416 Seiten voller Hoffnung und Zuversicht
Es war der Titel, das meinen Blick irgendwie angezogen hatte. Wer wünscht sich keine grenzenlose Welt, aber ein Aufbruch? Und damit verbunden viele Abschiede? Das muss gut überlegt sein.
Im Falle der ...
Es war der Titel, das meinen Blick irgendwie angezogen hatte. Wer wünscht sich keine grenzenlose Welt, aber ein Aufbruch? Und damit verbunden viele Abschiede? Das muss gut überlegt sein.
Im Falle der vier Protagonisten war es die Situation im choleraverseuchten Hamburg, der zum Entschluß führte, die Heimat zu verlassen.
Da wäre zum Einen Marga, die mit ihrer Mutter auf engem Raum zusammenlebt. Aber auch Rosie, ihre Cousine muss Abschied von zuhause nehmen. Allerdings nur widerwillig, da ihr Mann auch gerne mal Faustrecht geltend macht, wenn ihm etwas nicht gefällt. Ja, Rosie hat Angst vor ihm und auch vor dem Neuanfang. Ein bisschen familiärer Beistand wäre da wohl nicht schlecht. So machen sich die beiden Damen auf die Reise in das ferne Amerika. An Bord lernen die Beiden Simon und Fernando, kurz Nando, kennen. Simon möchte sein Glück in der Neuen Welt finden und Nando bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als ebenfalls ein neues Leben, ohne Gewalt und Diebstahl, zu beginnen.
Eindrucksvoll und berührend schildert die Autorin die Überfahrt und auch den Unfall. Hierzu möchte ich jedoch nicht mehr verraten, da es eine sehr eindrucksvolle Szene ist, die zur Weiterentwicklung von Rosie führt. Durch den bildhaften Schreibstil erlebt der Leser das Stimmengemurmel, die Geräusch, Rufe, Hektik, aber auch die Hoffnung im Immigrationcenter mit. Man kann es sich kaum vorstellen, welche Schicksale sich dort gefunden haben bzw. sich dort angebahnt haben.
In New York angekommen, heißt es erstmal Wohnungs- und Arbeitssuche. Auch hier entführt uns die Autorin in Ecken und Winkel, die düster klingen und nichts Gutes verheißen. Aber die Vier machen das Beste daraus. Scheinbar zumindest. Tja, und dann kommen da auch noch die Gefühle ins Spiel. Ein Katz und Maus-Spiel an Emotionen.
Die Autorin zeigt sehr viel Empathie bei ihren Protagonisten und durch den bildhaften und pointierten Schreibstil fällt es dem Leser leicht, sich in die Gedanken der einzelnen Protagonisten einzufinden und Handlungen nachvollziehbar zu machen.
Und am Ende will man nur eines: Weiterlesen!