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Veröffentlicht am 05.03.2026

Starke Atmosphäre, aber zu viel Distanz zu den Figuren

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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Der Roman „Les Bouttiers - Wir sind jetzt“ hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn er für mich kein Highlight war.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Erzählweise. Die Geschichte wird aus ...

Der Roman „Les Bouttiers - Wir sind jetzt“ hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn er für mich kein Highlight war.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Erzählweise. Die Geschichte wird aus der Sicht von drei verschiedenen Figuren erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch erhält man unterschiedliche Einblicke in die Handlung und vor allem in die Gefühlswelt der Charaktere. Diese Perspektivwechsel bringen viel Abwechslung in die Geschichte und sorgen dafür, dass man verschiedene Blickwinkel auf die Ereignisse bekommt.

Ein weiterer Punkt, der mir gut gefallen hat, war der Schreibstil des Romans. Dieser ist insgesamt sehr flüssig und angenehm zu lesen beziehungsweise zu hören. Die Sprache ist klar und nachvollziehbar, sodass man der Handlung gut folgen kann. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte zwischendurch auch nicht immer ganz ernst. Es gibt immer wieder kleinere humorvolle Szenen oder Dialoge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben und die das Ganze etwas auflockern. Besonders interessant fand ich auch, dass der Stil zum Ende hin teilweise fast poetische Züge annimmt. An einigen Stellen tauchen sogar Reime auf, was ich sehr originell fand

Ein großer Pluspunkt war für mich außerdem die Atmosphäre des Buches. Die Handlung spielt in Paris und bewegt sich stark in der Welt der Mode: Modeimperien, Fashion Weeks und der Konkurrenzkampf zwischen großen Modefirmen stehen im Mittelpunkt. Diese Kulisse fand ich sehr spannend und unterhaltsam. Immer wieder werden französische Wörter eingebaut, was das Gefühl verstärkt, wirklich in dieser Welt zu sein und sich von der Geschichte ein wenig treiben zu lassen. Zusätzlich gibt es im Verlauf des Buches immer wieder eingestreute Kapitel in Form von Pressemitteilungen. Diese Perspektive fand ich ebenfalls sehr spannend, weil sie die Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel zeigen.

Die Handlung selbst hat mich teilweise überrascht. Zu Beginn hätte ich nicht unbedingt erwartet, dass sich die Geschichte in diese Richtung entwickelt. Insgesamt hat mir der Verlauf der Handlung gefallen, besonders die Themen rund um Mode, Konkurrenz und familiäre Konflikte. Allerdings hatte ich nicht immer einen emotionalen Zugang zu den Figuren. In manchen Situationen konnte ich mich den Charakteren nicht so nahe fühlen, wie ich es mir gewünscht hätte. Interessanterweise hat das bei den Perspektiven unterschiedlich funktioniert: Zu einem der männlichen Erzähler konnte ich die Dynamiken mit anderen Figuren deutlich besser nachvollziehen und habe diese Szenen auch emotional stärker empfunden als bei den anderen.

Zum Ende hin war ich teilweise etwas unsicher, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Besonders im letzten Teil wusste ich zeitweise nicht genau, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Dennoch fand ich das Ende letztlich gelungen, da es neugierig auf den zweiten Band macht. Ein weiterer Punkt, der mir manchmal Schwierigkeiten bereitet hat, war die große Anzahl an Figuren. Einerseits macht das die Welt der Geschichte lebendig, andererseits war es für mich stellenweise etwas überfordernd. Gerade durch die vielen französischen Namen fiel es mir manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Gegen Ende passiert zudem sehr viel mit verschiedenen Figuren gleichzeitig, sodass ich einige Stellen sogar noch einmal lesen musste, um alles richtig zu verstehen.

Fazit

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten. Besonders die Atmosphäre rund um die Modewelt, Paris und die Fashion Weeks hat mir sehr gefallen. Auch die Handlung in diesem Umfeld fand ich spannend. Trotzdem war es für mich kein besonders starker Auftakt, vor allem weil mir der emotionale Zugang zu den Figuren gefehlt hat. Viele von ihnen blieben für mich etwas auf Distanz. Das Ende macht jedoch neugierig auf den zweiten Band, den ich auf jeden Fall noch lesen möchte.

Insgesamt würde ich dem Buch etwa 3,5 bis 4 Sterne geben – hauptsächlich wegen der Atmosphäre und der Modewelt, weniger wegen der Figuren.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Liebe, Lügen und Geheimnisse

Firewatch
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Dieses Buch hat mir wirklich sehr, sehr viel Spaß gemacht und zwar auf eine Art, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Es hat meine Erwartungen übertroffen, aber anders als gedacht. Vor allem hat es mich ...

Dieses Buch hat mir wirklich sehr, sehr viel Spaß gemacht und zwar auf eine Art, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Es hat meine Erwartungen übertroffen, aber anders als gedacht. Vor allem hat es mich hervorragend unterhalten.

Das Buch wird als Thriller beziehungsweise Suspense-Romance eingeordnet. Wer hier allerdings von der ersten Seite an knallharte Thriller-Elemente erwartet, sollte seine Erwartungen ein wenig anpassen. Die Romance nimmt einen großen Raum ein deutlich größer, als ich zunächst angenommen hatte. Für mich war das jedoch kein Kritikpunkt, im Gegenteil: Genau dieser starke Romance-Anteil hat mich letztlich überzeugt.

Im Zentrum steht ein ungeklärter Vermisstenfall. Aaron ist verschwunden, und sein bester Freund Robin versucht auf eigene Faust herauszufinden, was mit ihm passiert ist. In der Gegenwart begleiten wir vor allem Robin, während die Vergangenheit sich stark um Aaron und Kian dreht. Diese Struktur – Vergangenheit und Gegenwart – wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Die Vergangenheit aus einer Erzählperspektive, die Gegenwart aus der Ich-Perspektive. Gerade am Anfang fiel es mir etwas schwer, die Perspektiven klar einzuordnen. Ich war zunächst überzeugt, dass Robin selbst der Erzähler der Vergangenheitskapitel sei. Erst als der Erzähler deutlich aus dem Geschehen heraustrat und sogar an Robin appellierte, wurde klar, dass hier anders gearbeitet wird.

Der Autor spielt gezielt mit Unsicherheit und Irritation, ein Stilmittel, das der Spannung definitiv zugutekommt. Diese bewusste Verwirrung passt hervorragend zur Atmosphäre des Buches. Besonders gelungen fand ich die mysteriösen, fast poetisch anmutenden Kapitel, in denen eine unbekannte Person von Dunkelheit, Vergangenheit und Geheimnissen spricht. Diese Einschübe sind leicht verstörend, wirken psychologisch intensiv und lassen einen rätseln: Wer spricht hier? Was bedeutet das? Diese Momente haben die Geschichte spürbar vorangetrieben und für echtes Gänsehaut-Feeling gesorgt.

In der Mitte hatte das Buch kleinere Längen, vor allem weil der Romance-Plot hier sehr präsent ist. Die Beziehung zwischen den Figuren, es handelt sich um eine Gay Romance nimmt viel Raum ein, inklusive "romantischer" Szenen. Wer damit nichts anfangen kann oder einen reinen Thriller erwartet, könnte hier enttäuscht sein. Für mich war diese Entwicklung jedoch stimmig und emotional nachvollziehbar.

Das Ende hat mir dann wieder richtig gut gefallen. Es gibt mehrere Twists: einen konnte ich im Moment der Auflösung erahnen, aber ein weiterer hat mich wirklich überrascht. Das war stark umgesetzt. Lediglich ganz zum Schluss hätte ich mir noch ein zusätzliches Kapitel gewünscht. Das Finale wirkte etwas abrupt, fast zu stark „geschnitten“. Ein kleiner Ausblick hätte dem Ganzen für mich noch das gewisse Extra gegeben.

Trotz des etwas holprigen Einstiegs und kleiner Längen im Mittelteil vergebe ich 4,5 von 5 Sternen. Eine spannungsgeladene Suspense-Romance mit emotionaler Tiefe, überraschenden Wendungen und einer Atmosphäre, die stellenweise richtig unter die Haut geht.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Zwischen Misstrauen, Lügen und schockierenden Wahrheiten

Don't Believe Her
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Dieser Thriller hat mich wirklich von Anfang an gepackt und dann immer tiefer in seinen Bann gezogen. Ich wollte permanent wissen, wie es weitergeht und genau das macht für mich einen richtig guten Spannungsroman ...

Dieser Thriller hat mich wirklich von Anfang an gepackt und dann immer tiefer in seinen Bann gezogen. Ich wollte permanent wissen, wie es weitergeht und genau das macht für mich einen richtig guten Spannungsroman aus.

Wir folgen Ellie in der Ich-Perspektive. Schon ihre Vorgeschichte ist ungewöhnlich und geheimnisvoll: In jungen Jahren ist Ihre Beste Freundin von zu Hause abgehauen und gilt seit zwölf Jahren als verschwunden. Inzwischen lebt Ellie mit dem Bruder Ihrer besten Freundin, in den sie sich verliebt hat, seiner Mutter, sowie ihrer Tochter aus einer früheren Beziehung unter einem Dach.

Als plötzlich Ellies beste Freundin von früher wieder auftaucht, beginnt das eigentliche Spiel. Denn Ellie spürt sofort: Das ist nicht die Person, die sie vorgibt zu sein. Und genau dieser Grundgedanke ist einfach großartig. Man fiebert die ganze Zeit mit, weil man gemeinsam mit der Protagonistin weiß, dass hier etwas nicht stimmt. Es macht unglaublich viel Spaß, Ellie dabei zu begleiten, wie sie Indizien sammelt, Beweise sucht und versucht, hinter die Wahrheit zu kommen.

Der Anfang nimmt sich etwas Zeit. Die ersten zweieinhalb bis drei Stunden dienen vor allem dazu, Figuren, Beziehungen und Hintergründe aufzubauen. Das ist gut gemacht, aber noch nicht wirklich Thriller-typisch nervenaufreibend. Es geht mehr um Charakterentwicklung als um Hochspannung. Dadurch wirkt der Einstieg stellenweise etwas schleppend.

Doch sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt, entfaltet sie eine enorme Sogwirkung. Kleine Hinweise werden wie Brotkrumen gestreut, scheinbar unscheinbar, aber unglaublich effektiv. Man stellt Theorien auf, verwirft sie wieder, wird überrascht und ständig zum Weiterdenken angeregt. Genau dieses Miträtseln hat mir viel Spaß gemacht.

Neben der konstanten Spannung transportiert der Thriller auch unglaublich viele Emotionen. Besonders in den Momenten, in denen Ellie alles daransetzt, die Wahrheit über die vermeintliche beste Freundin aufzudecken, entstehen Szenen, bei denen man sich teilweise für ihr Verhalten schämt. Man denkt sich „Oh nein, bitte tu das nicht“, oder fühlt sich selbst unwohl bei dem, was sie tut. Ellie wird einem dadurch nicht immer sympathisch, man hinterfragt sie, zweifelt an ihr und ist sich zeitweise unsicher, ob man wirklich hinter ihr steht. Genau dieses emotionale Schwanken macht die Geschichte so intensiv.

Auch andere Figuren treffen Entscheidungen oder geraten in Situationen, bei denen man innerlich aufstöhnt und sich denkt: „Nein, warum passiert das jetzt?“ oder „Warum macht die Person das?“ Dieses Aufregen, dieses Mitfiebern und teilweise Schockiert sein verstärkt die Wirkung des Thrillers enorm, weil man eben nicht nur zuschaut, sondern emotional komplett involviert ist.

Besonders hervorzuheben sind die Wow-Momente: Einige Twists habe ich wirklich nicht kommen sehen. Sie verleihen der Geschichte eine neue Dynamik und sorgen für echte Gänsehaut. Auch das Ende hat mich beeindruckt. Es war stellenweise sprachlos machend, emotional intensiv und insgesamt sehr befriedigend. Zwar hätte ich mir an ein, zwei Stellen noch etwas mehr Ausarbeitung gewünscht, da es gegen Schluss etwas abrupt wirkte, aber der Ausblick rundet das Ganze gelungen ab.

Don’t Believe Her – Die Fremde unter deinem Dach ist ein spannungsgeladener Thriller mit starken Wendungen, interessanten Figuren und einer fesselnden Grundidee.Trotz des etwas gemächlichen Einstiegs vergebe ich 4,5 von 5 Sternen, hätte der Anfang minimal mehr Tempo gehabt, wären es für mich ganz klar 5 Sterne gewesen.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Ein Thriller ohne Thrill

Tödliches Angebot
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Eigentlich wollte ich nach meinem ersten Psychothriller direkt im Genre bleiben, weil mich diese Mischung aus Spannung, Psychologie und düsteren Geheimnissen total gepackt hatte. Also griff ich zu Tödliches ...

Eigentlich wollte ich nach meinem ersten Psychothriller direkt im Genre bleiben, weil mich diese Mischung aus Spannung, Psychologie und düsteren Geheimnissen total gepackt hatte. Also griff ich zu Tödliches Angebot. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Ian und Margo. Die beiden versuchen, schwanger zu werden, und sind gleichzeitig auf der Suche nach einem Haus. Ein Großteil der Geschichte beschäftigt sich mit ihrer Beziehung, ihren familiären Hintergründen und vergangenen Konflikten. Wir erfahren, wie sie sich kennengelernt haben, welche Probleme sie mit sich herumtragen und verfolgen über weite Strecken hauptsächlich ihre Eheprobleme. Als Margo schließlich ein Haus findet, in das sie sich regelrecht verliebt, setzt sie alles daran, es zu bekommen. Sie beginnt, intensiv über die bisherigen Besitzer zu recherchieren. Dabei gibt es Ansätze von Stalker-Motiven und obsessivem Verhalten, doch leider entwickeln diese kaum echte Spannung.

Schreibstil

Den Schreibstil mochte ich tatsächlich. Er ist stellenweise humorvoll und lebt von inneren Gedankengängen, diesen typischen „Gedankenkarussellen“, die gut zu einem Psychothriller passen. Figuren springen in ihren Überlegungen hin und her, stellen sich selbst Fragen, analysieren Situationen, das hat mir gefallen.

Ein interessantes Stilmittel ist außerdem, dass sich Margo gegen Ende direkt an die Leserinnen beziehungsweise Hörerinnen wendet. Dieser Perspektivwechsel und auch die Veränderung ihrer Figur zum Schluss fand ich spannend umgesetzt. Das waren für mich klare Pluspunkte.

Meine Meinung

Die Grundidee fand ich tatsächlich originell. Ein Haus als Auslöser für eine psychologische Abwärtsspirale, das hätte richtig gut werden können. Aber die Umsetzung war für mich leider sehr langatmig.

Bis etwa drei Viertel des Buches habe ich kaum echte Thriller-Elemente wahrgenommen. Stattdessen wirkt die Geschichte über weite Strecken wie ein Beziehungsroman mit leichtem Spannungsansatz. Margos Handlungen bleiben dabei zu harmlos, um wirklichen Nervenkitzel auszulösen. Ich habe darauf gewartet, dass sich früh größere Geheimnisse andeuten, dass moralische Grenzen überschritten werden oder zumindest ein Gefühl entsteht, dass sie mit etwas auffliegen könnte. Dieses Mitfiebern blieb jedoch aus.

Mein größter Kritikpunkt betrifft den Spannungsaufbau. Die entscheidende Dynamik entsteht nahezu ausschließlich durch die Auflösung am Ende, wenn plötzlich alles ans Licht kommt. Der Weg dorthin, also die schrittweise psychologische Entwicklung, das langsame Abrutschen, das bewusste Überschreiten von Grenzen, wird jedoch kaum ausgearbeitet. Statt diesen Prozess mitzuerleben, entsteht ein Bruch: Man begleitet zunächst eine relativ normale Protagonistin, dann folgt ein deutlicher Sprung, und plötzlich steht die Enthüllung im Raum.

Gerade bei einem Psychothriller erwarte ich, diesen inneren Wandel nachvollziehen zu können. Ich möchte verstehen, wie und warum eine Figur in eine Abwärtsspirale gerät. Da dieser Aufbau hier fehlt, wirkt der finale Umschwung zwar überraschend, aber nicht nachvollziebar.

Nach rund 90% des Buches kommt zwar dieser große Switch, doch die "Spannung" konzentriert sich fast ausschließlich auf diese finale Phase. Die letzten Minuten erzeugen keine klassische Spannung, sondern eher einen Überraschungsmoment, verbunden mit einem gewissen Entsetzen. Man ist kurz irritiert und vielleicht etwas vor den Kopf gestoßen, doch echtes Mitreißen oder anhaltender Nervenkitzel stellen sich nicht ein. Letztlich konzentriert sich die gesamte Wirkung auf diese Schlussphase, was für mich zu wenig war, um die zuvor eher ereignisarme Strecke auszugleichen.

Fazit

Ich wollte einen intensiven Psychothriller mit konstantem Spannungsbogen, psychologischer Entwicklung und echtem Mitfiebern. Bekommen habe ich eine sehr langsame Geschichte, in der die entscheidenden Schritte übersprungen werden und "Spannung" erst ganz am Ende entsteht. Für mich bleibt unverständlich, wie man diese Geschichte als wirklich spannend bezeichnen kann.

Tödliches Angebot hat mich insgesamt nicht überzeugen können, weshalb ich keine Lese- oder Hörempfehlung ausspreche. Rein inhaltlich hätte die Geschichte für mich nur einen Stern verdient, doch durch den angenehmen Schreibstil reicht es am Ende dennoch für zwei Sterne.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Spannendes Hörspiel über Freundschaft und düstere Geheimnisse

Joshua Jackelby
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Joshua Jackelby hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Hörspiel ist eine gelungene Mischung aus Hörbuch und klassischem Hörspiel: Ein Erzähler mit einer sehr angenehmen Stimme führt durch die Geschichte ...

Joshua Jackelby hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Hörspiel ist eine gelungene Mischung aus Hörbuch und klassischem Hörspiel: Ein Erzähler mit einer sehr angenehmen Stimme führt durch die Geschichte und wird von vielen weiteren Sprecherinnen und Sprechern unterstützt. Dazu kommen stimmige Geräusche und Musik, die für eine dichte Atmosphäre sorgen und einen tief in die Handlung hineinziehen.

Der Schauplatz London im Jahr 1851 wird sehr überzeugend eingefangen. Der düstere, teilweise raue Flair der Stadt ist ständig präsent und verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe. Sehr gut gefallen hat mir auch die klare Struktur des Hörspiels: Immer wieder werden Datum und Uhrzeit genannt, sodass man genau nachvollziehen kann, wie viel Zeit vergangen ist und ob eine Szene am Nachmittag, am Abend oder mitten in der Nacht spielt. Dieses Stilmittel sorgt für Orientierung und verstärkt gleichzeitig die Atmosphäre.

Inhaltlich dreht sich die Handlung um eine kleine Gruppe von Straßenkindern und einen Diebstahl, der nach und nach größere Zusammenhänge und kleinere Mysterien offenbart. Zentrale Themen sind Freundschaft, Zusammenhalt, Entdecken und das Aufdecken von Geheimnissen. Es macht großen Spaß, die Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und mit ihnen mitzufiebern.

Mit einer Laufzeit von etwa Stunden hat das Hörspiel für mich die perfekte Länge. Es wirkt weder gestreckt noch zu kurz, sondern bietet genug Raum für Charakterentwicklung und eine stimmige Handlung. Natürlich darf man von einem Kinderbuch keine extrem komplexen Wendungen erwarten, dennoch gibt es immer wieder Momente, die überraschen. Zwar gab es vereinzelt Szenen, in denen mir die Logik nicht ganz schlüssig erschien, doch das konnte ich gut verzeihen, da die Figuren glaubwürdig sind und man emotional mit ihnen mitfühlt. Insgesamt war es für mich genau das Richtige: eine unterhaltsame, spannende Geschichte für zwischendurch, die dennoch Tiefe besitzt.

Die Atmosphäre des Hörspiels ist insgesamt eher düster. Themen wie Hunger, Gewalt, Kinderarbeit, Ausbeutung und sogar Sklaverei werden nicht ausgespart. Daher würde ich Joshua Jackelby eher für ältere Kinder empfehlen, etwa ab 12 Jahren. Trotz der ernsten Themen gibt es jedoch immer wieder hoffnungsvolle Momente, die der Geschichte eine gute Balance verleihen.

Ein kleiner Kritikpunkt betrifft die technische Umsetzung: In etwa drei kurzen Szenen war die Musik so stark im Vordergrund, dass der Erzähler kaum noch zu verstehen war. Diese Momente dauerten jedoch nur wenige Sekunden und fielen innerhalb der achtstündigen Laufzeit kaum ins Gewicht.

Fazit

Unterm Strich hat mir Joshua Jackelby sehr viel Spaß gemacht. Es ist ein atmosphärisches, hochwertig produziertes Hörspiel. Ich hätte definitiv Interesse daran, noch mehr Geschichten in diesem Stil oder aus diesem erzählerischen Universum zu hören. Sollte Benedikt Mirow weitere Hörspiele veröffentlichen, werde ich diese auf jeden Fall im Blick behalten.

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