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Veröffentlicht am 03.11.2024

Brooke & Heath - eine verbotene Freundschaft

Even If I fall
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Brooke wird seit einem Jahr wie eine Aussätzige behandelt, denn damals wurde ihr Bruder wegen Mordes an seinem besten Freund zu vielen Jahren Haft verurteilt und Brookes Familie dazu. Nachdem unzählige ...

Brooke wird seit einem Jahr wie eine Aussätzige behandelt, denn damals wurde ihr Bruder wegen Mordes an seinem besten Freund zu vielen Jahren Haft verurteilt und Brookes Familie dazu. Nachdem unzählige Reporter das Haus belagert, angebliche Freunde für ein wenig Ruhm effekthascherische Interviews gegeben und der Rest der Kleinstadtbewohner die Familie geächtet hatten, leben die vier verbliebenen Familienmitglieder nun abgeschottet vom Rest der Welt in ihrem Haus. Nur Brooke verlässt das Haus immer wieder, um ihrem Job in der Eishalle nachzugehen. Diesen hat sie einerseits, damit sie sich ihren Chevrolet finanzieren kann, andererseits aber auch, um dort jederzeit und umsonst eislaufen zu können. Die Blicke ihrer Kollegen und die bösartige Behandlung ihres Chefs hält sie auch nur deswegen weiterhin aus, denn das Eislaufen ist ihr Leben und die einzige Leidenschaft, die sie noch hat. Auch ihre beste Freundin Maggie kennt sie erst seit wenigen Wochen und versucht tunlichst, sie von den anderen Kleinstadtbewohnern fernzuhalten, denn sie fürchtet sich sehr vor dem Moment, wenn sie erfährt, was ihr Bruder getan hat. Als sie eines Tages Heath laufen sieht, ist sie tief erschüttert und weiß nicht, wie sie mit seinem Anblick umgehen soll, denn sein Bruder lebt nicht mehr und das nur dank ihres Bruders, der dessen Leben einfach ausgelöscht hat. Dennoch geht sie auf ihn zu und nach einigen Treffen spüren Beide, dass sie sich gegenseitig eine Hilfe sein können, wenn sie es nur zulassen...

Abigail Johnson hat mit diesem Roman einen Pageturner geschaffen, der seine Leser bereits ab der ersten Seite fesselt und nicht mehr loslässt. Hat sie doch viele verschiedene Themen in den Fokus gerückt, die allesamt sehr emotional sind. Brooke ist eine starke junge Frau, die mit so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und gerade das schlimmste Erlebnis ihres Lebens nicht gemeinsam mit ihrer Familie aufarbeiten kann, da dort jeder für sich alleine kämpft. Heath dagegen hat den schwersten Verlust erlitten, der einem Menschen geschehen kann und er ist einerseits so wütend, aber andererseits so traurig und hilflos, denn auch seine Familie hat eine eigenartige Weise mit dem Verlust umzugehen.

Bereits nach dem Lesen der ersten Seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn die Geschehnisse vor einem Jahr sind so schrecklich und haben mich tief bewegt. Da die Autorin sehr fesselnd erzählt, wirkt es niemals so, als hätte sie zu viele verschiedene Themen in den Roman gepackt. Dennoch ist eine Triggerwarnung sehr wichtig, handelt es sich doch um schwierige und belastende Erlebnisse, die die Protagonisten nun verarbeiten müssen.

Ein rundum gelungener Roman, der mitreißend, respektvoll, einfühlsam und sensibel die Themen Trauer, Verlust, Freundschaft und die Suche nach der eigenen Identität behandelt.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

Eine Reise durch die schönsten Gärten

Gärten des Jahres 2024
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Bereits seit vielen Jahren gibt es den Wettbewerb "Gärten des Jahres" und immer wieder werden die unterschiedlichsten teilnehmenden Gärten von der sechsköpfigen Fachjury genau unter die Lupe genommen und ...

Bereits seit vielen Jahren gibt es den Wettbewerb "Gärten des Jahres" und immer wieder werden die unterschiedlichsten teilnehmenden Gärten von der sechsköpfigen Fachjury genau unter die Lupe genommen und bewertet. Eine immer größere Herausforderung bei der Planung und Gestaltung von Gärten stellt den Gartenbesitzern dabei der Klimawandel, was neue Ideen und ein Umdenken, weg von den früheren und vielleicht auch klassischen Gärten, benötigt.

Den ersten Platz belegt dieses Jahr ein naturnaher, überraschender und ideenreicher Garten, der von Landschaftsarchitektin Christina Schnelting für sich und ihre Familie angelegt wurde. Wie auch im gesamten Buch beherrschen natürliche Staudenpflanzungen die Beete, die sich wunderbar in die Natur einfügen. Und auch die Bodenversiegelung ist gering, sodass alles sehr natürlich wirkt. Es ist spürbar, dass sich ein Umdenken im Garten- und Landschaftsbau vollzieht, denn die Natur darf wieder in den Gärten Einzug halten und somit sind auch Insekten willkommen.

Schon seit vielen Jahren freue ich mich jedes Jahr auf den neuen Band der "Gärten des Jahres". Dieses Jahr bin ich aber besonders begeistert, denn ich liebe Staudenbeete, die naturnah und insektenfreundlich sind und immer etwas wild wirken. Beim ersten Durchblättern ist mir schon aufgefallen, dass beinahe jeder der Gärten solche Elemente enthält, teilweise sogar gar kein Rasen vorhanden ist und überall Stauden und Gräser wachsen. Daher ist dieser Band mein Lieblingsteil aller Bücher, die ich bereits in meinem Regal stehen habe. Dank der großartigen und hochwertigen Fotografien, macht es immer wieder große Freude, durch die verschiedenen Gartenentwürfe zu blättern und neue Ideen zu sammeln. Nun werde ich den gesamten Herbst und Winter damit verbringen, neue Pläne für das nächste Jahr zu machen, um meinen Garten im nächsten Jahr noch ein wenig schöner werden zu lassen.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Der Pflegealltag - ehrlich und ungeschönt!

Pflegers Diary
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Der Alltag der Pflegenden im Krankenhaus oder auch dem Altenheim ist geprägt von Zeitnot, personeller Unterbesetzung und einer hohen physischen und psychischen Belastung. Wertschätzung ist leider nicht ...

Der Alltag der Pflegenden im Krankenhaus oder auch dem Altenheim ist geprägt von Zeitnot, personeller Unterbesetzung und einer hohen physischen und psychischen Belastung. Wertschätzung ist leider nicht an der Tagesordnung, dann eher ein Gefühl der Selbstverständlichkeit dieser Berufsgruppe gegenüber, dabei finden immer weniger Azubis den Weg in die Berufsschulen für Pflegeberufe. Somit müssen sich die Schwester Rabiatas und Schwester Uschis mit häufig überforderten und schlecht ausgebildeten Pflegeschülern auseinandersetzen. Doch solange die Politik nichts an diesen Zuständen ändert, wird es weiter so gehen. Denn scheinbar läuft es ja noch...

Metin Dogru wurde 1996 geboren. Schon seine Oma, die Chirurgin war, hat in ihm ein Interesse an der Medizin geweckt. Nachdem er dann ein FSJ in einem Altenheim absolviert hat, hat er die Ausbildung zum Altenpfleger begonnen. Doch nach dem ersten Jahr und seinem Examen zum Altenpflegehelfer hat er sein Dasein in der Altenpflege beendet und seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger angefangen. Denn er wollte nicht nur alte Menschen pflegen, sondern auch an ihrer Heilung teilhaben und die komplexen Zusammenhänge zwischen Krankheiten und dem menschlichen Organismus verstehen. Nach seinem Examen hat er dann in der Kinderklinik angefangen und war auf der Kinder-Intensivstation und der normalen Kinderstation eingesetzt. Doch so gern er die Arbeit mochte, so belastend war sie für ihn. Nachdem er dann zu Beginn der Corona-Pandemie als Leasingkraft auf einer Erwachsenen-Intensivstation beschäftigt war und das Arbeitspensum so hoch war, dass er es irgendwann nicht mehr ausgehalten hat, arbeitet er nun auf Normalstationen und ist sehr zufrieden mit seinen Entscheidungen. Obwohl er noch ein junger Pfleger ist, hat er schon so manche Situation erlebt, die ihm deutlich gezeigt hat, dass das Medizinsystem kränkelt und sich dringend etwas ändern muss.

Da ich selbst bereits seit 2010 in der Krankenpflege arbeite, kann ich so manche seiner Schilderungen bestätigen und weiß selbst um die vielen Probleme, die es gibt, allen voran dem Einspringen aus dem Frei, wenn ein Kollege ausfällt und der Dienst dringend besetzt werden muss. So ist der Druck während der Arbeit sehr hoch, aber auch Zuhause kann man kaum abschalten, da immer ein Anruf kommen kann und man spontan einspringen soll. Ich hoffe sehr, dass Bücher wie dieses, die die Realität so ehrlich und ungeschönt wiedergeben, Erfolg haben und ein Umdenken in der Politik, aber auch der Bevölkerung bewirken.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Schüchtern sein ist gar nicht schlimm!

Ich bin (manchmal) schüchtern
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Das kleine Mädchen ist immer ein bisschen schüchtern, wenn viele Menschen mit ihr sprechen, sie die Menschen nicht kennt oder aber eine Situation neu ist und sie diese nicht abschätzen kann. Ihr Bruder ...

Das kleine Mädchen ist immer ein bisschen schüchtern, wenn viele Menschen mit ihr sprechen, sie die Menschen nicht kennt oder aber eine Situation neu ist und sie diese nicht abschätzen kann. Ihr Bruder ist nie schüchtern und spielt sofort mit den fremden Kindern auf dem Spielplatz und grüßt alle Menschen freundlich. Gut, dass Mama sie immer versteht und ihr die Zeit gibt, die sie braucht, um sich zu öffnen und dann fröhlich mit den anderen Kindern auf Laras Kindergeburtstag zu spielen oder in der Schule eine Freundin zu finden. Denn schüchtern sein ist gar nicht schlimm!

Anna Milbourne geht sehr gefühlvoll auf Schüchternheit und seine Folgen ein. Anhand des kleinen Mädchens zeigt sie an vielen Beispielen, wie sich Schüchternheit äußert, wie man schüchternen Kindern helfen kann und wie die Kinder selbst damit umgehen können. Dank der vielen Illustrationen von Asa Gilland und der ergänzenden Laserschnitte, ist das Buch kunterbunt und wunderschön.

Ich bin ganz begeistert von diesem Kinderbuch, denn ich war selbst ein sehr zurückhaltendes und schüchternes Kind, das immer ein wenig Zeit gebraucht hat, um sich in neuen Situationen zurechtzufinden. Auch von meinen Kindern kenne ich das und freue mich sehr über die Art, wie die Autorin darüber schreibt und zeigt, dass es nichts ungewöhnliches oder dummes ist, wenn man einfach Zeit braucht, um sich zu öffnen. Meine Tochter liebt das Buch auch sehr, denn sie mag die Illustrationen zusätzlich zur Geschichte selbst so gerne und bewundert die filigranen Laserschnitte sehr, lockern sie das Buch doch sehr auf und machen es noch schöner.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Ein Kochbuch voller großartiger Rezepte, die auch perfekt für den Alltag geeignet sind!

Ein normales Kochbuch ... aber was ist schon normal?
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Zora Klipp ist gelernte Köchin und hat nach dieser Ausbildung auch noch Tourismusmanagement studiert und die Welt als Au-pair und Backpackerin entdeckt. Heute ist sie Moderatorin, Köchin, Kochbuchautorin ...

Zora Klipp ist gelernte Köchin und hat nach dieser Ausbildung auch noch Tourismusmanagement studiert und die Welt als Au-pair und Backpackerin entdeckt. Heute ist sie Moderatorin, Köchin, Kochbuchautorin und Café- und Restaurantbesitzerin und liebt, was sie tut. Diese Leidenschaft für ihr Tun ist auf in diesem Kochbuch spürbar.

Ein klassisches Kochbuch ist dieses Buch vorallem aufgrund der Einteilung in die Abschnitte Vorspeisen, Suppen & Salate, Hauptgerichte, Veggie & Vegan, Beilagen und Backen & Süßes. Die Rezepte selbst sind aber alles andere als klassisch, sondern enthalten allesamt besondere Komponenten, die aus den teilweise bereits bekannten Gerichten etwas besonderes machen. Da zu jedem Rezept auch ein Foto enthalten ist, macht es Spaß durch das Buch zu blättern und die Auswahl der Gerichte, die schmecken könnten und nachgekocht werden sollen, fällt gar nicht so leicht. Da das Layout der Rezepte sehr übersichtlich und einheitliche gehalten wurde, ist ein unkompliziertes Nachmachen möglich.

Meine Familie und ich legen großen Wert auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Weshalb wir uns immer über neue Ideen für die Alltagsküche freuen. In diesem Kochbuch wurden wir von so vielen Rezepten angesprochen, dass uns eine erste Auswahl gar nicht so leicht fiel. Letztendlich haben wir dann die dicken Pommes aus dem Ofen, den Tomatenreis, die Grünkern-Bratlinge mit Omas Gurkensalat, die knusprig feurigen Harissa-Kartoffeln und die Zimtschnecken wie aus Schweden ausprobiert und waren begeistert. Alles war so einfach nachzukochen, die Rezepte gelingsicher und alltagstauglich und die Zutaten in jedem Supermarkt erhältlich.

Ein rundum perfektes Kochbuch, das sicherlich noch häufig zur Hand genommen und uns leckere Mahlzeiten bescheren wird.

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