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Veröffentlicht am 20.07.2020

Hast du Angst, gehackt zu werden?

Hier ist Gomorrha
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Im Thriller „Hier ist Gomorrha“ begleiten wir einen britischen Hacker namens Azi Bello in einer actionreichen Handlung. Eines Tages, als Azi in seinem Gartenschuppen seine Hackerarbeit am Erledigen ist, ...

Im Thriller „Hier ist Gomorrha“ begleiten wir einen britischen Hacker namens Azi Bello in einer actionreichen Handlung. Eines Tages, als Azi in seinem Gartenschuppen seine Hackerarbeit am Erledigen ist, klopft es an der Tür. Der Protagonist ist geschockt, da er, wie im Internet, sich unerkannt durch die Gesellschaft bewegt. Eine weitere Hackerin namens Munira taucht auf und bittet Azi um seine Hilfe. Muniras Cousin ist zum IS nach Syrien gegangen, wo er die Hölle durchlebt hat. Nun will er so schnell wie möglich nach Europa und verspricht wichtige Informationen über den Islamischen Staat zu offenbaren. Azi sagt zu und landet im Herz des unsichtbaren Netzkrieges, nämlich Berlin. Die Reise kann nun beginnen…
Das Artwork des Thrillers ist sehr toll entworfen worden. Als Leser steigt man ruhig in die Geschichte ein und lernt im Verlauf des Thrillers durch Vergangenheitsrückblicke den Protagonisten Azi Bello besser kennen. Dazu gehört sein Werdegang zum Hacker sowie weitere persönliche Informationen, wodurch eine tiefgründige Figur vorliegt. Zu Munira, der zweiten Hackerin, konnte ich keine Beziehung aufbauen, da diese mir recht distanziert zur Handlung erschien. Nach und nach nimmt die Geschichte immer mehr Fahrt auf. So war die Spannung fast durchgängig vorhanden. Einzelne Handlungssequenzen im Mittelteil empfand ich recht trotzdem monoton, da sie für den Handlungsverlauf überflüssig waren. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive des Protagonisten geschildert. Ab und zu springt die Perspektive des Cousins (Kabir) von Munira ein und man durchlebt seine Situation im Islamischen Staat. Diese empfand ich als recht spannend. Im Allgemein hat mir sonst das Thema des Buches „das Hacken“ total gefallen. Es wird nicht zu theoretisch thematisiert, wodurch man kein großes Vorwissen zum Hacken aufweisen muss. Dennoch wäre es empfehlenswert, einzelne Begriffe wie „Phishing Mails“ zu kennen.
„Hier ist Gomorrha“ ist ein actionreicher Thriller, der insbesondere Fans der digitalen und Computerwelt beeindrucken wird. Mit einem spannenden Schreibstil und einer interessanten Handlung konnte mich der Thriller gut überzeugen.

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Veröffentlicht am 18.07.2020

Pflichtlektüre

Fahrenheit 451
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In „Fahrenheit 451“ entflieht man als Leser in eine Welt, in der der Besitz von Büchern strafbar ist. Bücher werden durch die Feuerwehr verbrannt. Ein Krieg steht vor der Tür, da die Menschen der dystopischen ...

In „Fahrenheit 451“ entflieht man als Leser in eine Welt, in der der Besitz von Büchern strafbar ist. Bücher werden durch die Feuerwehr verbrannt. Ein Krieg steht vor der Tür, da die Menschen der dystopischen Welt durch Dauerberieselung und Entertainment kleingehalten werden. Der Grundgedanke sich zu bilden wird abgelehnt. Der Spaß steht im Vordergrund. Der Feuerwehrmann Guy Montag führt ein normales Leben. Als er den Selbstmordversuch seiner Frau ansieht und bei einem Einsatz das Verbrennen einer alten Frau miterlebt, drehen seine Sicherungen durch. Auf der Suche nach einem englischen Professor hofft er einen Widerstand zu finden. Doch dabei wird der Protagonist ertappt und flieht. Auf der Flucht begegnet er einer Gruppe namens Outlaws und schließt sich ihr an, um das Wissen der Menschheit weiter zu bewahren.
Der Autor Ray Bradbury entwirft mit seinem Buch „Fahrenheit 451“ eine grauenhafte Vorstellung einer Welt des Internetzeitalters, in der dem Wissen keine Wichtigkeit mehr zugesprochen wird und der Spaß im Vordergrund steht. Der Autor entwirft eine atmosphärische dystopische Welt, die den Leser zum Nachdenken bringt. Es ist eine Mahnung gegen das Vergessen und ein Appell Normen der Gesellschaft zu überdenken. Mit Guy Montag stellt der Autor einen mutigen Protagonisten in den Fokus, welcher eine tolle und authentische Persönlichkeitsentwicklung durchlebt. Er strebt immer mehr daran, dem Widerstand beizutreten und versucht sich von den gesellschaftlichen Normen zu emanzipieren. Auch wenn die Sprache und der Schreibstil sich als recht komplex und schwierig erweisen, fand ich die metapherreiche und poetische Sprache in diesem Roman sehr gut.
„Fahrenheit 451“ ist für mich ein sehr interessantes Buch, welches mit einem tollen Schreibstil und einer bedrückenden dystopischen Welt überzeugen kann. Auch wenn die Figuren recht oberflächlich gestaltet worden sind, fügen sie sich gut in diese Welt unter. Außerdem regt der Klassiker sehr gut zum Nachdenken an. Das Buch ist einfach eine grandiose Liebeserklärung an die Welt der Literatur.

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Veröffentlicht am 18.07.2020

Gehörlose Ermittlungen

No Words – Die Sprache der Opfer
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Calebs zweiter Fall steht an. Während einer Joggingrunde wird der Privatermittler in einer Gasse von einer verzweifelten Frau überrascht. Diese möchte ihm was mitteilen, jedoch kann Caleb aufgrund der ...

Calebs zweiter Fall steht an. Während einer Joggingrunde wird der Privatermittler in einer Gasse von einer verzweifelten Frau überrascht. Diese möchte ihm was mitteilen, jedoch kann Caleb aufgrund der Dunkelheit die Nachricht nicht komplett verstehen. Das einzige, was der taube Protagonist verstanden hat, ist: Hilfe und Familie. Plötzlich verschwindet die Frau, da sie gejagt wird. Dabei rennt die Frau auf die Straße und wird überfahren. Was hat es mit der Frau auf sich? Caleb stellt Nachforschungen an und versucht des Rätsels Lösung zu finden.
Nachdem der erste Band mich wenig überzeugt hat, habe ich mich auf eine Steigerung in diesem Band gefreut. Wie der Vorgänger, knüpft der zweite Band „No Words“ designtechnisch und haptisch sehr gut an die Reihe an. Die ersten Seiten haben sich zum ersten Band viel besser gelesen. Der Autorin ist es gelungen, einen tollen Einstieg mit wenig Hektik zu entwerfen. Die Spannung kam durch eine gewisse Verwirrtheit hinsichtlich des Falls langsam auf, weil man sehr lang im Dunklen getappt hat. Die Spannung war dann im Großen und Ganzen bis zum Schluss vorhanden. Der gehörlose Ermittler hat sich zum ersten Fall gut entwickelt und seine Ermittlungen sind noch authentischer geworden. Seine sympathische Art hat Caleb beibehalten, wodurch es Spaß gemacht hat, seine Ermittlungen zu verfolgen. So wurde seine Gehörlosigkeit in diesem Band auch viel besser thematisiert und aufgenommen. Schön fand ich, dass im zweiten Band Calebs Bruder eine größere Rolle zugeschrieben worden ist. Die Gespräche zwischen den Brüdern waren humorvoll und sorgten für eine gewisse Lockerheit im Buch.
Zusammenfassend ist „No Words“ ein toller zweiter Band mit einer enormen Steigung zum Vorgänger „No Sound“. Dennoch empfiehlt es sich den ersten Band zu lesen, um die Rahmenhandlung oder die Liebesbeziehung zwischen Caleb und Kat besser zu verstehen. Ich bin gespannt, ob ein dritter Teil folgen wird.

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Veröffentlicht am 18.07.2020

Tolle Welt der Bücher

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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Das Leben der Protagonistin Hope Turner ist recht monoton und öde. Dazu verfolgt sie die ganze Zeit ein Wahnsinniger. Deswegen ist für sie nichts schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin ...

Das Leben der Protagonistin Hope Turner ist recht monoton und öde. Dazu verfolgt sie die ganze Zeit ein Wahnsinniger. Deswegen ist für sie nichts schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin rein zu lesen. Eines Tages begibt sich Hope in eine Buchhandlung und begegnet einem mysteriösen fremden Mann. Nach einem Gespräch merkt sie, dass dieser ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Von einem Tag auf den anderen entdeckt Hope ein magisches Portal in die Welt der Bücher. Nun kann sie verschiedenen Charakteren aus verschiedenen Büchern begegnen und in deren Lebens- und Handlungswelt eintreten. Natürlich gibt es eine schlechte Seite bei dem Ganzen. Eine große Macht taucht auf, die Unheil und Leid über beide Welten verbreiten möchte.
Mir hat über das Buch hinweg, der Bezug zu zahlreichen Klassikern wie Anna Karenina etc. sehr gefallen. Die Welt der Bücher ist durch die Autorin sehr detailliert und liebevoll gestaltet worden. Die Protagonistin Hope tastet sich wie der Leser peu a peu an die Welt der Bücher ran, wodurch man gedanklich in dieser Welt toll entfliehen kann. Hope, als Protagonistin, ist eine sehr liebesvolle Person, die einem sehr leid tuen kann. Ihr Leben ist durch Einsamkeit und Trist gekennzeichnet. Dennoch stand ich mit der Protagonistin in einem gewissen Zwiespalt. Trotz ihres Alters (um die 40) verhielt sie sich recht jung, wodurch ich des Öfteren ein anderes mentales Bild von Hope im Kopf hatte. Die weiteren Charaktere ergänzen die Geschichte sehr gut und Figuren wie Gwen rundeten das Buch gut ab. Das Konzept der Wanderer und Umwandler stellt für mich ein weiteres Highlight des Buches dar, da ihre Fähigkeiten im Buch gut zur Geltung kommen. Trotzdem fehlte mir im Ganzen eine gewisse Spannung im Mittel- und Schlussteil.
Der erste Band der Fantasyreihe „Das Buch der gelöschten Wörter“ stellt eine tolle Bücherwelt mit bezaubernden Charakteren dar. Dennoch fehlte mir die Spannung in der Handlung. Aufgrund des Cliffhangers zum Schluss werde ich mir den zweiten Band auch zur Gemüte ziehen.

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Veröffentlicht am 11.07.2020

Gibt es Paralleluniversen?

Dark Matter. Der Zeitenläufer
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Gibt es ein Multiuniversum? Kann man in verschiedene Zeitstränge springen? Das Buch „Dark Matter“ befasst sich explizit mit dem Wechseln von Dimensionen. Der Protagonist Jason Dessen wird auf dem Weg nach ...

Gibt es ein Multiuniversum? Kann man in verschiedene Zeitstränge springen? Das Buch „Dark Matter“ befasst sich explizit mit dem Wechseln von Dimensionen. Der Protagonist Jason Dessen wird auf dem Weg nach Hause von einem maskierten Mann niedergeschlagen. Als Jason wieder aufwacht, begrüßt ihn ein unbekannter Mann mit den Worten: „Willkommen zurück, alter Freund“. Doch der Protagonist ist nicht in sein altes Leben zurückgekehrt. Seine Frau Daniela und sein Sohn Charlie sind ihm fremd. Dafür ist Jason ein hochbegabter Wissenschaftler. Erweist sich seine neue Gegenwart als real? Was ist ihm wichtiger? Der Erfolg oder doch die Liebe? Eine Reise durch Raum und Zeit beginnt…
Wie bei Blake Crouch Werk „Gestohlene Erinnerungen“ hat mich hier die Science-Fiction Thematik sehr angesprochen. Das Buch beginnt bis zum Überfall durch den maskierten Mann auf Jason recht harmlos. Dann ist höchste Konzentration notwendig. Es beginnt eine Reise in einen neuen Zeitstrang. Jason muss erstmal mit seinem neuen Leben zurechtkommen. Die Geschichte erhält in diesem Fall sehr viel Surrealität. Mir hat es aber gefallen. Insbesondere wird die Geschichte durch zahlreiche wissenschaftliche Passagen untermauert, die der Autor auf eine verständliche Weise darstellt. Keine Angst – man braucht auch keinerlei Vorwissen in der Physik. Die Reise durch Raum und Zeit auf der Suche nach Jasons wahren Identität hat mir sehr gefallen. Die Geschichte nahm trotz einzelnen zähen Momenten gut an Fahrt auf und war recht interessant. In diesem Buch hatte ich keine Möglichkeit die kommenden Handlungen/Szenen zu antizipieren, da die Wendungen und Schlüsselszenen sehr unvorhersehbar waren. Jason als Charakter gefiel mir sehr gut, da man mit ihm, neben der Raumzeitreise, auch eine Reise durch seine Psyche durchläuft. Einsamkeit, Verwirrtheit, Trauer sind Beispiele dafür. Das Ende hat mir ehrlicherweise weniger gefallen, da es dann doch zu Abstrakt und zu sehr unrealistisch wurde.
„Dark Matter – Der Zeitenläufer“ ist ein gelungener und facettenreicher Science-Fiction Thriller, der sich sehr gut liest und eine interessante Thematik im Mittelpunkt hat. Der Gedanke an die Existenz vor Paralleluniversen wird hier gut aufgegriffen und hinterließ bei mir Spuren.

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