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Veröffentlicht am 10.12.2017

Chaotischer Genremix

Alle Vögel unter dem Himmel
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Patricia und Laurence sind seit dem Kinderalter befreundet. Beide haben in der Schule eine Außenseiterrolle inne, sie ist die durchgeknallte Naturfreundin, er der Technikfreak. Im Laufe der Jahre werden ...

Patricia und Laurence sind seit dem Kinderalter befreundet. Beide haben in der Schule eine Außenseiterrolle inne, sie ist die durchgeknallte Naturfreundin, er der Technikfreak. Im Laufe der Jahre werden Patricias magische Fähigkeiten bekannt, sie ist eine Hexe und deswegen so naturverbunden. Laurence hat mit ihrer Welt bald nichts mehr zu tun und widmet seine ganze Kraft dem Bau seines Supercomputers.


Diese Geschichte hat wirklich viel Potential. Es geht um Außenseiter, um Freundschaft, um Liebe, um das Überleben der Menschheit und die Zerstörung der Natur. Alles große und wichtige Themen, alle für sich genommen auch sehr interessant aufbereitet. Aber die Mischung… nicht mein Geschmack. Die Autorin hat meiner Meinung nach einfach viel zu viel gewollt, und verliert sich letztendlich völlig in der überfrachteten Geschichte. Ich fand die Handlung überzeichnet und z.T. nicht richtig durchdacht. Erzählen kann die Autorin, ich mochte ihren Stil und ihren immer mal wieder aufblitzenden frischen Humor sehr gerne. Inhaltlich hat das Buch jedoch nach ca. Teil eins für mich gehörig an Attraktivität verloren und so war ich am Ende sogar froh, endlich mit diesem chaotischen Genremixbuch fertig zu sein. Sehr schade, viel Potential, aber wenig genutzt.

Veröffentlicht am 07.12.2017

(K)ein Reiseführer

Frankreich für die Hosentasche
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Frankreich. Land der Genüsse und Genießer. Land der Mode. Land der Kunst und der Künstler. Land des Eiffelturms und der Mona Lisa. Jeder hat so seine eigenen Stichworte, die er sofort mit unserem Nachbarland ...

Frankreich. Land der Genüsse und Genießer. Land der Mode. Land der Kunst und der Künstler. Land des Eiffelturms und der Mona Lisa. Jeder hat so seine eigenen Stichworte, die er sofort mit unserem Nachbarland verbindet. Zippricks kleines Büchlein erweitert den eigenen Horizont und sorgt für so manchen Aha-Effekt. Sehr ansprechend geschrieben und aufbereitet, lernt man interessante Fakten, unnützes Wissen und allerlei drumrum. Zippricks Art Wissen zu vermitteln, fand ich sehr ansprechend, der Aufbau des Buches hat mich leider nicht so recht überzeugt. Ein wirklicher roter Faden fehlt, alles dreht sich natürlich um Frankreich, dafür wird Politik und Soziales, Kulinarisches und Kulturelles wild und unstrukturiert zusammengeworfen. Es handelt sich um ein nettes Buch für den frankophonen Leser, aber sicherlich um keine geeignete Lektüre, wenn man sich wirklich mit Land und Leuten befassen will. Das Potential scheint mir doch verschenkt. Schade.

Veröffentlicht am 05.12.2017

Mord auf Island

SOG
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Nach dramatischen Ereignissen ist Kommissar Huldar degradiert worden. Während sich der Rest des Präsidiums mit einem Fund von Leichenteilen beschäftigt, muss er den vermeintlichen Drohungen eines Neuntklässlers ...

Nach dramatischen Ereignissen ist Kommissar Huldar degradiert worden. Während sich der Rest des Präsidiums mit einem Fund von Leichenteilen beschäftigt, muss er den vermeintlichen Drohungen eines Neuntklässlers auf die Spur kommen. Der hat vor 10 Jahren eine Todesliste in eine Zeitkapsel eingeschlossen, die jetzt wieder ans Licht gekommen ist. Scheint Huldars Arbeit zunächst eher Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu sein, zeigt sich doch bald wie wichtig sie ist.

„Sog“ ist nach „DNA" schon die zweite Geschichte um und mit Huldar, ich konnte der Handlung jedoch auch ohne Vorwissen aus Band 1 sehr gut folgen, da die Autorin das Wichtigste noch einmal in Kürze einfließen lässt. Huldar hat mir als Hauptfigur sehr gut gefallen, Ecken und Kanten, einige Schwächen, aber durchaus ein sympathischer Mensch. Er lässt sich von Rückschlägen nicht entmutigen (naja, nicht zu sehr zumindest) und zeigt echten Biss. Auch Freyar als sein weiblicher Gegenpol hat Potential, denn sie ist ebenfalls ein heller Kopf und weiß sich zu behaupten. Der Fall entwickelt sich spannend, auch wenn er wie viele andere nordische Thriller relativ gemächlich startet. Mir hat ein bisschen das Island-feeling gefehlt, welches in anderen Büchern der Autorin stärker rausgekommen ist; auch die düstere Atmosphäre, die ich sonst von ihr kenne, habe ich hier vermisst. An sich ist „Sog“ aber ein rundes Buch, das spannend unterhält, auch wenn große Überraschungsmomente ausbleiben.

Veröffentlicht am 03.12.2017

Schönes Prequel

His Dark Materials 0: Über den wilden Fluss
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Malcolm lebt in der Nähe von Oxford mit seinen Eltern in einem Gasthaus. In seiner Freizeit treibt er sich am liebsten mit seinem Kanu auf den Flüssen der Umgebung herum oder hilft im Kloster in der Nachbarschaft ...

Malcolm lebt in der Nähe von Oxford mit seinen Eltern in einem Gasthaus. In seiner Freizeit treibt er sich am liebsten mit seinem Kanu auf den Flüssen der Umgebung herum oder hilft im Kloster in der Nachbarschaft aus. Eines Tages wird ein Baby in die Obhut der Nonnen gegeben, hinter dem ein großes Geheimnis zu stecken scheint. Malcolm ist bald mittendrin im Versteckspiel um das kleine Mädchen.

Philip Pullman hat mit seiner „His dark materials“ – Trilogie weltweit die Leser begeistert. In „Über den wilden Fluss“ erfährt der Leser vieles über Lyras früheste Kindheit, gleichzeitig erobert mit Malcolm ein neuer, liebenswerter Charakter die Seiten. Trotz seiner jungen Jahre stellt er sich großer Gefahr, ist erstaunlich besonnen und gleichzeitig auch noch nett. Ein sympathischer Held durch und durch, mit dem man gerne auf große Fahrt mit dem kleinen Kanu geht. Auf seiner Reise begegnet Malcolm altbekannten und ganz neuen Gesichtern, die Mischung ist ausgewogen, sodass auch der alte Hase noch viel Neues in der Geschichte findet. Die ist sehr spannend erzählt, Pullman spricht mit seinem Stil sowohl jüngere als auch ältere Leser an. Sehr lebendig und mit großer Fantasie erzählt er eine tolle Story, die trotz ihrer Dicke am Ende dann natürlich doch viel zu schnell vorbei ist. Zum Glück ist ein weiterer Band schon in Planung ; )

Veröffentlicht am 26.11.2017

Die Hüter des Todes

Scythe – Die Hüter des Todes
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In nicht allzu ferner Zukunft hat die Menschheit den Tod besiegt, niemand muss mehr eines natürlichen oder Unfalltodes sterben. Um aber der Überbevölkerung Herr zu werden, gibt es die Scythe. Sie lesen ...

In nicht allzu ferner Zukunft hat die Menschheit den Tod besiegt, niemand muss mehr eines natürlichen oder Unfalltodes sterben. Um aber der Überbevölkerung Herr zu werden, gibt es die Scythe. Sie lesen Menschen nach, und bringen nach ausgeklügelten Regeln so manches Herz zum endgültigen Stillstand. Citra und Rowan sind die jüngsten Lehrlinge dieser außergewöhnlichen Zunft und müssen noch viel lernen; auch über sich selbst.

Neal Shusterman hat ein interessantes Gedankenexperiment zu einem sehr unterhaltsamen Roman ausgeweitet. Obwohl es um sehr tiefgründige Themen (Leben, Tod, Unsterblichkeit, menschliches Miteinander usw.) geht, ist der Roman nie todernst oder abgrundtief bedrückend. Shusterman geht relativ locker mit den großen Themen um, seine beiden Protagonisten tragen dazu ebenfalls bei. Die beiden Jugendlichen sind grundsympathisch, an manchen Stellen hätte ich mir vielleicht ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht; da es sich mit vorliegendem Buch aber erst um einen Serienauftakt handelt, können sich die Charaktere natürlich noch entwickeln. Auch der Lehrlingsmeister Faraday hat mir gut gefallen, er verkörpert die Last, die seine Aufgaben mit sich bringt, sehr gut. Die Handlung entwickelt sich sehr spannend, der Autor erzählt sehr ansprechend und mitreißend. Immer wieder sind ins laufende Geschehen Tagebucheinträge der einzelnen Figuren eingebaut; diese lassen einen zusätzlichen Blick hinter die Fronten zu und geben immer wieder neue Denkanstöße.
Insgesamt hat mir dieser erste Band abgesehen von Kleinigkeiten sehr gut gefallen, und ich bin schon sehr auf die weitere Handlung gespannt.