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Veröffentlicht am 04.08.2026

Süße Geschichte, der es an Tiefe fehlt

Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen, weil sowohl die Farbkombination aus Orange-braun und Blau als auch die Gestaltung perfekt zum Inhalt passt. Mit jedem Hinschauen sieht man mehr kleine Details, ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen, weil sowohl die Farbkombination aus Orange-braun und Blau als auch die Gestaltung perfekt zum Inhalt passt. Mit jedem Hinschauen sieht man mehr kleine Details, die Hinweise auf die Geschichte geben, ohne dabei zu viel zu verraten.

Die Geschichte fand ich ebenfalls vielversprechend: Prinzessin Tanadelle hat als Zweigeborene eine Fülle an Aufgaben, die sie im gesamten Königreich erledigen muss. Von Denkmälern eröffnen, zu Schulen einweihen bis zu Babys küssen ist alles dabei. Doch Tandy ist das alles wirklich leid, schließlich bleibt bei den dauernden Reisen kaum Zeit für irgendetwas anderes, deswegen nutzt sie eine kurze Pause, um sich in einem kleinen Buchladen umzusehen. Doch ausgerechnet dort wird sie verflucht, dass sie das Geschäft nicht wieder verlassen kann, bis sie sich ihren Herzenswunsch erfüllt. Doch diese erzwungene Auszeit kommt der Prinzessin gar nicht ungelegen, endlich kann sie sich den ganzen Tag mit Büchern beschäftigen. Unterstützt von ihrer Aushilfe Sasha und den Menschen in dem kleinen Dorf, beginnt Tandy den Buchladen wieder auf Vordermann zu bringen und erkennt, wie schön die kleinen Dinge des Lebens sind. Doch ihre Eltern wollen sich nicht damit abfinden, dass ihre jüngste Tochter von einem Fluch befallen mitten im Nirgendwo festsitzt und schicken sieben Prinzen, die sie mit einem Kuss erlösen sollen. Tandy ist sich allerdings ziemlich schnell sicher, dass keiner der Prinzen ihr Herzenswunsch ist, zumal ein attraktiver, kleptomanischer Pirat mit Angst vor Wasser ihr Herz höher schlagen lässt und sie den Buchladen vielleicht gar nicht unbedingt verlassen will.

Ich habe mich richtig darauf gefreut, dieses Buch zu lesen, weil ich mal wieder Lust auf eine cozy Fantasy-Geschichte hatte, die mich gut unterhält. Das hat die Geschichte auch geschafft, komplett überzeugen konnte sie mich aber dennoch nicht. Das liegt auch ein bisschen an dem Schreibstil, der mich zwar unterhält, aber ich auch so meine Zeit gebraucht habe, um mich an ihn zu gewöhnen. Dadurch kam ich anfangs einfach schwer in die Geschichte und konnte sie nicht so schnell durchlesen, wie ich zu Beginn gedacht hätte.

Mit den Charakteren habe ich mich auch ein bisschen schwer getan. Ich mochte Tandy eigentlich recht gerne und fand es bewundernswert, dass sie den Fluch einfach so angenommen hat und das Beste aus der Sache gemacht hat. Ich fand es super, dass sie direkt begonnen hat, den Laden aufzuräumen, sich für die Community des Dorfes und die Menschen einsetzt. Dort ist sie extrem praktisch veranlagt und findet Lösungen, die sie in ihrem Rahmen erfüllen kann. Allerdings ist sie in anderen Aspekten erstaunlich naiv und lässt vieles passiv über sich ergehen, ohne sich groß dagegen zu wehren. Das hat mich zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt ein bisschen genervt, weil ich mir gewünscht hätte, dass sie sich weigert, die Prinzen zu küssen, sie weiß ja schließlich genau, dass niemand von denen sie von dem Fluch erlösen kann. Ich kann sogar verstehen, dass es ihr schwerfällt, sich gegen ihre Eltern und die Traditionen, die die ganze Zeit herrschen, durchzusetzen, aber mir dauert ihre Entwicklung einfach zu lange. Bei dem Piraten Bash fand ich das noch ein bisschen deutlicher. Ich hatte wirklich so meine Schwierigkeiten, ihn zu greifen. Es ist ziemlich klar, dass er etwas zu verbergen versucht und nie ganz ehrlich zu Tandy ist, aber die große Auflösung zum Schluss war es nicht wirklich wert, dass er einen Großteil des Buches nicht ehrlich ist. Ich hatte dadurch das Gefühl, ihn nie so richtig kennenzulernen. Er blieb einfach ebenso blass wie die ganzen Prinzen, die nach und nach in dem Buchladen eintreffen. Zu Beginn hatte ich noch das Gefühl, sie halbwegs auseinanderhalten zu können, aber nach und nach fiel mir das immer schwerer. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn es weniger Prinzen gewesen wären und man sie dafür ein bisschen besser hätte kennenlernen können. So hätte man vielleicht auch mehr von den verschiedenen Königreichen erfahren können, ohne dass man selbst den Buchladen verlassen musste. Genau das ist für mich ebenfalls ein kleinerer Kritikpunkt: Der Bereich der Welt, den man erkunden kann, ist relativ klein, weil Tandy eben in dem Buchladen gefangen ist und genau dadurch kann man nicht einmal das kleine Dorf so richtig erfassen, in dem sich dieser befindet. Das fand ich doch ziemlich schade, denn vor allem das Zusammenleben der verschiedenen fantastischen Wesen in Frieden und Harmonie hätte ich extrem spannend gefunden. Man erfährt darüber aber nur am Rande und kann sich kaum ein eigenes Bild davon machen. Ich hatte deswegen auch so ein bisschen meine Schwierigkeiten mit der gesamten Geschichte. Diese hat mich nicht immer komplett fesseln können, weil natürlich klar ist, dass es irgendeine Lösung für den Fluch geben muss, aber da die Prinzessin selbst gar nicht so sehr auf die Auflösung hofft, hatte ich auch nie den Sog, die Geschichte unbedingt durchlesen zu wollen.

Alles in allem mochte ich die Geschichte durchaus gerne und sie hat mich gut unterhalten, aber es wurde auch ein wenig Potenzial verschwendet, weil die Charaktere recht blass blieben und die Welt gerne noch ein wenig mehr ausgestaltet hätte sein können, selbst bei einem cozy Fantasy-Roman.

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Wunderbar gestaltetes Malbuch

Cozy Coloring - Love Yourself
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Ich mag die gesamte Gestaltung des Buches wirklich gerne. Das Cover ist wirklich süß gestaltet, weil es zum einen ein Motiv aus dem Buch zeigt, zum anderen aber mit der Wahl der Farbpalette ein gutes Beispiel ...

Ich mag die gesamte Gestaltung des Buches wirklich gerne. Das Cover ist wirklich süß gestaltet, weil es zum einen ein Motiv aus dem Buch zeigt, zum anderen aber mit der Wahl der Farbpalette ein gutes Beispiel bietet, wie man seine Seite gestalten könnte. Die gesamte Gestaltung der Seiten gefällt mir ebenfalls recht gut. Sie sind relativ dick und durch die einseitige Bedruckung biete sie viel Raum für die Anwendung verschiedener Stifte, selbst wenn sie durchdrücken sollten. Perfekt ist es deswegen auch, dass sich die Pappe herauslösen lässt, sodass man sie bei Bedarf zwischen die Seiten legen kann, um das Durchbluten der Farben zu verhindern.

Die Motive gefallen mir ebenfalls recht gut, weil sie viel Spielraum für Gestaltungsmöglichkeiten lassen. Oft sind sie nicht besonders detailliert, sondern eher großflächig, sodass man eigene Muster, Schattierungen oder andere Details einarbeiten kann.

Die Darstellung der Motive fand ich manchmal ein wenig inkonstant, weil sie manchmal Alltagsdarstellungen von den ein wenig gewöhnungsbedürftigen Figuren zeigen, manchmal aber auch eher etwas, das in Richtung von fantastischen Welten ging. Hier wäre ein klares Thema vielleicht von Vorteil gewesen, weil es an manchen Stellen ein wenig chaotisch wirkt. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich sehr wahrscheinlich nicht alle Motive ausmalen werde, einfach weil die Gestaltung nicht ganz meinem Geschmack entspricht.

Alles in allem mag ich dieses Cozy Coloring Buch aber doch recht gerne, weil es die Möglichkeit bietet, verschiedene Ausmalstile anzuwenden und die Abwechslung der Motive groß genug ist, dass nicht alles gleich aussieht. Allerdings wäre ein durchgezogenes Thema der Abbildungen an der ein oder anderen Stelle vielleicht von Vorteil gewesen, einfach um eine gewisse Konstanz bieten zu können. Die gesamte Gestaltung ist aber mehr als hochwertig und perfekt zum Malen mit verschiedenen Stiften geeignet.

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Toll geschriebenes Jugendbuch

When Dealing With Dragons. Drachengold
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Auf den ersten Blick fand ich das Cover des Buches wenig aussagekräftig. Je mehr ich allerdings gelesen habe, desto besser gefiel es mir, weil es Farren und ihre Geschichte perfekt einfängt, ohne zu viel ...

Auf den ersten Blick fand ich das Cover des Buches wenig aussagekräftig. Je mehr ich allerdings gelesen habe, desto besser gefiel es mir, weil es Farren und ihre Geschichte perfekt einfängt, ohne zu viel zu verraten.

Die Story klang ebenfalls reizvoll: Für Farren gibt es nichts Wichtigeres als Drachen und deswegen ist sie auch als Streckenposten beim Drachenrennen dabei. Dabei stürzt ausgerechnet der arrogante James Murphy direkt vor ihren Augen ab und Farren muss ihre gesamte Kraft aufbringen, um sein Leben zu retten. Während James sich den Arm bricht, verletzt sich sein Drache Hort schwer am Flügel und wird von Farrens Vater, einem Arzt für Drachenheilkunde, übergangsweise auf dem Gnadenhof ihrer Familie untergebracht. Wenig später erscheint dort auch James für ein Praktikum, um sich davon zu überzeugen, dass es seinem Drachen gut geht. Damit wird Farrens schlimmster Albtraum wahr, nicht nur ist James ihr größter Konkurrent um ein Stipendium und ein arroganter Besserwisser, sondern er droht auch hinter ihr größtes Geheimnis zu kommen. Doch während sie notgedrungen mehr Zeit miteinander verbringen, erkennt Farren, dass sie sich möglicherweise in ihm geirrt hat und als er schließlich erkennt, was sie die ganze Zeit vor ihm verborgen hat, hilft er ihr wider Erwarten. Um das Geheimnis vor James Vater verbergen zu können, müssen sie nur so tun, als würden sie sich hassen und dafür muss sich Farren nicht mal besonders anstrengen, schließlich tut sie das schon ihr ganzes Leben lang, oder?

Ich habe ehrlich gesagt keine großen Erwartungen an dieses Buch, vielleicht weil ich dachte, dass es ein nettes Jugendbuch über Drachen sein würde, aber da habe ich mich getäuscht. Ich bin ohne Probleme direkt in das Buch eingetaucht und habe die Charaktere fest ins Herz geschlossen. Das liegt auch an dem wirklich guten Schreibstil. Dieser ist leicht und fließend, aber gleichzeitig so mitreißend, dass ich kaum gemerkt habe, wie diese Seiten hinfliegen.

Vor allem aber die Charaktere schaffen es, mich für die Geschichte zu begeistern. Ich mochte, wie unerschrocken und selbstbewusst Farren ist. Sie steht für die Dinge ein, die ihr wichtig sind, selbst wenn sie dafür Dinge aufgeben muss, die ihr wichtig sind. Ich fand es sehr bewundernswert, wie sehr sie sich für Drachen einsetzt, selbst wenn sie sich dafür mit Menschen anlegen muss, die viel mehr Einfluss haben als sie. Ich habe es geliebt zu sehen, wie sie mit Drachen umgeht und sie auch für noch so kleine und angeblich unbedeutende Tiere stark macht, obwohl es die Gesellschaft nicht unbedingt gerne sieht. James hat mich auf ganz andere Weise für sich eingenommen. Es wurde sehr schnell deutlich, dass er so ganz anders ist, als Farren ihn einschätzt und alle ihn für arrogant halten, einfach weil er wenig redet. Es hat mir das Herz gebrochen zu sehen, wie sehr ihn die Beziehung zu seiner Familie belastet und wie falsch Farren ihn immer wieder einschätzt, obwohl sehr schnell klar wird, dass sie ihm alles andere als egal ist. Ich mochte, dass er ein bisschen Probleme damit hatte, sich auszudrücken und so gar nicht dem unglaublich coolen Typen entspricht, den Farren zu Beginn immer in ihm gesehen hat. Er ist einfach ein lieber, aufrichtiger Kerl, dem es schon alleine durch seine familiäre Situation oft schwerfällt, seine Emotionen zu kommunizieren. Er arbeitet aber daran und versucht immer, besser zu sein, als seine Eltern und seinen eigenen Weg zu finden, auch wenn das manchmal schmerzhaft ist.

Die Story und vor allem das Worldbuilding haben mich ebenfalls wirklich überzeugen können. Dass die Drachen und das Material ihres jeweiligen Panzers dafür sorgen, wie Stände innerhalb der Gesellschaft eingeteilt werden, fand ich extrem spannend. Zumal die Fähigkeiten der Menschen, eben dieses Metall zu behandeln, extrem davon abhängen, welche Verbindung man mit einem entsprechenden Drachen knüpft. Die damit verknüpfte Gesellschaftskritik ist perfekt in die Geschichte eingewebt und sorgt dafür, dass man darüber nachdenkt, wie fair eine Gesellschaft ist, in der Reiche mehr Chancen haben als alle anderen.

Alles in allem mochte ich das Buch deutlich lieber, als ich es zunächst erwartet habe. Der Schreibstil ist unglaublich mitreißend und so fesselnd, dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen habe, doch es waren die Charaktere, die die Geschichte zu etwas Besonderem gemacht haben.

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Leider kein überzeugendes Buch trotz des Schreibstils

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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Die Gestaltung des Buches ist durchaus gelungen. Ich mag das helle Cover mit den goldenen Rosen, die sich über den Buchschnitt ziehen. Das passt durchaus recht gut zum Inhalt der Geschichte und macht ...

Die Gestaltung des Buches ist durchaus gelungen. Ich mag das helle Cover mit den goldenen Rosen, die sich über den Buchschnitt ziehen. Das passt durchaus recht gut zum Inhalt der Geschichte und macht sich auch gut im Regal.

Die Geschichte fand ich ebenfalls sehr vielversprechend: Die Rosenkriege in England wurden durch die Fae-Königin Moryen entschieden, die seitdem über die Insel herrscht. Jedes Jahr treten nun Menschen aus dem ganzen Reich vor die Königin und schließen einen sogenannten Rose-Bargain. Die Königin gewährt den Bürgern einen Wunsch, doch diese müssen mit den Folgen davon leben. Im Jahr 1848 entscheidet sich nun der Thronprinz Bram, dass er eine der adeligen Frauen aus dem Reich seiner Mutter heiraten will. Ivy Benton will unbedingt gewinnen, durch das seltsame Verhalten ihrer älteren Schwester und deren plötzliches Verschwinden ist ihre Familie in Ungnade gefallen und nur Ivy kann verhindern, dass sie alles verlieren. Völlig überraschend schafft sie es unter die sechs Favoritinnen des Prinzen und darf zusammen mit den anderen Mädchen in den Palast ziehen. Doch der Wettstreit wird sehr schnell blutiger Ernst und Ivys einzige Chance zu gewinnen ist ausgerechnet der Bruder des Kronprinzen, Prinz Emmett.

Ich mochte die Idee und das Setting der Geschichte direkt richtig gerne und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung, allerdings konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen. Das liegt auch ein bisschen an dem Schreibstil, bei dem ich eine gewisse Zeit brauchte, um mich an ihn zu gewöhnen. Als ich allerdings dann an diesem Punkt war, konnte mich die Geschichte mit den recht kurzen Kapiteln, die größtenteils aus Ivys Sicht geschrieben sind, aber auch andere Charaktere zu Wort kommen lassen, durchaus fesseln.

Ehrlich gesagt war es auch vor allem die Art, wie das Buch geschrieben ist, die dafür gesorgt hat, dass ich es recht schnell durchlesen konnte. Leider konnte mich weder die Geschichte noch die Charaktere so richtig von sich überzeugen, dabei hat beides viel Potenzial. Ich wollte Ivy wirklich unbedingt mögen, aber ich hatte damit ehrlich gesagt meine Schwierigkeiten. Ich konnte nie wirklich einschätzen, was mich ab einem gewissen Zeitpunkt zunehmend frustriert hat. Natürlich muss eine Protagonistin nicht ab der ersten Seite ausrechenbar oder komplett durchschaubar sein, sie darf mich gerne sogar überraschen, aber ich brauche zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt das Gefühl, jemanden einschätzen zu können, zu wissen, wie seine moralischen Vorstellungen sind und er oder sie auf bestimmte Situationen reagiert. Das hatte ich bei Ivy nie. Sie entscheidet sich bei dem Wettbewerb um die Hand des Kronprinzen mitzumachen, weil sie ihrer Familie helfen will und nimmt dafür in Kauf, niemals heiraten zu können, wenn sie verliert. Das hätte ich noch verstehen können, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass ihr ihre Familie besonders am Herzen gelegen hätte oder sie sowieso nicht hätte heiraten wollen, aber beides scheint nicht wirklich zuzutreffen. Sie sagt immer wieder, wie wichtig ihr ihre Schwester ist, aber ich hatte nie so wirklich das Gefühl, dass das zutrifft und dass sie ihr ihre Handlungen immer wieder vorwirft. Es ist zwar deutlich, dass sie wenig Chancen hat, in ihrer Saison jemanden zum Heiraten zu finden, weil ihre Familie nahezu aus der Gesellschaft ausgestoßen ist, aber ihre Entscheidung, alles auf eine Karte zu setzen, kam mir dennoch ein bisschen kurz gedacht vor. Auch die beiden Prinzen konnte ich nie so wirklich greifen. Emmetts Planung und die Gründe, warum er ausgerechnet Ivy dafür braucht, konnte ich noch halbwegs nachvollziehen, wie schnell er ihr aber vertraut, nicht. Sie kennen einander nicht und ihr erstes Treffen war auch nicht gerade positiv, trotzdem weiht er sie recht früh in alles ein, obwohl das für beide gefährlich werden könnte. Hier hätte ich es viel glaubwürdiger gefunden, wenn er nur die halbe Wahrheit erzählt hätte und sie nach und nach alles erfahren hätte. Bram war für mich ebenfalls vor allem ein Name und ich hatte Schwierigkeiten, ihn als Person greifen zu können. Ironischerweise fiel es mir bei den anderen Kandidatinnen, die alle ebenfalls in einem Kapitel ihre Sicht auf die Dinge erklären konnten, deutlich leichter. Ich mochte die meisten von ihnen wirklich gerne und habe nicht selten gedacht, dass eine der anderen Frauen vielleicht eine bessere Protagonistin als Ivy wäre.

Mit der Story hatte ich ebenfalls so meine Probleme, obwohl ich die grundsätzliche Idee wirklich gut fand. Es beginnt schon damit, dass man nahezu ohne Anlaufzeit in die Geschichte geworfen wird und ich dadurch so meine Probleme hatte, die Welt und ihre Regeln zu verstehen. Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis ich verstanden habe, wie die Rose Bargains aussehen und welche Konsequenzen sie haben können. Das ist an sich nicht so schlimm, aber konnte die Welt dadurch bis zum Ende nicht komplett greifen, was es schwierig gemacht hat, die Entscheidungen von Personen in ihrer Gänze verstehen zu können. Die Herausforderungen, die die Königin an die zukünftigen Prinzessinnen stellt, fand ich eigentlich ziemlich spannend, aber ich habe ihren Sinn nicht immer verstehen können. Wenn klar gewesen wäre, dass jede Prüfung darauf ausgelegt ist, eine wichtige Eigenschaft einer zukünftigen Herrscherin zu testen, hätte ich es noch verstehen können, so wirkte es, wie vieles, was die Königin tut willkürlich.

Alles in allem hatte die Geschichte wirklich viel Potenzial, aber die Umsetzung gefiel mir leider nicht wirklich. Während der Schreibstil noch dafür gesorgt hat, dass ich das Buch recht schnell durchgelesen habe, konnten mich weder die Protagonisten noch die Story wirklich überzeugen. Es wäre vielleicht sinnvoll gewesen, eine der anderen Kandidatinnen als Hauptfigur zu verwenden, weil ich deren Hintergrundgeschichten zum Teil deutlich spannender fand als die von Ivy.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Mitreißender Jugendthriller mit schwierigen Charakteren

Dead Girls Don't Dance
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Sowohl das Cover in den eher dunklen, gedeckten Farben, die die Atmosphäre des Waldes gut einfangen als auch der wirklich hübsche Farbschnitt, der sich wirklich ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Sowohl das Cover in den eher dunklen, gedeckten Farben, die die Atmosphäre des Waldes gut einfangen als auch der wirklich hübsche Farbschnitt, der sich wirklich wunderschön im Regal machen würde.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Ein Jahr ist es her, dass Addie Blackwood ihrer Schwester im Streit die schlimmsten Dinge an den Kopf geworfen hat und diese kurze Zeit später tot am Fuße einer Klippe aufgefunden wurde. Die Polizei hat ihren Tod als Unfall deklariert, aber Addie ist sich sicher, dass Fiona gestoßen wurde und für die Tat niemand anderes als Thatcher Montgomery, der reiche Nachbarssohn in Frage kommt. Unermüdlich hat sie das ganze Jahr über versucht, die Polizei von seiner Schuld zu überzeugen, jedoch ohne Erfolg, jetzt sind die Montgomerys allerdings zurück, um ihren Sommer wie immer als Nachbarn von Addie zu verbringen. Sie sieht endlich ihre Chance, zu beweisen, dass Thatcher ihre Schwester getötet hat, doch bevor sie mit ihm sprechen kann, wird er an genau der gleichen Stelle tot aufgefunden wie Fiona und Addie ist die Hauptverdächtige. Zusammen mit Thatchers Cousin Seth, mit dem sie eine komplizierte Beziehung verbindet, versucht sie, ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Täter zu überführen, doch dieser ist näher, als erwartet.

Ich lese wirklich gerne Jugendthriller und habe mich deswegen auch auf diesen gefreut, so ganz überzeugen konnte er mich allerdings nicht. Das liegt allerdings nicht am Schreibstil. Dieser ist unglaublich fesselnd und mitreißend. Durch die leichte Art, die Geschichte zu erzählen, habe ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen und bin nur so durch die Seiten geflogen.

Ein größeres Problem hatte ich hingegen mit den Charakteren. Ich konnte Addies Schmerz verstehen, zumal sie mit Gewissensbissen zu kämpfen hat, weil sie sich in den letzten Stunden im Leben ihrer Schwester mit dieser gestritten hat. Allerdings fand ich es schwierig, mit ihren Ausbrüchen klarzukommen. Sie handelt wirklich oft extrem irrational, redet aber mit niemandem offen über ihre Gefühle, was mich ab einem gewissen Punkt wahnsinnig gemacht hat. Ich kann sogar verstehen, dass sie niemandem traut und konstant Angst hat, sich dem Mörder ihrer Schwester gegenüber zu sehen. Allerdings handelt sie mir oft zu rigoros, sie muss ja niemandem alles erzählen, aber schon der kleinste Punkt reicht aus, damit sie an den Menschen in ihrem Umfeld zweifelt und ich fand es krass, wie schnell sie andere ausschließt, nur um selbst auf keinen Fall wieder verletzt zu werden. Dadurch fand ich sie manchmal schon fast unberechenbar und hatte wirklich Probleme, sie richtig kennenzulernen. Ich mochte sie durchaus, aber hatte das Gefühl, dass sie den Leser ähnlich wie die Personen um sie herum auf Abstand hält. Man lernt so auch die anderen Charaktere nur durch ihre Augen kennen und vertraut ihnen ebenso wenig, wie Addie es tut. Dabei hatte ich oft das Gefühl, deren Charakter deutlich besser einschätzen zu können als ihren und konnte mir manchmal nur vor den Kopf schlagen, wenn sie wieder die Motive von jemandem in Frage stellt, dem sie ganz offensichtlich sehr wichtig ist.

Die Story fand ich im Großen und Ganzen wirklich vielversprechend, weil ich wirklich unbedingt wissen wollte, was genau mit Fiona und Thatcher passiert ist. Allerdings fand ich, dass Addie sich sehr schnell auf Verdächtige festgelegt hatte, ohne wirklich ermittelt zu haben. Ich wäre gerne mehr dabei gewesen, wie sie unabhängig von der Montgomery-Familie mit Personen darüber spricht, was passiert sein könnte, stattdessen schließt sie direkt aus, dass sich hier ein möglicher Täter verbirgt und selbst als deutlich wird, dass es wohl nicht Thatcher war, überdenkt sie ihre Verdächtigungen nicht wirklich. Das war mir manchmal dann doch ein bisschen zu engstirnig und kurz gedacht, zumal Fiona ja auch ein Leben außerhalb ihrer Familie und der direkten Nachbarschaft hatte.

Alles in allem ist das Buch unglaublich kurzweilig und mitreißend, sodass ich es in kürzester Zeit durchgelesen habe und es mich dabei auch gut unterhalten hat. Allerdings bin ich mit den Charakteren, vor allem mit Addie, nicht so richtig warm geworden und fand auch die Art der Ermittlungen nicht immer so richtig nachvollziehbar.

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