Profilbild von Erdhaftig

Erdhaftig

Lesejury Star
offline

Erdhaftig ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Erdhaftig über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2025

Anregend mit bissel Liebelei ohne Herzschmerz :-)

Duftwickensommer
0

Zwei gut geschriebene, unterhaltsame Handlungsstränge in zwei Zeitebenen, die in London und auf Borkum spielen, drehen sich unter anderem um Duftwickensorten und Lebensweisen. Zwei Frauen, ein junges Dienstmädchen ...

Zwei gut geschriebene, unterhaltsame Handlungsstränge in zwei Zeitebenen, die in London und auf Borkum spielen, drehen sich unter anderem um Duftwickensorten und Lebensweisen. Zwei Frauen, ein junges Dienstmädchen und eine Autorin, stehen im Mittelpunkt:

Eigentlich sind es zwei Geschichten, die für sich stehen. Anni kommt von Borkum und liest einer englischen Lady als Gesellschafterin vor. Sie lebt 1911 in London und auf dem Landsitz der Familie ihrer Dienstherrschaft. Als der Vater ihrer besten Freundin von einem Duftwickenwettbewerb erzählt und ihr ein Beet in seinem Garten anbietet, lernt sie viel über das Züchten von Blumen und will mitmachen. Es geht bei Anni aber um mehr. Sie kommt mit Suffragetten in Kontakt und mit einem adligen Journalisten, der über den Wettbewerb berichten soll. Lord Ramsgate kennt keinen Standesdünkel und sie mögen sich.
Marieke kauft 2024 die „Villa Cupani“ auf Borkum nach ihrer Scheidung und erfährt von ihrer Nachbarin, was es mit den Duftwicken in ihrem Garten auf sich hat. Das Ganze, nachdem ein Botaniker sich für diese interessiert. Dadurch bekommt sie wieder mehr Lebensmut und kommt unter die Insulaner.

Es ist ein sehr unterhaltsamer und anregender Roman, der eindeutig keinerlei Liebesgeschichten beinhaltet. Aber dennoch ein echter Wohlfühlroman ist. Man kann ihn gut lesen, auch, wenn die Gedanken mal etwas abschweifen. Eine leichte Tiefe und sehr viel zwischenmenschliche Wärme funkelt zwischen den Seiten. Ideal für verregnete Sofatage, Strand oder Garten!

Veröffentlicht am 17.07.2025

Wunderbar anregend und "fesselnd"

Hiobs Brüder
0

1147 und etwa 80 Jahre nach Caedmons Zeit in Helmsby findet sich ein Nachfahre von ihm in einer unwürdigen Unterkunft wider. Er hat die Fallsucht und gilt als blöd. Seine Kollegen sind spezieller als er, ...

1147 und etwa 80 Jahre nach Caedmons Zeit in Helmsby findet sich ein Nachfahre von ihm in einer unwürdigen Unterkunft wider. Er hat die Fallsucht und gilt als blöd. Seine Kollegen sind spezieller als er, der ein kluger Mensch ist. Edmund denkt er sei ein toter König, Regy ist ein Mörder und so gefährlich, dass er an einer Kette gehalten werden muss. Wulfric und Godric gelten als Monster, weil ihre Körper zusammengewachsen sind. Und Losian leidet unter einer lang anhaltenden Amnesie. Als sie merken, dass sie frei sind zu gehen wohin sie wollen, übernimmt Losian die Führung. Und gelangt auf der Reise zu der Erkenntnis, wer er eigentlich ist oder mal war.

Extrem gut verfasst und zusammengestellt. Der Bürgerkrieg tobt in England, Losian hat einen gewaltigen Anteil daran und die Art, wie die geschichtlichen Fakten in die Fiktion verwebt wurde, ist höchst anregend und spannend zu lesen. Ich fang demnächst mit den Waringhams wieder an, so sehr habe ich jetzt wieder Lust auf Gables Romane erhalten Sehr schön, dass diese "Helmsby-Reihe" wieder aufgelegt wird!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2025

Herausragend

Das zweite Königreich
1

Engländer fürchten bisher, um 1064, nur Wikinger. Wozu auch die Normannen gehören, aber diese sind schon etwas zivilisierter. Caedmon ist zusammen mit seinem älteren Bruder auf der Jagd als ihn ein normannischer ...

Engländer fürchten bisher, um 1064, nur Wikinger. Wozu auch die Normannen gehören, aber diese sind schon etwas zivilisierter. Caedmon ist zusammen mit seinem älteren Bruder auf der Jagd als ihn ein normannischer Pfeil trifft. Eroberer! Von diesem Pfeil erholt sich sein Bein erst Mal nicht. Er hinkt, suhlt sich in Selbstmitleid und ist doch so ein kluger Kerl. Seine Mutter hat normannischer Wurzeln, so schickt sein Vater ihn zum Hof des Eroberers Wilhelm. Wo er eine ziemliche Karriere samt Mittler zwischen der normannischen und der englischen Welt hinlegt.

Erstklassig geschrieben und so, dass man automatisch mit Caedmon mitfühlt und -fiebert. Als Schatten an seiner Seite quasi, so, wie Gable es mit vielen ihrer Hauptfiguren bei mir hinkriegt Die damalige Zeit war speziell und man erfährt vieles über Besonderheiten. Unter anderem, dass Wilhelm der Eroberer das erste, nachweisbare Steuersystem einführte, welches sehr lange galt. Und auch sonst zieht die Geschichte mich in ihren Bann. Es ist das zweite Mal, dass ich diesen Titel lese, und das Leseerlebnis ist immer noch oder schon wieder herausragend!

Veröffentlicht am 17.07.2025

Öde

Das Polarlichtcafé
0

Jule und ihre Vater leben im thüringischen Sömmerda und stellen nach dem Tod der Oma fest, dass der längst verstorbene Opa vor der Heirat ein völlig anderes Leben geführt haben muss. Es gibt auch eine ...

Jule und ihre Vater leben im thüringischen Sömmerda und stellen nach dem Tod der Oma fest, dass der längst verstorbene Opa vor der Heirat ein völlig anderes Leben geführt haben muss. Es gibt auch eine Stasi-Akte über ihn und er reiste in der DDR-Zeit mit den Hurtigruten. Jule reist die Strecke gemäß seinen Aufzeichnungen nach.

Was eigentlich toll sein könnte, ist unglaublich öde verfasst. Dabei gar nicht so sehr von der Schreibe her sondern von der Art des Konzepts her. Der Roman ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt: 2024 (Jule) und 1961 (Janne in Nordnorwegen). Jannes Part ist interessant, aber auch mit Redundanzen durch die Briefe, die sie einer Freundin schreibt. Jules Handlung bietet mehrfache, inhaltliche Wiederholungen. Sie schreibt sich mit Freunden, mit ihrem Vater und sie zieht einen Vlog auf, auf dem sie über ihre Reise berichtet. Dabei entsteht die Wiederholung der Wiederholung, so dass die Erzählung(en) Jules total langweilig werden und nerven. Da hätte das Lektorat eingreifen müssen, das ist so weder gut zu lesen noch stellt sich ein flüssiges Lesen ein. Ich will so viele Wiederholungen nicht!
Und bin vom Aufbau Verlag deutlich Besseres gewohnt. Bitte wieder auf die anspruchsvollere Ebene zurückkehren!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2025

Kompakter, kurzer Krimi sehr gut erzählt

Signora Commissaria und die kalte Rache
0

Ein seltsamer Vogel verfolgt alleinstehende Frauen bis zur Haustür und hängt in Wohnungsnähe Vermisstenplakate auf. Mit ihren Gesichtern, aber diese Frauen werden nicht vermisst. Giulia Ferrari ermittelt ...

Ein seltsamer Vogel verfolgt alleinstehende Frauen bis zur Haustür und hängt in Wohnungsnähe Vermisstenplakate auf. Mit ihren Gesichtern, aber diese Frauen werden nicht vermisst. Giulia Ferrari ermittelt in Florenz und zieht einen älteren Kollegen hinzu, der in ihrem Dorf lebt. Beide kommen der Sache erst so richtig auf die Spur als eine Frau einen Kerl anzeigt.

Es ist ein richtig guter Krimi mit Rotem Faden, der aufwühlt und in dem eigentlich nichts Schlimmes passiert. Spannend, anregend verfasst mit gut gesetzten Spannungbögen und einfach herrlich erzählt. Man bekommt die Arbeit der Commissarios mit und nimmt Anteil an deren Privatleben. Denn der blinde Enzo ist mittlerweile mit Giulia liiert und sie arbeiten immer noch gut zusammen. Dazu gibt es Besonderheiten aus Florenz, die auf andere Art anregend und interessant sind.

Der einzige Haken: der Krimi ist kurz. Sehr kompakt erzählt, passt alles, ist stimmig und gut geschrieben. Nur sehr kurz. Und bei einem Taschenbuchpreis von 18 Euro für 272 Seiten gesamt stimmt das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr.