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Veröffentlicht am 08.11.2020

Drogenbande

Schnee vom Gardasee
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„Schnee vom Gardasee“ ist die vierte Kooperation der Kommissare Fontanaro aus Verona und Breitwieser aus Traunstein. „Wie schaffen Sie es nur immer wieder, Fälle an Land zu ziehen, die einen italienisch-bayrischen ...

„Schnee vom Gardasee“ ist die vierte Kooperation der Kommissare Fontanaro aus Verona und Breitwieser aus Traunstein. „Wie schaffen Sie es nur immer wieder, Fälle an Land zu ziehen, die einen italienisch-bayrischen Austausch nötig machen?“, wundert sich darüber selbst der Staatsanwalt, der mit zum festen Ensemble der Reihe gehört.
Nachdem auf beiden Seiten der Grenze Tote auftauchen, steht diesmal eine Familie, die im Drogengeschäft agiert, im Zentrum der Ermittlungen. Düstere Atmosphäre kommt durch das Eintauchen in dieses Milieu jedoch nicht auf; vielmehr wird immer wieder verharmlosend von „Schnee“ statt „Kokain“ gesprochen.
Auch wenn der Fall schlüssig gelöst wird, konnte mich dieser Teil nicht vollends begeistern. Ich hätte erwartet, dass die Ermittler mehr zusammenarbeiten („Sie hatten seit Stunden nicht mehr miteinander gesprochen, ermittelten parallel an einem Fall, ohne sich auszutauschen. Das war nicht gut.“) und sich auch persönlich weiterentwickeln.

Veröffentlicht am 01.11.2020

Trauer und Hoffnung

Sterben im Sommer
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In “Sterben im Sommer” erzählt Zsuzsa Bánk von der Krankheit, dem Sterben und dem Totsein des Vaters.
Es ist eine ungarisch-deutsche Familiengeschichte, die von den Besonderheiten des Lebens in verschiedenen ...

In “Sterben im Sommer” erzählt Zsuzsa Bánk von der Krankheit, dem Sterben und dem Totsein des Vaters.
Es ist eine ungarisch-deutsche Familiengeschichte, die von den Besonderheiten des Lebens in verschiedenen Ländern und des Wechsels der Sprache geprägt ist, und ein sehr persönliches Buch, denn es spiegelt die Gefühle und Erlebnisse der gesamten Familie Bánk wider.
Die Autorin schafft es mit einer eindringlichen Sprache in den Bann zu ziehen und die Facetten von Verlust und Trauer bildhaft zu vermitteln. Die Sprecherin hat sowohl die besondere Stimmung als auch die ungarischen Zitate authentisch eingefangen. Ein solch intensives Hörbuch habe ich bisher selten erlebt, und es hinterlässt einen tiefen und bewegenden Eindruck.

Veröffentlicht am 29.10.2020

Adas Suche

Ada
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„Ada“ ist die in Romanform verfasste Fortsetzung der in „Der Apfelbaum“ begonnenen Familiengeschichte des Autors Christian Berkel. Er erzählt aus Sicht der weiblichen Hauptfigur Ada authentisch vom Ankommen ...

„Ada“ ist die in Romanform verfasste Fortsetzung der in „Der Apfelbaum“ begonnenen Familiengeschichte des Autors Christian Berkel. Er erzählt aus Sicht der weiblichen Hauptfigur Ada authentisch vom Ankommen im Nachkriegsdeutschland (nach der Flucht ins Ausland), der Jugend in den 60er Jahren bis zur Feier nach dem Mauerfall.
Wie ein roter Faden zieht sich dabei Adas Suche nach Identität durch das Buch, ihre Fragen nach der Herkunft, das Verstehen der Geschehnisse während des Krieges, das die Schicksale ihrer Eltern prägte. Vergleichsweise, trotz einiger aufregender Situationen, ist Adas Leben leicht, denn es gibt keine Bomben, keine Lager, keine Verfolgung. Dadurch wirkt der zweite Teil vielleicht etwas weniger intensiv als der erste, und dennoch verzaubert er mit einer wunderbaren Sprache und den Ecken und Kanten seiner Figuren. Ich empfehle, die Bücher nacheinander zu lesen, um ihre Entwicklung mitzuerleben, und sie zu lesen empfehle ich sowieso.

Veröffentlicht am 25.10.2020

Alles, was dran ist

Das Alles-verwenden-Kochbuch
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„Das Alles-Verwenden-Kochbuch“ verspricht „pflanzenbasierte Zero-Waste-Küche“ und macht bei den Rezepten tatsächlich überraschende Vorschläge, welche Pflanzenteile doch noch verwendbar wären (ich sage ...

„Das Alles-Verwenden-Kochbuch“ verspricht „pflanzenbasierte Zero-Waste-Küche“ und macht bei den Rezepten tatsächlich überraschende Vorschläge, welche Pflanzenteile doch noch verwendbar wären (ich sage nur: Bananenschale).
Nach jedem der 18 Pflanzenporträts - von Aubergine bis Süßkartoffel - (ein wirklich lehrreicher Bestandteil dieses Kochbuchs) folgen gut bebilderte und teilweise mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen versehene Rezepte. Ergänzt werden diese um Grundrezepte, wie Gemüsebrühe, und einen mit kleinen Zeichnungen ansehnlich gestalteten Saisonkalender.
Bedauerlicherweise habe ich kaum Rezepte gefunden, die mich ansprachen, was auch daran lag, dass meist ungewöhnliche Zutaten, wie Galgant, Hafermilch oder Flohsamenschalen, verwendet werden sollten. Das Konzept und die Umsetzung des Buchs gefallen mir gut, aber ein Veganer wird damit womöglich glücklicher als ich.

Veröffentlicht am 18.10.2020

Weltraum, wir kommen

Wir haben ein Problem
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„Houston - Wir haben ein Problem“ - Dieser Satz ist jedem ein Begriff und wurde repräsentativ (ohne Angabe des NASA-Standorts) zum Titel dieses Buchs über Pannen in der Raumfahrt.
Neben fachlichen Erklärungen ...

„Houston - Wir haben ein Problem“ - Dieser Satz ist jedem ein Begriff und wurde repräsentativ (ohne Angabe des NASA-Standorts) zum Titel dieses Buchs über Pannen in der Raumfahrt.
Neben fachlichen Erklärungen (so erfahren wir über den Librationspunkt 1 „Diese Position ist einer von fünf Orten im freien Raum in weitem Erdabstand, an denen sich die Schwerkraft von Erde, Sonne und Mond aufheben.“) lesen wir in kurzen Episoden von Fehlstarts, Missverständnissen und dem Leben als Astronaut.
Auch wenn sich die Begeisterung des Autors für das Thema in teilweise recht spezifischen Schilderungen widerspiegelt, schließt er mit der Betrachtung der Wahrscheinlichkeit einer Begegnung mit intelligenten Wesen außerhalb der Erde den Bogen zu häufig diskutierten Fragen. Für Antworten - warum nach den Sternen greifen, dieses Buch liegt so nah.