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Veröffentlicht am 12.07.2022

Autobiographische Graphic Novel mit ernstem Thema

Smile (Smile-Reihe, Band 1)
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Inhalt:

Euphorisiert und vom Moment mitgerissen, spielt Raina mit ihren Freundinnen „Wer als erster bei der Tür ist“. Beim Wettrennen stolpert sie und fällt unglücklich auf den Asphalt. Das führt dazu, ...

Inhalt:

Euphorisiert und vom Moment mitgerissen, spielt Raina mit ihren Freundinnen „Wer als erster bei der Tür ist“. Beim Wettrennen stolpert sie und fällt unglücklich auf den Asphalt. Das führt dazu, dass sie zwei ihrer vorderen Zähne verliert.

Dieser unglückliche Unfall wird Rainas Leben dauerhaft verändern. Ihre gesamte Jugend über besucht sie einen Zahnarzt nach dem anderen. Die alten Zähne werden wieder eingesetzt und mit Gips befestigt. Später stellt der Arzt fest, dass beim Sturz auch ihr Kieferknochen beschädigt wurde. Es folgen stundenlange Operationen. Die Zähne verschieben sich nach innen. Rena muss eine Außenspange in der Nacht tragen. Sie bekommt eine Teilprothese, später eine klassische Zahnspange. Zahngummis unterstützen die Spange dabei, die Zähne in die richtige Form zu bringen. Nach und nach werden die künstlichen Zähne abgeschliffen und die Lücke geschlossen.

Über diese Zeit hinweg muss sich Raina ständig Fragen und Hänseleien von Schulkameraden, ihren Geschwistern und der Clique anhören. Sie beginnt sich für Jungs zu interessieren und hat Angst vor dem ersten Kuss. Die Pubertät sorgt für weitere Unsicherheiten und Pickel im Gesicht. Statt mit einem Bündel von Hoffnungen startet sie mit einem Sack voller Sorgen in die Adoleszenz.

Doch Raina ist stark. Sie kämpft sich durch diese Zeit. Sie geht auf die Highschool, merkt, dass ihr ihre Clique nicht gut tut, konzentriert sich auf neue Hobbys und versucht weiterhin die Aufmerksamkeit ihres Schwarms zu erlangen.


Meinung:

„Smile“ ist, entgegen dem humorvollen Cover, eine sehr ernste und nicht leicht zu verdauende Graphic Novel. Erst durch das Nachwort erfährt der Leser, dass die Autorin hier ihre eigene Geschichte in Form eines Comics wiedergibt. Raina Telgemeier berichtet davon, dass ihr das Schreiben geholfen hat, ihre traumatischen Dentalerfahrungen zu verarbeiten und dass sie beim Prozess des Schreibens viele Menschen kennengelernt hat, die ähnliche Erfahrungen wie sie machen mussten. Das sollte man vielleicht wissen, bevor man das Buch beginnt.

Denn bereits auf den ersten Seiten wird der Leser Zeuge eines Unfalls, der erst so harmlos wirkt, aber folgenschwere Konsequenzen mit sich bringt. Raina stürzt und verliert dabei ihre zwei vorderen Zähne. Durch das Buch hinweg erfahren wir, wie die Protagonistin von einem Arzt zum nächsten geschickt wird. Wie sie Ängste durchleidet und gehänselt wird.

Natürlich macht sich Raina Sorgen um ihr Äußeres, auch wenn sie später resümiert, dass es Wichtigeres gibt, als gut auszusehen. Sicherlich gibt es Freunde und Bekannte, die ihr gut zusprechen. Doch es folgen auch kleine Sticheleien, zu dem Zahnproblem kommen die üblichen Pubertätsschwierigkeiten wie Pickel im Gesicht und Unsicherheiten. Auch die weiteren Schwierigkeiten des Lebens muss man nebenbei noch verkraften: Ein Erdbeben und dessen Konsequenzen; eine Clique, die Raina mobbt.

Über die Seiten hinweg habe ich mit der Protagonistin gelitten. Ich habe gehofft, dass sie möglichst viele schöne Erfahrungen machen wird und mit ihr gebangt, wenn wieder ein neuer Arzttermin anstand.

Rainas Geschichte empfand ich nicht als mutmachend. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich der von vielen eh schon mit Ängsten behaftete Zahnarztbesuch durch die detailreichen Erläuterungen nach dem Lesen für die jüngeren Leser sorgenfreier gestalten könnte. Ganz im Gegenteil: So rutscht z.B. bei der Arbeit am Zement mit einem glühenden Werkzeug dieses ab und verbrennt ihr den Gaumen. Ein Arzt geht sogar so rabiat vor, dass Rena nach der Behandlung in Ohnmacht fällt und von bislang nie gekannten Schmerzen spricht.

Entlassen wird der Leser allerdings mit einer Botschaft, die in einer Situation, wie Raina sie durchlebt hat, durchaus hilfreich ist: Egal, wie schwer dir das Schicksal mitspielt, sei stark. Lächele, auch, wenn es manchmal schwerfällt. Denn ein Lächeln schenkt dir und den anderen Menschen ein gutes Gefühl. Besinne dich auf die wichtigen Punkte in deinem Leben. Schau, was dir guttut und gewinne dadurch wieder zu innerer Stärke und Lebenskraft. Damit gelingt es dir auch, Krisenmomente zu überstehen.

Fazit:

Angeblich leiden circa 5-10% der Menschen an einer Zahnarztphobie, da sie Angst und gar Panik vor dem Besuch ebendort und einer Behandlung haben. Dieses Buch ist ihre Bibel.

Bei „Smile“ handelt es sich um eine autobiographische Graphic Novel mit einem ernsten Thema. Die Autorin berichtet hier von einem folgenschweren Sturz, bei dem sie zwei ihrer vorderen Zähne verloren hat. Sie erzählt von einer Jugend, die geprägt wurde von vielen Arztbesuchen, Operationen, Schmerzen und Unsicherheiten.

Das Buch gibt seinen Lesern ein aufklärerisches Motto mit auf den Weg: Wenn ein Mensch sein Schicksal erkennt, kann er ihm entrinnen. Die Autorin zeigt, dass sie, „Show it, Dont Tell it!“, absolut beherrscht, indem sie dies ihre Protagonistin durch ihr Los erklären lässt.

Kinder mit Zahnarztangst brauchen besondere Zuwendung, aber nicht dieses Buch. Wer aber auf der Suche nach einer ernsten und bewegenden Geschichte ist, dem sei dieses Buch empfohlen.

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Veröffentlicht am 05.07.2022

Das Thema Gehörverlust kindgerecht aufgearbeitet

El Taubinio
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Inhalt:

Es geschieht an einem ganz normalen Tag, als Cece sich plötzlich übergeben muss und von ihren Eltern ins Krankenhaus gebracht wird. Die Diagnose lautet: Hirnhautentzündung.

Innerhalb weniger ...

Inhalt:

Es geschieht an einem ganz normalen Tag, als Cece sich plötzlich übergeben muss und von ihren Eltern ins Krankenhaus gebracht wird. Die Diagnose lautet: Hirnhautentzündung.

Innerhalb weniger Tage ist nichts mehr so wie zuvor. Ihre Freunde dürfen sie im Krankenhaus nicht besuchen, da diese Keime übertragen könnten. Beim Fernsehen ist plötzlich der Ton weg. Der Arzt macht einige Tests. Es gibt Spritzen und ihr Kopf wird abgemessen.

Doch nicht alles ist schlecht. Cece bekommt eine Menge Geschenke von Menschen, die an sie denken.
Wieder zu Hause sind Ceces Geschwister ganz besonders nett. Sie überlegen sich kleine Überraschungen für sie. Ihre große Schwester liest ihr sogar etwas vor. Doch etwas ist sonderbar. Denn Cece hört die Rufe ihrer Mutter nicht, sie merkt es auch nicht, wenn ihre Geschwister hinter ihrem Rücken das Zimmer verlassen. Und dann steht der nächste Arztbesuch an.

Cece hat Angst, dass sie wieder ins Krankenhaus muss. Doch dieses Mal geht es zum Audiologen. Dieser unternimmt weitere Tests. Cece bekommt ein Hörgerät. Sie ist verunsichert. Die Kabel, die aus ihren Ohren hängen und der kleine Kasten entstellen sie sicherlich gar vollends. Ein Potpourri von Spott, Missbilligung und Hänseleien wird über sie ergehen.

Doch bald schon muss Cece feststellen, dass ihre Freunde ganz unterschiedlich reagieren. Die meisten sind neugierig, viele sprechen sie sogar gar nicht auf die Veränderung an.

Cece besucht eine Schule, auf der alle anderen Kinder auch ein Hörgerät tragen. Sie lernt, worauf sie beim Lippen ablesen achten muss. Sie erfährt auch, wie andere Menschen sich verhalten müssen, damit sie besser versteht, was diese ihr mitteilen wollen.

Doch die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung. Die Familie zieht in einer kleinere Stadt, in ein größeres Haus. Cece kommt in eine neue Schule. Damit sie dort alles gut verstehen kann, erhält sie ein größeres Hörgerät und ein Mikrofon, das sie vor jeder Stunde an den neuen Lehrer weitergeben muss. Sich dieser erhöhten Aufmerksamkeit auszusetzen, ist eine große Herausforderung.

Über die Zeit hinweg findet Cece neue Freunde. Manche sind nett, andere weniger. Doch ein Mädchen aus der Nachbarschaft sticht für Cece besonders hervor. Martha Clayton ist immer verständnisvoll. Sie hat den gleichen Humor wie Cece und liebt die Serie „Unsere kleine Farm“ genauso sehr wie sie. Bei ihren Eltern darf man Fastfood vorm Fernseher essen. Cece muss Martha nicht erst erklären, warum das Licht noch anbleiben muss, wenn sie sich abends vor dem Schlafen im Bett noch unterhalten wollen. Und das Beste ist, dass Martha ganz normal mit ihr spricht. Sie redet nicht übermäßig laut und bewegt die Lippen besonders auffällig. Martha wird zu Ceces bester Freundin. Doch dann geschieht ein Unfall und Martha distanziert sich von Cece ...



Meinung:

Bereits im Vorwort von „El Taubinio“ erwähnt die Autorin, dass es sich hierbei um eine autobiographische Geschichte handelt. Cece Bell gibt dem Leser hier bereits einige wertvolle Informationen an die Hand. So berichtet sie davon, dass in den USA andere Gesten für die Gebärdensprache benutzt werden als in Deutschland. Sie erläutert, warum in dem Buch nicht die Rede vom „Lippen ablesen“, sondern vom „Lippen absehen“ ist. Und gibt noch ein paar Informationen zur Wahl des deutschen Buchtitels preis. Diese Informationen empfand ich als weiterführend und hilfreich für Leser wie mich, die sich mit dem Thema Gehörverlust (noch nicht) so gut auskennen.

Der Zeichenstil hält sich bewusst von plattem Realismus fern. Die Figuren werden hier nämlich nicht als Personen, sondern als Hasen dargestellt. Leider wird im Buch nichts näheres dazu berichtet. Eine Recherche im Internet hat ergeben, dass die Autorin sich sehr bewusst für diese Darstellung entschieden hat. Der optische Fokus soll durch die naturgemäß großen Ohren des Hasen automatisch gelenkt werden und Kindern den Zugang zur Geschichte zusätzlich erleichtern.

Die Protagonistin des Buches, Cece Bell, war mir von der ersten Seite an sofort sympathisch. Cece ist ein lebensfrohes Mädchen mit vielen Interessen. Sie wächst in einer Familie auf, in der jeder für den anderen da ist. Auch, wenn es immer wieder zu Tiefpunkten im Leben kommt, so sieht Cece doch auch immer wieder die kleinen, schönen Dinge, die ihr widerfahren.

Der Verlust des Gehörs nebst Umzug in eine neue Stadt stellen Cece vor eine ganz besondere Herausforderung. Mit ihrem Hörgerät sieht sie anders aus, bei Treffen mit anderen Kindern versteht sie oft nur wenig. Denn das normale Hörgerät hilft zwar lauter zu hören. Doch lauteres Hören trägt nicht dazu bei, dass die Worte richtig ankommen. Cece muss zusätzlich auf die Lippenbewegungen, Gesten und Mimiken ihrer Mitmenschen achten. Sie muss wie ein Detektiv kombinieren, wie die Worte zu dem, was sie sieht, passen, um die Sätze zu verstehen. Ihr hilft es nicht, wenn jemand mit dem Rücken zu ihr spricht, wenn ihr Gegenüber einen Bart trägt oder übertriebene Lippenbewegungen macht. Doch all das möchte man natürlich auch nicht immer erklären müssen.

Mit jeder dieser Herausforderungen, auch wenn diese nicht immer einfach sind, geht Cece unglaublich gut um. Sie versucht zu verstehen, auch, wenn es nicht immer leicht ist. Sie freut sich über die bunte Tasche, die mit dem neuen Hörgerät daherkommt, auch wenn das Gerät sie vor Probleme im Alltag stellt. Beim Arzt bekommt sie für die lange Wartezeit einen Lolli als Belohnung. Das war doch die Mühe wert. Die Kinder unterhalten sich nachts noch im Dunkeln und Cece versteht nichts? Naja, dann kann sie auch das Gerät ausmachen und hört somit das Schnarchen der anderen nicht.

Cece versteht es auch, der Realität durch ihre Fantasie zu entfliehen. Sie sieht sich wie einen Superhelden. Denn Superhelden sind zwar auch Außenseiter, weil sie anders sind, aber sie haben Fähigkeiten, die sie zu etwas ganz Besonderem machen. So kann Cece beispielsweise durch das Mikrofon hören, wenn ihre Lehrerin sich außerhalb des Klassenzimmers mit Kollegen austauscht. Cece kriegt sogar mit, wenn sich ihre Lehrerin auf die Toilette begibt und muss dann jedes Mal ein wenig lachen.

Neben dem Thema Gehörverlust greift die Autorin aber auch andere Themen auf. So erzählt sie von unterschiedlichen Arten von Freundschaften. Eine Freundin z.B. will immer nur bestimmen. Sie hat einen ganz gruseligen Humor und findet, dass sie wesentlich besser aussieht als Cece. Dann gibt es noch eine Freundin, die zwar deutlich netter ist, aber ständig so übertrieben laut spricht und komische Lippenbewegungen macht und letztlich noch das Mädchen von nebenan, das Cece behandelt wie alle anderen auch. Besonders gefallen hat mir die Art, wie Cece mit diesen unterschiedlichen Charakteren umgeht. Sie reagiert nie gemein oder bösartig. Sie distanziert sich eher beiläufig ohne andere Menschen mit ihrem Verhalten zu verletzen und sucht sich instinktiv diejenigen aus, die ihr guttun.

Auch die erste Liebe wird in diesem Buch thematisiert. Cece verliert auch hier ihr Herz an einen Jungen, den viele liebenswerte Eigenschaften prägen.


Fazit:

Bei „El Taubinio“ handelt es sich um eine autobiographische Graphic Novel. Der Autorin gelingt es, viele liebenswerte und interessante Figuren zu erfinden. Cece verliert im Alter von vier Jahren ihr Gehör und muss sich ab diesem Zeitpunkt an viele Veränderungen gewöhnen.

Kindgerecht erzählt die Autorin, wie diese Veränderungen auf Cece wirken. Cece findet neue Freunde, distanziert sich von Menschen, die ihr nicht guttun. Ihr gelingt es, aus ihrem Anderssein Lebenssubstanz zu gewinnen.

Dem Buch gelingt es, die benötigte Resilienz zu verdeutlichen, die es braucht, um schwierige Zeiten zu überstehen.
Das Werk ist durchaus geeignet, um sich vor allem über Gehörlosigkeit zu informieren und das auf eine inspirierende und herzerwärmende Art und Weise.

„El Taubinio“ ist einerseits kindgerecht geschrieben, wird aber auch bei erwachsenen Leser/innen gut ankommen. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Ein spannendes Abenteuer, das zu begeistern weiß

City of Dragons (Band 1) - Der Sturm erwacht
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Inhalt:

Auf dem Nachhauseweg wird Grace von einer Gruppe Jugendlicher abgefangen. Sie ziehen sie mit dem Wort Mischling auf und lästern über ihre Eltern. Zu Hause ist Grace verwirrt und berichtet ihrem ...

Inhalt:

Auf dem Nachhauseweg wird Grace von einer Gruppe Jugendlicher abgefangen. Sie ziehen sie mit dem Wort Mischling auf und lästern über ihre Eltern. Zu Hause ist Grace verwirrt und berichtet ihrem Vater von dem Vorfall. Dieser tröstet seine Tochter mit einer Geschichte aus lang vergangener Zeit.

Er berichtet vom Gelben Kaiser, dem Vater des chinesischen Volkes, der in der Lage war, sich in einen Drachen zu verwandeln. Als ein Krieg ausbrach, mischte der Kaiser sein Blut mit dem seiner tapfersten Krieger. Das Ergebnis waren Menschen, die von ihrem Umfeld als Mischlinge bezeichnet wurden. Doch diese Mischblüter waren stärker als Drachen, ja sogar stärker als Götter. Sie besaßen den Mut der Unsterblichen. Hinzu kam großes Mitgefühl.

Diese Geschichte beruhigt Grace. Der Alltag holt sie bald wieder ein. Doch der starke Husten, der ihren Vater tagtäglich begleitet, eskaliert. Irgendwann bricht er zusammen. Es wird Krebs diagnostiziert. Als ihr Vater dann stirbt, ist das Mädchen am Boden zerstört.

Die Mutter findet einen neuen Mann. Hank arbeitet in einem erfolgreichen Unternehmen, das sich mit der Erforschung von Krankheiten wie Krebs und der Verlängerung der Lebenszeit von Menschen beschäftigt. Hank wird von seiner Arbeit stark vereinnahmt. Daher ziehen Grace und ihre Mutter zu ihm nach Hongkong. Grace geht auf eine neue Schule und lernt dort neue Freunde kennen.

Einer von ihnen, Ramesh, stiftet sie an, während eines Schulausflugs abzuhauen und auf den nahen Markt zu gehen. Grace ist unwohl dabei, macht jedoch mit und wird dort schnell von einer Handleserin vereinnahmt, die bald schon schnell und in einer fremden Sprache auf sie einredet. Ein Marktarbeiter übersetzt, dass die Handleserin kein Geld möchte. Stattdessen hat sie ein Geschenk für Grace: Ein riesiges blaues Ei.

Ab da an beginnt für Grace ein großes Abenteuer. Denn am nächsten Morgen ist das Ei vom Nachttisch verschwunden. Überall liegen Eierschalen, deren Spur ins nahegelegene Bad führt. Und plötzlich tritt das Fantastische in ihre Welt. Denn in der Toilette schwimmt nichts anderes als ein kleiner Babydrache ...


Meinung:

Von dem Zeitpunkt an, an dem Grace das kleine Drachenbaby in der Toilette entdeckt, beginnt der fantastische Teil dieser Geschichte. Grace erinnert sich an die Erzählungen ihres Vaters, der einst vom großen Krieg zwischen dem Gelben Kaiser und seinem General Daijiang erzählte. Drachen waren für Grace bis vor Kurzem nur eine Legende gewesen. Doch das, was sie dort mit großen Augen aus dem Abflussrohr anschaut, sieht nicht wirklich wie eine einfache Echse aus.

Die ersten Probleme stellen sich jedoch gleich nach dem anfänglichen Begeisterungsschub ein. Denn ihrer Mutter und ihrem Stiefvater möchte Grace ihre neue Entdeckung nicht zeigen und somit versteckt sie das Drachenbaby, dem sie den Namen Nate gibt, in ihrem Schulrucksack; gemeinsam mit der kuscheligen Decke von Oma. In der Schule kommen ihr drei Mitschüler auf die Spur. Grace bleibt keine andere Wahl, als diese in ihr Geheimnis einzuweihen.

Es handelt sich um Ramesh, James und Jing. Drei Jugendliche, die durch das gemeinsam gehütete Geheimnis schon bald zu einem Team zusammenwachsen und sodann in ein riesiges Abenteuer starten, das mit der Erforschung der Geschichte von Nate beginnt. Schließlich möchte so ein Drachenbaby auch gefüttert werden und überraschenderweise macht es auch noch einen riesigen Wachstumsschub über Nacht. Grace wird Nate nicht auf Dauer in ihrem Rucksack verstecken können.

Bald schon artet die Forschung der Jugendlichen in einer wilden Verfolgungsjagd aus. Irgendwer möchte Nate stehlen. Doch wieso? Und warum weiß diese dritte Partei überhaupt von dem Drachen? Wo ist die alte Frau vom Markt hin? Nach und nach decken die Vier Geheimnisse auf und geraten in gefahrvolle Situationen. Die Bilder sind hübsch und niedlich, verständlich und spannend.

Jaimal Yogis hat mit seinem Ermittlerteam dramaturgisches Geschick gezeigt. Die verschiedenen Charaktere ergeben eine höchst unterhaltsame Mischung.

So findet Grace Unterstützung durch den technikbegeisterten Ramesh, der zum Beispiel ein zweites Smartphone mit automatischem Selbstauslöser in seine Schuhsohle integriert hat. Oder einen Minispielzeugflieger mit eingebauter Kamera entwarf. Dann gibt es noch Jing, die Ramesh hinter ihrem Rücken als „die Schönheitskönigin“ bezeichnet und die einige gute Kampfkunsttricks beherrscht. Last but not least James, „der Streber“, der zwar als Waisenkind aufgewachsen ist, dies aber bei einer liebenswerten Familie in Australien. Australien bietet, so James, herausragenden Schülern mit Interesse an internationalen Beziehungen jedes Jahr die Möglichkeit eine Schule außerhalb des Landes zu besuchen. Und somit kam James nach Hongkong. Und hier bereichert er das Team rund um Grace mit seinem großen Wissen.

Die Freundschaft der Vier entwickelt sich schnell zu einem festen Bündnis. Abends sitzen Grace, James, Jing und Ramesh gemeinsam in Grace Schlafzimmer und beraten gemeinsam, wie ihr Abenteuer weitergehen soll. In Krisensituationen können sie sich aufeinander verlassen.


Fazit:

Jaimal Yogis legt mit „City of Dragons – Der Sturm erwacht“ eine Graphic Novel, die das Fantastische als Einkleidung nutzt, vor. Dabei kommen Spannung und Humor nicht zu kurz, sodass sich das Buch unglaublich kurzweilig liest. Die verspielten Zeichnungen und das Bildgeschehen ziehen die Leser durch die Seiten.

Auch das Setting ist gekonnt gewählt: Hongkong. Die detailreichen und farbenfrohen Schilderungen transportieren Lokalkolorit, das authentisch wirkt. Selbstverständlich gilt dies nicht für die Geschichte, die darin angesiedelt ist. Und das ist auch gut so, denn gelungene Fantasy gibt sich - wie hier - unendliche Mühe in den Details.

Ich empfehle das Buch daher an Drachen- und Fantasyliebhaber, die auf der Suche nach einem großen Abenteuer sind.

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Veröffentlicht am 21.06.2022

Ein grandioses Finale

Obsidio. Die Illuminae Akten_03
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Achtung! Es handelt sich um eine Rezension zum dritten Band einer Reihe. Daher kann dieser Beitrag ggf. spoilern.

Inhalt:


Kady, Ezra und ihren Freunden gelingt nach der Zerstörung der Station Heimdall ...


Achtung! Es handelt sich um eine Rezension zum dritten Band einer Reihe. Daher kann dieser Beitrag ggf. spoilern.

Inhalt:


Kady, Ezra und ihren Freunden gelingt nach der Zerstörung der Station Heimdall die Flucht auf drei Schiffen (das WUC-Forschungsschiff Hypatia, den Frachter Mao und das Suttle Betty Boop). Zur Konsolidierung der Lage entschließen sich die Führungskräfte zu einem gemeinsamen Gespräch auf der Mao.

Da die Hypatia beim Angriff auf Kerenza IV schwer beschädigt wurde, liegt es nahe, dass die Weiterreise mit der Mao erfolgen soll. Doch viel Zeit um sich auszuruhen bleibt nicht. Denn kaum ist der Plan gefasst, nach Kerenza zu reisen, stellen sich bereits neue Probleme ein. Denn die Mao ist für höchstens 1.000 Passagiere konzipiert wurden. 3.400 Personen jedoch verbrauchen eindeutig zu viel Ressourcen und darüber hinaus auch eine Menge Sauerstoff.

Auf Kerenza hat man derweil ganz andere Probleme. Auf der Forschungsstation hat man allerhand zu tun, um die mobile Sprungplattform Magellan wieder einsatzbereit zu machen. Hierfür wird unter anderem Hermium benötigt. Um dessen Beschaffung zu befördern, haben Soldaten von BeiTech Familien der Minenarbeiter als Geisel genommen. Doch Gewalt erzeugt oft Gegengewalt und darauf folgt nie Gutes. Kerenzas Bewohner sabotieren das weitere Vorgehen daher so gut es geht.
Die Krise auf Kerenza spitzt sich also weiter zu, und man muss von Krieg sprechen.

Inmitten dieses Chaos lebt die Cousine von Kady, Asha, die sich der Widerstandsbewegung angeschlossen hat und alles versucht, um einen kleinen Schützling durch die heikle Lage zu bringen. Videoaufzeichnungen an die verstorben geglaubte Cousine halten sie aufrecht.

Als ihre verflossene große Liebe, Rhys Lindstrom, ausgerechnet auf Seiten von BeiTech wieder auftaucht, dreht sich ihre Welt zunächst weniger um eben diese, als um die Zweifelhaftigkeit und Fragilität großer Gefühle.



Meinung:


Wenn Jay Kristoff und Amie Kaufman ein Buch zusammen schreiben, dann ist das wohl der Goldstandard für Publikationen dieser Art.

Das Autorenduo steht für Spannung, einen gut durchdachten Plot, viele überraschende Wendungen, gewürzt mit einer feinen Note Humor. Kurzum: Verdammt gute Literatur, die man einfach nicht aus der Hand legen kann.

Fans der Reihe wissen vermutlich, dass die Übersetzung des finalen Bandes ins Deutsche lange in der Schwebe stand. Umso erfreuter waren vermutlich viele, dass Obsidio nun ab Mai 2022 doch noch auf dem deutschen Markt verkauft wird. Man ist allerdings sofort wieder drin im Geschehen. So dass die Zwangslesepause schnell wieder vergessen war.

Auch in dem finalen Band wird die Handlung mit einem rasanten Tempo vorangetrieben, allerdings ohne zu hetzen. Getragen wird das Geschehen von drei verschiedenen Fraktionen. So verfolgt der Leser zum einen die Geschehnisse aus Sicht von Kady und ihren Freunden, die sich nicht nur um ihre Verwundeten und Kranken kümmern müssen, sondern auch schon bald vor der Herausforderung eines großen Versorgungsproblems stehen.

Fans der künstlichen Intelligenz AIDAN, die immer wieder behauptet, Humor nicht zu kennen, dafür aber doch relativ häufig mit recht zynischen Sprüchen aufwartet, werden in diesem finalen Band voll auf ihre Kosten kommen. Soviel sei an dieser Stelle schon versprochen. AIDAN kommt gerade zu Anfang dieses Bandes höchst emotional daher. Ja, er hat sich sogar, soviel kann hier wohl angeteasert werden, verliebt. Doch leider hat auch die KI in diesem Band so ihre eigenen Probleme. Denn sein System leidet unter den vielen Kopien seiner selbst, die für den Transport von einem Schiff auf das nächste nötig waren und muss sich auch bald der Frage stellen, ob das Empfinden von Emotionen vielleicht doch eher hinderlich ist.

Der Band zentriert die Geschehnisse auf Kerenza. Die Bewohner leben auf einer besetzten Station und bangen jeden Tag um das eigene Überleben und das ihrer Angehörigen. Unter ihnen befindet sich Asha, die Cousine von Kady. Die Widerstandsbewegung bereichert das Figurenensemble ungemein und gibt der Geschichte Tiefe und Format.

Das Autorenduo schöpft sein Potential voll aus und entfaltet sein ganzes Spektrum von Möglichkeiten: Ebenso temporeich wie die Wechsel von Zeitebenen und Orten erfolgen auch die Perspektivenwechsel. Neu eingeführt wird hier die Perspektive eines BeiTech Offiziers. Rhys Lindstrom wird von seinen Kollegen als junger Schönling nicht wirklich ernst genommen. Er bekommt kurz nach seinem Arbeitsbeginn sogar eine „Aufpasserin“ an die Seite gestellt, die ihn bei der Instandsetzung der Systeme der Kolonie im Auge behalten soll. Nun, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Lindstrom nicht immer die klügsten Entscheidungen trifft ...



Fazit:


Der finale Band der Illuminae Akten „Obsidio“ hat lange auf die Übersetzung ins Deutsche warten müssen. Das Warten hat sich gelohnt. Der Band kann als weiterer Meilenstein angesehen werden. Packend, aber immer mit der genial komischen Süffisanz und dem Spaß an der Eskalation, die schon den Vorbänden zu eigen war.

Auch der dritte Teil der Reihe kommt wieder wie ein Kinofilm in Buchformat daher. Die Geschichte wird in Form von Videoaufzeichnungen, Tonspuren, Email-Verkehr, Chatauszügen und Datenprotokollen erzählt und mit Zeichnungen wie Lageplänen und Bildern der Pinnwand der Minenarbeiter auf Kerenza illustriert. Hinzu kommen in diesem finalen Band auch noch wunderschöne und bewegende Zeichnungen von Marie Lu.

Unglaublich innovativ und, das verspreche ich, ungemein elektrisierend.

Das Buch, wie eigentlich die ganze Reihe, ist ein Must-Read, das in wirklich keinem Buchregal fehlen sollte.

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Veröffentlicht am 14.06.2022

Watercolor + Silhouetten

Watercolor Silhouettes – Vom Instagram-Star jj_illus
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Inhalt:

In dem Buch „Watercolor Silhouettes“ geht es, wie der Titel schon verrät, darum, Silhouetten mit Landschaftsbildern und Mustern zu verbinden.

Auf den ersten Seiten des Buches geht die Autorin ...

Inhalt:

In dem Buch „Watercolor Silhouettes“ geht es, wie der Titel schon verrät, darum, Silhouetten mit Landschaftsbildern und Mustern zu verbinden.

Auf den ersten Seiten des Buches geht die Autorin auf Grundlagen ein. Sie verrät, was man zum Zeichnen ihrer Motive benötigt. Sie erläutert, worauf man beim Kauf der Materialien achten sollte und gibt konkrete Kaufempfehlungen.

Es folgt ein Abschnitt zu den Aquarelltechniken. Was ist der Unterschied zwischen Lasur- und Lavur-Technik? Welchen Effekt bekomme ich, wenn ich die Verwasch-Technik anwende und was versteht man unter Negativ-Technik?

Ein kurzer Abschnitt über Farbenlehre erläutert den Farbkreis von Johannes Itten. Hier wird u.a. aufs Farben mischen und auf Tonwerte eingegangen.

Die Abschnitte „Malvorlage“ und „Step by Step“ sind die Grundlagenforschung für die folgende Projekt-Ideen der Autorin. Diese werden auf zwei Doppelseiten kurz vorgestellt. Eine gut bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung nebst Erläuterung der Autorin führt von der Skizze bis zum finalen Bild.


Eigene Meinung:

Auf den ersten Seiten des Buches erfährt der Leser mehr über Materialien und Grundlagen zum Thema Zeichnen mit Aquarellfarben. Die Autorin erläutert, worauf man beim Kauf achten sollte und empfiehlt klar den Griff zu höherpreisigen und hochwertigen Materialien. Der Vorteil: Die Bilder verlieren nicht so schnell an Leuchtkraft und man ärgert sich nicht während und nach dem Zeichnen über Pinsel, die Haare verlieren. Über Papier, das sich bei der Nass- und Nasstechnik zu sehr wellt. Über Übergänge, die einfach nicht so richtig gelingen wollen. Der Nachteil: Man kann hier sehr schnell viel Geld loswerden. Ein sehr hochschwelliger Einstieg für Anfänger, die sich alle Materialien erst noch zulegen müssen und deren Können noch etwas Übung benötigt. Mehrkosten, die auf das ein oder andere Greenhorn abschreckend wirken können.

Der Abschnitt über die Materialkunde enthält einige interessante Informationen. So geht Jessica Janik zum Beispiel auf die Frage ein, was der Unterschied zwischen Farben im Näpfchen und in der Tube ist. Wertvolle Tipps werden farblich hervorgehoben. Welches Papier eignet sich am Anfang besonders gut, welche Art von Pinsel benutzt man am besten für großflächige Farbaufträge und welche für kleinere Details?

Es folgt ein Abschnitt zu den Aquarelltechniken. Jessica Janik stellt hier sechs verschiedene Techniken vor: Die Lasur-Technik, besser bekannt als Nass- auf-Trocken-Technik, die Lavur-Technik, auch genannt Nass-in-Nass-Technik, die Verwasch-Technik, die Negativ-Technik, die Maskier-Technik (Achtung: Hierfür benötigt man Masierflüssigkeit und/oder spezielles Klebeband), die Wasser- oder Salz-Technik. Zudem wird erläutert, unter welchen Umständen es gelingen kann Farbe im Nachhinein noch abzutragen. Auf diesen Seiten erfährt der Leser, wie man die einzelnen Techniken bestmöglich anwendet und schöne Effekte aufs Papier bekommt.

Der Abschnitt über die Farbenlehre verrät, welche Farben besonders harmonisch zueinander stehen und wie man beispielsweise ganz einfach mit der Hinzugabe von Schwarz oder mehr Wasser die Farbnuancen einer einzigen Farbe verändern kann.

Sehr zugesagt hat mir das zweiseitige Kapitel „Malvorlage“. Hier erläutert die Autorin, wie man sich selbst eine Vorlage mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms erstellen und diese dann digital über ein fertiges Projekt legen kann.

Diese Anleitung hat mir auch bei der Fertigung meines ersten Bildes nach Anleitung aus dem Buch sehr geholfen. Oft zeichne ich bei Büchern dieser Art die vorgegebenen Vorlagen frei Hand nach. In diesem Buch gestalten sich die Silhouetten allerdings teils doch recht komplex.

Oft habe ich mir hierfür schon einen passenden Downloadlink auf der Internetseite des Verlages oder aber Kopiervorlagen innerhalb des Buches gewünscht.
Die Anleitung in diesem Kapitel hilft jedoch das erste Hindernis zu überwinden und, ganz nebenbei, auch noch eine einzigartige Silhouette zu erschaffen. Zugleich motiviert dieser Abschnitt, kreativ zu werden.

Der folgende Abschnitt „Step by Step“ bereitet auf das Vorgehen der Autorin innerhalb der einzelnen Projekt-Vorschläge vor. Hier wird erläutert, worauf du beim Ausführen der Schritt-für-Schritt-Anleitungen im Vorfeld achten musst, um während des Zeichnens nicht zu viel Zeit zu verschwenden. Denn manchmal muss es schnell gehen. Drei kleine Übungen zum „warm werden“ helfen, um Mut für die kommenden Projekte zu fassen.

Die folgenden Projekte zeigen, das man schon ein wenig Zeichengeschick und Vorkenntnisse mitbringen sollte.

Jedes Projekt wird auf einer Doppelseite erst einmal vorgestellt. Auf der linken Seite erfährt man den Schwierigkeitsgrad. Eine Farbpalette und eine Materialliste helfen bei den Vorbereitungen. So kann man sich die Farben vorab schon anmischen und Pinsel, Papier sowie zusätzliche Materialien wie Zirkel, Maskierflüssigkeit etc. bereitlegen. Das hilft während des Zeichnens keine Zeit zu verschwenden und z.B. Patzer zu vermeiden, die durch zu schnelles Austrocknen der Farbe entstehen könnten.

Für mein erstes Projekt habe ich mich nicht vom Schwierigkeitsgrad der Übung, sondern einzig und allein vom Bild des fertigen Motives beeinflussen lassen.

Ich musste vorab allerdings etwas Mut sammeln. Denn die Zeichnungen sind sehr detailreich gefasst und stellten für mich auf den ersten Blick eine Herausforderung dar. Das von mir gewählte Marmeladenglas wurde mit dem Schwierigkeitsgrad „drei von fünf“ qualifiziert. Wobei es in diesem Buch kein Projekt mit einem Schwierigkeitsgrad von „eins“ und lediglich zwei Projekte mit Schwierigkeitsgrad „zwei“ gibt.

Von dem Gedanken, dass das eigene Bild dem im Buch exakt gleichen wird, sollte man sich frei machen. Auch benötigt man für die Adaption der Bilder Ruhe und Zeit. Belohnt wird man allerdings mit einem einzigartigen, individuellen Resultat, auf das man stolz sein kann.

Fazit:

Die Idee Silhouetten und Landschaftsmotive beziehungsweise Muster miteinander zu kombinieren, gefiel mir auf Anhieb. Das Cover sorgt für positive Emotionen beim Leser und macht Lust, Neugier und Entdeckerfreude in vollen Zügen auszuleben. Dies animiert zum Kauf.

Jessica Janik, die Autorin von „Watercolor Silhouettes“, die sich auf Instagram auch schon einen Namen unter jj_illus gemacht hat, führt die Leser dieses Buches hier Schritt für Schritt vom Einkauf der Materialien über das Kennenlernen unterschiedlicher Techniken und die Vorbereitungen für das kommende Projekt bis zum das Zeichnen eines Motivs. Wertvolle Tipps helfen Fehler im Vorfeld zu vermeiden.

Was die Projekte anbelangt, so würde ich dieses Buch an Fortgeschrittene empfehlen. Mit Recht empfiehlt die Autorin für die Umsetzung ihrer detailreichen und zeitaufwendigen Projekte auch hochwertige Materialien.

Die Projektierung eines mittelschwer bewerteten Werks hat mich, die mit den Grundlagen des Aquarellmalens vertraut war, vor eine Herausforderung gestellt. Umso stolzer war ich dann allerdings auf das fertige Bild.

Empfehlen kann ich Watercolor Silhouettes an fortgeschrittene Künstler/innen, die eine Herausforderung nicht scheuen und wahre Eyecatcher aufs Papier bringen möchten.

Neben wertvollen Tipps wird der Leser motiviert, selbst kreativ zu werden und eigene Silhouettenmotive zu erstellen. Die Grundlagen bekommt er in diesem Buch geliefert. Es besteht aber leider kein Zweifel daran, dass die tollen Ergebnisse auch aus Zeit, Fleiß und Emsigkeit resultieren.

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