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EstherStu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2023

süßes Kinderbuch über Geschwister

Wieso? Weshalb? Warum? junior. Wir sind Geschwister
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"Wir sind Geschwister" ist ein wirklich goldiges Kinderbuch für Kinder von 2-4 Jahren. Es handelt sich um ein Kindersachbuch, es wird also keine zusammenhängende Geschichte erzählt, sondern auf jeder Seite ...

"Wir sind Geschwister" ist ein wirklich goldiges Kinderbuch für Kinder von 2-4 Jahren. Es handelt sich um ein Kindersachbuch, es wird also keine zusammenhängende Geschichte erzählt, sondern auf jeder Seite wird eine andere Facette des Geschwisterhabens beleuchtet, sei es die Vorteile von Geschwistern oder auch mal ein Streit untereinander. Alles absolut alltagsnahe Situationen. Anders als Aufklärungsbücher für Geschwisterkinder bezieht sich dieses Buch also eher auf eine soziale Ebene, die aus meiner Sicht kindgerecht erklärt wird.
Begleitet werden die kurzen Textpassagen von wirklich süßen Illstrationen. Die Bilder sind nicht überladen und naturalistisch gezeichnet, was den Wert der Informationen unterstreicht. Besonders schön für kleine EntdeckerInnen: Hinter kleinen Pappklappen gibt es Extrainformationen und kleine weitere Bilder.
Geeignet ist das Buch aus meiner Sicht für alle jungen Familien.

Veröffentlicht am 03.07.2023

Cafe der kleinen Leute

Das Café ohne Namen
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Das "Cafe ohne Namen" entführt den Leser in das Wien der Sechziger Jahre, eine Stadt, die man sonst eher aus anderen Epochen beschrieben kennt. Diese Jahre Wiens waren mir neu und damit habe ich die Stadt ...

Das "Cafe ohne Namen" entführt den Leser in das Wien der Sechziger Jahre, eine Stadt, die man sonst eher aus anderen Epochen beschrieben kennt. Diese Jahre Wiens waren mir neu und damit habe ich die Stadt und ihre Menschen sozusagen aus einer anderen Sicht gesehen.
Der Protagonist Robert eröffnet ein Cafe, und auch das ist alles andere als das typische Wiener Kaffeehaus, viel mehr ist es eine Zusammenkunft der kleinen Leute. Nach und nach blickt der Leser dann in ihre Schicksale, ist Zeuge der Unterhaltungen und nimmt Teil am Leben einiger gescheiterter Existenzen. So weit, so gut. Grundsätzlich gefällt mir der Gedanke des Buchs, leider aber kam der Stein für mich nicht so Recht ins Rollen. Eine Handlung gibt es praktisch nicht. Die Geschichten hinter den Figuren werden angerissen, aber aus meiner Sicht nicht zuende erzählt. Insgesamt habe ich mich beim Lesen gelangweilt. Schade, andere Bücher von Seethaler wie den "Trafikanten" habe ich verschlungen, aber dieses Buch ist keine Empfehlung.

Veröffentlicht am 03.07.2023

tragisches Lanzarote

Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García
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In dem Buch geht es um den Postboten Pedro, der auf Lanzarote arbeitet und mit seinem Sohn Miguel und seiner Frau Carlota zusammen lebt. Zu seinem Sohn hat er ein inniges Verhältnis, doch seine Frau trennt ...

In dem Buch geht es um den Postboten Pedro, der auf Lanzarote arbeitet und mit seinem Sohn Miguel und seiner Frau Carlota zusammen lebt. Zu seinem Sohn hat er ein inniges Verhältnis, doch seine Frau trennt sich balkd von ihm und zieht mit dem gemeinsamen Sohn weg. Pedro beschließt mit seinem neuen Freund, dem Geflüchteten Amado, den Sohn zurück zu holen.
Ich habe dieses Buch vor allem als einfühlsame Vater-Sohn-Geschichte gelesen. Wie der Autor die Beziehung der beiden beschreibt, geht unter die Haut und macht gleichzeitig traurig und trotzdem froh. Einen Vater wie Pedro wünscht man sich in diesem Moment. Die Mutter dageben fand ich leider unsympathisch und etwas flach beschrieben.
Zu der Familiengeschichte erfährt man als LeserIn einiges über die Insel Lanzarote. Für Urlaubsfans ist dieses Buch also durchaus geeignet, auch wenn ich den Stoff nicht als typisches "Urlaubsbuch" empfehlen würde.
Insgesamt liest es sich flüssig und kurzweilig, aber es hat mich nicht vollends vom Hocker gerissen.

Veröffentlicht am 03.07.2023

Schottland in düsteren Zeiten

Shuggie Bain
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Das Buch entführt den Leser in das Glasgow der Thatcher-Zeit. Die Region ist vom untergehenden Bergbau gezeichnet, es herrschen Armut und Verzweiflung.
In dieser Zeit wird auch die Titelfigur Shuggie Bain ...

Das Buch entführt den Leser in das Glasgow der Thatcher-Zeit. Die Region ist vom untergehenden Bergbau gezeichnet, es herrschen Armut und Verzweiflung.
In dieser Zeit wird auch die Titelfigur Shuggie Bain geboren. Das Kind wächst bei einer alkoholkranken Mutter in armen Verhältnissen auf, hat keine Freunde, nimmt sich aber zum Ziel, seine kranke, aber liebevolle Mutter zu retten. Mit der Zeit muss er jedoch einsehen, dass dies nicht möglich ist.
Mich hat dieses Buch schwer beeindruckt. Man ist sehr tief drin in einer unglaublich traurigen und verzweifelten Familiengeschichte. Die Figuren des Jungen und seiner Mutter sind aus meiner Sicht toll gezeichnet. Auch wenn das Buch eher keine "spannende" Handlung hat, lebt es doch von seiner Erzähl- und Beschreibungskunst. Sicherlich ist das Buch aber nichts für LeserInnen von fesselnden Pageturnern.
Einen Extrapunkt gebe ich außerdem für die tolle Übersetzung, es ist sicherlich eine Herausforderung, breiten Glasgower Dialekt ins Deutsche zu übertragen.
Zudem möchte ich das Cover loben. Es ist so unglaublich innig und intim und bildet die Beziehung der beiden Figuren perfekt ab.

Veröffentlicht am 03.07.2023

gruselig und spannend

Die Verborgenen
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Das Buch erzählt zwei Geschichten parallel, die sich aber am Ende zusammen finden. Zum einen wird die Geschichte der Familie Hoffmann erzählt, nach außen glücklich, aber im Familiengefüge bröckelt es mächtig. ...

Das Buch erzählt zwei Geschichten parallel, die sich aber am Ende zusammen finden. Zum einen wird die Geschichte der Familie Hoffmann erzählt, nach außen glücklich, aber im Familiengefüge bröckelt es mächtig. Was keiner von ihnen weiß: unter ihrem Dach lebt noch eine weitere Person, die dort wohnt, isst und quasi an ihrem Leben teilnimmt.
Außerdem wird die Geschichte über einen Mord an einer jungen Frau erzählt. Die beiden Geschichten verflechten sich auch am Ende des Buches mit einer wie ich finde logischen Erklärung.
Am Neuesten und Überraschendsten war für mich das sogenannten "Phrogging", wie man offenbar das unbemerkte Leben von fremden Personen in einem bewohnten Haus nennt. Dass es dafür einen Begriff gibt, zeigt, dass das ein Phänomen ist, das wohl öfter vorkommt, mir aber bisher völlig unbekannt war. Ich fand die Geschichte dadurch nicht nur total spannend, sondern auch lehrreich.