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Veröffentlicht am 18.03.2019

Sehr viel verschenktes Potential... Grund dafür: Die Charaktere.

Das Gewicht eines Pianos
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Worum geht es?
Katya wächst in Russland der 1960er Jahre in bescheidenen Verhältnissen auf. Nacht für Nacht lauscht sie den Klängen des Blüthners ihres Nachbarns. Nach dem Tod des alten Mannes, erbt sie ...

Worum geht es?
Katya wächst in Russland der 1960er Jahre in bescheidenen Verhältnissen auf. Nacht für Nacht lauscht sie den Klängen des Blüthners ihres Nachbarns. Nach dem Tod des alten Mannes, erbt sie sein Klavier, welches ihre erste große Liebe wird.
Clara arbeitet als Automechanikerin. Ihre Eltern sind, als sie klein war, bei einem Brand ums Leben gekommen. Die einzige Erinnerung an ihre Eltern ist das alte Blüthner. Obgleich sie es hasst, da sie keine Verbindung zur Musik hat, kann sie es einfach nicht loslassen...
Ein halbes Jahrhundert trennt sie, doch die beiden Frauen sind auf tragische Weise miteinander verbunden..

Anfangs fand ich das Buch noch ganz gut. Die Idee hat mir gefallen und sie hatte viel Potential. Der Schreibstil war auch recht angenehm... Dennoch hat mir dieses Buch insgesamt nicht gefallen.

Der Grund für diese schlechte Bewertung meinerseits ist ein ganz einfacher: Die Charaktere.
Der Mittelteil des Buches war nur deshalb so schlecht, weil vorallem Clara sich, meiner Meinung nach, unglaublich nervig, anstrengend und lächerlich verhalten hat. Im Verlauf des Buches entscheidet sie sich dauernd um, sodass es ein durchgehendes hin und her zwischen „Nein, ich muss weitermachen“ und „Ok, ich höre jetzt endlich auf“ war. Irgendwann hatte ich nicht mehr die geringste Lust weiterzulesen. Dazu kam, dass Clara viele Dinge tat, die einfach nur kindisch und lächerlich waren. Sie war mir einfach irgendwann durch und durch unsympathisch und ich hatte nicht auch nur ein klein wenig „Mitleid“ für den Tod ihrer Eltern.
Und dann ist da noch Katya... Bei ihr konnte ich mich lange nicht entscheiden, ob sie mir sympathisch ist oder ob ich sie nicht leiden kann. Meiner Meinung nach ist sie einfach nicht bereit etwas zu wagen oder sich durchzusetzen.. Gleichzeitig ist dort eine Leidenschaft für das Klavierspielen, die ich irgendwie bewundern könnte - jedoch scheint sie dieses über ihre Familie, insbesondere ihren Sohn zu stellen, und sieht lange Zeit keinen anderen Sinn im Leben mehr außer dieses Klavier zu spielen.

Während des ganzen Buches konnte ich nicht warmwerden mit den Charakteren und ihr Schicksal ließ mich weitesgehen kalt. Sie erscheinen mit außerdem zu oberflächlich.

Und auch wenn man die Charaktere außen vorlässt, gab es eine so bedrückende und unangenehme Atmosphäre, dass das Buch mit lediglich deprimierte.

Zu gute halten muss man der Autorin, dass sie die Schicksale der beiden Frauen gut, teils auch unerwartet, verknüpft hat und es zum Ende hin wieder etwas spannender wurde.

Wäre ich nicht Teil einer Leserunde gewesen, hätte ich das Buch nach allerspätestens 200 Seiten abgebrochen.
Insgesamt vergebe ich diesem Buch 2 bis 2,5 Sterne nur für die Idee, aber kann leider keine Leseempfehlung geben.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Fesselnd und lesenswert!

Cats Bestimmung
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Catriona Thalmann arbeitet als Polizistin bei der Frankfurter Kripo. Während ihres ersten Mordfalls endeckt sie, dass sie ungeahnte Fähigkeiten besitzt. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Cats ...

Catriona Thalmann arbeitet als Polizistin bei der Frankfurter Kripo. Während ihres ersten Mordfalls endeckt sie, dass sie ungeahnte Fähigkeiten besitzt. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Cats Leben verändert sich schlagartig... Auf einmal sieht sie Personen, die aus dem nichts auftauchen und genauso wieder verschwinden. Zudem gibt es Hinweise am Tatort, die nur sie zu sehen scheint.
Doch je mehr Cat über diese Ereignisse erfährt, desto gefährlich wird es für sie und sie muss sich fragen, wem sie vertrauen kann...

Schon nach wenigen Seiten konnte ich mich gut in dieses Buch hineinversetzen. Anfangs musste ich mich zwar ein wenig daran gewöhnen, dass Cats Gedanken so oft ähnlich wie „wörtliche Rede“ vorkam, aber das hat nicht allzu lang gedauert und im Endeffekt passt es sehr zur Story.
Mich hat das Buch sehr gefesselt und ich dand es absolut spannend! Der Schreibstil ließ sich sehr gut lesen und war wirklich angenehm, sodass man das Buch kaum noch aus der Hand legen will!

Die Charaktere waren mir alle sehr sympathisch. Ein wenig hat mich gestört, dass Cat einige sachen „zu“ selbstverständlich hingenommen hat, denn für mich wäre es ein wenig authentischer gewesen, wenn sie mehr hinterfragt hätte oder „ausgerastet“ wäre... Deswegen ziehe ich hier diesen einen Stern ab.

Dennoch finde ich diesen Reihen-Auftakt sehr gelungen und werde mit Sicherheit auch den zweiten Band lesen! Ich kann das Buch also wirklich empfehlen!

Veröffentlicht am 12.03.2019

Man muss einfach mitfiebern!

Du bist alles
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Kara ist stark, klug, temperamentvoll, ehrgeizig und loyal - für die Menschen, die sie liebt würde sie alles tun!
Und sie hat ein klares Ziel im Auge: Sie möchte ihren geizigen Onkel auszahlen, dem die ...

Kara ist stark, klug, temperamentvoll, ehrgeizig und loyal - für die Menschen, die sie liebt würde sie alles tun!
Und sie hat ein klares Ziel im Auge: Sie möchte ihren geizigen Onkel auszahlen, dem die Hälfte, der gemeinsamen Autowerkstatt mit ihrem Vater, gehört. Dafür hat sie, neben dem College noch einige Jobs und ihr bleibt kaum Freizeit. Dabei kann sie eine Ablenkung wirklich nicht gebrauchen...
Cameron ist verschlossen, bleibt gerne für sich und lässt nur selten Menschen in sein Leben. Doch seit er Kara zum ersten Mal gesehen hat, bekommt er sie nicht mehr aus dem Kopf.
Als Karas Bruder Dylan Camerons Motorrad beschädigt, lässt sie sich auf einen Deal mit ihm ein, bei dem sie ihn, bis es repariert ist, überall hin fahren muss. Bald schon lernen die beiden sich näher kennen - doch es gibt Dinge aus Camerons Vergangenheit, die Kara nicht erfahren soll...
Isabelle Ronins Schreibstil ist angenehm zu lesen, flüssig und humorvoll. Sie verbindet Romantik, Spannung und Humor!
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe die Charaktere schnell ins Herz geschlossen!

Das Buch ist hauptsächlich aus Karas Sicht geschrieben, aber auch Cams Sicht der Dinge kommt nicht zu kurz. Man bekommt einen guten Eindruck von ihren Gedanken und Gefühlen und fiebert gleich noch mehr mit. Beide Protagonisten habe ein tiefe, die dieses Buch so gut macht und sie sehr authentisch wirken lässt!

Besonders hat mir gefallen, dass sowohl Kara als auch Cam ihr Handeln hinterfragen und sich nicht nur verliebt „hinterherlaufen“. Es war immer wieder amüsant zu lesen, wie Kara und Cam sich selbst für eine Worte und Situationen gedanklich „geohrfeigt“ haben...
Außerdem waren sie wunderbar natürlich und sympathisch!

Da ich allerdings „Du bist mein Feuer“ - noch - nicht gelesen habe, kann ich leider nicht sagen inwiefern die beiden Bücher zusammenhängen und passen.
Dennoch kann ich das Buch wirklich empfehlen, denn es hat mich sehr gefesselt und berührt. Es erzählt eine tolle Liebesgeschichte, bei der nicht immer alles glatt läuft, und deren Charaktere einzigartig und authentisch sind - Isabelle Ronin hat gute Arbeit geleistet!

Veröffentlicht am 11.03.2019

Eine neue bezaubernde und unvergessliche Fantasy-Saga!

Die Spiegelreisende 1 - Die Verlobten des Winters
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Die Welt, wie wir sie kennen, ist zerbrochen. Die Menschen leben nun auf schwebenden Archen.
Die junge Ophelia lebt auf der Arche Amina, verbringt die meiste Zeit in ihrem Museum und versteckt sich am ...

Die Welt, wie wir sie kennen, ist zerbrochen. Die Menschen leben nun auf schwebenden Archen.
Die junge Ophelia lebt auf der Arche Amina, verbringt die meiste Zeit in ihrem Museum und versteckt sich am liebsten hinter ihrer Brille und einem Schal. Doch dahinter verbirgt sich eine Frau mit ganz besonderen Fähigkeiten: Ophelia kann aus Gegenständen „lesen“ und durch Spiegel reisen. Sie führt ein ruhiges Leben - bis ihr eines Tages verkündet wird, sie solle den Adligen Thorn heiraten und mit ihm auf die eisige Arche Pol ziehen soll. Sie ist alles andere als begeistert- und wie sich herausstellt nicht nur sie...
Nun stellt sich die Frage, wer dieser Mann ist, mit dem sie von nun an ihr Leben verbringen soll? Warum wurde ausgerechnet sie auserwählt? Welchen Zweck soll diese Verlobung erfüllen? Und was wird sie erwarten?
Noch ahnt Ophelia nicht, in was sie durch diese Verlobung geraten ist...

Christelle Dabos erschafft in „Die Verlobten des Winters“ eine ganz neue, fantastische und faszinierende Welt, in die man sich auf der Stelle verliebt, und der es garantiert nicht an Magie und Einfallsreichtum fehlt - alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht!Sowohl die Idee, die Charaktere, als auch der Schreibstil harmonieren perfekt!

Details, wie die Häuser und Gegenstände, die ein Eigenleben führen, bezaubern einen sofort, und man hat hat das Gefühl sich in Ophelias Welt wiederzufinden. Sie erinnern außerdem ein wenig an „Die Schöne und das Biest“ und „Harry Potter“, was unter anderem zu dieser magischen Atmosphäre beiträgt.

Der Protagonistin Ophelia fehlt es mit Sicherheit nicht an Originalität! Sie unterscheidet sich von den „gewöhnlichen“ Heldinnen: Aufgrund des äußerlichen Eindrucks und ihrer zurückhaltenden Persönlichkeit, wird sie oft unterschätzt. Ophelia besitzt jedoch sehr viel stärke und ist mir sehr ans Herz gewachsen! Sie ist einzigartig und außergewöhnlich! Und auch die Idee, dass sie Fähigkeiten besitzt, die ihr erlauben, die Vergangenheit von Gegenständen zu lesen, in dem sie diese berührt, und durch Spiegel an andere Orte zu reisen, finde ich sehr originell und faszinierend!

Und dann darf man natürlich Thorn, Ophelias Verlobten nicht vergessen: Auch er ist über ihre Verlobung nicht sonderlich begeistert. Er ist abweisend, verschlossen und eigenbrötlerisch, und zeigt obendrein nicht das geringste Interesse an Ophelia.

Da dies der erste Band der Reihe ist, kann ich es kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht, und die Charaktere näher kennenzulernen. Ich bin gespannt, wie das ganze sich entwickelt, und ob wir hinter Thorn Fassade blicken werden - und natürlich, was wir dann erblicken!
Ich glaube, dass es noch vieles zu entdecken gibt - es scheint erst ein Bruchteil einer atemberaubenden Welt zu sein, mitsamt sehr vielschichtigen Charakteren!

Ich kann euch das Buch nur empfehlen! Das Buch wird des öfteren mit „Harry Potter“ verglichen bzw. In Zusammenhang gebracht, und ich kann nur sagen: Wenn ihr „Harry Potter“ gelesen habt, ist auch diese Reihe ein MUSS! Aber auch wenn ihr euch gerne in magischen Welten verliert, solltet ihr hier genau richtig sein!

Veröffentlicht am 06.03.2019

Sehr gut recherchiert und authentisch!

Die Villa an der Elbchaussee
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Hamburg 1919. Die 17-jährige Frieda Hannemann lebt behütet in einer wohlhabenden Familie. Schon als junges Mädchen weiß sie, dass sie nicht wie ihre Mutter werden möchte. Reich zu heiraten und Kinder zu ...

Hamburg 1919. Die 17-jährige Frieda Hannemann lebt behütet in einer wohlhabenden Familie. Schon als junges Mädchen weiß sie, dass sie nicht wie ihre Mutter werden möchte. Reich zu heiraten und Kinder zu kriegen, entspricht nicht ihren Erwartungen. Sie möchte arbeiten, selbstständig werden und einfach mehr aus ihrem Leben machen. Friedas Traum ist es die Schokoladenmanufaktur und auch den Kolonialwarenhandel ihres Vaters zu übernehmen. Doch für eine Frau ist dies nicht gerade üblich. Sie versucht sich zu behaupten und gegen Stereotypen anzukämpfen. Ihr Bruder Hans, der eigentliche Unternehmenserbe, kehrt nach Hause zurück, ist jedoch vom Krieg gezeichnet und traumatisiert. Da er nun nicht mehr fähig ist, die Firma seines Vaters zu übernehmen, versucht Frieda das Unternehmen zu retten.

Der Roman ist unterhaltsam und historisch authentisch. Hamburg der Nachkriegsjahre wird sehr lebendig beschrieben und wir bekommen einen guten Eindruck der Stadt. Der Kontrast zwischen Arm und Reich wird sehr gut dargestellt. Der Schreibstil ist flüssig, leicht, aber dennoch fesselnd.

Unsere Protagonistin ist Frieda. Sie ist sehr klug, selbstbewusst und stets freundlich.
Neben Frieda gibt es auch noch andere Figuren, deren Schicksal eng mit ihrem verbunden ist.
Da wäre der Ernst Krüger, ein Kindheitsfreund, welcher Frieda immer und in allem unterstützt. Auch Clara, Friedas jüdische Freundin, spielt eine wichtige Rolle für die Geschichte.

Alles in allem, ist es ein sehr gelungener Roman und ein guter Auftakt einer neuen Familien-Saga.