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Veröffentlicht am 28.07.2019

Düstere Welten

Das Labyrinth des Fauns
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Während des 2. Weltkriegs zieht Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater in ein Haus im Wald. Immer wieder entflieht sie der Realität in eine magische Welt.
„Das Labyrinth des Fauns“ ist ...

Während des 2. Weltkriegs zieht Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater in ein Haus im Wald. Immer wieder entflieht sie der Realität in eine magische Welt.
„Das Labyrinth des Fauns“ ist eine Nacherzählung des Films „Pans Labyrinth“ und kann den Filmkenner somit nicht mit seiner Handlung überraschen. Lediglich kurze Märchen mit Anspielungen zur Geschichte sind ein neues Element des Buchs. Vorherrschend und schwer zu ertragen ist die Brutalität des neuen „Vaters“ gegenüber den Aufständischen, die sich im Wald verstecken, oder Menschen, die ihm zufällig in die Quere kommen. Die Aufgaben des Fauns für das Mädchen und die Erlebnisse in der Parallelwelt sind das Besondere an der Geschichte, kommen aber für meinen Geschmack zu kurz.
Trotz seiner schönen Aufmachung (Prägung des Schutzumschlags und Zeichnungen) und der Verknüpfung der Handlung in verschiedenen Welten war mir das Buch zu düster, als dass der magische Funke hätte überspringen können. Schade!

Veröffentlicht am 27.07.2019

Keiner verlässt die Insel

Nachts schweigt das Meer
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Detective Inspector Ben Kitto ist mit der Absicht, eine Ermittlungsauszeit zu nehmen, auf seine britische Heimatinsel zurückgekehrt. Als ein Mordfall geschieht, kann er das Ermitteln doch nicht lassen.
In ...

Detective Inspector Ben Kitto ist mit der Absicht, eine Ermittlungsauszeit zu nehmen, auf seine britische Heimatinsel zurückgekehrt. Als ein Mordfall geschieht, kann er das Ermitteln doch nicht lassen.
In diesem ersten Teil der Krimireihe lernen wir die Inselbewohner und den Protagonisten näher kennen samt der Ursache für seinen Rückzugsplan. Neben der Interaktion mit Verwandten und Kindheitskontakten entsteht auch eine zarte Liebesverbindung.
Abseits der Beschreibung der Inselgeographie besteht der Roman aus vielen Befragungen und sich wiederholenden Schlussfolgerungen zum potenziellen Täter. „Dass die drei Hauptverdächtigen Laura alle sehr nahegestanden haben, überrascht mich nicht. Die Mehrzahl aller tödlichen Stichverletzungen sind Verbrechen aus Leidenschaft.“ Mit der wiederkehrenden Theorie einer „Überdosis Cannabis“ macht die Autorin den Ermittler allerdings unglaubwürdig, und Vergleiche mit „den Wäldern von Wyoming“ tun nun wirklich nichts zur Sache beim Handlungsort Großbritannien. Ein paar Streichungen und Straffungen würden dem Buch guttun, ansonsten war es ganz gut.

Veröffentlicht am 14.07.2019

Rasante Reise nach Italien

Herzgrab
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Elena ist in Österreich und Italien auf der Suche nach einer vermissten Person, während ihr Ex-Mann in einem anderen Fall ermittelt. Ihr Wiedersehen zeigt, dass beide Fälle zusammenhängen.
Der Kriminalroman ...

Elena ist in Österreich und Italien auf der Suche nach einer vermissten Person, während ihr Ex-Mann in einem anderen Fall ermittelt. Ihr Wiedersehen zeigt, dass beide Fälle zusammenhängen.
Der Kriminalroman „Herzgrab“ wurde hier als Hörspiel umgesetzt. Die Sprecher verkörpern gekonnt die Persönlichkeiten der Figuren - auf den österreichischen Dialekt wurde womöglich zugunsten der Verständlichkeit verzichtet, aber ein bisschen Italienisch hört man hier und da. Die Hintergrundgeräusche, selbst bei einer Autofahrt läuft im Hintergrund das Radio, verleihen Authentizität.
Der Fall selber wartet mit abwechslungsreichen Handlungsorten auf und führt in die Kunstszene. Dabei kommen die Verwicklungen zwischen den Protagonisten (Szenen einer Ehe) und in den Fall involvierten Figuren (Geheimnisse eines Familienclans) nicht zu kurz.
Den Hörer erwartet ein unterhaltsamer und spannender Kriminalfall, für den ich eine klare Empfehlung aussprechen möchte.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Eine deutsche Geschichte

Über alle Grenzen
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Eine bayrische Familie zieht in den 50er Jahren nach Thüringen und bleibt dort, auch als die Mauer geschlossen wird. Wie sie das Leben in der DDR erlebt, erzählt Hera Lind in „Über alle Grenzen“.
Der Roman ...

Eine bayrische Familie zieht in den 50er Jahren nach Thüringen und bleibt dort, auch als die Mauer geschlossen wird. Wie sie das Leben in der DDR erlebt, erzählt Hera Lind in „Über alle Grenzen“.
Der Roman hat zwei Zeitstränge: Die Vergangenheit wartet mit Stasi-Verfolgung, Gefängnis und Folter, Diskriminierung von Kindern und Flucht auf und ist damit der spannende Teil der Geschichte. In der heutigen Zeit erleben wir, wie die Familie die Vergangenheit verarbeitet und erneut zueinanderfindet.
In den verschiedenen Zeitebenen verstecken sich auch die Stärken und Schwächen der Erzählung: Während Szenen, wie die Schilderung eines Verhörs aus den Augen einer Betroffenen, nahegehen (insbesondere auch durch die sprecherische Darbietung), geht die Darstellung der Krankheiten und Behandlungen irgendwann nur noch auf die Nerven.
Obwohl die Handlung auf einer wahren Geschichte beruht, wurden einige historische Fakten (z.B. der Pioniergruß) falsch dargestellt, was mich andere unbekanntere Sachverhalte in Frage stellen ließ. Hinzu kam die Langatmigkeit, die mein Hörvergnügen trübte.

Veröffentlicht am 30.06.2019

Wasserlos

Dry
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Kalifornien ist von der Wasserversorgung abgeschnitten. Ein paar Jugendliche begeben sich gemeinsam auf eine gefährliche Reise auf der Suche nach Wasser.
Das Buch wird aus den Blickwinkeln der Hauptfiguren ...

Kalifornien ist von der Wasserversorgung abgeschnitten. Ein paar Jugendliche begeben sich gemeinsam auf eine gefährliche Reise auf der Suche nach Wasser.
Das Buch wird aus den Blickwinkeln der Hauptfiguren geschildert, wodurch deren unterschiedliche Wahrnehmung und Wesenszüge gut zum Ausdruck gebracht werden. Unterbrochen werden diese Kapitel durch „Snapshots“, die Darstellung aus Medien oder Berichte von Nebenfiguren, die einen Rahmen für das Geschehen bilden.
„Ich mache mir Sorgen über den Zustand der Welt da draußen, obwohl wir so gut vorbereitet sind.“ Die Vorstellung, dass durch den Klimawandel eine ähnliche Situation entstehen könnte, ist greifbar und macht nachdenklich. Gleichzeitig ist das Thema in einer spannenden Dystopie verpackt, die den Leser in Anbetracht der physischen und psychischen Herausforderungen mit den Protagonisten mitfiebern lassen. Ein lesenswerter Roman!