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Veröffentlicht am 30.03.2026

Über Selbstwirksamkeit im Kinderalltag

Carli und Klecks backen einen Kuchen
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Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. ...

Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. Dass dabei nicht alles nach Rezept läuft und plötzlich auch eher ungewöhnliche Zutaten im Teig landen, gehört irgendwie dazu. Am Ende entsteht ein ganz eigener „Kuchen“ und vor allem ein ziemlich großes Abenteuer.

Im Kern erzählt das Buch etwas, das im Familienalltag ständig passiert, nur oft nicht ganz so entspannt. Kinder wollen selbst aktiv werden, selbst ausprobieren, selbst entscheiden. Genau das ist für Kinder in diesem Alter ein enorm wichtiger Entwicklungsschritt. Aber wir Erwachsenen sehen dabei schon das Chaos vor uns. Mehl auf dem Boden, klebrige Handabdrücke an sämtlichen Möbeln, Geschirr, das garantiert nie wieder sauber wird. Ehrlich gesagt finde ich genau das als Mama schon sehr herausfordernd. Man weiß ja, wer am Ende aufräumen wird.

Das Buch zeigt sehr schön, dass Ausprobieren auch Chaos bedeuten darf. All das wird nicht problematisiert, sondern als Teil des Prozesses erzählt. Fehler sind hier nichts, was korrigiert werden muss, sondern etwas, das einfach dazugehört.

In diesem Zusammenhang ist die Rolle des Vaters wirklich super gelungen. Er ist nicht derjenige, der sofort eingreift oder alles korrigiert, sondern jemand, der begleitet und unterstützt, ohne Carlis Eigeninitiative zu bremsen. Carli darf machen. Er darf scheitern, improvisieren und die ungewöhnlichsten Dinge zu einem Teig zusammenwerfen. Um dieses Erlebnis geht es im Endeffekt: Sich ausprobieren, egal, wie das Ergebnis aussieht. Der Vater bleibt bewundernswert gelassen. Ich habe beim Lesen jedenfalls gedacht: Davon muss ich mir unbedingt eine Scheibe abschneiden. Von der Geduld, gewiss nicht vom Kuchen 😉

Sprachlich bleibt das Buch bewusst schlicht. Kurze Sätze, klare Abläufe, viel Wiedererkennung, aber das passt sehr gut zur Zielgruppe. Gleichzeitig tragen die Illustrationen einen großen Teil der Geschichte. Sie sind lebendig, warm und nicht zu vollgestopft. Gerade für kleine Kinder funktioniert das so hervorragend, weil sie sich vieles über die Bilder erschließen können.

Carli und Klecks backen einen Kuchen zeigt einen ganz alltäglichen Moment. Es geht nicht darum, etwas perfekt zu machen, sondern darum, es überhaupt zu versuchen. Und vielleicht erinnert es nicht nur Kinder daran, dass genau darin oft das Schönste liegt.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Eine Familie für 2 Pinguine

Disko im Zoo
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Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich ...

Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich bald nichts sehnlicher wünschen als eine eigene Familie. Nur fehlt dafür etwas EntschEIdendes. Aber dafür findet sich noch in der Diskonacht eine überraschend simple Lösung.

Die Geschichte ist durchgehend gereimt. Allerdings ist der Rhythmus an manchen Stellen etwas komplizierter und so wurde es beim Vorlesen teils etwas holprig. Dazu kommt, dass die Handlung für ein Bilderbuch recht umfangreich ist. Es passiert – abgesehen von der wilden Partynacht – noch einiges mehr und ich habe es bei meiner Vorlesegruppe deutlich gemerkt, wie die Aufmerksamkeit bei einigen Kindern abnahm, auch wenn der Einstieg mit der Diskonacht zunächst große Begeisterung ausgelöst hatte.

Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig. Überall gibt es kleine Szenen zu entdecken. Manche Details fallen erst beim zweiten oder dritten Durchblättern auf.

Neben der bunten Diskostimmung entwickelt sich die eigentliche Geschichte eher nebenbei. Ping und Pong wünschen sich eine eigene Familie. Die Frage ist nur, woher die beiden ein Ei bekommen sollen. Die Lösung kommt recht schnell, denn Pinguindame Marei gibt gerne eines ihrer Eier ab, sie legt schließlich ohnehin immer zwei. Für Kinder ist das völlig stimmig. Sie hat 2, die anderen haben keines, selbstverständlich wird da geteilt. Als Erwachsener stutzt man da doch immerhin kurz. Gleichzeitig passt diese Leichtigkeit wiederum gut zur fröhlichen Grundstimmung des Buches und vermittelt ja auch einen netten Grundgedanken.

Insgesamt also ein farbenfrohes Bilderbuch mit einer ungewöhnlichen Idee und vielen lebendigen Szenen. Die Reime und die etwas längere Handlung machen das Vorlesen nicht immer ganz leicht, bieten aber gleichzeitig genug Stoff zum Reden und Entdecken.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Wünsche, Chaos und ein bisschen Magie im Alltag

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden
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Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ...

Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ihre perfekt durchdachten Wünsche auf den Weg zu bringen. Doch statt dass sich ihr Leben plötzlich verbessert, passiert etwas ganz anderes: Die Wünsche landen ausgerechnet bei Jackson, dem neuen Mitschüler, der ihr ohnehin schon auf die Nerven geht. Um das Ganze wieder geradezubiegen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihn von einer Zusammenarbeit zu überzeugen.

Ich bin mit einer ziemlich klaren Erwartung an das Buch herangegangen. Ich kenne bereits andere Romane von Lynn Painter und Better than the Movies war für mich einfach großartige Unterhaltung. Entsprechend neugierig war ich, wie ihr erster Ausflug ins Kinder- und Jugendbuch funktioniert.

Und man erkennt ihn auch hier schnell, den typischen Lynn-Painter-Ton. Die Geschichte liest sich leicht, ist witzig und hat diese kleinen, oft sehr treffenden Beobachtungen aus dem Alltag. Emma ist eine Figur, mit der man gut mitgehen kann – ein bisschen unsicher, ein bisschen überambitioniert und manchmal herrlich unbeholfen. Gerade das macht sie sympathisch.

Die Dynamik zwischen ihr und Jackson funktioniert ebenfalls gut. Man ahnt natürlich recht schnell, in welche Richtung sich das entwickelt, aber das gehört bei solchen Geschichten ja auch ein Stück weit dazu. Es geht weniger um Überraschung als um das Mitverfolgen.

Was mir gefallen hat, ist die Mischung aus Alltag und einem Hauch Magie. Die Idee, dass Wünsche plötzlich nicht da ankommen, wo sie sollen, bringt Bewegung und Witz in die Geschichte. Es bleibt immer nah an Emmas Leben, an Schule, Freundschaften und diesem Gefühl, irgendwo dazugehören zu wollen – oder eben nicht.

Gleichzeitig hatte ich beim Lesen öfter den Gedanken, dass man an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr hätte erzählen können. Die Geschichte bleibt insgesamt eher kompakt und bewegt sich zügig vorwärts. Das passt gut zur Zielgruppe, lässt aber auch ein paar Möglichkeiten liegen, Figuren oder Situationen noch etwas stärker auszubauen.

Unterm Strich ist Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden ein unterhaltsames, leicht zu lesendes Jugendbuch mit viel Charme. Es hat Humor, eine angenehme Leichtigkeit und genau die richtige Portion Magie, um den Alltag ein kleines bisschen durcheinanderzubringen. Für die Zielgruppe – vor allem für Mädchen ab etwa zehn Jahren – dürfte das ziemlich gut funktionieren. Und auch außerhalb dieser Altersgruppe lässt sich das Buch gut lesen, wenn man Lust auf eine unkomplizierte, warmherzige Geschichte hat.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Märchen als kleine Bühnenstücke

Mein erster Märchenzauber
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Mein erster Märchenzauber versammelt vier bekannte Märchen – Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler – in einer sehr kompakten Form für die Allerkleinsten. Zu jedem Märchen gibt es eine ...

Mein erster Märchenzauber versammelt vier bekannte Märchen – Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler – in einer sehr kompakten Form für die Allerkleinsten. Zu jedem Märchen gibt es eine aufklappbare Szene als dreidimensionales Bühnenbild. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein kurzer Text, der die Geschichte stark gekürzt nacherzählt. Die Pop-up-Szene zeigt jeweils einen markanten Moment aus dem Märchen.

Diese kleinen Bühnenbilder sind absolut beeindruckend. Beim Aufklappen entsteht eine Art Mini-Kulisse mit Figuren, Häusern und Landschaften – fast wie ein kleines Märchentheater zwischen zwei Buchdeckeln. Da staunen nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen.

Die Texte beschränken sich auf das Nötigste und erzählen die Geschichten in wenigen Sätzen nach. Für Kinder ab etwa zweieinhalb Jahren reicht das völlig aus. Wer die Märchen schon kennt, erkennt die wichtigsten Elemente sofort wieder. Und wer sie noch nicht kennt, bekommt zumindest eine erste Idee davon.

Die Illustrationen sind farbenfroh und freundlich gestaltet. Es wird nicht krampfhaft versucht, jedes Märchendetail in ein Bild zu quetschen. Dadurch bleiben die Szenen übersichtlich, obwohl in den kleinen Bühnenbildern einiges los ist.

Ganz unempfindlich sind die Pop-up-Elemente allerdings nicht. Die Konstruktion wirkt ordentlich gemacht, aber sehr energische Kinderhände könnten hier durchaus einmal etwas erwischen, das lieber ganz bleiben würde. Ein Buch also, das sich besonders gut zum gemeinsamen Anschauen eignet.

Insgesamt ist Mein erster Märchenzauber eine schöne Möglichkeit, klassische Märchen schon früh ins Bücherregal zu holen. Die Geschichten sind stark verkürzt, dafür sorgen die aufklappbaren Szenen für leuchtende Augen und jede Menge Freude.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Ruhiger Gesundheitsratgeber für Alltagswehwehchen

Bye-bye Beschwerden
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Es sind selten die spektakulären Notfälle, die einen verunsichern. Viel häufiger sind es diese merkwürdigen Zwischenzustände, wie ein Ziehen im Rücken, das sich seltsam anfühlt. Ein Druck im Kopf, der ...

Es sind selten die spektakulären Notfälle, die einen verunsichern. Viel häufiger sind es diese merkwürdigen Zwischenzustände, wie ein Ziehen im Rücken, das sich seltsam anfühlt. Ein Druck im Kopf, der anders ist als die letzte Migräne. Ein Mückenstich, der auf seine zehnfache Größe anschwillt. Nichts, weshalb man sofort ins Krankenhaus fährt, aber doch beunruhigend genug. Und häufig gibt Doktor Google eine überaus beängstigende Diagnose, die nur noch mehr verunsichert.

Bye-bye Beschwerden sammelt 77 solcher Situationen und bringt sie in eine übersichtliche Ordnung. Das Buch ist nach Körperregionen sortiert, jede Beschwerde wird kurz erklärt, mögliche Ursachen werden genannt, dazu gibt es konkrete Hinweise, was man selbst tun kann. Vor allem wird auch die Frage geklärt, ob man weiter beobachten oder lieber ärztlich abklären lassen sollte.

Viele Ratschläge kennt man bereits: Kühlen hilft bei Schwellungen, viel trinken bei Kopfschmerzen, Ruhe bei Erschöpfung. Das Buch enthält kein revolutionäres Wissen oder eine Anleitung zur Wunderheilung. Aber es ist hilfreich, alles gebündelt vor sich zu haben, ohne dass Panik geschürt und das Gefühl vermittelt wird, gerade an einer seltenen Tropenkrankheit dahinzusiechen.

Man merkt, dass hier Arzt und Apothekerin mit viel Fachwissen schreiben. Der Ton bleibt sachlich, aber nicht trocken. Die Einschätzungen sind durchdacht und auf den Punkt gebracht. Besonders hilfreich finde ich die klaren Hinweise, wann man eben nicht einfach weitermachen sollte. Diese Grenze ist im Alltag oft schwer einzuschätzen.

Gegen Ende weitet sich der Blick noch etwas und streift auch Themen wie Schlafprobleme oder psychische Belastungen. Natürlich lassen sich solche komplexen Bereiche auf wenigen Seiten nur anreißen, aber als kurzer Überblick passt das gut zum Konzept des Buches und rundet den Ratgeber sinnvoll ab.

Als Lektüre von vorne bis hinten ist das Buch weniger spannend. Nach spätestens zehn Einträgen merkt man, dass der Aufbau sich wiederholt – was bei einem Nachschlagewerk natürlich sinnvoll ist. Es geht nicht um literarische Abwechslung, sondern um schnelle Orientierung.

Neu erfunden hat dieses Buch die Hausapotheke nicht. Aber es nimmt die kleinen Beschwerden ernst, ohne sie größer zu machen als sie sind. Für mich ist das kein Buch, das man begeistert weiterempfiehlt, weil es einen umgehauen hat. Es ist eher eines, das man irgendwann dankbar aus dem Regal zieht, wenn der eigene Körper mal wieder eine dieser kleinen, rätselhaften Beschwerden produziert.

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