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Veröffentlicht am 15.05.2024

Mehr ein Familienroman mit Lokalkolorit, als ein spannender Krimi

Tödliche Tide in St. Peter-(M)Ording (St. Peter-Mording-Reihe 3)
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Dies ist der dritte Teil der St. Peter-(M)Ording-Reihe, in der die Polizisen Ernie und Fred ermitteln.
Diesmal wird ein bekannter Schaupieler ermordet, der zu Dreharbeiten in der Gegend ist. Ein Fall, ...

Dies ist der dritte Teil der St. Peter-(M)Ording-Reihe, in der die Polizisen Ernie und Fred ermitteln.
Diesmal wird ein bekannter Schaupieler ermordet, der zu Dreharbeiten in der Gegend ist. Ein Fall, der auch Freds Vater, einen pensionierten Kriminalkommissar, zu einem Undercovereinsatz verleitet. Ernies Schwester Ilva, Lehrerin an der Schule vor Ort, stellt zudem auch ihre eigenen Ermittlungen an.
Man merkt gleich, dass es sich hier in erster Linie um einen heiteren Familienroman handelt, denn der Kriminalfall und die Spurensuche spielen nicht die wichtigste Rolle in der Geschichte. Jedenfalls habe ich so das Buch erlebt. Das Lesen war unterhaltsam, der Schreibstil locker, und auch wenn man die Vorgängerbücher nicht kennt (wie ich), findet man sich schnell mit den Protagonisten zurecht. Für Lokalkolorit ist gesorgt, denn die Schauplätze in SPO werden gut beschrieben, mit hohem Wiedererkennungswert für Ortskundige. Die Karte zu Beginn hilft zusätzlich, sich zurechtzufinden.
Der Fall kommt eher plätschernd daher. Die ins Visier genommenen Verdächtigen werden mehr oder weniger intensiv befragt, Alibis hinterfragt und die Personen entweder für unschuldig oder weiterhin als verdächtig eingestuft – alles ohne große Höhepunkte. Auch wirkt die Geschichte etwas realitätsfremd, so verwunderte es mich, das bei dem medienwirksamen Mordfall eines VIPs nicht die zuständige Mordkommission eingeschaltet wird.
Letztendlich hat es mich auch nicht sehr überrascht, wer den Mord begangen hat, denn dies zeichnete sich spätestens schon ab der Mitte des Buches für mich ab.
Wer leichte und humorvolle Sommerlektüre für den Urlaub sucht, ist hier richtig und wird nett unterhalten.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Ein toter Richter in den Dünen

Südlich von Porto wartet die Schuld
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Im zweiten Band des Portugal-Krimis ist Ria eigentlich mit ihrem Umzug beschäftigt als ein Notruf eingeht, der sie und ihren Cousin, den Dorfpolizisten João ins Naturschutzgebiet ruft. Derweil wartet Comissário ...

Im zweiten Band des Portugal-Krimis ist Ria eigentlich mit ihrem Umzug beschäftigt als ein Notruf eingeht, der sie und ihren Cousin, den Dorfpolizisten João ins Naturschutzgebiet ruft. Derweil wartet Comissário Baptista auf das Erscheinen eines Richters bei einer Verhandlung.
Das Buch fällt schon angenehm durch die schöne Covergestaltung mit dem typisch portugiesischen Fliesenmuster auf. Eine Karte auf der inneren Umschlagseite und die kurzen Erläuterungen zu Beginn eines jeden Kapitels zu Ausdrücken oder regionalen Besonderheiten setzen zusätzliche optische Highlights.
Wie schon der Vorgängerband lebt auch dieser Krimi von dem Lokalkolorit, welches er versprüht. Man merkt die Liebe der Autorin zu Land und Leuten, sie versteht es, Flair und Lust auf Urlaub zu verbreiten.
Der Schreibstil ist angenehm locker und die Kapitel haben eine angenehme Länge, so dass dem individuellen Leserhythmus Rechnung getragen werden kann. Mariana da Silva versteht es, die Charaktere mit ihren Beweggründen nachvollziehbar zu beschreiben. In dem Roman kommen Ermittlungen und Privatleben gleichrangig zu ihrem Recht, so dass hier eine unterhaltsame Mischung entstanden ist. Der Kriminalfall an sich ist nicht hochspannend, aber interessant ausgearbeitet. Empfehlung als kurzweilige Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 12.05.2024

Keine Festtagsstimmung für Marie

Traubenfest
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Marie freut sich mit ihrer Großtante Leonie und ihrem Freund Michel auf ein entspanntes Fest. Zwei verschwundene Mädchen und ein toter, angesehener Bürger des Ortes lassen Marie und ihr Team jedoch nicht ...

Marie freut sich mit ihrer Großtante Leonie und ihrem Freund Michel auf ein entspanntes Fest. Zwei verschwundene Mädchen und ein toter, angesehener Bürger des Ortes lassen Marie und ihr Team jedoch nicht zur Ruhe kommen.
Dies ist der vierte Fall für Marie. Wer an der Entwicklung der Figuren interessiert ist, ist gut beraten mit Band eins einzusteigen. Der Fall an sich ist abgeschlossen und benötigt keine Vorkenntnisse. Da es auch schon eine Weile her ist, dass ich den Vorgängerband gelesen hatte, freute ich mich auch über die kleinen Hinweise, die das bisher Geschehene wieder ins Gedächtnis holen. Das war nicht zu viel und nicht zu wenig, Neueinsteiger werden es auch als hilfreich empfinden.
Insgesamt erneut ein guter Krimi aus dem Périgord. Marie und ihre Familie sind fast schon alte Bekannte, jedoch sind sie auch für Überraschungen gut, Julie Dubois versteht es, die Figuren weiterzuentwickeln. Mir hat der Schreibstil gut gefallen, das Buch liest sich einfach so weg und ist die ideale Urlaubslektüre. Der Krimi ist durchweg spannend, bietet auch emotionale Momente, weist keine Längen auf und erstaunt durch Wendungen. Bis zum Schluss war nicht eindeutig, wer als Täter infrage kam. Die Charaktere wurden mit Herz ausgearbeitet und neben dem Kriminalfall erfährt man einiges über kulinarische Genüsse und die Region selbst. Die Lust auf einen Urlaub im Périgord stellt sich schnell ein. Kein blutrünstiger Krimi, keine Gewaltszenen, das macht den Krimi auch aus und angenehm lesenswert. Gewürzt mit einer Prise Humor, der leibliche Genuss kommt auch nicht zu kurz.
Insgesamt ein gut gestrickter Fall, mit reichlich Lokalkolorit. Macht einfach Spaß beim Lesen und Appetit auf mehr!

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Ein ganz besonderer Sommer und ein ganz besonderer Leuchtturm

Ein Leuchtturmsommer voller Geheimnisse
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Lucie verbringt ihre Sommerferien mit ihrer Familie auf einer Hallig in der Nordsee, wo ihre Großmutter wohnt. Sie lernt den gleichaltrigen Jonne kennen und gemeinsam mit ihm geht sie auf Entdeckungsreise: ...

Lucie verbringt ihre Sommerferien mit ihrer Familie auf einer Hallig in der Nordsee, wo ihre Großmutter wohnt. Sie lernt den gleichaltrigen Jonne kennen und gemeinsam mit ihm geht sie auf Entdeckungsreise: der alte Leuchtturm der Hallig ist etwas ganz Besonderes und sein magisches Geheimnis möchte sie entschlüsseln.
Ein farbenfrohes Cover lenkt gleich den Blick auf das Buch. Dazu kommen schöne schwarz-weiß Illustrationen im Buch, vor allem die Karte der frei erfundenen Hallig auf der Buchinnenseite ist sehenswert. Schriftsatz und Kapitellänge sind für die Altersgruppe passend. Die Geschichte ist eingängig, Lucie wirbelt nur so durch das Abenteuer, genauso schnell, wie sich die Ereignisse entwickeln. Das Buch liest sich kurzweilig, Kindern wird es nicht langweilig werden, da viel in rascher Folge passiert. Lucies neuer Freund Jonne ist dagegen der ruhende Pol, beide zusammen geben ein gutes Team ab. Von den übrigen Charakteren spielt vor allem Oma Friedel eine wichtige Rolle. Ich hätte gerne noch mehr von der Hallig und den übrigen Bewohnern erfahren, die nur in Nebenhandlungen eine Rolle spielen. Der Schluss bildet einen schönen und familientauglichen Ausklang für die Geschichte. Man könnte die Geschichte als abgeschlossen betrachten, dennoch bleibt noch Raum für eine weitere Folge, da nicht alle Hintergründe geklärt wurden. Eine lesenswerte Geschichte für die Sommerferien!

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Noch ein weiterer Mordclub

Heiner ist tot
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Drei Freundinnen, alle Mitte siebzig, leben in einer WG in einer Jugendstilvilla an der Ostsee. Sie kennen sich schon seit Jugendtagen und sie eint das Interesse an kriminalistischen Fällen. So rätseln ...

Drei Freundinnen, alle Mitte siebzig, leben in einer WG in einer Jugendstilvilla an der Ostsee. Sie kennen sich schon seit Jugendtagen und sie eint das Interesse an kriminalistischen Fällen. So rätseln sie gerne bei den sonntäglichen Tatortfolgen mit. Eines Morgens entdeckt eine der Damen, Karin, den örtlichen Postboten tot in einem Strandkorb sitzen. Das weckt ihre Neugierde.
Dieser nett zu lesende Cosy-Krimi folgt dem Trend, Mordclubs ins Rennen zu schicken. Nur leider kann der Krimi nicht mit den Mordclub-Reihen aus dem englischen Sprachraum mithalten. Dazu fehlte mir der sprachlich hintergründige Witz. Vielleicht ist es auch unfair von mir, hier einen Vergleich zu ziehen.
Die Beschreibung der Charaktere ist nicht ganz gelungen, mir gelang es nicht richtig, eine Beziehung aufzubauen. Ich fand auch die Beschreibungen, die Bezug auf das Liebes- und Alltagsleben älterer Menschen nehmen, etwas ‚gewollt‘ eingebaut, ohne dass es überzeugend wirkte. Den Krimifall an sich fand ich zwar als Idee gut ausgedacht, aber letztendlich wurde er auf den letzten Seiten viel zu hastig abgewickelt. Die Umsetzung hatte ich mir ideenreicher und spannender erhofft.
Nette und einfache Unterhaltung für zwischendurch.

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