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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2022

Eher langatmig und ausschweifend

Drei Tage im August
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Meine Meinung:
Der Roman spielt im Sommer 1936. Hier lernen wir Elfie kennen, die mit ihrer Schwermut und dem fehlenden Selbstbewusstsein zu kämpfen hat.
Nur bei ihrer Arbeit in der Chocolaterie Sawade ...

Meine Meinung:
Der Roman spielt im Sommer 1936. Hier lernen wir Elfie kennen, die mit ihrer Schwermut und dem fehlenden Selbstbewusstsein zu kämpfen hat.
Nur bei ihrer Arbeit in der Chocolaterie Sawade kann sie sich entfalten und aufleben.
Doch die Zeiten sind schwer, denn Elfie und ihre Nachbarn sehen sich immer öfter mit den Ausgrenzungen und der Gewalt gegenüber jüdischen Bewohnern, konfrontiert, was ihr sehr zu schaffen macht. Obwohl die Stimmung in Berlin aufgrund der Olympischen Spielen gut ist, überschattet die Feindlichkeit alles.
Die alte Madame Conte erzählt Elfie ihre Geschichte über eine verbotene Liebe und schließlich begibt sich Elfie auf die Suche einer längst verschollenen Pralinenrezeptur.

Erstmal möchte ich auf dieses wunderschöne Cover eingehen. Die erste Auflage hat einen rosafarbigen Buchschnitt und einen bezaubernden, glänzenden Aufdruck.
Ich war sehr gespannt auf den neuen Roman von Anne Stern, doch so richtig bin ich nicht in die Story reingekommen. Ich fand den Roman sehr langatmig und hoffte bis zum Schluss, dass es irgendwie spannender werden würde.
Die Charaktere, insbesondere Elfie, wurden sehr gut beschrieben, doch manchmal war mir das einfach zu viel. Über viele Charaktere wurde kurz berichtet und dann erfuhr man nicht mehr was aus ihnen wurde.
Ich hatte wirklich Schwierigkeiten mit dem vielen Drumherum, was Anne Stern sehr ausgiebig beschrieb. Dadurch musste ich mich oft zwingen, zu dem Buch zu greifen.
Trotzdem hat die Geschichte potenzial und ich kann mir vorstellen, dass einige Leser gerade diese ruhige Art des Romanes lieben werden.

Ich gebe dem Roman 3 von 5 Sterne! (© nadys-buecherwelt.de)

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Veröffentlicht am 26.10.2022

Ein solider Krimi

Enna Andersen und der falsche Täter
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Meine Meinung:
Dies war der erste Roman, den ich von der Autorin Anna Johannsen gelesen habe.
Enna Andersen ist eine Kommissarin, die zusammen mit einem Team im LKA alte Fälle aufrollt. Dieses Mal haben ...

Meine Meinung:
Dies war der erste Roman, den ich von der Autorin Anna Johannsen gelesen habe.
Enna Andersen ist eine Kommissarin, die zusammen mit einem Team im LKA alte Fälle aufrollt. Dieses Mal haben sie es mit einem Mord zu tun, der vor einigen Jahren passiert ist und nie vollständig aufgeklärt werden konnte. Es handelt sich um den Mord an Rieke Erken, aus der ostfriesischen Kreisstadt Leer. Sie wurde tot im Wald aufgefunden und als Tatverdächtiger wurde ihr Mann verhaftet. Doch vor Gericht stellte sich heraus, dass die damaligen DNA-Spuren, die Hajo Erken zugeordnet werden konnten, manipuliert waren. Er wurde freigesprochen.
Ennas Team rollt den Fall neu auf und nach mehreren Zeugenbefragungen stellt sich relativ schnell heraus, dass Rieke Erken schon sehr lange unter dem Kontrollwahn ihres Ehemannes gelitten hat. Sie suchte anscheinend händeringend nach einem Ausweg.
Aus diesem Grund kam Hajo Erken wieder als Haupttatverdächtiger in den Fokus von Enna Andersen und ihren Kollegen. Doch war er es wirklich?
Der Schreibstil von Anna Johannsen hat mir gut gefallen, wenn ich auch so einige Probleme mit den ostfriesischen Namen der Protagonisten hatte. Trotzdem fand ich die Ermittlungen, die Enna und ihr Team anstrebten, überaus interessant und ich war mir bis fast zum Ende nicht sicher, ob der Hauptverdächtige nun der Mörder war oder nicht.
Die Charaktere konnte ich mir, aufgrund der guten Beschreibung von Anna Johannsen, bildlich vorstellen und diese waren mir im Grunde genommen alle sympathisch.
Die Story war gut ausgearbeitet, wenn er zwischendurch auch einige Längen aufwies.
Trotzdem war ich darauf gespannt, wer nun der Mörder von Rieke Erken war und ob ich mit meiner Vermutung richtig lag.
Da es für mich ein solider Kriminalroman war, gebe ich hier 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Was für ein hervorragender, historischer Roman

Findelmädchen
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Meine Meinung:
Nach „Trümmermädchen“, welches ich mit 5 Sterne bewertet habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Helga und ihr Bruder Jürgen lebten seit ihrer Kindheit ...

Meine Meinung:
Nach „Trümmermädchen“, welches ich mit 5 Sterne bewertet habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Helga und ihr Bruder Jürgen lebten seit ihrer Kindheit bei einer französischen Familie, die sie zur Kriegszeit bei sich aufgenommen haben. Viele Jahre verleben sie dort eine glückliche Zeit und die Pflegeeltern sind den beiden Kindern sehr ans Herz gewachsen.
Dann erreicht sie ein Brief aus Deutschland. Ihr Vater hat sich auf die Suche nach seinen beiden Kindern gemacht, nach dem er aus jahrelanger russischer Gefangenschaft zurückkehrte.
Obwohl sich Helga und Jürgen auf ihren Vater freuen, fällt ihnen der Abschied von ihren Pflegeeltern unsagbar schwer. Doch sie müssen sich auf den Weg in ihr Heimatland machen.

Der Vater der beiden hat sich natürlich sehr verändert und die Armut im Land ist immer noch spürbar. Er verdingt sich das Leben mit einem Büdchen, in dem er jeden Tag verschiedenste Dinge verkauft. Helga hilft ihm wo sie kann, aber ihr größter Wunsch ist es, auf ein Gymnasium zu gehen. Sie ist sehr wissbegierig und möchte so viel lernen, wie sie kann.
Doch der Vater hält davon nichts. Er schickt Helga auf eine Haushaltungsschule, denn sie soll irgendwann heiraten und einen Haushalt führen. Als Frau brauche sie keine gehobene Bildung. Helga ist mit dieser Entscheidung nicht glücklich.
Dann soll sie ein Praktikum in einem Waisenhaus machen und ist davon geschockt, wie mit den Kindern dort umgegangen wird. Besonders ein sogenanntes „Besatzerkind“ hat es Helga angetan und sie tut alles, um den Kindern zu helfen.

Obwohl der Roman 582 Seiten hat, gab es keinerlei Längen. Von der ersten Seite an war ich in die Handlung hineingezogen. Lilly Bernstein erzählt hier eine Geschichte, die mich emotional sehr mitgerissen hat. Genau wie bei „Trümmermädchen“ hat mich die Story und der Schreibstil der Autorin regelrecht mitgerissen. Natürlich war ich auch hier von dem gut recherchierten Hintergrund überaus begeistert.

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen und es erhält von mir ebenfalls 5 von 5 Sterne.
Eine klare Leseempfehlung für alle historischen Lese-Fans.

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Veröffentlicht am 08.10.2022

Was für ein überwältigender Debütroman

Gut Rosenthal - Das Gestüt in Pommern
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Meine Meinung:
Ich konnte erst nicht glauben, dass es sich bei diesem Roman um den Debütroman der Autorin Frieda Radlof handelt.
Mit ihrem unglaublich großartigen Schreibstil hat sie mich direkt in die ...

Meine Meinung:
Ich konnte erst nicht glauben, dass es sich bei diesem Roman um den Debütroman der Autorin Frieda Radlof handelt.
Mit ihrem unglaublich großartigen Schreibstil hat sie mich direkt in die Story hineingezogen.

Charlotte lebt mit ihren Eltern auf einem Gestüt und liebt nichts mehr, als mit ihrer Stute „Wolke“ über die Felder zu reiten. Dabei sitzt sie nicht, wie von ihren Eltern gefordert in einem Damensattel, nein, sie sitzt in einem Herrensattel, was so gar nicht schicklich ist.
Die Eltern sind sich schnell klar, dass nur eine Hochzeit dieses junge Mädchen bändigen kann.
Und so treffen sie über dem Kopf von Charlotte hinweg, die übrigens nur Lotte genannt werden möchte, eine Entscheidung. Sie soll mit dem Grafen von Eichberg, ein Freund ihres Vaters, verheiratet werden. Lotte ist entrüstet, aber ihr bleibt keine andere Wahl und so findet ein berauschendes Fest statt. Was sie etwas tröstet, der Graf scheint sehr nett zu sein und er ist Herr des großen Gestütes Gut Rosenthal in Pommern.

Doch dann gestaltet sich ihr Leben auf dem Gut anders als gedacht. Sie musste ihre Stute Wolke bei ihren Eltern lassen, da der Graf angeblich keinen Platz für sie hat. Dieses Pferd wäre auch viel zu wild für seine Frau und er habe ihr ein ruhiges, liebenswürdiges Pferd von seinem Gut herausgesucht.
Obwohl sich Lotte sehr bemüht eine gute Ehefrau und Gutsherrin zu sein, sind ihr die Annährungen ihres Mannes mehr als unangenehm. Er setzt sie immer mehr unter Druck, da sie ihm keinen männlichen Erben schenkt. Einzig die Hausangestellten, insbesondere ihre Zofe, scheinen es gut mit Lotte zu meinen.
Lotte vermisst ihre Freiheit auf dem Rücken ihres Pferdes Wolke, den Herrensattel und das Gefühl über die Berge und durch die Wälder zu reiten.
Wenn ihr Mann mal nicht zu Hause ist, gibt es für sie nichts schöneres, als ihre Zeit im Pferdestall von Gut Rosenthal zu verbringen.
Dort begegnet ihr immer wieder der Stallmeister Johann und mit ihm verbindet sie bald eine tiefe Freundschaft. Doch als verheiratete Frau darf sie sich diesem unerklärlichen Kribbeln nicht hingeben.
Auch wenn das Leben an der Seite des Grafen immer schwieriger wird und er ihr inzwischen bedrohlich erscheint, kann sie ihrem Leben nicht entfliehen. Bis es irgendwann eskaliert.

******

Ich kann nur sagen: „wow“, was für ein Debütroman! Dieser historische Roman war so spannend geschrieben, die Charaktere so unglaublich lebensecht und die Story einfach genial.
Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich so mitgerissen und gefesselt hat.
Das Leben von Charlotte war so ergreifend, teilweise grausam und dann wieder voller Romantik.
Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und konnte es kaum aus der Hand legen.

Schade finde ich jedoch, dass es den Roman nur als E-Book gibt. Ich hätte es zu gerne in meinem Bücherregal stehen. Aber vielleicht kommt es ja noch. Es würde sich auf jeden Fall lohnen, diese Geschichte nochmal zu lesen und dann als Schmuckstück im Regal stehen zu haben.

Ich gebe dem Buch natürlich 5 von 5 Sterne und habe mir den zweiten Band, der am 1. November 2022 erscheint, schon vorbestellt.
Frieda Radlof sollte man sich auf jeden Fall merken!

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Veröffentlicht am 06.10.2022

Sehr bewegend !

München 72 - Der Tag, an dem die Spiele stillstanden.
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Meine Meinung:
Dies war der erste Roman, den ich von der Autorin unter dem Namen Petra Mattfeldt, gelesen habe. Ihre historischen Bücher unter den Namen Ellin Carsta und Caren Benedikt habe ich fast alle ...

Meine Meinung:
Dies war der erste Roman, den ich von der Autorin unter dem Namen Petra Mattfeldt, gelesen habe. Ihre historischen Bücher unter den Namen Ellin Carsta und Caren Benedikt habe ich fast alle mit Begeisterung verschlungen. Nun war ich sehr gespannt, wie mir dieser Thriller mit dem Hintergrund einer wahren Begebenheit gefallen wird.

Als dieser Terroranschlag am 05. September 1972 geschah war ich gerade mal 8 Jahre alt und habe natürlich nichts davon bewusst wahrgenommen.
Umso geschockter war ich, als ich mich jetzt vermehrt mit dem Thema beschäftigt habe. Zu der Zeit, als ich das Buch von Petra Mattfeldt gelesen habe, wurde auch im Fernsehen darüber berichtet, da dieses schreckliche Ereignis den fünfzigsten Jahrestag hatte.
Petra Mattfeldt hat diese wahre Begebenheit in einer fiktiven Story verpackt, wobei die Protagonisten auf realen Personen beruhen, und ich war von der ersten Seite an gefesselt.

In München finden die ersten Olympischen Spiele 1972 statt und die Menschen sind ausgelassen und freuen sich auf die kommenden Tage.
Unter den Teilnehmer befindet sich auch Angelika Nowak, die als einzige Bogenschützin die DDR vertritt und von ihrem Trainer nicht nur trainiert, sondern auch bewacht wird.
Als sie sich mit Roman, dem Ringer der israelischen Mannschaft anfreundet, ist ihm das überhaupt nicht recht. So versucht er mit allen Mitteln, diese Freundschaft zu verbieten.
Am 05. September 1972 passiert das Unglück, mit dem keiner gerechnet hat. Ein Terroranschlag erschüttert die Menschen und ausgerechnet Roman gehört zu den Geiseln.

Petra Mattfeldt hat mit diesem Roman ein düsteres und unglaubliches Szenario beschrieben, dass mich sehr schockiert zurückließ. Sie schreckte auch nicht davor zurück, die Fehler der Regierung, der Polizisten und der Veranstalter zu erwähnen.
Ein fesselndes Buch, über das ich noch lange nachdenken werde und die Autorin hat mich mal wieder, trotz der schrecklichen Story, begeistern können. Ein hervorragend recherchiertes Buch, für das ich gerne wieder 5 von 5 Sterne gebe. (© Nadys-Buecherwelt.de)

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