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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2023

Lass los!

Warum du nicht perfekt sein musst
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“Warum du nicht perfekt sein musst” begegnet Leistungsdruck und Selbstoptimierung mit Achtsamkeit und Genügsamkeit. „Du musst nicht schon wieder etwas machen, ändern oder verbessern. Lass los und erlaube ...

“Warum du nicht perfekt sein musst” begegnet Leistungsdruck und Selbstoptimierung mit Achtsamkeit und Genügsamkeit. „Du musst nicht schon wieder etwas machen, ändern oder verbessern. Lass los und erlaube dir, einfach nur zu sein.“
Die Autoren, die sich bereits in ihrem Podcast mit den inneren Werten beschäftigen, haben ein ansprechendes Programm in Buchform gebracht. Listen wechseln sich ab mit Übungen oder Zitaten. Das ist noch dazu hübsch illustriert und bietet Raum für persönliche Notizen.
Wer sich von äußeren Umständen oder inneren Antreibern dazu bringen lässt, sich selbst in Frage zu stellen, erhält hier vielfältige Impulse, um sich wieder auf die eigenen Stärken und Bedürfnisse zu besinnen. Ich empfehle diesen „Weg zu mehr Leichtigkeit“.

Veröffentlicht am 04.06.2023

Für Fan-Fachgespräche

Die Wissenschaft von Game of Thrones
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Nach Mittelerde haben sich die Herausgeber der wissenschaftlichen Auseinandersetzungen eine weitere Fantasy-Welt für dieses Buch vorgenommen, die von Game of Thrones.
Die Autoren sind Experten verschiedener ...

Nach Mittelerde haben sich die Herausgeber der wissenschaftlichen Auseinandersetzungen eine weitere Fantasy-Welt für dieses Buch vorgenommen, die von Game of Thrones.
Die Autoren sind Experten verschiedener Gebiete, wie Klima, Sprache oder Psychologie und setzen sich ernsthaft mit den jeweiligen Eigenheiten der erfundenen Welt auseinander. „Winter is coming“ - Wie wird der Klimawandel ausfallen? Sind die Schlachten realistisch? Wie groß wird ein Drache?
Auch nimmt das Werk immer wieder Bezug zum Herrn der Ringe, dem großen Fantasy-Epos, das über allen anderen steht. „Im Lied von Eis und Feuer sucht man dagegen vergeblich nach makellosen und untadeligen Vertretern des Guten, da alle ihre Zeit damit zu verbringen scheinen, andere zu betrügen.“
An manchen Stellen störte mich, wie viel in gewisse Details hineininterpretiert und französisiert wurde. Einerseits hatte George R.R. Martin sicher nicht diese Hintergründe, andererseits wirken sie auf Leser aus anderen Ländern als Frankreich befremdlich, beispielsweise, wenn die aus dem Englischen ins Französische übersetzten Dialoge zur Veranschaulichung in der deutschen Ausgabe zitiert werden.
In die Welt einzutauchen und Beobachtungen aus Buch und Serie zu erlesen, macht Lust, diese erneut zu beginnen und mit anderen Augen wahrzunehmen. Für das Fachgespräch unter Fans sind die Einblicke des hochwertig hergestellten Buchs zu empfehlen.

Veröffentlicht am 28.05.2023

Naturalien der Eifel

ENDLICH EIFEL – Band 7
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In „Endlich Eifel“ werden Land und Leute der Region unter einem bestimmten Schwerpunkt vorgestellt. Band 7 ist dem Genuss gewidmet, es geht also vornehmlich um Naturalien.
Interessant ist schon das Format ...

In „Endlich Eifel“ werden Land und Leute der Region unter einem bestimmten Schwerpunkt vorgestellt. Band 7 ist dem Genuss gewidmet, es geht also vornehmlich um Naturalien.
Interessant ist schon das Format als Bugazin, das wie ein übergroßes Taschenbuch daherkommt und inhaltlich mit Reportagen aufwartet. In den Porträts begegnen wir Eifelern, die meist etwas anbauen oder Essbares produzieren, wie Käse oder Printen. Sie werden nahbar dargestellt und agieren im Einklang mit der Natur.
Die Texte variieren abhängig von ihren Verfassern. So haben einige für die Darstellung genau den richtigen Ton getroffen, während andere, beispielsweise mit ellenlangen Temperaturstatistiken, eher langweilen.
Besonders gefallen haben mir der Artikel über eine Sauerteigbibliothek, die Sauerteig aus der ganzen Welt archiviert, und das Kapitel mit typischen Rezepten. In jedem Fall macht das Bugazin Lust darauf, der Eifel einen Besuch abzustatten und ihre Besonderheiten selbst zu entdecken.

Veröffentlicht am 21.05.2023

Allein unter Zombies

Clementine
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Die mehrfach ausgezeichnete Comic-Künstlerin Tillie Walden spinnt mit „Clementine“ die Geschichte einer Figur eines Computerspiels weiter, das im Universum von „The Walking Dead“ angesiedelt ist.
Dieser ...

Die mehrfach ausgezeichnete Comic-Künstlerin Tillie Walden spinnt mit „Clementine“ die Geschichte einer Figur eines Computerspiels weiter, das im Universum von „The Walking Dead“ angesiedelt ist.
Dieser erste Band beginnt mit „keuch“, „stich“ und „uargh“, denn natürlich gibt es hier Begegnungen mit Zombies, die erledigt werden müssen. Clementine begegnet auf ihrem Weg nach Norden anderen Menschen, doch Vertrauen schenkt sie keinem so schnell.
Anders als in der Fernsehserie sind die Hauptfiguren des Comics Jugendliche, die einige Erfahrungen erst noch sammeln müssen. Andererseits wird ein natürlicher Umgang mit einer körperlichen Behinderung vermittelt, die der Anerkennung für die Heldin keinen Abbruch tut.
Die Zeichnungen sind komplett in Schwarz-Weiß gehalten und zeugen vom Können der Illustratorin. An manchen Stellen fiel es mir schwer, der Handlung zu folgen, da diese weder aus Bild noch aus Text ersichtlich wurde. Aufgrund des offenen Endes und der ansprechenden Grafik kann ich mir dennoch gut vorstellen, die Reihe weiterzuverfolgen.

Veröffentlicht am 14.05.2023

Die Kämpfe des Lebens

Dry
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Christine Koschmieder verarbeitet ihre eigene Geschichte in Romanform. Die frühesten Erinnerungen stammen aus ihrer Kindheit ab 1982, die jüngsten sind kaum drei Jahre her.
Es geht um die persönlichen ...

Christine Koschmieder verarbeitet ihre eigene Geschichte in Romanform. Die frühesten Erinnerungen stammen aus ihrer Kindheit ab 1982, die jüngsten sind kaum drei Jahre her.
Es geht um die persönlichen Kämpfe, wie den gegen die Krebserkrankung des Partners, um Emanzipation, um Alkoholabhängigkeit. „Mein Leben, das ich bisher als griechische Tragödie mit hohem Hollywoodanteil gelesen habe, so eine, in der die Götter ständig im Drehbuch rumpfuschen.“
Das Buch ist unterteilt in Abschnitte, die bestimmte Zeiträume abdecken, aber nicht chronologisch aufeinanderfolgen. In kleinen Episoden lernen wir die Ich-Erzählerin ausreichend kennen, um zu verstehen, welche Umstände sie in die Entzugsklinik bringen. Die dort verbrachten drei Monate bilden sowohl tragischen Höhepunkt als auch Versöhnung mit der Vergangenheit.
Die Tragikomik des Lebens erhält durch die Protagonistin eine authentische Stimme, der ich gerne zuhörte; Koschmieders geradliniger Erzählton, der ganz ohne Effekthascherei auskommt, geht ans Herz und überzeugt.