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Veröffentlicht am 30.01.2021

Selbst für Anfänger unglaublich motivierend

Homefarming
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Das Cover finde ich persönlich perfekt gewählt, weil es so super idyllisch wirkt, wie der perfekte Traum vom eigenen Bauernhof und im Prinzip ist genau das auch der Inhalt dieses Buches. Ich mag die warmen ...

Das Cover finde ich persönlich perfekt gewählt, weil es so super idyllisch wirkt, wie der perfekte Traum vom eigenen Bauernhof und im Prinzip ist genau das auch der Inhalt dieses Buches. Ich mag die warmen Farben und durch den gefühlten Gemüsekorb hat man direkt mehr Lust, das Buch zu lesen.

Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, was ich von dem Buch erwarten sollte, aber da ich das Thema super interessant finde und Judith Rakers schon immer sehr sympathisch fand, wollte ich zumindest mal reingeschaut haben. Ich wurde auch wirklich nicht enttäuscht. Ich mag die Art, wie sie erzählt. Sie beginnt erstmal damit, wie wenig Ahnung sie vom Gärtnern aber auch vom Kochen und auch von der Hühnerhaltung hatte und dass niemand damit gerechnet hätte, dass sie jemals ein Buch über Homefarming schreiben würde. Schon in dieser kurzen Einleitung wird immer wieder ihr leichter Humor deutlich, der sich durch das ganze Buch zieht und mich immer mal wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Das hat auch dafür gesorgt, dass ich jedes Kapitel wirklich gerne gelesen habe, egal welches Thema es jetzt behandelt hat. Zudem wirkt es zu keiner Zeit belehrend oder von oben herab, sondern man hat immer das Gefühl, dass die Autorin hier vor allem ihre Begeisterung für das Thema vermitteln wird, was auch bei mir das Interesse auslöst, mich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzten.

Ich mag, dass die Kapitel immer recht kleinschrittig aufgebaut sind ohne sich dabei allerdings dauerhaft zu wiederholen. Man bekommt so zunächst einmal einen Überblick über die grundlegenden Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um anfangen zu können. Dabei wird deutlich, wie wenig tatsächlich von Nöten ist und dass fast jeder mit einem kleinen Balkon oder einer kleinen Terrasse ein paar Gemüsesorten anbauen kann. Doch auch die richtige Erde und Arbeitsmaterialien werden thematisiert, sodass einem genau die Fragen beatwortet werden, die man sich zwar eigentlich (vor allem als absoluter Anfänger) stellt, aber häufig nicht in vollem Umfang beantwortet werden. Auch dass nicht einfach davon ausgegangen wird, dass man einen Garten besitzt, sondern immer mehrere Möglichkeiten aufgezeigt werden wie man ein Beet anlegen kann, gefiel mir ausgesprochen gut. Es wird zwar deutlich, dass ein großer Garten und ein solides Grundbudget es einfacher machen, zum Selbstversorger zu werden, aber dennoch gibt es auch gute Tipps, die sich für jeden umsetzten lassen, der dies in Betracht zieht. Super ist zudem, dass es am Ende eines jeden Kapitels immer wieder eine kurze Zusammenfassung gibt, in der noch einmal die wichtigsten Punkte aufgeführt werden, sodass man auch nach dem Lesen des gesamten Buches es auch mal wieder einfach nur durchblättern muss, um die wichtigsten Punkte zu finden. Das ist natürlich keine neue Idee, aber dennoch auch hier sehr hilfreich und es macht das Buch noch einmal übersichtlicher. Ebenso wie die sehr passend gewählten Bilder, die zwar manchmal eine Spur zu gestellt wirken, aber dem gesamten Buch eine Art Leichtigkeit verleihen und so die Texte ein bisschen auflockern.

Alles in allem weckt das Buch selbst bei mir als absoluter Gartenarbeitsmuffel den Wunsch, mir mal ein kleines Beet mit Möhren oder Kartoffeln anzulegen, einfach weil Judith Rakers das wirklich zu lieben scheint. Diese Begeisterung, die in jeder Silbe und jedem Bild des Buches mitschwingt ist ebenso besonders wie die detaillierten Erklärungen, die es auch einem Anfänger erlauben, sich mal intensiver mit der Materie zu beschäftigen.

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Veröffentlicht am 27.01.2021

Gute Grundidee, der es leider an Tiefe fehlt

Matching Night, Band 1: Küsst du den Feind? (Gewinner des Lovelybooks-Leserpreises 2021)
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Das Cover, das man vermutlich nur wirklich gut zusammen mit dem zweiten Teil beurteilen kann, war einer der Hauptgründe dafür, dass ich das Buch unbedingt lesen und wohl auch gut finden wollte. Mir gefällt, ...

Das Cover, das man vermutlich nur wirklich gut zusammen mit dem zweiten Teil beurteilen kann, war einer der Hauptgründe dafür, dass ich das Buch unbedingt lesen und wohl auch gut finden wollte. Mir gefällt, wie die Schwinge des Raben gerade so viel der Figure enthüllt, dass man sich deren Kleid und die Umgebung vorstellen kann, aber man immer noch eigenen Interpretationsspielraum für das Aussehen von Cara hat. Zudem passen die Rabenflügel sowohl auf dem Cover als auch auf dem Rücken der beiden Bücher perfekt zueinander, sodass sie, wenn sie nebeneinanderstehen, ein Bild ergeben. Ich bin ein großer Fan von solchen Kleinigkeiten und habe mich deswegen wirklich auf die Geschichte gefreut.

Leider hat mich diese abschließend nicht wirklich überzeugt, obwohl sie zunächst einmal gut klang: Cara hat es auf das berühmte Elite-College St. Josephs geschafft, doch leider ohne das so bitter erforderliche Stipendium, sodass sie in den ersten Wochen an ihrer neuen Universität mehr schlecht als recht übersteht. Doch dann eröffnet sich ihr die Möglichkeit, die finanziellen Probleme während es ihres Studiums ein vor allemal hinter sich zu lassen: Sie könnte der berühmten Studentenverbindung der Ravens beitreten, in deren wunderschönen Verbindungshaus leben und auch noch ein mehr als üppiges Stipendium erhalten. Damit könnte Cara sich voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren, doch es gibt einen Harken, denn sie muss zunächst eine Aufnahmezeremonie bestehen. Dort muss sie zusammen mit einem völlig unbekannten Mann ein Paar bilden, der gleichzeitig ein Anwärter der Schwesterverbindung der Lions ist. Sie muss mit ihm nicht nur verschiedene Aufgaben erfüllen, sondern auch alle überzeugen, dass sie wirklich zusammen sind. Das ist gar nicht so leicht, denn ihre beste Freundin Hannah warnt sie immer wieder vor der gefährlichen Verbindung und es gibt nicht nur einen Mann, der Caras Herz höher schlagen lässt…

Der Schreibstil des Buches gefiel mir zu Beginn des Buches wirklich gut, weil er leicht und flüssig zu lesen war. Man kam dadurch extrem gut in die Geschichte und ich habe vor allem die ersten Kapitel nur so verschlungen, doch leider hatte ich das Gefühl, dass der Schreibstil zusammen mit der Tiefe der Story im Laufe des Buches nachließ.

Am Anfang fand ich die Idee einer Collegegeschichte, in der Verbindungen im Fokus stehen, extrem spannend, weil sie sonst in Young Adult Romanen eine eher untergeordnete Rolle spielen. Deswegen war ich sehr gespannt, wie das Aufnahmeritual ablaufen wird und wie das Leben in einer Verbindung im Allgemeinen aussehen würde, allerdings hat das nicht so richtig die Aufmerksamkeit erhalten, die ich mir gewünscht hätte. Dafür hätte man dem Ganzen einfach mehr Aufmerksamkeit widmen müssen, aber ich finde die Story an sich entwickelt sich einfach viel zu schnell. Cara zieht ein, trifft ein paar Leute, mag ein, zwei, muss sich mit Josh zusammentun und die Aufgaben erfüllen und gefühlt ist das Buch dann schon wieder vorbei. Mein Problem dabei ist vor allem, dass man im Prinzip nichts von ihrem Alltag mitbekommt, sie muss nie in ihre Kurse, sondern plötzlich steht nur noch die Verbindung im Vordergrund. Ich verstehe das sogar, schließlich gibt es für Cara auch kein Studium ohne die Unterstützung durch die Verbindung, aber es kommt nie zur Sprache, dass es sich wirklich auf ihren Alltag auswirkt, was man ja eigentlich vermuten sollte. Stattdessen scheint sie ihr Studium ohne Probleme zu meistern, obwohl sie am Wochenende dauernd auf Bällen für die Verbindung ist und während der Woche ist sie auch nicht regelmäßig in ihren Kursen, weil sie ja so viel Zeit mit Josh verbringen muss. Damit hätte ich allerdings noch leben können, wenn wenigstens die Aufgaben genauer beschrieben worden wären, aber auch die kamen mir zu kurz, wurden nur am Rande beschrieben und waren teilweise wirklich viel zu leicht ohne Hürden oder große Schwierigkeiten zu meistern. Ich sage nicht, dass die ganze Geschichte unglaublich langweilig ist, aber sie hat dann doch sehr lange gebraucht, um einen Spannungsbogen zu entwickeln und hatte dann noch immer einige Logikfehler, die mir die Geschichte ein bisschen verdorben haben.

Zudem haben mich die Charaktere ebenso wenig überzeugen können. Während ich Cara vor allem zu Beginn der Story noch durchaus mochte, wurde ich mit den männlichen Protagonisten so gar nicht warm. Ich mag, wie sehr sie am Anfang dafür arbeitet, auf das College zu können und wie gerne sie ihrer Familie danken möchte, indem sie möglichst hart arbeitet. Allerdings hätte ich die Fehlschläge zu Beginn gerne miterlebt, weil man sie so schwer greifen kann. Man lernt weder ihre Familie kennen, die durch ihren Einsatz Cara auch unbewusst unter Druck setzten noch erlebt man, wie sie immer wieder Rückschläge einstecken muss, wie das Zimmer, das sie nicht beziehen kann, um sie als Person besser verstehen zu können. Es fehlt dadurch am Anfang einfach was, wie auch das Kennenlernen mit Tyler. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt einen wirklichen Zugang zu ihm, weil ich es zwar ganz nett fand, dass er ihr immer Essen mitgebracht hat, aber ich fand ihn weder süß noch heiß noch besonders anziehend, deswegen habe ich auch null verstanden, ab wann sich das für Cara geändert hat. Ich habe schlicht den Punkt verpasst. So ging es mir mit Josh allerdings auch, wobei ich den fast noch ein bisschen lieber mochte als Tyler. Aber für die plötzliche Abneigung von Cara nach den Speed Dates gab es so keinerlei Grund, dass ich leicht irritiert war. Wenn er schon da furchtbar arrogant gewesen wäre, legitim, aber da fand ich ihn recht okay und habe ihr Problem schlicht nicht verstanden.

Alles in allem wollte ich das Buch wirklich, wirklich mögen, nicht nur wegen des wunderschönen Covers, sondern auch weil ich die Grundidee der Story wirklich mochte, aber leider fehlt dieser deutlich an Tiefe und Emotionen. Die Charaktere bleiben teilweise bloß klischeehafte Abziehbilder und es fehlt deutlich an dem besonderen Etwas. Das konnten leider auch der recht gute Schreibstil und der zugegeben gut gesetzte Cliffhanger nicht retten.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Internatsgeschichte, die die Ansätze leider so gar nicht nutzt

Killing November 1
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Das Cover finde ich an sich gut gelungen. Ich mag die Zweiteilung, die es so aussehen lässt, als wäre der Buchdeckel halb abgerissen und als würde die erste Seite des Buches mit der deutlichen Aufforderung ...

Das Cover finde ich an sich gut gelungen. Ich mag die Zweiteilung, die es so aussehen lässt, als wäre der Buchdeckel halb abgerissen und als würde die erste Seite des Buches mit der deutlichen Aufforderung Killing November dahinter zum Vorschein kommen. Allerdings gefällt mir nicht, dass das Cover über Novembers Gesicht mit Kratzern ‚verziert‘ ist, weil das Buch so eher mitgenommen aussieht. Auch der Buchrücken ist in meinen Augen nicht so gelungen, ich glaube ich hätte es hier besser gefunden, wenn er schlicht schwarz mit roter Schrift gewesen wäre, dennoch passt das Cover im Großen und Ganzen hervorragend zum Inhalt.

Die Story an sich klang für mich erst einmal interessant: November versteht überhaupt nicht, warum ihr Vater sie nach einem Einbruch bei ihrer Tante plötzlich auf ein seltsames Internat schickt. Die Schüler hier haben keine normalen Unterrichtsfächer, sondern werden in Schwertkampf, Giftkunde oder Lügen unterrichtet. Auch ihre Mitschüler sind ganz anders als Novembers Freunde in ihrer Heimat, dem ländlichen Pembrock. Alle scheinen etwas im Schilde zu führen, jederzeit bereit sich gegenseitig bloßzustellen oder anzugreifen. Außerdem wird ihr eingeschärft, niemals über ihre Heimat oder ihre Familie zu reden, nicht einmal mit ihrer zugeknöpften Mitbewohnerin Layla. Nach und nach erkennt Nova, dass es sich bei der Schule um eine Ausbildungsstätte für alte Familien eines geheimen Ordens handelt und dass nicht jeder, der Neuen wohlgesinnt ist. Als dann noch einer der Schüler getötet wird, spitzt sich die Lage zu und November gerät ins Kreuzfeuer, bei dem plötzlich jeder der nächste sein könnte, der stirbt…

Ich hatte mich riesig darauf gefreut, endlich mal wieder eine coole Internatsgeschichte zu lesen, wurde aber leider enttäuscht. Der Schreibstil ist allerdings wirklich gut, man fliegt nur so durch die Kapitel und kann sich meistens wirklich gut in die Story hineinziehen lassen.

Allerdings harkt es bei dieser dann leider an einigen Stellen. Zu Beginn des Buches hat man nur eine grobe Ahnung, in welche Richtung sich diese entwickeln wird und man wird auch einfach nicht aufgeklärt. Da kommt November an einem völlig fremden Ort zu sich, weil sie scheinbar im Flugzeug betäubt wurde und dann gehen alle einschließlich der Lehrer davon aus, dass sie ja weiß, wie es an der Schule läuft und wem sie was sagen bzw. nicht sagen darf. Da Nova zu Beginn ebenfalls keine Ahnung davon hat, was denn überhaupt vor sich geht, war es für mich zunächst noch vollkommen okay, nicht direkt alles zu erfahren, aber es dauerte mir deutlich zu lange bis man zumindest grundlegende Informationen bekommt und selbst diesen kann man oft nicht wirklich trauen. Das ist es nämlich worum es in einem Großteil der Gespräche zwischen den Schülern geht, dass man einander und eigentlich auch sonst niemandem trauen darf. Das hat mich zunehmenden Verlauf des Buches immer mehr genervt. Ich habe nach einigen Erklärungen durchaus verstehen können, warum die Schüler sich sträuben, November irgendwelche Informationen zu geben, schließlich müssten sie dazu selbst etwas preisgeben und in ihrer Welt kann das den Tod bedeuten, denn alle kommen aus sehr alten Familien, die einem geheimen Orden angehören, sich aber auch immer wieder gegenseitig bekriegen, wofür jedes noch so kleine Familiengeheimnis benutzt werden könnte. Bis man aber diese kleinen Infos hat, ist bestimmt schon ein Drittel des Buches rum und man irrte ebenso wie November ein bisschen planlos durch die Schule. Wenn man dann wenigstens spannende Unterrichtseinheiten hätte miterleben können, hätte mich das ein bisschen entschädigt, aber leider kamen die mir einfach zu kurz. Zwar wurde der ein oder andere Schultag grob geschildert, aber man konnte zu keinem Zeitpunkt in eine Art Alltag eintauchen, weil direkt wieder irgendwas passiert, das wichtiger ist. Das Problem war zudem, dass mir die grundlegende Story nicht spannend genug war. Da wird jemand ermordet, den man zuvor nicht einmal kurz kennengelernt hat und alles entwickelt sich auf Annahmen, die man als Leser nicht erhält, sodass das Miträtseln um den Mörder nicht so richtig gelingt. Auch die Auflösung zum Schluss war mir zu klischeehaft, zu platt und teilweise auch zu unlogisch, weil manche Handlungen und Erklärungen für mich einfach nicht nachvollziehbar waren.

Leider schaffen es auch die Charaktere nicht, das Buch wirklich zu retten. November fand ich zu Beginn des Buches noch recht unterhaltsam und mal etwas anders als typische Jugendbuch-Protagonistinnen. Sie ist einfach freundlich, aufgeschlossen und will am liebsten mit allen befreundet seien. Das fand ich zunächst wirklich noch cool, aber leider hat mich das mit der Zeit echt genervt, weil es einfach so gar nicht zu der Stimmung im Internat passt. Dauernd platzt sie mit irgendwelchen Informationen heraus, von denen ihr dauernd eingetrichtert wird, dass sie sie nicht weitererzählen soll. Ich konnte schon verstehen, wie schwer es ihr fiel, sich dort einzugewöhnen, vor allem weil ihr dabei wirklich niemand hilft, aber ich an ihrer Stelle hätte einfach anders reagiert. Es stört mich einfach, dass sie nie wirklich versucht, ihren Vater zu erreichen oder aus der Akademie zu entkommen, sondern es einfach hinnimmt, dass sie plötzlich das Lieblingsziel aller anderen Schüler zu sein scheint. Auch die anderen Charaktere wissen alles andere als zu überzeugen, sondern bleiben zumeist extrem blass und wirken wie Abziehbilder von den klassischen Figuren aus einem Jugendroman. Ich hatte weder zu Ash noch zu Layla oder Brandon ein klares Bild vor Augen, einfach weil man immer nur eine sehr klischeehafte Idee erhält und nur sehr selten tiefere Einblicke oder Gefühle deutlich werden. Einzig Aarya finde ich gelungener und spannend, einfach weil sie nicht vollkommen eindimensional, sondern ein wenig ambivalent dargestellt wird. Ich fand die meisten Figuren durchaus okay, sie aber keinerlei Gefühle in mir geweckt und das hat es mir schwer gemacht, so richtig mit der Geschichte mitzufiebern.

Alles in allem habe ich einfach viel mehr von diesem Buch erwartet, vielleicht auch weil ich unbedingt mal wieder eine richtig gute Internatsgeschichte lesen wollte. Der Schreibstil ist auch durchaus gut und lässt einen die Geschichte wirklich in einem Zug lesen, leider hat die Story an sich aber immer wieder mit Logikfehler zu kämpfen und handelt für mich viel zu wenig von dem Internatsalltag, was für mich aber einer der Hauptgründe gewesen ist, warum ich das Buch lesen wollte. Auch die Charaktere schaffen es nicht mich, zu überzeugen, sondern bleiben vielmehr blass und oberflächlich.

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Veröffentlicht am 11.01.2021

Wieder einmal ein gelungenes Buch von Vi Keeland und Penelope Ward

Park Avenue Player
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Tatsächlich mag ich das Cover erstaunlich gerne, auch wenn ich normalerweise kein großer Fan von heißen Typen auf dem Titel bin. Hier gefällt mir allerdings die Zweiteilung zwischen einem Typen im Anzug ...

Tatsächlich mag ich das Cover erstaunlich gerne, auch wenn ich normalerweise kein großer Fan von heißen Typen auf dem Titel bin. Hier gefällt mir allerdings die Zweiteilung zwischen einem Typen im Anzug und der Skyline von New York hervorragend. Durch die Farbgestaltung in Gold und Schwarz wirkt es zudem wirklich edel, sodass ich mich echt freue, es in meinem Regal stehen zu haben.

Die Geschichte ist sehr typisch für Vi Keelands und Penelope Wards Romane: Elodie Nachname braucht unbedingt einen neuen Job, schließlich will sie nicht ihr Leben lang dem Privatdetektiv Soren dabei helfen, fremdgehende Männer zu überführen und deren Frauen so Material für eine Scheidung zu liefern. Da kommt ihr die Stellenanzeige für den Job als Nanny für eine schwierige Elfjährige gerade recht. Doch auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch hat sie einen kleineren Auffahrunfall und kommt so zu spät zu dem Gespräch. Natürlich entpuppt sich der unfreundliche und arrogante, aber leider auch sehr heiße Unfallgegner als ihr potenzieller Chef Hollis LaCroix. Widerwillig stellt er die attraktive Elodie ein, um auf seine Nichte Hailey aufzupassen, die in ihrem Leben schon viel durchgemacht und deswegen alles andere als ein einfaches Kind ist. Doch während Elodie und Hailey sich direkt gut verstehen, ist das Prickeln zwischen ihr und Hollis nicht zu leugnen, auch wenn er sie immer wieder zurückstößt…

Ich liebe die Bücher von Vi Keeland und Penelope Ward, deswegen habe ich mich unglaublich auf dieses Buch gefreut und ich wurde auch nicht enttäuscht, obwohl Hate Notes die Latte schon sehr hochgelegt hatte. Der Schreibstil ist auch in diesem Buch wieder gewohnt leicht, locker und so fließend, dass man nur so durch die Geschichte fliegt. Es gibt wirklich wenig Autor*innen, deren Schreibstil ich so genial finde, dass ich die Bücher selbst dann lesen will, wenn der Klappentext eher durchschnittlich klingt.

Die Charaktere habe ich eigentlich ab den ersten Kapiteln in mein Herz geschlossen. Elodie wirkt manchmal vielleicht ein wenig naiv, sie ist aber eine unglaublich wahrherzige und emotionale Person, die ihre Gefühle immer sehr klar und offen zum Ausdruck bringt, was sie schon alleine dadurch für sich einnimmt. In letzter Zeit war ich zunehmend davon genervt, dass in vielen Young Adult Romanen Lügen und unehrliche Figuren eine große Rolle spielen, sodass ich es hier extrem gut fand, wie deutlich Elodie immer wieder formuliert, was sie sich von Hollis wünscht, auch wenn dadurch die Gefahr besteht, dass sie ihn damit verschreckt. Auch Hollis mag ich durchaus, obwohl ich seine Wandlung zum Ende hin mir eine Spur zu plötzlich, zu abrupt finde. Klar ist er zu Beginn des Buches ein sehr kühler, sehr arroganter Typ, der sich vor allem emotional von den Menschen um sich herum distanziert. Vielleicht gerade deswegen mochte ich wie sehr ihn Elodie immer wieder aus der Reserve locken kann und wie er schließlich auch seiner Nichte Hailey gegenüber offener wird. Ich fand vor allem die Schlagabtausche zwischen Elodie und Hollis immer wieder unglaublich unterhaltsam und musste das ein oder andere Mal grinsen.

Auch wenn mir das Buch und vor allem der Schreibstil wirklich gefallen haben, fand ich die Story bis zum letzten Drittel ein bisschen flach. Das lag vor allem daran, dass ich nach Hate Notes nicht nur ein lockeres, unterhaltsames Buch erwartet habe, sondern eben ein bisschen Mehr: Ein bisschen mehr Tiefe und ein bisschen mehr Emotionen, das fehlte mir im ersten Teil des Buches schon sehr. Zum Glück hat das Ende mich wieder vollkommen versöhnt, weil es doch eine Wendung gab, die ich so nicht vorhergesehen habe. Diese hat mich emotional total abgeholt und das Buch letztlich doch nicht zu einem netten Buch mit hervorragenden Schreibstil, sondern zu einer sehr unterhaltsamen Geschichte, die genug emotionale Tiefe aufweist, das sie einem auch langfristig im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 11.01.2021

Gute Sport-Romance-Story, der es vielleicht ein bisschen an Tiefe fehlt

The Brooklyn Years - Was niemand erfährt
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Ich mag das Cover des gedruckten Buches wirklich gerne, weil es nicht nur hervorragend zu dem ersten passt, sondern auch weil es wirklich schön aussieht mit seiner Eisflächenoptik. Das Cover des eBooks ...

Ich mag das Cover des gedruckten Buches wirklich gerne, weil es nicht nur hervorragend zu dem ersten passt, sondern auch weil es wirklich schön aussieht mit seiner Eisflächenoptik. Das Cover des eBooks allerdings überzeugt mich nicht so wirklich, weil es so aussieht wie jeder andere Young Adult Roman im Moment.

Die Geschichte fand ich definitiv interessant: Patrick O’Doul ist der Kapitän der Brooklyn Bruisers und lebt wie kein anderer für diesen Verein. Doch das ist nicht immer leicht, erwartet doch jeder von ihm, dass er sein Team als Enforcer auch mit seinen Fäusten verteidigt. Doch gerade dieses Kämpfen zermürbt ihn zunehmenden und auch eine Sportverletzung macht ihm mit jedem Spiel mehr zu schaffen. Deswegen kommt er nicht darum herum, sich in Behandlung bei der Physiotherapeutin Ariana Bettini zu begeben und obwohl er es wegen seiner schwierigen Vergangenheit hasst, berührt zu werden, fühlt er sich bei der attraktiven Frau mit jeder Behandlung wohler. Zwischen den beiden fliegen bald die Funken, doch eine Beziehung ist das letzte, was Ari will, schließlich kommt sie gerade erst aus einer toxischen Ehe und genau die könnte eine Gefahr für Patricks Karriere werden…

Ich habe schon die Ivy Years-Reihe und den ersten Teil der Brooklyn-Years gelesen und mich schon alleine aus diesem Grund sehr auf dieses Buch gefreut. Den ersten Teil der Reihe mochte ich, er hat mich aber nicht so überzeugt wie es die Ivy-Years-Bücher geschafft haben und so ähnlich ging es mir auch bei diesem Buch. Der Schreibstil ist gewohnt leicht und locker zu lesen, sodass man spielend leicht in die Geschichte eintauchen kann und es einem auch schwerfällt, sich überhaupt wieder davon zu lösen. Man kann das Buch so locker in wenigen Stunden durchlesen ohne einmal von dem Buch hochschauen zu müssen.

Ich mag Patrick und vor allem Ari wirklich gerne. Die beiden sind zusammen einfach ein wunderbares Paar, die sich gegenseitig vertrauen und einander immer unterstützen. Ich mochte Aris Art als Yogalehrerin, weil sie zwar immer in sich zu ruhen scheint, aber keine unglaublich esoterische Ader hat, sondern mit beiden Beinen auf dem Boden steht, obwohl ihre Vergangenheit alles andere als einfach war. Sie hat noch immer Probleme mit ihrem Ex-Mann, der sie immer mal wieder belästigt und sie teilweise sogar bedroht, sodass es ihr extrem schwerfällt, wieder tiefere Gefühle zuzulassen. Patrick hingegen hat sich noch nie wirklich erlaubt, Gefühle zuzulassen, weil das für ihn nach seiner Kindheit so einfacher war. Das ist auch der Grund, warum er sich nicht gerne anfassen lässt und vor allem bei Verletzungen sich lieber zurückzieht als sie richtig behandeln zu lassen. Als er dann aber merkt, wie wichtig ihm die Menschen um ihn herum sind, allen voran Ari, wird er zugänglicher und hat mit seiner aufmerksamen, ruhigen Art ein bisschen mein Herz gewonnen.

Während ich die Protagonisten, aber auch die Nebencharaktere wirklich liebgewonnen habe, hat mich die Story an sich nicht so richtig überzeugt. Ich fand sie durchaus solide und mochte, wie Sarina Bowen es schafft, die Reihe im Vergleich zum letzten Buch schafft, erwachsener werden zu lassen. Auch die angesprochenen Themen, wie Drogenmissbrauch und Doping im Leistungssport, häuslicher Missbrauch und auch der immense Druck im Profi-Eishockey fand ich durchaus spannend und wichtig für das Buch, aber sie wurden vor allem zum Schluss nicht richtig ausgearbeitet, sondern teilweise auf eine zu einfache Art und Weise beseitigt, sodass das Ende für mich eine Spur zu perfekt, zu glatt war.

Alles in allem mochte ich das Buch durchaus gerne und habe es vor allem durch den Schreibstil innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Zudem mochte ich die Protagonisten und auch die Nebencharaktere unglaublich gerne, sodass ich mich schon sehr auf die nächsten beiden Bände freue, obwohl die Story an sich nicht ganz rund und eine Spur zu einfach war trotz der schwierigen Themen.

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