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Veröffentlicht am 25.09.2021

Eher ein Spannungsroman als ein Thriller!

Liebe deine Nachbarn wie dich selbst
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"Liebe deine Nachbarn wie dich selbst" ist ein sehr ruhiges Buch, in welchem stark Gossip sowie Intrigen vorzufinden sind. Nach dem Lesen dieses Buch hatte ich sehr gemischte Gefühle. Eins ist aber klar: ...

"Liebe deine Nachbarn wie dich selbst" ist ein sehr ruhiges Buch, in welchem stark Gossip sowie Intrigen vorzufinden sind. Nach dem Lesen dieses Buch hatte ich sehr gemischte Gefühle. Eins ist aber klar: Für mich persönlich war dies kein Thriller!

Aber worum geht es überhaupt in diesem Roman? In diesem Buch befinden wir uns im Süden von London. Genauer gesagt sind wir im Lowland Way, einem wohlhabenden Viertel mit vielen freundlichen Familien und gepflegten Häusern. Doch dann zieht in das Haus Nr.1 eine Familie ein, die nicht zu dem Gesamtbild des Lowland Way passt. Sie halten sich nicht an Regeln, spielen laut Musik und parken falsch. Als dann ein Verbrechen im Viertel passierte, ist den ganzen Bewohnern klar: Die Familie aus Haus Nr.1 ist schuld. Doch die Polizei ist anderer Ansicht.

Die Plotidee fand ich von vorne rein sehr interessant, da teilweise die Geschichte "Desperate Housewife's"-Vibes aufweist. Anhand verschiedener Perspektiven stürzt man sich als Leser im Geschehen. Man verfolgt teilweise mehr als fünf Perspektiven, was ich persönlich sehr anstrengend fand. Einerseits war es enorm schwer, die einzelnen Beziehungen untereinander und die einzelnen Familien kennenzulernen. Man muss bedenken, dass neben den fünf Perspektiven noch jede Figur einen Partner sowie ab und zu Kinder hat. Deswegen half mir Stift und Papier, um einen Überblick zu schaffen. Anderseits hatte ich das Gefühl, dass ich mit keiner Figur so richtig warm wurde, da die Autorin sie einseitig beleuchtet.
Außerdem habe ich beim Lesen gemerkt, dass mich die ganzen Bewohner des Lowland Ways genervt haben, sodass ich beim Lesen schon eher die Seite der Antagonisten - also Jodie und Darren (Haus Nr.1) - eingenommen habe. Sie taten mir trotz ihres ungewöhnlichen Verhalten einfach leid.

Hinsichtlich der Spannungsgestaltung sehe ich noch viel Potential nach oben. Trotz einigen guten Wendungen fehlten mir die Überraschungseffekte. Zudem bin ich der Meinung, dass dieses Buch kein Thriller ist. Es ist eher ein Spannungsroman, in welchem einzelne Krimi-Aspekte vorzufinden sind, da die Ermittler einzelne Verbrechen aufdecken möchten. Deswegen darf man in diesem Fall, bevor man angefangen hat zu lesen, keinen hochspannenden Thriller erwarten. Sonst läuft man Gefahr auf, enttäuscht zu werden. Zum Ende hat mich das Buch noch bisschen mehr gefesselt, da man langsam an die Auflösung gekommen ist. Diese war recht ungewöhnlich, sodass ich mich mit dieser abfinden konnte.

Fazit: "Liebe deine Nachbarn wie dich selbst" ist ein Buch, welches ein idyllisches jedoch auch hinterhältiges Viertel in South London gut darstellt. Dieser Spannungsroman schwächelt jedoch in der Figurengestaltung sowie der Spannungskurve. Leser müssen sich eher auf einen ruhigen Roman einstellen, da es meiner Ansicht nach, kein Thriller ist! Ich bewerte dieses Buch mit 2,5 Sternen, Tendenz nach oben! 

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Veröffentlicht am 24.09.2021

Ein gelungener Fantasy-Krimi-Mix!

Ansuz – Das Flüstern der Raben (1)
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Was war das für ein tolles Buch!

Schon lange habe ich ein derartig langes Buch nicht mehr gelesen und war gespannt, was mich in Ansuz erwarten wird. In diesem Buch, welches eine gute Mischung aus Fantasy ...

Was war das für ein tolles Buch!

Schon lange habe ich ein derartig langes Buch nicht mehr gelesen und war gespannt, was mich in Ansuz erwarten wird. In diesem Buch, welches eine gute Mischung aus Fantasy und Krimi ist, geht es um die 17-jährige Anne, die eine besondere Gabe aufweist. Sie kann in die Vergangenheit schauen. In einer Nacht hat Anne eine fürchterliche Vision von einem alten grausamen Mord an einem rothaarigen Mädchen. Kurz darauf finden Ermittler in der Gegend Leichen von rothaarigen Mädchen, die jeweils eine Gemeinsamkeit aufweisen: die Rune Ansuz. Wie aus dem Nichts tauchen in der Kleinstadt viele weitere Menschen mit mystischen Kräften auf. Alle suchen den Kontakt zu Anne, aber wer ist Freund und wer ist Feind? Eine Suche nach dem eigenen Ich sowie nach dem Mörder beginnt!

In das Buch bin ich durch einen spannenden Einstieg sehr gut eingestiegen. Ich kam mir schon nach paar Seiten sehr vertraut mit Anne vor, da sie sehr sympathische Charakterzüge aufweist und zudem mir aufgrund ihrer dramatischen Vergangenheit leidtat. Aber auch die anderen Figuren, die Anne umgeben wie Varnar, Luna, Matthias und Od passten sehr gut in die Geschichte und wiesen tolle Geheimnisse sowie Fähigkeiten auf, die man nach und nach als Leser erfährt.

Wie erwähnt ist diese Geschichte meines Erachtens nach eine gute Mischung aus Fantasy und Krimi. Besonders durch die Morde kommt eine düstere Krimistimmung auf, die sich zu dem Mystischen bzw. Fantastischen anpasst. Dadurch entsteht eine gute Spannung, die sich fast durchgängig auf einem sehr hohen Level in diesem Buch befindet. Zudem fand ich die Integration der nordischen Mythologie in das Buch grandios. Das Thema hatte ich bisher in keinem anderen Buch so ausführlich wahrgenommen. Aus diesem Grund hat es mir sehr Spaß gemacht, die einzelnen Sagen, Legenden und Götter aus dieser Mythologie kennenzulernen.

Schreibstiltechnisch zeigt sich die Autorin von einer sehr guten Seite. Ich fand, dass es ihr sehr gelungen ist, die Ereignisse zu beschreiben, indem sie vor allem am Ende ein hohes Tempo kreierte und zudem sehr bildhaft alles beschrieben hat. Deswegen hatte ich keine Leseprobleme und kam sehr flüssig durch dieses Buch durch.

Fazit: Mich hat „Ansuz“ sehr positiv überrascht, da die Geschichte sehr gut gestaltet ist und man eine gelungene Mischung aus Fantasy- sowie Krimielementen beim Lesen vorfindet. Besonders die nordische Mythologie sorgt in diesem Buch für viele WoW-Effekte. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.09.2021

Ein spektakulärer Fall!

Toxic
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Wie aus dem Nichts erschüttert das friedliche San Diego eine Serie von ungewöhnlichen Sexualverbrechen. Zu den Opfern gehören nur Männer, welche in ihrem besten Alter nackt ans Bett gefesselt wurden. Dabei ...

Wie aus dem Nichts erschüttert das friedliche San Diego eine Serie von ungewöhnlichen Sexualverbrechen. Zu den Opfern gehören nur Männer, welche in ihrem besten Alter nackt ans Bett gefesselt wurden. Dabei kam jeder der Männer aufgrund des Giftes einer tödlichen Schlange um. Als wäre dies nicht schlimm genug, hinterlässt der Täter an jedem Tatort eine Botschaft. Für den Fall wird der zuständige Detective der Stadt namens Seamus Moynihan gerufen. Dieser Fall ist für ihn einer der spektakulärsten. Er ist so fixiert auf den Fall, dass er nicht merkt, dass je mehr er die wahren Gründe des Killers kennt, desto gefährlicher wird es für ihn!

Zuerst fand ich an diesem Buch gelungen, dass Detective Moynihan in diesem Fall nicht nur auf seine alleinige Ermittlung gestellt ist, sodass er tatkräftige Unterstützung von weiteren Detectives sowie Kollegen erhält. Diese sind neben dem Protagonisten sehr sympathisch entworfen worden, wenn man in das Team nicht den Chef der Einheit hineinbezieht. Sonst ist Detective Moynihan in seiner Rolle gut eingesetzt worden, da er auch nicht dem 0815 Prinzip entspricht. Man hat somit auch genügend Einblicke in das Leben des Detectives erhalten.

Die Plotidee an sich finde ich zugleich brutal aber sehr interessant. Die Idee mit einer Giftschlange ist durch den Autor hervorragend umgesetzt worden, da es mal ein anderer Fall auch für mich als Leser war. So ist das Buch von der Spannung her auch gut entworfen worden, da genau an den Stellen wieder Spannung aufkommt, wenn die Geschichte wieder ein bisschen ruhiger wird. Hier muss auch gesagt werden, dass man den zähen Anfang durchstehen muss, da dieser im Vergleich zu dem Rest des Buches viel ruhiger ist! Zudem fand ich den Einsatz von Wendungen in diesem Buch sehr gelungen, da diese wirklich stark waren.

Fazit: Rundum ein gelungener Thriller für zwischendurch. Ich habe mit viel Interesse das Buch verfolgt, da mich der Fall sehr interessiert hat und dieses Buch sich von der Idee her von dem allgemeinen Thriller-Genre unterscheidet. 3,5 Sterne, Tendenz nach oben!

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Atmospärrisch spannend

Waldeskälte
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Valeria Ravelli arbeitet seit längerer Zeit beim Interpol. Jetzt erhält sie einen Fall, bei welchem sie sich zurück in ihr Heimatdorf begeben muss. In dem kleinen Dorf namens Eigerstal in der Schweiz ist ...

Valeria Ravelli arbeitet seit längerer Zeit beim Interpol. Jetzt erhält sie einen Fall, bei welchem sie sich zurück in ihr Heimatdorf begeben muss. In dem kleinen Dorf namens Eigerstal in der Schweiz ist spurlos ein Mädchen verschwunden. Schnell werden ihre vergangenen Albträume wiedererweckt. Vor 20 Jahren wurden drei Mädchen entführt. Sie war die einzige von den drei Mädchen, die damals den Entführern entkommen ist. So ist sie überzeugt, dass der oder die Täter*in aus dem Dorf kommt. Um den Fall zu lösen, muss nun Valeria sich noch einmal auf eine Reise in ihre Vergangenheit begeben. Eine gefährliche Reise in die Vergangenheit beginnt.
Dass der Autor einen alten Cold Case mit einem neuen Fall verknüpft, fand ich von Anfang an gut gewählt. Dem Leser wird ein spannender Fall vorgestellt, bei dem die Protagonistin selbst eine Verbindung zum Fall aufweist. Dadurch merkt man, dass die Protagonistin sich viel intensiver in den Fall hineinsteigert, sodass dadurch auch für den Leser eine höhere Intensität beim Lesen entwickelt wird. Ich bin auf jeden Fall sehr gut in das Buch eingestiegen. Mir gefiel das Setting von Anfang an gut. Des Öfteren habe ich schon gemerkt, dass kleinere Dörfer oder Städtchen als Setting in Thrillern gewählt werden, da hier das Verbrechen einen anderen Charme erhält. Man weiß als Leser in derartigen Settings nicht so genau, wem man in einem derartigen Ort vertrauen kann, da doch irgendwie jeder mit jedem in einer Beziehung hat. Das hat der Autor hier in diesem Thriller auch gut rübergebracht, da er das kleine Eigerstal – auch bedingt durch den angrenzenden Wald – sehr düster beschreibt. Dadurch entsteht eine tolle Atmosphäre beim Lesen, die sich auch bis zum Schluss des Buches vorliegt.
Valeria als Protagonistin macht einen soliden Job. Ich fand die einzelnen Rückblicke in ihre Vergangenheit sehr gelungen, da diese die bedrohliche Atmosphäre im Buch verstärkt haben, aber auch auf der anderen Seite die Protagonistin tiefgründiger darstellten. Dennoch finde ich, dass ich Valeria sowie Elias usw. nicht ausreichend genug kennengelernt habe. Mir fehlte am Ende doch das gewisse Etwas. Jedoch hoffe ich, dass dieses kleine Problem in einem Folgeband behoben wird, da ja schon ein weiterer Fall für Valeria durch ihren Boss angedeutet wird. Sonst bleibt mir noch zu sagen, dass mir der Schreibstil des Autors rundum gut gefallen hat, da er sehr bildhaft das Örtchen aber auch die Story mit einem guten Tempo beschrieben hat.
Fazit: Mir hat der Thriller „Waldeskälte“ gut gefallen. Besonders jetzt wenn die kalten Wintermonate vor der Tür stehen, empfehle ich ihnen das Buch an regnerischen Tagen zu lesen, da dadurch die gut entworfene Atmosphäre in diesem Buch verstärkt wird. Ich bewerte das Buch mit soliden vier Sternen!

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Vielschichtig und unterhaltsam

Die verstummte Frau
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Im dem 2020 erschienen Thriller „Die verstummte Frau“ geht es wieder nach Atlanta. Eine Frau wird wie aus dem Nichts attackiert und sterbend zurückgelassen. Der Fall verfliegt, bis Trent den Fall aufnimmt. ...

Im dem 2020 erschienen Thriller „Die verstummte Frau“ geht es wieder nach Atlanta. Eine Frau wird wie aus dem Nichts attackiert und sterbend zurückgelassen. Der Fall verfliegt, bis Trent den Fall aufnimmt. Seine Ermittlungen führen ihn ins Gefängnis, wo er auf einen Insassen trifft, welcher vor acht Jahren wegen dem gleichen Tötungsdelikt verurteilt wurde. Weiterhin hält der Insasse an seiner Unschuld fest. Jetzt muss Trent den alten Fall wiederaufkurbeln, sodass er alte Zeugen und Beweise wieder auftreiben muss. Zur Hilfe eilt ihm Sara Linton. Es beginnt ein gefährliches Spiel.

Sara Linton ist eine meiner Herzensfiguren seitdem ich die Grant County Reihe angefangen habe. Jetzt freute ich mich wieder auf die neue entstandene Kombination mit Trent. Slaughter gelingt es von Anfang an einen sehr spannenden Thriller zu entwerfen, welcher nur an wenigen Stellen – trotz einer Länge über 600 Seiten – unnötig in die Länge gezogen wird. Ich finde, dass dieser Fall eine der kompliziertesten sowie vielseitigsten Fälle ist, den ich bisher von Slaughter aber auch im Allgemeinem im Thriller-Genre gelesen habe. Wie man es auch von der Autorin kennt, nimmt Slaughter kein Blatt vor dem Mund, indem sie brutale Szenen ohne Gnade beschreibt. Schon damals bei ihrem Auftakt zu Linton und Tolliver mit dem Titel „Bella Donna“ nahm ich die Brutalität in ihren Büchern wahr. Auch wenn keine Trigger-Warnung vorliegt, würde ich die an dieser Stelle aussprechen, da Slaughters Bücher und besonders dieses brutal sind. So kann man die Geschichte an der Seite von Sarah sowie Trent mit viel Freude verfolgen, da die Story gut entwickelt ist. Ich fand es nur schade, dass irgendwie bei diesem Buch die Identität des Täters schnell offenbart worden ist. Dies wirkte sich ein bisschen negativ auf die Spannung sowie auf die Wow-Effekte aus. Zudem fand ich die Entwicklung von Sarah leider total negativ, was ich persönlich schade fand, da ich sie total mag. So habe ich auch gemerkt, dass mir die Kombination Linton/Tolliver doch besser gefallen hat, da diese harmonischer gestaltet war. Diese neue Kombination weist mir persönlich zu viel Konfliktpotential auf.

Fazit: Insgesamt kann ich zu „Die verstummte Frau“ sagen, dass Slaughter mal wieder ein solides Buch entworfen hat, welches aufgrund der Brutalität der Beschreibungen unter die Haut geht. Auch wenn ich einzelne Schwächen wahrnahm, hat mich das Buch sonst gut unterhalten. Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen, Tendenz nach oben.

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