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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2024

Bringt zum Lachen

Dolce vita für Fortgeschrittene
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Es ist ein wirklich nettes kleines Büchlein, das schnell gelesen ist und durch seinen humorvollen, lockeren Schreibstil Sonnenschein, Entspannung und Lachen in den Kopf der Leser bringt. Dabei spielt die ...

Es ist ein wirklich nettes kleines Büchlein, das schnell gelesen ist und durch seinen humorvollen, lockeren Schreibstil Sonnenschein, Entspannung und Lachen in den Kopf der Leser bringt. Dabei spielt die Autorin auf humorvolle Weise mit diversen italienischen Klischees und nebenbei lernt man sogar noch ein bisschen was. Absolut zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Für ein neues, individuelles Coachingverständnis

Hört auf zu coachen!
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Wow, was für ein tolles Buch! Ich bin als freiberufliche Klinische und Gesundheitspsychologin in einem angrenzenden Bereich zum Coaching tätig und in der letzten Zeit hat mich immer mehr die Beobachtung ...

Wow, was für ein tolles Buch! Ich bin als freiberufliche Klinische und Gesundheitspsychologin in einem angrenzenden Bereich zum Coaching tätig und in der letzten Zeit hat mich immer mehr die Beobachtung begleitet, dass die meisten "Standardrezepte", die Psychologen, Berater und Coaches oft in diversen Ausbildungen so vermittelt kriegen, für viele Klienten nicht passen und es ein individuelleres Vorgehen braucht, um Klienten wirklich zu helfen.

In diesem Buch beschreibt Svenja Hofert in leicht verständlicher, unterhaltsamer und praxisbezogener Art die Phasen der Ich-Entwicklung nach Loevinger und gibt Hinweise, wie Coaches ihre eigene Ich-Entwicklung und die des Klienten besser einschätzen und sich in ihrem Coachingansatz darauf einstellen können - das sogenannte Flexi-Coaching (für das allerdings eine relativ weit fortgeschrittene eigene Ich-Entwicklung Voraussetzung ist).

Sie räumt gründlich auf mit vorherrschenden Generalisierungen im Coaching á la "Man darf auf keinen Fall Ratschläge und konkrete Hinweise geben, die Antwort liegt immer im Klienten" und erklärt, warum manche Klienten in manchen Entwicklungsstadien sehr viel von konkretem Rat oder gemeinsamem Einüben von neuem Verhalten profitieren können und nicht alle immer in der Lage sind, die Antwort alleine und nur durch Fragen in sich zu finden. Wieder andere Klienten profitieren vielleicht sehr von der Erklärung bestimmter psychologischer Modelle, während manche darüber hinaus sind und sich einfach einen Sparring-Partner für anregende, inspirierende Gespräche auf hohem Niveau wünschen.

Das Buch inspiriert also, genauer hinzuschauen, wo ich selbst stehe als Coach, Psychologe oder Berater und wo ich mich hinentwickeln könnte, aber auch, wo mein Klient steht und was das für die Beratung bedeutet. Dabei ist es keinesfalls dogmatisch, sondern sehr offen, gibt Hinweise, Ideen und Inspirationen, ermutigt aber vor allem dazu, Coaching zu individualisieren und den Mut zu haben, einen Ansatz zu entwickeln, der zu einem selbst passt, aber auch individuell auf den jeweiligen Klienten zugeschnitten wird.

Absolute Kaufempfehlung für alle im psychosozialen Bereich Tätigen, die an Weiterentwicklung und Individualisierung interessiert sind!

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Viele gravierende Rechtschreibfehler, nicht neutral

Erfüllendes Mutterglück oder kinderlose Freiheit?
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Aufgrund der positiven Rezensionen war ich gespannt auf dieses Buch. Ich selbst bin Mitte 30 und habe ein Kind. Mich interessiert das Thema theoretisch, ich wollte außerdem wissen, ob ich es Freundinnen ...

Aufgrund der positiven Rezensionen war ich gespannt auf dieses Buch. Ich selbst bin Mitte 30 und habe ein Kind. Mich interessiert das Thema theoretisch, ich wollte außerdem wissen, ob ich es Freundinnen empfehlen kann und ob ich mein früheres Ich, vor der Entscheidung für unser Kind, dort wiederfinden würde.

Ich bin froh, dass mein früheres Ich dieses Buch nicht gelesen hat. Nicht lesen konnte, da es damals noch nicht erschienen war. Denn das Buch gibt vor, neutral zu sein und einem alle Werkzeuge für eine freie Entscheidung in die Hand zu geben. Doch das tut es nicht, an vielen Stellen scheint die innere Haltung der Verfasserin durch und dass sie sich ihre eigene Lebenssituation - mit ihrem ach so wunderbaren, 30 Jahre älteren Partner, der keine Kinder mehr will oder kriegen kann - schönreden möchte.

Wie sehr sich die eigene Persönlichkeit durch ein Kind verändert, kommt nicht genug durch, es geht vorrangig um das "Ich", das man jetzt ist, kinderlos, und was einem da wichtig sei, z.B. Freiheit und Unabhängigkeit. Und das Buch bleibt auch auf einer sehr logisch-rationalen Ebene und hilft nicht dabei, sich emotional-intuitiv in das Thema "Eltern werden" einzuspüren... dabei wird auch nur selten das große Glück, das viele Kinder für ihre Eltern immer noch sind und das mit noch so vielen Argumenten nicht aufzuwiegen ist, spürbar.

Und obwohl die Verfasserin x Male betont, wie "emphatisch" (sie meint "empathisch", aber leider ist dieses Wort durchgängig falsch geschrieben, offenbar gab es hier keinerlei Korrektorat) sie doch sei und wie gut sie sich in alles einfühlen könne... wer weiß, wie es wirklich ist, ein Kind zu haben, sieht an vielen Beispielen im Buch, welchen Trugschlüssen sie da unterliegt. Besonders stark zeigt sich das zum Beispiel im Kapitel über die Freundschaften und wie diese sich durch ein Kind ändern würden und wo sie allen Ernstes meint, dass die kinderlose Freundin in einer Freundschaft, in der eine ein Kind kriegt "eine sehr viel größere Anpassungsleistung vollbringen muss" als die, die gerade Mutter geworden ist. (S. 296) und sich außerdem beleidigt fühlt, dass ihre Freundin, die ein kleines Kind hat, ihr dabei nicht in jedem Moment vollen Blickkontakt und volle Aufmerksamkeit schenken kann, während sie von ihren Arbeitsproblemen erzählt (statt, wie eine tatsächlich empathische Person, sich in die Freundin einfühlen zu können und dankbar dafür zu sein, dass diese sich immerhin so sehr bemüht, sich die Arbeitsprobleme anzuhören, obwohl sie nebenbei auf ihr kleines Kind schauen muss... etwas sehr Anstrengendes, was alle tatsächlichen Eltern wissen).

Liebe Ellen Kuhn, als eine, die beides schon erlebt hat - zuerst einige Male, dass eine ihrer Freundinnen ein Kind bekommt und dann schließlich, selbst Mutter zu werden - kann ich dir sagen: du irrst dich sehr und es gibt ganz vieles, was du da nicht siehst. Vielleicht gar nicht sehen kannst, ohne diese Erfahrung gemacht zu haben (ja, das ist tatsächlich so, wenn das auch vorher keiner hören will, wollte ich auch nicht)... aber täusche dich doch nicht selbst so sehr und meine, du könntest dich tatsächlich in alles so sehr einfühlen.

Ja, es sind einige interessante Perspektiven in dem Buch... und doch liest es sich für mich klar als eines, das eher gegen die Mutterschaft gerichtet ist, von einer, die sich schon dafür entschieden hat, aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen, und dafür Gründe sucht.

Für eine neutrale Entscheidung und Unterstützung bei dem Prozess, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden, kann ich es deshalb nicht empfehlen. Es gibt auch noch einige weitere störende Rechtschreibfehler, die sich durch das Buch ziehen, davon ist emphatisch statt empathisch der wichtigste, weil häufigste, aber nicht der einzige. Ich werde das Buch nun wieder verkaufen.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Flache Figuren, verwirrender Schreibstill, von Hass triefendes Männerbild

12 Grad unter Null
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Ich schreibe selten Rezensionen, in denen ich ein Buch sehr schlecht bewerte, denn ich weiß, wie schwierig es ist, gute Literatur zu verfassen. Deshalb lobe ich sonst lieber das, was ich ausgezeichnet ...

Ich schreibe selten Rezensionen, in denen ich ein Buch sehr schlecht bewerte, denn ich weiß, wie schwierig es ist, gute Literatur zu verfassen. Deshalb lobe ich sonst lieber das, was ich ausgezeichnet finde, und schweige über das, was ich schlecht finde.

Hier mache ich eine Ausnahme: denn ich finde dieses Buch dermaßen schlecht, bei gleichzeitig bisher so guten Bewertungen, die ich absolut nicht nachvollziehen kann!

Ich bin bis Seite 60 gekommen, das ist knapp die Hälfte des dünnen Büchleins (das zu diesem Preis auch hoffnungslos überteuert ist... ich selbst habe es gebraucht gekauft, bereue aber auch davon jeden Euro).

Die Buchidee klingt spannend: eine Dystopie, in der Männer das Recht haben, alle ihrer Meinung nach in Frauen getätigten Investitionen (Geschenke usw.) zurückzufordern, sieben Jahre rückwirkend. Das hätte ein spannendes Buch werden können. Doch leider bleiben die vorkommenden Figuren dermaßen flach, der Vater ist einfach nur sadistisch-bösartig bis zu missbrauchend, die Frauen schwach und hinnehmend, auch der Verlobte einer der Protagonistinnen lässt sie trotz gemeinsamem Wunschkind, mit dem sie schwanger ist, einfach fallen,... ohne irgendeine Erklärung. Keine der Figuren ist auch nur irgendwie nachvollziehbar gezeichnet, sodass man sich in sie einfühlen könnte. Die Männer sind einfach böse, weil sie böse sind, aus "gekränkter Eitelkeit" (wird an einer Stelle im Buch angegeben). Es wird nicht differenziert, es kommt kein einziger Mann vor, der nicht so ist, das in Frage stellt oder dessen Entwicklung hin zu der frauenverachtenden Einstellung auch nur differenziert gezeichnet wird. Das Buch leidet also an einem eklatanten Mangel an psychologischem Wissen und differenzierter Beschäftigung mit Figurenentwicklung. Dazu kommt ein verwirrender Schreibstil, der vieles offen lässt.

Die guten Rezensionen kann ich mir nur so erklären, als, dass das Buch einen Nerv des momentanen sehr feministisch geprägten Zeitgeistes trifft und die Idee an sich spannend wäre. Die Umsetzung ist leider äußerst mangelhaft. Definitiv keine Empfehlung!

Wer zum Thema was lesen möchte, ist besser beraten, das Geld in gute Bücher dazu zu investieren (z.B. "Der Report der Magd" von Margaret Atwood.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Empowerndes Memoir

Schafft euch Schreibräume!
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Darf ich genauso schreiben, wie es sich für mich richtig anfühlt? Darf ich mich zeigen, als Frau im 21. Jahrhundert, mit meinen Erfahrungen, meinen Gedanken, Wünschen und Ideen? Ja, dazu ermutigt mich ...

Darf ich genauso schreiben, wie es sich für mich richtig anfühlt? Darf ich mich zeigen, als Frau im 21. Jahrhundert, mit meinen Erfahrungen, meinen Gedanken, Wünschen und Ideen? Ja, dazu ermutigt mich dieses Buch.

Muss ich andere beurteilen lassen, ob ich das Recht habe, eine Autorin zu sein? Muss ich mich in deren Kategorien, wie Schreiben zu sein hat, pressen lassen? Nein, das muss ich nicht.

Ich darf meine eigene Stimme finden. Ich darf so schreiben, wie es sich für mich richtig anfühlt. Und ich darf mir einen geschützten Raum dafür suchen oder schaffen, alleine oder gemeinsam mit anderen Schreibenden, so wie es mir entspricht.

Das Buch "Schafft euch Schreibräume!" von Judith Wolfsberger ist ungewöhnlich. Es scheint in kein vorgefertigtes Schema zu passen, es ist eine Mischung aus verschiedenen Genres: Memoir, Reisebericht, Sachbuch und persönliches Statement.
Und genau dadurch zeigt dieses Buch rollenvorbildmäßig auf, wofür es steht: dafür, unkonventionell sein zu dürfen, die eigene Schreibstimme entdecken und entwickeln zu dürfen und genau so zu schreiben, wie es für einen selbst authentisch ist.

Dabei ist es aber auch noch fesselnd geschrieben – ich hatte das Gefühl, die Autorin auf ihre Reisen auf den Spuren Virginia Woolfs begleiten zu dürfen und es war spannend, ihre faszinierende Entwicklungsgeschichte mitzuerleben... zu spüren, wie sie geleitet durch ihre gedankliche Mentorin Virginia immer mehr in ihre eigene Kraft kommt und aus dieser neu gewonnenen Stärke heraus auch ihre Leserinnen bestärkt, sich Räume zu suchen für das eigene, authentische Schreiben.

Nebenbei habe ich auch noch viel über die faszinierende Virginia Woolf und ihre Vision erfahren und Reisetipps für England bekommen... beides Themen, mit denen ich vor dem Lesen des Buches kaum Berührungspunkte hatte, für die mich dieses Buch aber begeistert hat.

Danke für dieses inspirierende Buch!

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