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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2019

Dre Generationen zwischen Deutschland und Italien

Bella Germania
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München 2014: Julia führt mit ihrem guten Bekannten Robin ein kleines Modelabel, leider sind sie sehr verschuldet und daher auf einen Investor angewiesen. Als sie dann endlich bei einem Wettbewerb in Mailand ...

München 2014: Julia führt mit ihrem guten Bekannten Robin ein kleines Modelabel, leider sind sie sehr verschuldet und daher auf einen Investor angewiesen. Als sie dann endlich bei einem Wettbewerb in Mailand gewinnen, will sich bei Julia aber nicht so richtig Freude einstellen, denn sie ist ausgebrannt und vollkommen am Ende. Außerdem ist sie abgelenkt, da in Mailand ein Fremder auf sie zugekommen ist und ihr gesagt hat, dass er ihr Großvater ist und er sie gerne besser kennenlernen möchte. Und auch ihr Vater lebe noch, obwohl ihre Mutter ihr gesagt hat, er wäre bei einem Unfall gestorben. So begibt sich Julia auf eine Reise in die Vergangenheit und beginnt, ihre Familie und endlich zu ihren Wurzeln zu finden.

Daniel Speck hat dieses Buch sehr gut aufgebaut, durch viele Absätze und eine klare Unterteilung durch Kapitel liest sich das Buch flüssig. Sein Schreibstil ist einfach zu lesen, aber nie langweilig oder gar übertrieben. Er setzt Emotionen genau richtig ein, übertreibt nie und alles ist sehr realistisch.

Die Handlung hat mich von der ersten Seite an interessiert und mich auch nicht mehr losgelassen. Von Zeit zu Zeit kamen mir sogar die Tränen und ich war wirklich in der Handlung gefangen und konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Ein wirklich tolles Buch!

Veröffentlicht am 15.10.2019

Eine Familie aus der Ukraine, die nun in England lebt und deren Probleme mit der Vergangenheit

Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch
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Die Ukrainer Nikolai, seine Frau Ludmilla und die gemeinsame Tochter Vera kamen durch Zwangsarbeit in Deutschland und später durch die Übernahme der Besatzungsmächte nach England. Dort bekamen sie noch ...

Die Ukrainer Nikolai, seine Frau Ludmilla und die gemeinsame Tochter Vera kamen durch Zwangsarbeit in Deutschland und später durch die Übernahme der Besatzungsmächte nach England. Dort bekamen sie noch eine zweite Tochter Nadia, das Friedenskind, das erst nach dem 2. Weltkrieg die Welt entdecken darf. Zwei Jahre nach dem Tod der Mutter in den 2000er Jahren möchte der Vater wieder heiraten. Doch an sich ist nichts verwerfliches dabei, wäre es nicht eine 36-jährige Ukrainerin, die der 84-jährige Vater hier aus der Ukraine retten will und so ihrem Sohn und ihr ein angehmeres Leben ermöglichen möchte. Das ruft die Tochter Nadia auf den Plan, die nach einigen Problemen mit dem Vater dann auch die Schwester Vera miteinschaltet, obwohl sie doch eigentlich zerstritten sind, raufen sie sich zusammen und kämpfen für ihr gemeinsames Ziel, Valentina wieder loszubekommen.

Marina Lewycka hat hier ein interessantes Thema aufgegriffen und mit einem einfachen, aber authentischen Schreibstil eine flüssige Geschichte geschrieben. Leider gab es einige Abschnitte, die etwas langatmig für mich waren. Zudem waren die Ankündigungen etwas zu übertrieben für meinen Geschmack, denn es war für mich nicht hochunterhaltsam und sehr witzig.

Das Buch war in Ordnung, allerdings hat es mich nicht gefesselt.

Veröffentlicht am 11.10.2019

Drei Frauen, die das Schicksal verbindet

Das saphirblaue Zimmer
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Manhattan 1944: Kate Schuyler ist eine junge Ärztin, die sich in einem Krankenhaus um verletzte Soldaten kümmert. Ihr neuester Patient Captain Ravenel kommt mit einer starken Infektion des Beines aus Frankreich ...

Manhattan 1944: Kate Schuyler ist eine junge Ärztin, die sich in einem Krankenhaus um verletzte Soldaten kümmert. Ihr neuester Patient Captain Ravenel kommt mit einer starken Infektion des Beines aus Frankreich zurück nach Amerika. Kate weigert sich, Dr. Greeleys Rat das Bein sofort zu amputieren zu akzeptieren und erfüllt damit auch den Wunsch des Patienten. Ihr gelingt die vollständige Genesung des Patienten.

Manhattan 1892: Olive muss nach dem Tod ihres Vaters eine Stellung als Dienstmädchen im Haushalt der Familie Pratt annehmen. Im Haus, das ihr Vater entworfen hat und das auch zu seinem Niedergang geführt hat. Ihr Leben dort ist hart, doch sie will die Ehre ihres Vaters widerherstellen und daher ist es erträglicher dort zu sein.

Manhattan 1920: Lucy Young ist Sekretärin bei einer Anwaltskanzlei und wird nach dem Krankheitsausfall einer Kollegin dem Juniorpartner Philip Schuyler zugeteilt. Die beiden lernen sich mit der Zeit besser kennen und auch vertrauen und so kommt es, dass Philip mit seiner Stiefmutter die Oper besuchen muss und Lucy bittet, einen Klienten für einen Abend zum Essen zu begleiten.

Die drei Autorinnen haben hier ein tolles Buch geschaffen. Die Handlung ist fesselnd und ich wollte immer weiterlesen. Ihr Schreibstil ist sehr emotional. Die Protagonistinnen sind allesamt sympathisch und realistisch. Ihre Handlungsweisen können jederzeit vom Leser nachvollzogen werden und wirken nie konstruiert oder unrealistisch. Durch die Gliederung in drei Zeitebenen und auch das konstante Abwechseln zwischen den Protagonistinnen und den Zeitebenen wird eine tolle Spannung aufgebaut, die auch die Neugier des Lesers auf weitere Informationen immer weiter steigert.

Mit hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Das Ende hat mich zu Tränen gerührt, da es gleichzeitig wunderschön aber auch tieftraurig war.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Antonio begibt sich auf Reisen...

Antonio im Wunderland
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Antonio, der vor 37 Jahren in einem Stahlwerk am Niederrhein seine Arbeit als Gastarbeiter aus Italien begonnen hat, geht nun in Rente. Da die Stahlindustrie etwas in Verruf geraten ist, soll ein Film ...

Antonio, der vor 37 Jahren in einem Stahlwerk am Niederrhein seine Arbeit als Gastarbeiter aus Italien begonnen hat, geht nun in Rente. Da die Stahlindustrie etwas in Verruf geraten ist, soll ein Film gedreht werden, der das Image etwas aufpoliert. Da kommt die Berentung von Antonio doch wie gerufen. Wie immer in Begleitung seiner Ehefrau Ursula, seiner Tochter Sara und seinem Schwiegersohn, begibt er sich in die Firma. Dort feiern sie seinen Ruhestand. Wenig später fahren sie dann alle gemeinsam nach Italien zur Verwandtschaft, denn wenn man eine Italienerin heirtatet, bedeutet das einen jährlichen Urlaub in der alten Heimat. Dieser ist allerdings nicht der einzige Urlaub in diesem Jahr, denn Antonio träumt schon immer von Amerika, als er nun endlich sein Haus abbezahlt hat, erfüllt er sich diesen Wunsch, natürlich nur in Begleitung des Schwiegersohnes und dem besten Freund Benno. Gemeinsam begeben sie sich auf eine lustige und nicht einmal annähernd entspannte Reise.

Jan Weiler hat einen tollen Humor, der sich in seinem Schreibstil perfekt wiederspiegelt. Seine Situationskomik ist perfekt und man muss immer wieder lachen, denn die Protagonisten sind einfach rundum lustig.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings fand ich den Vorgänger "Maria, ihm schmeckt's nicht" noch lustiger.

Veröffentlicht am 08.10.2019

Eine Freundschaft, die nur der Tod scheiden kann

Du und ich und all die Jahre
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Nicole lernt als 13-jährige den zwei Jahre älteren Julian kennen. Die beiden verstehen sich immer besser und werden beste Freunde. Jedes Jahr verbringen sie gemeinsam Silvester und machen es sich zur Tradition, ...

Nicole lernt als 13-jährige den zwei Jahre älteren Julian kennen. Die beiden verstehen sich immer besser und werden beste Freunde. Jedes Jahr verbringen sie gemeinsam Silvester und machen es sich zur Tradition, ihre fünf Jahresvorsätze auszutauschen. Nach einigen Jahren kommt noch Alex dazu, die Nicole während des Studiums kennengelernt hat. Die drei werden unzertrennlich. Doch das Schicksal meint es nicht immer gut mit ihnen und so haben sie so manche Hürden zu meistern.

Amy Silver hat einen einfachen, flüssigen Schreibstil. Sie schreibt emotional, aber trotzdem realistisch. Ihre Charaktere sind sympathisch und der Leser kann sich durchaus vorstellen, warum sie so handeln und jeden ihrer Schritte nachvollziehen. Auch das Ende wirkt nicht konstruiert.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es in kurzer Zeit gelesen, da es mich gefesselt hat.