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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2022

Band 2 mit weiterhin vielen Plottwists

Berlin Monster - Ein Dieb kommt selten allein
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Ich durfte Berlin Monster über die Lesejury lesen.

Ich hatte Vorkenntnisse von Band 1. dieses Jahr ist aber auch gefühlt schon länger her, so dass ich mich zwar noch an die grobe Handlung, aber nicht ...

Ich durfte Berlin Monster über die Lesejury lesen.

Ich hatte Vorkenntnisse von Band 1. dieses Jahr ist aber auch gefühlt schon länger her, so dass ich mich zwar noch an die grobe Handlung, aber nicht mehr an Details erinnere. Angeblich ist Band 2 unabhängig zu lesen. Ich bin der Meinung, dass man evt. mit Band 2 starten könnte, die Reihe jedoch bei Gefallen Suchtpotential hat und man dann einfach alles lesen 'muss'.

In diesem Buch wird ein ganz eigener Fall (ähnlich wie bei einem Krimi) behandelt. Es gibt jedoch auch eine 'Nebenhandlung' die sich über alle (noch kommenden) Bücher erstreckt.
Diese Nebenhandlung ist bisher noch nicht so wichtig und spürbar, ich wage die Prognose, dass sie vielleicht im dritten und letzten? Buch besonders gewichtet wird. Dieses Buch endet diesbezüglich jedoch doch mit einem kleinen Cliffhanger. Bestimmt wird es im nächsten Buch nochmal eine Zusammenfassung geben. Auch in diesem Buch wurde mein Wissen aufgefrischt, hierbei eine eine 'Holzhammer-Zusammenfassung', also man konnte nicht genau sagen, wo die Zusammenfassung anfing und endete. Ich mag es so wie es gelöst wurde eher, als wenn versucht wird, in 1-2 Sätzen das vorherige Buch zusammenzufassen und dann die nächste Geschichte übergeht (oder noch schlimmer, die Zusammenfassung ganz fehlt).

Kim Rabe hat definitiv einen ganz besonderen Schreibstil, den man fast nur lieben kann. Wenn nicht, sind die Bücher wohl nicht euer Lesegeschmack. Ein paar Punkte, die Leser überfordern könnten, sind schon der Plot mit vielen Twists und auch einigen Details. Ich hatte besonders in diesem Buch kaum Probleme mit dem Lesen und Verstehen. Natürlich könnte man das Buch locker noch 1-2 mal lesen, falls man mit dem Wissen die Handlung nochmal besser verstehen will.

Band 1 war ein Debüt und bereits als dieses sehr gut.
Band 2 ist meiner Meinung nach noch ein bisschen besser.

Kim Rabe hat eine 'eigene' Fantasy-Welt und Realität aufgebaut, hierbei beruht sie sich aber auch auf tausende existierende Märchen, die ca. 1950 in Berlin wahr wurden. (wie es im übrigen Deutschland jetzt aussieht, wird nicht thematisiert - man ist wirklich die ganze Zeit über in Berlin).

Die Bücher beinhalten wichtige Themen, starke Charaktere und viele Plottwists.

Lucy z.b. ist eine People of Colour. Es ist wirklich grossartig gelöst, dass dieses und andere Themen als selbstverständlich und nicht mit zu viel Wert und falscher Klischees betrachten werden. Dass Lucy zudem sexuell momentan nicht monogam und nicht zwingend auf Geschlechter fixiert ist, bzw. auch auf ONS steht und einige Beziehungen hatte, ohne dadurch typisch verbittert zu werden, war erfrischend. Na gut, irgendwo hat Lucy auch mit Probleme zu kämpfen. Man muss gestehen, dass in dem Buch auch verschiedene Drogen vorkommen und hierbei auch Lucy die Schuldige ist. Sowas ist einerseits natürlich nicht zum Nachmachen (und es ist definitiv kein Kinderbuch), aber macht Lucy nochmal als Frau besonders authentischer und charakterstark.

Die Stiffs (Fantasy-Wesen) im Buch begegnen vieler Arten von Rassismus. Hier soll uns definitiv ein Spiegel vorgehalten werden, der zum Nachdenken anregt, was in unserer Realität noch so falsch läuft. Es bezieht sich hierbei hauptsächlich auf die Politik, Gesundheitswesen, zwei-Klassen-Kultur, etc.

Mit Cosima ist auch eine tolle Trans-Frau vertreten.

Über die Handlung möchte ich hierbei entsprechend nichts verraten. Krimi- und Rätsel-Fans können und werden beim Lesen sicherlich einige Theorien aushecken, die sich nicht zwingend als wahr erweisen werden ;)

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Veröffentlicht am 28.08.2022

detaillierter Roman über Sylvia Beach (1920erJahre)

Die Buchhändlerin von Paris
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Ich habe dieses Buch über vorablesen gewonnen. Irgendwie habe ich da nicht gemerkt, dass es sich um eine reale Geschichte handelt.

Das war kein Problem. Während dem Lesen musste ich mich mehrmals informieren. ...

Ich habe dieses Buch über vorablesen gewonnen. Irgendwie habe ich da nicht gemerkt, dass es sich um eine reale Geschichte handelt.

Das war kein Problem. Während dem Lesen musste ich mich mehrmals informieren. Ich bin einerseits eine Kulturbanause, andererseits werden im Buch hunderte von Namen von Autoren und anderen Künstlern ohne weitere Erklärungen erwähnt. Da habe ich es bald aufgegeben, zu googeln.

Das Buch ist sicherlich ein Abstecher in die damalige Zeit, doch insgesamt war es mir zu wenig über das 'Grosse' der damaligen Weltgeschichte. Angesprochen wird die Zensur in Amerika und ein wenig über Kriegstrauma und Sylvias Beach Zeit im Kriegshospiz.
Ansonsten taucht man tief in die Details von Sylvia Beach's Leben ab. Im ersten Teil widmet es sich hauptsächlich der Liebesgeschichte zwischen ihr und Adrienne, die ich sehr spannend und erquickend fand. Im zweiten und dritten Teil geht es mehr um die Veröffentlichung von Ulysses, die auch noch spannend war. Im dritten Teil jedoch geht es hauptsächlich um Kleinigkeiten und der Spannungsbogen schwächelt deutlich. Zum Teil kommt Sylvia Beach's Mutter dort vermehrt vor.

Ich muss gestehen, dass ich das Buch dort abgebrochen und übersprungen habe.

Es wäre sicher möglich gewesen, noch mehr mit ins Buch zu nehmen, und dafür anderes zu streichen. Sylvia Beach's Leben ging auch nach dem Ende (1930) spannend weiter. Ihr Laden wurde geschlossen, aber dann von Hemingway gerettet, jedoch nicht wieder eröffnet.

Das Buch beinhaltet ein umfangreiches Glossar. Das ist mir bei Biografien sehr wichtig. Trotz dass es eine Biografie ist, und dabei auch detailliert und realistisch geschrieben, lässt es sich eigentlich leicht lesen.
Man sollte jedoch nicht den Anspruch haben, es ganz verschlingen zu wollen. Vielleicht ist das Buch auch 'nur' fürs Regal gut, wenn man sich für eines der verschiedenen Themen interessiert, die darin vorkommen.

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Veröffentlicht am 29.11.2021

Ein locker-lustiges Highlight mit Tiefgang zusätzlich

Heartbreak Boys
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Das Buch habe ich gelesen, nachdem das Buch zuvor schon ein Highlight schlechthin war. Das zu toppen war schwierig, aber möglich :) . Heartbreak Boys hat definitiv Suchtpotential. Ich musste unbedingt ...

Das Buch habe ich gelesen, nachdem das Buch zuvor schon ein Highlight schlechthin war. Das zu toppen war schwierig, aber möglich :) . Heartbreak Boys hat definitiv Suchtpotential. Ich musste unbedingt weiter lesen.
Die Protagonisten handeln lustig. Die Schreibweise ist schön gemacht und braucht keinen zusätzlichen Witz, dafür reichen die Fettnäpfchen und Aktionen der zwei Männer bereits vollends. Nebenbei erfährt man auch von real-anfühlenden Struggles beim und nach dem Outing, sowohl als toxische Beziehungen und Liebeskummer.

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Veröffentlicht am 08.10.2021

eine absolut düstere Halloween- Fantasy-Empfehlung

Herz des Todes
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Herz des Todes nahm mich mit auf einen wilden Ritt!
Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, welche Wendungen und vielleicht auch welche Hints auf Strukturen im echten Leben darin vorkamen.
Als Beispiel ...

Herz des Todes nahm mich mit auf einen wilden Ritt!
Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, welche Wendungen und vielleicht auch welche Hints auf Strukturen im echten Leben darin vorkamen.
Als Beispiel ist die Angst und der daraus resultierende Aberglauben vor dem Tod zu nennen.
Natürlich ist unser Tod keineswegs mit Tilonn vergleichbar, aber bestimmt ist auch manches Kokolores, was man über den Tod, das Leben danach und vielleicht auch die Verhinderung des Sterbens so weiss.
Herz des Todes ist ein perfekt ausgearbeiteter Fantasy mit einer vollständig eigenen Welt. Die Sprache liest sich flüssig.
Nicht zuletzt ist das Buch ein Muss für alle Illustrationen-Liebhaber. Wobei ich das nur bedingt beurteilen kann durch das E-Book, doch es gibt verschiedene Vorschau-Schmankerl und selbst das E-Book kommt noch mit einigen Verzierungen daher.
Bisweilen wird die Handlung etwas düster, überrascht einem mit spezifisch beschriebener Gewalt, reisst den Leser von den Füssen oder hinterlässt Fragen. Alles Eigenschaften, die ein gutes Buch beim Leser durchaus auslösen können soll.
Um das Gesamte mit dem Blick aufs Ende zu verstehen, rate ich definitiv, das Buch mehr als einmal zu lesen :) . Ich werde es auf jeden Fall noch tun.

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Veröffentlicht am 05.09.2021

toxische Beziehung in Brasilien und Deutschland

Liberdade
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Liberdade von Theresa Rath ist ein Roman, der zeigt, wie eine toxische Beziehung entsteht (natürlich nur in dem konkreten Fall...), und ganz kurz noch den anderen Fall einer Natalie beleuchtet, die wir ...

Liberdade von Theresa Rath ist ein Roman, der zeigt, wie eine toxische Beziehung entsteht (natürlich nur in dem konkreten Fall...), und ganz kurz noch den anderen Fall einer Natalie beleuchtet, die wir nicht näher kennen lernen und der uns ebenso sehr mitnimmt.

In Rio de Janeiro wähnen wir uns selbst auf der Suche nach Abenteuer und Abstand zu einer alten Beziehung. Ich war noch nie da, und es fühlte sich trotzdem so an. Natürlich sieht es auf Fotos dann nochmal deutlich farbenfroher aus als in meinem Gefühl ;) .



Vom Cover hatte ich mir anfangs nicht so viel erhofft, doch in echt kam es deutlich schicker auf einem Hardcover an. Dass es sich dabei auch um die Gondel auf den Zuckerberg handelt, passt super :) .



Die Geschichte ist in einfachen leicht zu lesenden Sätzen aufgebaut und kommt überhaupt nicht chaotisch daher. Zwischendurch wiederholt sich der Alltags-Trott (oder in dem Fall die Muster) immer mal wieder, was es vielleicht ein bisschen langweilig erscheinen mag. Doch wer durchhält, wird auch zu den turbulenten Situationen kommen, die mich zudem sehr überrascht haben.

Runtergezogen hat mich das Buch natürlich auch mal. Die Drogen-Problematik liess mich hier eher kalt, (ganz im Gegensatz zum Bahnhof Zoo) die stetige Abwärtsspirale der Psyche jedoch eher nicht so....
auch endet das Buch für mich nicht 'gut genug', um mich dadurch wieder aufzuheitern.


Im Grossen und Ganzen wird Anna als starke Frau dargestellt, die immer wieder alles mögliche überwindet, nur um dann erneut wieder heftige Probleme zu bekommen.
Diese Liebesstory, fand ich irgendwie auch sehr schön (obwohl der Mann schon ein A** ist, aber auch die Drogen ein A** sind und manche ausländische Sitten vorsichtig ausgedrückt ebenfalls). Anna jedoch gibt ihr Bestes, um sich nicht unterdrücken zu lassen. Man könnte die Beziehung auch als 'On-Off'-bezeichnen, oder langfristige Affaire.

Eine weitere (positivere) Liebesgeschichte erleben wir dann leider auch nicht mehr...

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