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Veröffentlicht am 16.04.2021

Ein Testament deckt ungewollt ein Familiengeheimnis auf

Enriettas Vermächtnis
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Die Hauptfigur des Romans ist Enrietta da Silva. Sie ist eine berühmte Schriftstellerin, die von Argentinien in die Schweiz umsiedelt. Als sie im Alter von fünfundachzig Jahren stirbt vermacht sie Ihr ...

Die Hauptfigur des Romans ist Enrietta da Silva. Sie ist eine berühmte Schriftstellerin, die von Argentinien in die Schweiz umsiedelt. Als sie im Alter von fünfundachzig Jahren stirbt vermacht sie Ihr Erbe an zwei Menschen: der Schauspielerin Jana Horwarth und dem Schönheitschrirugen Emilio Volpe.

Jana war Enriettas Ziehtochter, die durch ein Bühnenunglück selbst nicht mehr aktiv in der Schauspielkunst tätig ist, jedoch ihr umfangreiches Wissen als Dozentin an die nachfolgende Generation weitergibt. Die hoch gewachsene und schlanke Frau wohnt in Salzburg und verstand sich Zeit ihres Lebens sehr gut mit ihrer Ziehmutter Enrietta. Allerdings wusste sie so gut wie nichts über das Leben, welches Enrietta seinerzeit in Argentinien führte.

Emilio ist Chef einer Privatklinik in Buenos Aires, die sich auf plastische Chirurgie spezialisiert hat. Er ist mit der überaus klugen und umsichtigen Elena verheiratet, die als Ärztin in der Orthopädie arbeitet.

Jana und Emilio sind nun die Erben eines sehr großen, Millionen schweren, Vermögens geworden. Nun allerdings tritt plötzlich und für alle unerwartet Armando da Silva auf, der sich als leiblicher und verheimlichter Sohn Enriettas ausgibt, die ihn ganz offensichtlich sogar über ihren Tod hinaus veleugnet. Er ist das Kind einer unglücklichen und skandalösen Affäre, auf die sich Enrietta in ihren jungen Jahren einließ und am liebsten ganz aus ihrem Leben gestrichen hätte.

Im Verlauf der überaus spannenden Story kristallisiert sich heraus, dass Emilo von der Existenz Armando wusste. Wie die beiden Protagonisten zueinader stehen ist äußerst spannend und gibt der Geschichte eine
hochinteressante Wendung.
Armando bemüht sich zwar sehr um Jana; dennoch erscheint er undurchsichtig, sogar etwas anrüchig, tritt jedoch auch als charmanter Gentleman in Erscheinung, der geschickt um Jana zu werben weiß. Emilio sorgt sich um Jana, denn er ahnt um die Absichten Armandos und fürchtet, dass Jana auf diesen hereinfallen könnte und folglich enttäuscht wird. Wäre es aber auch möglich, dass es Armando ausgerechnet bei Jana vielleicht sogar ehrlich meint?

Dieser sehr klug und gekonnt verfasste Roman überzeugt in seinem Aufbau und fesselt seine Leser durch die sich nur langsam entwickelnde Story, die Schritt für Schritt aus undurchsichtigen Lebenslügen, Machtkämpfen
ein klares und faszinierendes Bild hervortreten lässt. Der Leser wird in bester Weise unterhalten und gespannt mit, ob es tatsächlich einen Bösewicht gibt oder nicht.

Sylvia Madsack legt mit "Enriettas Vermächtnis " einen sehr unterhaltsamen, angenehm zu lesenden und sehr spannenden Roman vor. Dies ist für mich das erste Buch dieser Autorin und ich kann es uneingeschränkt weiter empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2021

Das Geheimnis der Töchter

Die Stärke der Töchter
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Der zweite Teil "Die Stärke der Töchter" von Ellin Carsta fokussiert seine Handlung rund um das Schicksal der Schwiegertöchter Falkenbachs.

Die Handlung setzt in Bernried am Starnberger See um das Jahr ...

Der zweite Teil "Die Stärke der Töchter" von Ellin Carsta fokussiert seine Handlung rund um das Schicksal der Schwiegertöchter Falkenbachs.

Die Handlung setzt in Bernried am Starnberger See um das Jahr 1937 ein. Paul Friedrich von Falkenbach erfährt, dass sein Kriegskamerad bei einem Unfall in dessen Schreinerei ums Leben kam, was ihn zu tiefst
mißtrauisch werden lässt, denn Heinrich Lehmann hat ihn gerade an diesem Tag besucht. Kann es sein, dass ihn die Schuld an diesem Unglück trifft?
Um die näheren Umstände des Todes aufzuklären möchte Paul Friedrich mit seinem Freund Wilhelm die Begebenheiten untersuchen, doch Wilhelm hat mit seinem Sohn Leopold erneut eine große Enttäuschung erlebt und daher ganz andere Sorgen als sich auf eine solche Ermittlungsarbeit einzulassen.

Die Lage der jüdischen Bevölkerung in Deutschland verschlimmert sich zunehmend. So müssen die Nachbarn der Falkenbachs ausreisen. Paul Friedrich bietet sich dadurch eine Gelegenheit dieses neue Grundstück zu
erwerben. Um das zu verwirklichen muss er einen großen Betrug an seinen Freunden begehen.
Die drei Schwiegertöchter sind durch ein schlimmes Ereignis verbunden und genauso wie ihre Väter sind sie zum Schweigen verpflichtet.

Die hervorragende Recherchearbeit der Autorin Ellin Carsta und ihre sehr schöne bildhafte Sprache fing die Atmosphäre der damaligen Zeit für ihre Leser gekonnt ein und setzt die vielen hochinteressanten Entwicklungen
und Geschehnisse vor einer eindrucksvollen historischen Kulisse in Szene.
So ist diese spannende und kurzweilige Fortsetzung der Familie Falkenbach und Lehmann eine ausgezeichnet unterhaltsame Lektüre, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Einen herzlichen Dank an Tinte und Feder sowie Netgalley.de für das Bereitstellen des Leseexemplars.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2021

Was ist Glück?

Der Kampf ums Glück
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Der sehr spannende und turbulente sechste Teil der Wakefield Saga "Kampf ums Glück" von Gilbert Morris lässt seine Leser gebannt verfolgen, wie die Protagonisten um die Erfüllung ihres Glückes kämpfen ...

Der sehr spannende und turbulente sechste Teil der Wakefield Saga "Kampf ums Glück" von Gilbert Morris lässt seine Leser gebannt verfolgen, wie die Protagonisten um die Erfüllung ihres Glückes kämpfen müssen.

Andrew Wakefield ist Prediger der mit seiner Frau Dorcas und den Zwillingen Paul und David in Cornwall wohnt.
Die äußerliche Ähnlichkeit von Paul und David ist zwar verblüffend, dennoch unterscheiden sie sich grundlegend in ihren Charakteren. Der vernünftige und ruhige David überdenkt alle seine Taten und widmet sich
gerne der schöngeistigen Dichtkunst. Paul hingegen ist ein waschechter Filou, der gerne junge Mädchen verführt und kaum zu Frieden zu stellen ist.

Als ihr Vater drei Jahre nach einem Unfall verstirbt, nimmt sich sein Bruder George, der das Gut Wakefield führt, der Familie an. Sir George und seine Frau Elizabeth sind kinderlos und so übernimmt nach dem Tod von Onkel George der ältere Zwilling David die Verantwortung für das Gut Wakefield. Paul kann sich nicht damit abfinden leer ausgegangen zu sein und verlässt verstimmt das heimatliche England. Er geht zur Armee, die zu dieser Zeit in einem Krieg zwischen Briten und Franzosen auf amerikanischem Boden eingesetzt wird. Paul lernt im Franzosen Frenchy Doucett einen Trapper kennen. Schon bald verlässt Paul die Armee und macht sich gemeinsam mit Frenchy auf, um das Leben eines Trappers zu führen und insbesondere damit deutlich mehr Geld zu verdienen.

Im Verlauf des Romans hat mich besonders der Verlust von Paul erschüttert und wie dieser sozial derart in Hoffnungslosigkeit abstürzt.
Eine frühere Angestellte, die bei der Geburt der Zwillinge dabei war, entfacht einen Zwist zwischen den Brüdern. Die Zukunft der Zwillinge scheint doch noch einen anderen Verlauf zu nehmen, jedoch wird ihnen
dies tatsächlich das langersehnte Glück bringen?
Die präzise historische Recherche und die detaillierten Beschreibungen sind großartig. Vor dem staunenden Leser entfaltet sich eine lebensecht wirkende historische Kulisse die liebevoll bis hinein in kleinste Facetten, wie beispielsweise die damalige Kleidungsmode und die gereichten Speisen, ausgearbeitet ist.

Dem Leser werden sehr schnell die Personen Dorcas und Bethany an's Herz wachsen. Sie sind tiefgläubig und immer in jeder Lebenslage füreinander da gewesen.
Auffällig ist, dass dieses Buch deutlich geringere christliche Komponenten beinhaltet. Der Hauptfokus liegt in den Geschehnissen rund um die dramatische Entzweiung der beiden Brüder und deren Lebensumstände.

Der Roman hat mir ausgezeichnet gefallen und ich warte mit Sehnsucht auf das angekündigte Finale im nächsten Band. Es ist kaum zu glauben, dass diese schöne Romanserie ihr Ende finden wird und so werde ich die Bücher von Gilbert Morris sehr vermissen. Dessen herrliche Phantasie, präzise Recherche und flüssige, sehr unterhaltsame Sprache waren schon ein besonderes Leseerlebnis. Ich wäre glücklich wenn noch deutlich mehr Romane dieses Schriftstellers übersetzt würden.
Einen herzlichen Dank an SCM HÄNSSLER Verlag für die Publikation dieses erneut wunderschönen und rundum empfehlenswerten Romans.

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Veröffentlicht am 08.04.2021

Interessante Heilwege

Die Frau, deren Arm sich hängen ließ
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Das sehr gelungene, sich oft humorvoll präsentierende Hörbuch "Die Frau deren Arm sich hängen ließ" von Thomas Fritzsche berichtet auf spannende und äußerst unterhaltsame Weise über einige Fälle aus der ...

Das sehr gelungene, sich oft humorvoll präsentierende Hörbuch "Die Frau deren Arm sich hängen ließ" von Thomas Fritzsche berichtet auf spannende und äußerst unterhaltsame Weise über einige Fälle aus der Praxis des
Psychotherapeuten.

Die Fallgeschichten, die dem Psychotherapeuten Fritzsche besonders in Erinnerung geblieben sind, zeigen durch ihre Vielfalt und unterschiedliche Problematik auf deutliche Weise, dass mit dem Patienten ganz offensichtlich stets ein individueller Weg gegangen werden muss, um zur Lösung und Heilung von Konflikten zu gelangen. Gleichermassen wird deutlich, wie klug unser Unterbewusstsein ist, um unser Leben in "kreativer" Weise zu meistern, auch wenn unsere Psyche oft falsche Wege einschlägt.

Die mannigfaltigen psychischen Probleme brauchen also unterschiedliche Wege um es dem Patienten zu ermöglichen wieder zur eigenen Normalität zu gelangen. Im Roman wird beispielsweise die Möglichkeit der Hypnose zur Raucher-Entwöhnung beschrieben, was aus meiner Sicht ein hochinteressanter Ansatz ist.
Das gewaltig umfangreiche Thema Ängste zu bewältigen lässt den Therapeuten immer auf eine persönliche, individuelle und auf den einzelnen Klienten abgestimmte Methodik zurückgreifen. So haben mich die
Schritte welche Herr Fritzsche unternahm sehr verblüfft. Fasziniert erfährt der Hörer dieses spannenden Hörbuchs, wie diese Methoden letztendlich zum Ziel und zur Heilung der erkrankten Psyche führten. Die überzeugend dargestellten Vorgehensweisen erscheinen verständlich, demonstrativ und klar.
Die Hörbuchfassung dieses hochinteressanten Romans wurde von Tetje Mierendorf gekonnt und unterhaltsam gelesen. Seine sehr gute Intonation schenkte dem Hörbuch eine überzeugende Präsenz und seine deutliche, sehr gut verständliche Sprache ein angenehmes Hörerlebnis. "Die Frau deren Arm sich hängen ließ" ist einfach nur ein schönes Hörbuch, das man sehr
gerne immer wieder hören möchte.

Einen herzlichen Dank an Steinbachsprechende Bücher für dieses sehr schöne Hörerlebnis.

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Veröffentlicht am 02.04.2021

Die Sehnsucht nach den Halligen

Die Farbe des Nordwinds
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Der Roman "Die Farbe des Nordwinds" von Klara Jahn ermöglicht seinen staunenden Lesern einen faszinierenden Blick auf das außergewöhnliche Leben, das die Halligen seinen Bewohnern abverlangt.

Ellen muss ...

Der Roman "Die Farbe des Nordwinds" von Klara Jahn ermöglicht seinen staunenden Lesern einen faszinierenden Blick auf das außergewöhnliche Leben, das die Halligen seinen Bewohnern abverlangt.

Ellen muss mit ihrer Mutter von Ort zu Ort ziehen. Immer neue Bekanntschaften bescheren sowohl der Mutter als auch ihrer Tochter ein ruheloses Leben.
Erst nach zwanzig Jahren kehrt Ellen auf die Halligen zurück. Diese besondere Landschaft inmitten des Wattenmeeres ist es mit der sie zeitlebens schon eine enge Seelenverwandtschaft verspürt. Hier möchte
sie nun endgültig ihre Heimat finden und sesshaft werden.
Hier wohnt auch Liske, ihre Stiefschwester, die sie so lange Zeit vermisste. Als sich die beiden Frauen begegnen empfängt sie Liske recht abweisend. Liske fühlte sich bei der, in ihren Augen überstürzten,
Abreise Ellens und ihrer Mutter verraten und verlassen. Ellen gibt nicht auf und ist entschlossen ihre Beziehung zu Liske wieder in ein gutes Verhältnis zu bringen.

Die Leser dieses außergewöhnlichen Romans erfahren wie mühsam und entbehrungsreich das Leben auf den schönen Halligen war und sicherlich heute noch ist. Alleine die Versorgung der Inselbewohner mit den
notwendigen Lebensmitteln und Süßwaser stellt die Menschen manchmal vor arge Probleme. Das Meer kennt bei den Stürmen keine Gnade. Oft wurde das Land überschwemmt und die überlebenswichtigen Geräte galt es zu jeder Zeit fest zu sichern, damit das Meer es nicht einfach mit sich nimmt.
Das entbehrungsreiche Leben ließ die Bewohner genügsam und sehr sorgfältig im Umgang mit der überwältigenden Natur werden.

Das besondere an diesem Roman ist, dass Klara Jahn im Wechsel zum Hauptstrang eine weitere Geschichte aus der Vergangenheit in die Story eingeflochten hat; ein Kunstgriff, der mir bei diesem Thema sehr gut
gefallen hat. Diese überlagerte Story zeigt ein Leben, das noch entbehrungsreicher und von enormer Entsagung geprägt war.

Schon aufgrund des außergewöhnlichen Themas rund um die Halligen ist dieser Roman etwas ganz Besonderes und unterhält seine Leser auf's Beste. Auch das Cover ist einfach nur gelungen und wunderschön. Es zeigt
einen charakteristischen Sonnenuntergang auf den Halligen.
Einen herzlichen Dank an den Heyne Verlag für den faszinierend-interessanten Roman.

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