Finster und unglaublich gut erzählt
Das zweite KindMitten in der Toskana wird nachts ein nackter, unterkühlter, kleiner Junge aufgegriffen. Er erzählte, dass er einem grausamen Mann entkommen konnte. Ein paar Tage später geschieht in Bologna das Gleiche. ...
Mitten in der Toskana wird nachts ein nackter, unterkühlter, kleiner Junge aufgegriffen. Er erzählte, dass er einem grausamen Mann entkommen konnte. Ein paar Tage später geschieht in Bologna das Gleiche. Der Krimi ist kein Thriller, aber nichts für schwache Nerven.
Valentina Medici ermittelt einer Spezialeinheit. Man erfährt unter anderem, dass der zweite Junge dem ersten zum Verwechseln ähnlich sah. Fast wie ein Zwilling und beide in einem Transporter entführt wurden. 700 Seiten lesen sich ziemlich zügig durch, obwohl der Krimi mit teils sehr detaillierten Beschreibungen aufwartet. Und die betreffen zum Teil die Polizeiarbeit aber auch die Frage, was den oder die Täter antreiben könnte. So gelangt auch eine finstere, psychologische Seite hinein. di Franchi arbeitet selbst als Kommissar und kennt die Arbeit, die er genauestens beschreibt. Das ist auch das einzige Manko, das ich bei diesem Krimi empfinde. Alles andere ist sehr gut zusammengesetzt. Der Krimi ist vielschichtig. Frühere Fälle werden beleuchtet und mit dem aktuellen Fall kombiniert, aber auch gezeigt, wie die Polizei so etwas angeht. Das eine führt in wahrhafte Abgründe, das andere ist sehr interessant. Beides zusammen ergibt eine Mischung von der ich kaum die Finger lassen konnte. Und nein, es ist eindeutig kein Krimi für abends oder gar um ihn vor dem Einschlafen zu lesen.
Am Ende wird es knallhart und extrem spannend.