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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2021

Reise ins Mittelalter

Das Spiel der Ketzerin
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Überraschend kommen die Ritter des Deutschen Ordens auf die Burg Erkenwald und überreichen dem Vorsteher des Hauses eine Pergamentrolle. Graf Erkenwald ist in Ungnade gefallen und deshalb überlässt der ...

Überraschend kommen die Ritter des Deutschen Ordens auf die Burg Erkenwald und überreichen dem Vorsteher des Hauses eine Pergamentrolle. Graf Erkenwald ist in Ungnade gefallen und deshalb überlässt der Kaiser dem Deutschen Orden die Burg. Der Ritter Konrad von Westerburg hatte geplant die Grafentochter Alida zu töten, nur knapp entgeht sie dem Anschlag. Hilfe sucht sie beim jüdischen Kaufmann Salomon ben Isaak in Coellen. Der Jude gibt Alida als seine Tochter aus. Gemeinsam machen sie sich auf dem Weg zum Kaiser, denn Alida will den Kaiser von der Unschuld ihres Vaters überzeugen. Wird ihr das gelingen? Denn schon bald werden sie von ihren Verfolgern eingeholt.

Auch mit ihrem neuesten historischen Roman konnte mich Manuela Schörghofer wieder von Beginn an begeistern. Der Schreib- und Erzählstil ist dabei sehr packend und gleichzeitig flüssig. Die Protagonisten wirken lebendig und authentisch, so dass ich sie mir sehr gut vorstellen konnte. Die Handlung selbst ist sehr abwechslungsreich und ausführlich beschrieben. Neben Spannung und mal etwas zum Schmunzeln, kommt auch die Liebe nicht zu kurz, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Ein Verzeichnis der handelnden Personen sowie historische Figuren, damalige sowie heutige Orts- und Flussbezeichnungen und ein Glossar, das bestimmte Begriffe erläutert, runden die Geschichte ab.

Mir hat es viel Freude bereitet Alida auf ihrem Weg zu begleiten. Wer gerne historische Romane liest und spannende Geschichten mit einer starken Protagonistin liebt, dem empfehle ich gern dieses Buch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2021

Gegen alle Konventionen

Das Fundament der Hoffnung
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Der junge Tommaso Mandelli sollte eigentlich das Bauunternehmen seines Vaters Daniele übernehmen, doch durch seinen plötzlichen Tod sieht nun alles anders aus. Der Vater fühlt sich nach dem Tod seines ...

Der junge Tommaso Mandelli sollte eigentlich das Bauunternehmen seines Vaters Daniele übernehmen, doch durch seinen plötzlichen Tod sieht nun alles anders aus. Der Vater fühlt sich nach dem Tod seines Sohnes nicht in der Lage, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Familie Mandelli benötigt Geld um zu überleben, deshalb fühlt die Tochter Auroro sich verpflichtet die Geschicke der Firma zu steuern. Für ihre tatkräftige Arbeit wird sie nicht bewundert, sondern mit vielen Vorurteilen konfrontiert, selbst ihre Familie steht nicht hinter ihr. Einzig der Maurer Michele hält zu ihr. Ist er wirklich der liebevolle Mann, den Aurora in ihn sieht oder verfolgt er eigene Ziele?

Es ist der erste Band einer dreiteiligen Reihe um die Familie Mandelli. Zur Abrundung der Geschichte befindet sich im Innenteil ein Stammbaum der Familie. Die Handlung beginnt im Jahr 1956 und führt die Leserschaft nach Cerano an den Comer See. Wir begleiten Aurora, die gegen alle Konventionen einen handwerklichen Beruf ergreift und von Kunden sowie Dorfbewohnern überwiegend Skepsis und Ablehnung erfährt. Durch den flüssigen Schreibstil lässt sich das Buch gut lesen. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass einige Passagen zu detailliert beschrieben wurden, im Laufe der Geschichte verflog aber dieser Eindruck.

Eine unterhaltesame Sommerlektüre und der Lebenswirklichkeit der damaligen Zeit, die es den Frauen nicht immer leicht gemacht hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2021

Zeitreise in das Jahr 1926

Die Damen vom Pariser Platz
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In ihrem neuen Buch von Joan Weng begeben wir uns auf eine Zeitreise nach Berlin in das Jahr 1926. Die junge Grete kommt vom Land in die Großstadt Berlin. Ihre Freundin Henni hat ihr ein Vorstellungsgespräch ...

In ihrem neuen Buch von Joan Weng begeben wir uns auf eine Zeitreise nach Berlin in das Jahr 1926. Die junge Grete kommt vom Land in die Großstadt Berlin. Ihre Freundin Henni hat ihr ein Vorstellungsgespräch im Schönheitssalon der Madame Bross vermittelt. Hier trifft Gretchen auf die geheimnisvolle Nachtclubsängerin Isis, bei der sie eine Anstellung als Tippfräulein erhält, denn sie soll die Memoiren von Isis aufschreiben. Die Nachtclubsängerin zeigt sich nur mit einem Schleier, denn eine hässliche Narbe ziert ihr Gesicht und keiner weiß, woher diese Narbe kommt. Gretchen bekommt Kontakt zu weiteren interessanten Menschen, die dafür sorgen, dass sie sich von einem naiven Mädchen zu einer selbstbewussten Frau entwickelt.

Die Autorin hat es wieder geschafft mich in die Goldenen Zwanziger Jahre nach Berlin zu entführen. Durch die Beschreibungen fühlte ich die damalige Atmosphäre hautnah und begleitete Gretchen ins Romanische Café oder bei ihren Auftritt als Nummerngirl. Joan Weng hat die Charaktere liebevoll gestaltet und in Szene gesetzt. Sie waren sehr vielschichtig gezeichnet, denn oft täuschte der erste Eindruck. Besonders ist mir Gretchen ans Herz gewachsen. Mit ihrer Einstellung zum Leben wirkte sie sehr authentisch. Im mittleren Teil des Hörbuchs hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte sich etwas zieht und nicht so von der Stelle kommt.

Die Hörbuchsprecherin Christina Puciata hat mit ihrer klaren Stimme das Geschehen wunderbar vorgetragen. Ich habe ihr gern zugehört und konnte dem Handlungsverlauf gut folgen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2021

Liebe zur Besatzungszeit

Wenn die Hoffnung erwacht
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Nora besucht 1947 gemeinsam mit ihrer Freundin Hedi eine deutsch-amerikanische Silvesterfeier ohne Wissen ihrer Eltern. Sie möchte das Leben ein wenig genießen. Hier lernt sie den amerikanischen US-Officer ...

Nora besucht 1947 gemeinsam mit ihrer Freundin Hedi eine deutsch-amerikanische Silvesterfeier ohne Wissen ihrer Eltern. Sie möchte das Leben ein wenig genießen. Hier lernt sie den amerikanischen US-Officer William kennen und lieben. Heimlich treffen sich die beiden. Nora wird schwanger und als sie Willam davon erzählt, will er ihren Vater sofort um ihre Hand bitten. Doch bevor es dazu kommt, wird William überraschend abkommandiert. Nun muss sie ihrem Vater die Schwangerschaft gestehen. Er ist wütend und lässt sie spüren, was er von ihr hält. Doch als Nora ein Gespräch belauscht und erfährt, was ihr Vater plant, bleibt ihr nur noch die Flucht mit ihrem Kind.

Der angenehme Schreibstil ist sehr gefühlvoll und hat es mir schnell ermöglicht in die Geschichte abzutauchen. Sehr gut wurde die damalige Besatzungszeit beschrieben. Auf der einen Seite sehnten sich die Menschen danach das Leben zu genießen, gleichzeitig waren die Wohnverhältnisse teilweise sehr beengt. Die Lebensmittelmarken reichten nicht aus, um den Hunger zu stillen. Es gab Zuzugsbeschränkungen in den Städten. Auf der anderen Seite war auch die Aufbruchsstimmung spürbar.
Die Protagonistin Nora ist mir ans Herz gewachsen. Ich habe sie auf ihren Weg begleitet und mit gefiebert.

Die Bücher von Lilli Beck schaffen es immer wieder mich zu berühren und in vergangene Zeiten zu entführen, deshalb eine klare Leseempfehlung für diesen Roman.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 05.07.2021

Wege in die Freiheit

Grenzgängerin aus Liebe
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Sophie Becker lebt in Weimar und arbeitet als Kosmetikerin. Nach einer gescheiterten Beziehung lernt sie Karsten, einen Funktionär, kennen. Sie hat kein Problem damit, dass er verheiratet ist und Kinder ...

Sophie Becker lebt in Weimar und arbeitet als Kosmetikerin. Nach einer gescheiterten Beziehung lernt sie Karsten, einen Funktionär, kennen. Sie hat kein Problem damit, dass er verheiratet ist und Kinder hat. Als Sophie nach Bulgarien an die Goldküste reist, trifft sie auf den Westdeutschen Hermann. Was als Flirt begann, entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer Liebe. Sie stellt einen Ausreiseantrag und muss viele Repressalien über sich ergehen lassen. Fast hat sie die Hoffnung schon aufgegeben, als sie die Genehmigung kurzfristig erhält. Voller Freude reist sie nach Westdeutschland, doch am Bahnhof wird sie nicht von Hermann abgeholt, sondern von seinen Eltern. Hermann weilt beruflich im Ausland. Wie wird Sophie sich entscheiden, wird sie auf Hermann warten?

Hera Lind hat diesen Roman nach wahren Begebenheiten geschrieben, deshalb machte es das Gehörte noch .grausiger. Das Hörbuch beginnt im Jahr 1974 und endet in der heutigen Zeit. Die Geschichte wird aus Sicht von Sophie erzählt, dadurch kommt man der jungen Frau näher und kann auch ihre Gedanken nachvollziehen. Im Laufe des Geschehens entwickelt sich Sophie von einem naiven Mädchen zu einer reifen Frau. Die anderen Protagonisten sind bildhaft beschrieben, so dass sie für mich gut vorstellbar waren. Da ich im Westen aufgewachsen bin, empfand ich die Methoden der DDR Behörden sehr heftig, gleichzeitig aber auch lehrreich für mich.

Das Hörbuch ist eine ungekürzte Lesung mit 595 Minuten. Die Hörbuchsprecherin Svenja Pages konnte mich in ihrer Rolle überzeugen. Sie transportierte glaubwürdig die Gefühle der Protagonisten, die mich sehr berührt haben. Ihr Sprechstil ist angenehm, so dass ich ihr gerne zugehört habe und dem Hörbuch problemlos folgen konnte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere