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Veröffentlicht am 25.10.2021

Alte Schuld bricht hervor

Unter dem Schnee
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Der Roman setzt bei der Beerdigung von Luise van Schwan, Gräfin von Schleswig Holstein ein. Ihre Schwester Klementine und die Neffen Carl und Johann sind mit ihren Familien anwesend. Ein außergewöhnlich ...

Der Roman setzt bei der Beerdigung von Luise van Schwan, Gräfin von Schleswig Holstein ein. Ihre Schwester Klementine und die Neffen Carl und Johann sind mit ihren Familien anwesend. Ein außergewöhnlich heftigerr Schneesturm zieht auf und die Beisetzung muss unterbrochen werden. Die Anwesenden schaffen es gerade noch auf das Gut zurückzukehren und werden dann im Haus zugeschneit.

Luise führte ihre Baumschule mit eiserner Hand. Viele Jahre, sogar über den Krieg hinaus konnte sie das Unternehmen nur unter großen Mühen führen, denn ihr Mann befand sich noch in Gefangenschaft und ihr
einziger Sohn Fritz ist im Krieg gefallen.
Nach dem Tod Luises wird die Baumschule von den Neffen geführt. Als Aimee aus Frankreich erscheint, und den verdutzten Anwesenden mitteilt sie wäre Luise Tochter, ist das Erstaunen groß. Nun
müssen die Neffen um ihr Erbe fürchten.

In der bunt zusammengewürfelten Familie kommen viele Erinnerungen zutage; gute aber auch hässliche wie beispielsweise die Schuld Klementines, welche viele Jahre Luise und Klementine im Streit
entzweite. Die bittere Zeit des Krieges und die vielen schweren Jahre danach, die es galt zu überstehen und wie das Leben schließlich weiter ging sind tiefgreifende Geschehnisse in den Erinnerungen dieser Familie.

Die Geschichte wird in jedem Kapitel aus der Sicht eines Anwesenden erzählt. Obwohl dieser Kunstgriff recht interessant ist ergaben sich zuweilen jedoch viele Wiederholungen, welche die Story etwas
dahinplätschern ließ und in die Länge zog. Eine Straffung hätte dem ansonsten recht gelungenen Roman sehr gut getan.

Besonders gut gelang der Autorin die emotional sehr berührenden Geschehnisse während der großen Kriegsvertreibungen in die Romanhandlung einzubinden. Sehr zu Herzen geht beispielsweise der Verlust der kleinen Schwester, die als Säugling auf dem langen Weg der Flucht ein Opfer der Kälte wurde. Aber auch das Schicksal der Zwangsarbeiter, die am Hof aushalfen und viele andere Verletzungen, welche die Menschen dieser Zeit erlitten.
Zu den Protagonisten hatte ich in diesem Roman leider keinen großen Zugang gefunden, denn ich tat mir bei der etwas oberflächlichen Beschreibung der Charaktere recht schwer eine emotionale Beziehung
aufzubauen. Einzig bei Ida , der Köchin, die das Herz der Familie ist fand ich eine liebenswerte Romanfigur, die ich ins Herz schließen konnte.
An den Schreibstil von Katrin Burseg musste ich mich erst gewöhnen, doch ich fand schnell in die Geschichte hinein.
Die Beschreibungen des wütenden Schneechaos hat mich sehr ergriffen und ließ mich die Schrecken dieser Naturgewalt hautnah mitempfinden und litt mit den Menschen mit, die teilweise vollkommen von der Welt
abgeschnitten waren.

"Unter dem Schnee" von Katrin Burseg ist ein lesenswerter Roman, der viele überzeugen wird und an die Schnee - Katastrophe im Jahre 1978 /79 erinnert, die gerade über Silvester stattfand.

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Veröffentlicht am 18.10.2021

Die rebellische Marlies

Frühlingsfunkeln am Liliensee
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Die Fortsetzung "Frühlingsfunkeln am Liliensee" der Saga rund um die Familie Vogel entführt ihre Leser in den Schwarzwald im Jahr 1966.

Georg Vogel, ein Zimmermann und Campingbetreiber bietet seinen Gästen ...

Die Fortsetzung "Frühlingsfunkeln am Liliensee" der Saga rund um die Familie Vogel entführt ihre Leser in den Schwarzwald im Jahr 1966.

Georg Vogel, ein Zimmermann und Campingbetreiber bietet seinen Gästen Erlebniswanderungen durch den schönen Schwarzwald an. Während dieser ausgedehnten und spannenden Wanderungen lernt er Marlies, das Energiebündel, näher kennen. Sie ist nicht nur eine Bereicherung bei den Touren sondern leider allzu oft auch eine Gefahrenquelle.
Marlies testet allzugerne ihre Grenzen aus und ist dabei viel zuoft mehr als leichtsinnig. Schon bald findet Georg heraus warum das so ist und was sie eigentlich damit verbergen möchte. Im Nu verliebt sich Georg in
diese zarte und humorvolle Person.

Georg ist eher bodenständig und plant seine Arbeiten genaustens. Er liebt seine Freiheit in der Natur und lässt sich nicht gerne einengen.
Mit seinen grünen Augen und seinem eher verschlossenen Wesen lässt er Menschen nicht allzu schnell an sich heran, geschweige denn in sein Herz. Dennoch schafft es ausgerechnet Marlies diese Festung seiner Seele zu durchbrechen als sie bei einer ihrer Wanderungen sie beide an die Grenzen treibt.
Auch diesen Roman hat Elisabeth Büchle mit viel Herz und Gefühl geschrieben. Ihr ausgezeichneter, wundervoll farbenfroher Erzählstil transportiert hervorragend die vielen Emotionen, Verletzlichkeiten und
charakterlichen Eigenarten der Romanfiguren.
Ein ganz besonderes Highlight dieses herrlich erfrischenden Romans sind die Dialoge zwischen Georg und der rebellisch wirkenden Marlies. Keiner der beiden Dickköpfe möchte nachgeben wobei gerade Marlies stets auf das letzte Wort pocht. Die damit verbundenen humorvollen Szenen sind ein wahrer Schatz und man freut sich als Leser jedes Mal auf die sich in der Handlung ankündigenden Dialoge der Beiden.

Georgs Großvater spielt bis zum Schluß, unwissend für die anderen, den Amor. Es gelingt ihm Georg und Marlies in eine derartige Situation zu bringen, in der sie unbedingt aufeinander angewiesen und damit gezwungen sind diese Zeit miteinander zu verbringen...
Werte des christlichen Glaubens ergänzen den Roman und schimmern in vielen Szenen, wertvollen Edelsteinen gleich, entlang des Handlungsgefüges, wobei die Liebe, Hoffnung und das Vertrauen die
schönsten Facetten sind.
Die Charaktere sind so wundervoll gestaltet und ausgearbeitet, dass sie sich schon beim ersten Buch dieser Familiensaga sofort in mein Herz geschlichen haben. Auch die Protagonisten dieses Romans sind einfach nur
auf's Beste gelungen.
Mit der Story "Frühlingsfunkeln am Liliensee" ist Elisabeth Büchle erneut ein erstklassiger romantischer und spannender Roman gelungen, der vor einem eindrucksvoll malerischen Hintergrund spielt und seine Leser
bestens unterhält.
Die Autoin spricht mit diesem Roman auch ein spezielles Tabuthema an, das in der damaligen Zeit eine große Rolle spielte und bestimmte Menschen schlichtweg als "dumm" abstempelte.
Der Satz "Gott sieht dich an und freut sich über dich...weil ihm mit dir ein Meisterwerk gelungen ist. Er hat dir eine große Herausforderung mit auf den Weg gegeben, damit du daran wächst" ist ein beeindruckender
Schlüsselsatz in diesem Zusammenhang, doch mehr möchte ich auf keinen Fall verraten - es ist einfach zu schön zu lesen.

Einen herzlichen Dank an Gerth Medien für den mehr als beeindruckenden Roman dieser hervorragenden Aurorin Elisabeth Büchle.

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Veröffentlicht am 18.10.2021

Ein würdiges Finale

Die Patisserie am Münsterplatz – Neuanfang
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Im dritten Teil "Die Patisserie am Münsterplatz - Neuanfang " von Charlotte Jacobi erlebt der Leser über die Schicksale der in iher Feinbäckerei arbeitenden jungen Patisseurin Louise Picard und ihrer
Großmutter ...

Im dritten Teil "Die Patisserie am Münsterplatz - Neuanfang " von Charlotte Jacobi erlebt der Leser über die Schicksale der in iher Feinbäckerei arbeitenden jungen Patisseurin Louise Picard und ihrer
Großmutter Ida die Schrecken des zweiten Weltkriegs im Elsass um 1940 hautnah mit.
1940 ist Straßburg wie leergefegt. Alle jungen Männer sind in den Krieg gezogen als die Wehrmacht einmarschiert und die Häuser belagert. Louise verliebt sich nun ausgerechnet in einen deutschen Soldaten, obwohl ein Teil ihrer Familie jüdisch ist.
Ein absolutes Highlight des Romans ist die berührende Schilderung des leidvollen Lebens der Zurückgebliebenen, die in ihrer Not kaum Mehl zum Backen von Brot hatten.

Mit der unvergleichlichen Stimme von Uta Simone wird der Roman in seiner Hörbuchfassung nochmals emotionaler und die sehr schlimmen Handlungen des Krieges bildgewaltig präsentiert.

Dieser Roman schließt die vielen Lebenswege der Protagonisten aus den vorhergehenden Episoden und bildet somit ein wunderschönes äußerst lesenswertes Finale. Das Leid der Kriege und der Feindschaft ist mit der anbrechenden Nachkriegsära endlich vorbei.
Einen herzlichen Dank an SAGA Egmont für das wundervolle Hörerlebnis.

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Veröffentlicht am 09.10.2021

Eine sehr gelungene Fortsetzung

Kinderklinik Weißensee – Jahre der Hoffnung
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Mit dem Roman "Kinderklinik Weißensee - Jahre der Hoffnung" ist der Autorin Antonia Blum eine außerordentlich gut gelunge Fortsetzung dieser interessanten Geschichte gelungen.
Die Handlung setzt in Berlin ...

Mit dem Roman "Kinderklinik Weißensee - Jahre der Hoffnung" ist der Autorin Antonia Blum eine außerordentlich gut gelunge Fortsetzung dieser interessanten Geschichte gelungen.
Die Handlung setzt in Berlin um das Jahr 1918 ein. Marlene absolvierte erfolgreich ihr Medizinstudium und muss nun ein einjähriges Praktikum in der Kinderklinik ableisten.
Oft muss sie völlig alleine um ihre kleinen Patienten kämpfen, denn es sind immer mehr Lazarette errichtet worden in denen die übrigen Ärzte zur Versorgung der Kriegsgeschädigten eingesetzt werden.

In der schlimmen Zeit nach dem Krieg kehrt auch ihr Verlobter Maximilian von Weilert völlig verändert nach Hause. Sie entfremden sich immer mehr was Marlene sehr wehtut. Die junge Frau widmet sich daher noch
intensiver ihren kleinen Patienten, denn die Spanische Grippe ist auch vor Ort ausgebrochen.
Auch ihre Schwester Emma kämpft um die Kinder und widmet sich nebenbei auch der Ausbildung der Elevinnen. Als plötzlich ihr kleiner Sohn Theo an Typhus erkrankt, hofft sie, dass die Ärzte ihn heilen können. Tag und Nacht leisten beide Schwestern Unmögliches und verausgaben sich.

Marlene ist eine Kämpfernatur und lässt sich nicht entmutigen, wenn auch viele männliche Kollegen sie gerne scheitern sehen würden. Mit eisernem Durchhaltewillen behauptet sie sich und trägt ihren Sieg davon.
Emma ist sehr mitfühlend und zurückhaltend und leistet in ihrem Dienst als Krankenschwester sehr viel, obwohl sie sich nebenbei auch noch um ihren kleinen Sohn Theo kümmern muss.

Antonia Blum fesselt ihre Leser auch in dieser Fortsetzung von der ersten Seite bis zur letzten Seite. Ihre wunderschöne, fast malerischer Schreibstil lässt in Gedanken einem Kinofilm gleich den hektischen
Krankenhausalltag erstehen, bei dem Krankheiten und Hygiene für die Genesung die zentrale Rolle spielen.

Die ausgezeichnete Recherchearbeit der Autorin hat die Story des Romans lebensecht in die damaligen gesellschaftlichen Gegebenheiten eingebettet. Der Leser wird viele emotionale Momente mit den Lindow
Schwestern und den Patienten durchleben, die einfach unvergesslich sind.

Es ist sehr schockierend mitzuerleben, wie die Frauen als Lückenfüller im Krieg überall zu den notwendigen Arbeiten herangezogen wurden, nur um dann nach dem Ende der Kampfhandlungen diese Positionen ohne
Wertschätzung oder Verstetigung wieder verlassen zu müssen.
"Kinderklinik Weißensee - Jahre der Hoffnung " ist eine grandiose Fortsetzung mit einer unglaublichen Fülle an eindrucksvollen Geschehnissen. Ich kann die Lektüre dieses wunderbaren Romans sehr empfehlen.

Einen herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für das wunderschöne Buch.

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Das Leben in Briefen

C.S. Lewis - Ein Leben in Briefen
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Das Buch "C. S. Lewis - Ein Leben in Briefen" von Titus Müller bietet einen Einblick in die Gedankengänge des bekannten Autoren und die Art und Weise welche Sprache er mit Freunden, seinem Bruder und seinem ...

Das Buch "C. S. Lewis - Ein Leben in Briefen" von Titus Müller bietet einen Einblick in die Gedankengänge des bekannten Autoren und die Art und Weise welche Sprache er mit Freunden, seinem Bruder und seinem Vater
wählte.
In den Briefen zeigt sich, mit welcher Leidenschaft Lewis die Autoren und Bücher seiner Zeit verfolgte. Zunächst Agnostiker, vielleicht sogar Atheist, kommt er später zum Glauben und ist der Autor der berühmten Kinderbücher "Narnia", die später aufgrund ihrer christlichen Tiefe sogar verfilmt wurden. In seinen Briefen begegnet dem interessierten Leser eine tiefe Weisheit, die es lohnt gelesen zu werden.
Seine Gedanken sind oft philosophisch und gehaltvoll. Sie lassen den Leser über verschiedene Themen nachdenken und dazu die eigene Meinung bilden.
Lewis sagte von sich, er sei viel und oft alleine, lese viel. Er liebte die Einsamkeit, da es wenig Menschen gäbe, die zu ihm passen würden, was den doch recht eigenwilligen Charakter dieses Denkers unterstreicht.

Das Buch ist sinnvoll aufgebaut, indem zunächst eine chronologische Auflistung seines Lebens vorgestellt wird. Im Hauptteil werden die vielen verschiedenen Briefe präsentiert, während am Ende des Buches
eine Anmerkung zu den Briefen geboten wird, um diese als Leser besser zu verstehen und in einen entsprechenden Kontext zu bringen.

Für dieses so informative Buch zum Leben von C. S. Lewis möchte ich ganz besonders dem Schriftsteller für die immense Arbeit danken, die das Ganze gemacht haben muss, und dem Verlag Adeo für die Veröffentlichung dieses schönen Buches.

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