweilig. Der Roman nimmt ähnlich Züge an, wie der, den ich zuletzt von Ciseau las (Ein Herz aus Eis und Schnee). Kennt man einen, kennt man alle? - so in dieser Richtung. Das ist schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

Anregender Auftakt

Der Thron der Magier
0

Den Planeten Saphyria bedrohte die große Finsternis. Daher flohen die fünf Magierfamilien vor einigen Jahrzehnten auf die Erde. Sie leben u. a. in London und Edinburgh, sehen aus wie Menschen und leben ...

Den Planeten Saphyria bedrohte die große Finsternis. Daher flohen die fünf Magierfamilien vor einigen Jahrzehnten auf die Erde. Sie leben u. a. in London und Edinburgh, sehen aus wie Menschen und leben ganz normal, weitgehend. Denn als ihr König stirbt, bricht der Kampf um seine Nachfolge los. Und die magisch bisher unbegabte Kathleen steckt mittendrin. Unter Menschen lebend, ist sie als Buchhändlerin tätig und hat "normale" Freunde, die von ihrer Familie wenig bis gar nichts wissen. Außer Anna. Kathleen ist die Hauptakteurin zusammen mit einer ähnlich Unbegabten und Gray, der magisch viel drauf hat.

Es ist eine Art Urban-Fantasy-Roman, ein für mich gelungener Serienauftakt. Die Königswahl durchläuft eine Art magische Schnitzeljagd durch London bei der man besonderes Sehenswürdigkeit mit aufs Korn nimmt. Kathleen wird wunderbar normal dargestellt und bekommt irgendwann einen magischen Stein in die Hand, der dann komisch aufleuchtet. Hat sie doch Magie in sich? Wie sie das feststellt, ist vergnüglich und anregend gleichermaßen. Der Roman endet mit einem kleinen Cliffhanger.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

Einfach hinreißend!1!

Aus der Reihe tanzen ist auch eine Kunst
0

Agnes lebt nach dem Tod ihrer Freundin Inge alleine in der großen Wohnung. Unter ihr wohnt Willibald Brettschneider zusammen mit zwei Katzen. Er nervt sie gewaltig, weil er sie anbaggert. Agnes ist 63 ...

Agnes lebt nach dem Tod ihrer Freundin Inge alleine in der großen Wohnung. Unter ihr wohnt Willibald Brettschneider zusammen mit zwei Katzen. Er nervt sie gewaltig, weil er sie anbaggert. Agnes ist 63 Jahre alt und ziemlich missgelaunt. Das ändert sich langsam.

Agnes wird munterer als sie zusammen mit Achim, einem Freund, Inges Wunsch erfüllt, dass sie beide zusammen zum Salsa-Tanzen gehen mögen. Dort lernt sie Nebil und Tanzlehrerin Rosa, die aufdringliche Helga mit ihrem Ruhrpottslang und ihr Leben wird bunter.
Der Anfang ist super, man kann gar nicht anders als weiterzulesen. So griesgrämig und dabei gleichzeitig aufmüpfig. Agnes lernt man von hinten nach vorne kennen, ihre erwachsenen Kinder ebenso wie die, die sie als Leihoma betreut, und dazu die schräg-freundliche Mischung aus dem Tanzkurs. Es ist ein hinreißender Roman, der aus Agnes Sicht erzählt wird. Teilweise saukomisch, teils denkt man ja, nu könnte sie endlich über ihren Schatten springen… und gleichzeitig auch sehr modern.
Unbedingt lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere