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Nati

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2016

Weihnachten bis du tot

Stiefkind
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Eine Wende tritt in das Leben von Rachel ein, als sie den charmanten und attraktiven Anwalt für Unternehmensrecht David Kerthen kennenlernt. Es war Liebe auf den ersten Blick und acht Wochen nach ihrem ...

Eine Wende tritt in das Leben von Rachel ein, als sie den charmanten und attraktiven Anwalt für Unternehmensrecht David Kerthen kennenlernt. Es war Liebe auf den ersten Blick und acht Wochen nach ihrem ersten Date heiraten beide. Rachel, die in London in einer Sozialwohnung aufgewachsen ist, fühlt sich auf Davids großem Anwesen in Cornwall glücklich. Die Abgeschiedenheit stört sie nicht und sie kümmert sich um Jamie, den achtjährigen Sohn von David. Nina, die erste Frau von David, kam durch einen tragischen Unfall in der Morvellan Mine ums Leben. In einem wassergefüllten Schacht fand man ihren Mantel, der Leichnam wurde aber nicht gefunden. Im Laufe der Zeit verändert sich Jamie auf unfassbare Weise und beginnt Zukunftsvisionen zu äußern. Er behauptet, dass seine Mutter noch lebt und Rachel würde Weihnachten nicht mehr da sein, da sie dann tot ist. Was steckt dahinter? Kommt Jamie mit dem tragischen Tod seiner Mutter nicht klar und ist stärker traumatisierter als alle dies annehmen?

Durch die Klappentext und das Cover fühlte ich mich von dem Buch angesprochen. Doch die Geschichte begann sehr gemächlich, bis sie ab der Mitte spannender wurde und man nicht wusste, wer ist der Gute und wer der Böse. Der Erzählstil von S. K. Tremayne hat mir an einigen Stellen zwar gut gefallen, aber oft fand ich die Beschreibungen über die Landschaft und die Minen von Cornwall etwas zu ausschweifend. Am Ende war ich doch etwas enttäuscht, da die Zusammenhänge auf mich nicht ganz nachvollziehbar und sehr konstruiert wirkten.

Veröffentlicht am 14.06.2018

Spannende Zeit der Weimarer Republik

Das Jahrhundertversprechen
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Berlin ist nicht mehr sicher. Revolutionäre wollen zur Kommandantur um ihre noch offenen Löhne zu bekommen. Der Gossenjunge Max Brandow, warnt die Familie von Briest, da er von ihnen immer für seine Boten- ...

Berlin ist nicht mehr sicher. Revolutionäre wollen zur Kommandantur um ihre noch offenen Löhne zu bekommen. Der Gossenjunge Max Brandow, warnt die Familie von Briest, da er von ihnen immer für seine Boten- und Spitzelgänge gut bezahlt wurde. Auf dem Weg zum Bahnhof werden sie von Revolutionären angehalten, die 11jährige Tochter Luisa bekommt Angst und läuft weg. Max hatte ihr sein Ehrenwort gegeben, dass er immer auf sie aufpassen würde. Als ein Mann mit dem Gewehr auf Luisa zielt, wirft sich Max in die Schusslinie.

Nach diesem Vorfall wird Max in die Familie von Otto und Hermine von Briest aufgenommen. Die Zeiten sind schlecht, ganz Deutschland lebt von der Hand in den Mund. Auch die Familie von Briest ist pleite. Sie müssen von irgendwoher Geld bekommen, um Kredite abzulösen, sonst droht der Verkauf des Gutes. Max versucht bei einem Autorennen, die Siegprämie zu erlangen, wird aber von Sigurd von Cramm auf unsportliche Art daran gehindert. Seine Familie ist seit Generationen mit den Briests verfeindet. Der Beginn der neuen politischen Strömungen bietet ihm die Möglichkeit, den Untergang der Familie Briest voranzutreiben.

Die knapp siebenhundert Seiten des Buches sind in vier einzelne Buchabschnitte unterteilt. Schon die ersten Seiten ziehen den Leser in seinen Bann, dass es einem schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen. Richard Dübell brilliert hier wieder mit seiner wunderbaren Schreibweise. Er verbindet gekonnt die fiktive Geschichte mit wahren historischen Fakten der Weimarer Republik. Ich spürte die Atmosphäre auf der Avus, Berlins neuester Autorennstrecke und lernte die Ufa-Studios kennen. Neben den Zeitgeist geht es aber auch um Liebe, Freundschaft und Intrigen. Dieses ist so spannend geschrieben, dass bei mir keine Langeweile aufkam.

Das Buch war für mich ein reines Lesevergnügen und ich empfehle es gern weiter.

Veröffentlicht am 27.05.2018

Ein mitreißender spannender Roman

Helle Nächte am Meer
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Nach außen scheint die Ehe von Imogen und Vince Naughton perfekt. Durch die Ehe mit Vince hat sich Imogen verändert und ihr Selbstbewusstsein sowie ihre Spontanität sind verlorengegangen. Vince ist ein ...

Nach außen scheint die Ehe von Imogen und Vince Naughton perfekt. Durch die Ehe mit Vince hat sich Imogen verändert und ihr Selbstbewusstsein sowie ihre Spontanität sind verlorengegangen. Vince ist ein richtiger Kontrollfreak, der nach festen Regeln lebt und auch diese für Imogen aufgestellt hat. Auf Außenstehende wirkt er oft als besorgter Ehemann, wenn er ihr ständig SMS schickt und sie von Treffen mit ihrer Freundin Shona abholt. Imogen war sich sicher, dass ihr Mann sie nicht einfach gehen lassen würde und fasst einen Plan. Auf einer Geschäftsreise nach Paris setzt sie diesen in die Tat um und verschwindet spurlos. Ihr Ehemann ist wütend und versucht, sie zu finden.

Der Schreibstil von Sheila O’Flanagan hat mir sehr gut gefallen. Der Einstieg war leicht und ich konnte nach kurzer Zeit das Buch nur schwer aus der Hand legen. Durch die wechselnden Erzählperspektiven einmal aus der Sicht von Imogen und dann von Vince kann man den Verlauf der Geschichte gut folgen. Kurze Rückblicke in ihre Kindheit und Jugend bringen Verständnis für ihre Lage auf.

Das Cover suggeriert eine seichte Sommerlektüre, aber dem ist nicht so. Es ist eine mitreißende spannende Lektüre über Liebe, Verlust und Freundschaft. Mich hat dieser Roman begeistert, deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 22.05.2018

Krimi mit venezianischem Flair

Venezianische Intrigen
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Dieses ist der fünfte Fall um den venezianischen Commissario Luca Brassoni. Mittlerweile ist er Vater eines Sohnes geworden und seine Frau, die Rechtsmedizinerin Carla Sorrenti befindet sich in Elternzeit.

Ein ...

Dieses ist der fünfte Fall um den venezianischen Commissario Luca Brassoni. Mittlerweile ist er Vater eines Sohnes geworden und seine Frau, die Rechtsmedizinerin Carla Sorrenti befindet sich in Elternzeit.

Ein alter Studienfreund bittet Brassoni sich um den plötzlichen Tod einer Cousine seiner Frau zu kümmern. Die junge Loredana brach nach einem Streit mit ihrem Freund Massimo auf offener Straße zusammen und starb. Als Todesursache wurde ein allergischer Schock festgestellt. Doch wer hat ihr die allergieauslösenden Erdnüsse untergeschoben?

Der Verdacht fällt sofort auf den eifersüchtigen Massimo. Bis Commissario Luca Brassoni und sein Team den Fall lösen können, passiert noch ein weiterer Mord und ein kleiner Junge wird entführt.

Der Schreibstil von Daniela Gesing ist angenehm und flüssig. Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen. Die Autorin verknüpft geschickt parallel verlaufende Geschichten und nebenbei gelingt es ihr venezianisches Flair zu vermitteln. Zwischendurch lernt man die Gedankengänge des Täters kennen, was interessant ist, aber den Leser bei der Lösung nach dem Täter nicht wirklich weiterbringt.

Obwohl dieser Krimi keine nervenraubende Spannung erzeugt, hat er mir gut gefallen. Ein unterhaltsamer und dennoch spannender Krimi mit venezianischem Flair.

Veröffentlicht am 18.05.2018

Zwischen den Fronten

Verrat am Kaiser-Wilhelm-Kanal
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Kiel 1896 Im Kaiser-Wilhelm-Kanal, dem heutigen Nord-Ostsee-Kanal, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Schnell wird der Tod des Mädchens als Selbstmord abgetan. Kommissar Hauke Sötje ließ dieser ...

Kiel 1896 Im Kaiser-Wilhelm-Kanal, dem heutigen Nord-Ostsee-Kanal, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Schnell wird der Tod des Mädchens als Selbstmord abgetan. Kommissar Hauke Sötje ließ dieser Fall nicht los, er konnte die Sache nicht auf sich beruhen lassen, denn seiner Meinung nach stimmte etwas nicht.

Gleichzeitig hatte der ehemalige Kapitän Hauke Sötje noch mit den Geistern seiner Vergangenheit zu kämpfen. Sein Schiff ging unter und er wurde als einziger Überlebender vor England aus dem Wasser gefischt. Seine Erinnerungen daran scheinen ausgelöscht. Als Graf von Lahn Hauke ein Angebot macht, um mehr über den Untergang zu erfahren, nimmt er dieses an. Hauke ahnt nicht, dass er zwischen die Fronten der Geheimdienste gerät und bereit sein muss, sein Leben aufs Spiel zu setzen.

In diesem gut recherchierten historischen Kriminalroman hat mich die Autorin Anja Marschall wieder in die Vergangenheit mitgenommen. Es schwelt der Kalte Krieg zwischen dem deutschen Kaiser und dem Rest Europas. Kiel gehört zu den aufstrebensten Orten des Kaiserreiches. Kriegsschiffe werden in den Werften gebaut. Mitten in dieser Zeit versucht Hauke Sötje nicht nur den Tod einer jungen Frau zu klären, sondern auch ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit zu klären.

Gekonnt hat Anja Marschall die spannende Kriminalgeschichte mit historischen Fakten verwoben, unterstrichen wurde dieses noch durch die Kapitelanfänge. Hier liest man Originalauszüge aus der Kieler Zeitung und der Kanalzeitung von 1896. Abgerundet wurde die Handlung durch einen angenehm zu lesenden Schreibstil, gut gezeichneten Charakteren und den bildhaften Beschreibungen von Land und Leuten. Der historische Krimi ließ bis zum Schluss Raum für Spekulationen bis alle offenen Details geklärt waren, deshalb gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.