Die zwei Erlen
Two Twisted Crowns - Die Magie zwischen unsDie Zwei-Erlen
In diesem gelungenen zweiten Band der Shepherd-King-Dilogie erleben wir zwei zentrale Handlungsorte mit jeweils zwei Perspektiven: Elm und Ione sowie Ravyn und Elspeth.
Elm & Ione haben ...
Die Zwei-Erlen
In diesem gelungenen zweiten Band der Shepherd-King-Dilogie erleben wir zwei zentrale Handlungsorte mit jeweils zwei Perspektiven: Elm und Ione sowie Ravyn und Elspeth.
Elm & Ione haben mich besonders positiv überrascht. Ihre gemeinsame Geschichte ist faszinierend erzählt, auch wenn sich der Spannungsbogen durch die Suche nach der „Zwei-Erlen-Karte“ streckenweise etwas in die Länge zieht. Ione zeigt zunehmend ihre menschliche Seite – trotz der Kontrolle durch die Karte, die sie gefangen hält. Ihre Beziehung zu Elm vertieft sich spürbar und endet für mich sehr zufriedenstellend. Besonders eindrucksvoll sind die Rückblicke durch Iones Gedanken, die viel über ihre gemeinsame Vergangenheit mit Hauth und dessen Wesen verraten. Elm durchläuft eine bemerkenswerte charakterliche Entwicklung, wirkt aber bisweilen noch leichtgläubig und unbedacht – hier hätte ich mir manchmal ein schlaueres Vorgehen gewünscht. Auch Ione hätte in ihrem komatösen Zustand vielleicht erkennen sollen, dass sie sich Hauth nicht mehr nähern sollte – ein Charakter, der bereits im ersten Band extrem unsympathisch war und sich im zweiten noch weiter etablierte.
Ravyn & Elspeth (bzw. der Hirtenkönig) sind weiterhin interessante Figuren. Ravyn bleibt ein angenehmer, kämpferischer Charakter, dessen Hingabe an seinen Weg und seine Schwester Jespyr sehr berührend ist. Besonders spannend fand ich seine Entwicklung während der Suche nach der Zwei-Erlen-Karte, die ihn über sich hinauswachsen lässt. Jespyr – die Schwester – ergänzt ihn wunderbar als ruhender Pol.
Elspeth tritt in der ersten Hälfte eher in den Hintergrund, da ihr Körper vom Hirtenkönig (dem „Nightmare“) übernommen wird. Ihre Szenen in seinen Erinnerungen empfand ich etwas langweilig und wenig zentral für den Gesamtverlauf. Doch der Hirtenkönig macht gegen Ende einen beeindruckenden Entwicklungssprung – und wirkt positiv verändert.
Insgesamt bereichert dieser Band das Worldbuilding mit neuen Wesen, Abenteuern und einer düsteren, stimmungsvollen Magie, die hervorragend in die Welt eingebettet ist.