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Veröffentlicht am 13.02.2020

Lieber ein Pferd oder einen Romeo?

Die Wilden Hühner
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Die wilden Hühner machen gemeinsam Ferien. Was in erster Linie nur dazu gedacht war Sprotte zu unterstützen und nicht von ihrer Mutter alleine auf einen Ponyhof geschickt zu werden, damit diese mit ihrem ...

Die wilden Hühner machen gemeinsam Ferien. Was in erster Linie nur dazu gedacht war Sprotte zu unterstützen und nicht von ihrer Mutter alleine auf einen Ponyhof geschickt zu werden, damit diese mit ihrem Freund alleine in den Urlaub fahren kann, entpuppt sich dann für die fünf Hühner Melanie, Frieda, Wilma, Trude und Sprotte als wahres Paradies. Sie erleben wie wunderschön es sein kann den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen und die Zeit auf dem Pferderücken zu genießen. Und Langeweile kommt eh nicht auf, weil die wilden Kücken versuchen als Bande den wilden Hühnern nachzueifern und es gelingt ihnen auch sehr gut im Streichespielen ihren "Vorbildern" in nichts nachzustehen.
Und dann tauchen plötzlich auch wieder die Pygmäen auf dem Ponyhof auf, da Willi seine Freundin Melanie zu sehr vermisst. Doch auch Sprotte geht der Chef der Pygmäen nicht mehr aus dem Kopf, sodass sie sich zwischendurch fragt, was schöner ist, Zeit mit einem Pferd oder tatsächlich mit einem Jungen zu verbringen? Als sich auch noch Frieda in Maik verliebt, den Sohn der Ponyhofbesitzerin scheint das Ferienglück perfekt zu sein. Gemeinsam spielen Hühner und Pygmäen dazu noch verschiedene Szenen aus Romeo und Julia, weil dieses Stück nach den Ferien in der Schulaula aufgeführt werden soll.

Dieses Buch war für mich früher ein ganz besonderes Buch der wilden Hühner, weil sie einen Schritt in Richtung Teenager-Alter machen. Und dabei schafft es Cornelia Funke die Probleme der Mädchen und Jungen sowie die Veränderungen der Pubertät so einfach zu beschreiben, obwohl sie doch eigentlich so kompliziert sind. Auch die Szenen aus Romeo und Julia finde ich gut mit in die Geschichte integriert, sodass junge Menschen, die eigentlich den Kopf voll anderer Dinge haben, gleichzeitig auf lustige Art und Weise mit klassischer Literatur konfrontiert werden.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Ein Leben zwischen gesellschaftlicher Anpassung und Gleichgültigkeit

Effi Briest
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Den Titel "Effie Briest" hat wohl jeder schonmal gehört. Und da ich das Buch während der Schulzeit nicht gelesen habe, wollte ich dies unbedingt nachholen, schließlich gehört es zu den Klassikern der deutschen ...

Den Titel "Effie Briest" hat wohl jeder schonmal gehört. Und da ich das Buch während der Schulzeit nicht gelesen habe, wollte ich dies unbedingt nachholen, schließlich gehört es zu den Klassikern der deutschen Literatur. Und als mir zufällig dieses Hörspiel in die Hände fiel, musste ich die Geschichte unbedingt anhören.

Während des Hörens war ich von der Protagonistin Effie zunächst sehr enttäuscht: Sie wirkte insgesamt sehr kindlich, ließ sich von äußerlichkeiten schnell beeindrucken, strebte nach Eitelkeit und fortwährender kindlicher Beschäftigung. Dies passte so überhaupt nicht zu ihrer mit 17 Jahren wechselnden Rolle einer Ehefrau und Mutter. In dem Buch werden unterschiedliche Erzählstränge miteinander verwoben: es gibt lebhafte Dialoge, interessante Gespräche, Monologe und Briefwechsel. Gerade diese Briefwechsel, die aus effies Perspektive gelesen werden, fand ich unglaublich anstrengend zu hören, da sie sehr monoton und schnell abgehandelt werden- im Nachhinein finde ich dies aber sehr gelungen, da damit effies Suche nach Aufmerksamkeit und den angenehmen Dingen des Lebens gut dargestellt werden.

Überhaupt habe ich lange gebraucht, um in mich in der Geschichte zurechtzufinden. Dies liegt aber werder an den Sprechern noch an der Gesamtgestaltung des Hörbuches, welche ich insgesamt sehr gelungen finde, sondern an den zwei Hauptmotiven des von Fontanes neuem Gesellschaftsromans: sich der Gesellschaft anzupassen ohne eine eigene Meinung zu entwickeln (effie und später vor allem ihre Tochter Annie, wenn sie nur antwortet: gewiss, wenn ich darf) und der dadurch bedingten individuellen Gleichgültigkeit (es ist ein zu weites Feld). Doch gesellschaftliche Normen und Konventionen bieten Sicherheit und Struktur. Ich entdecke nach dem Lesen und im Nachwirken der Geschichte ein paar Parallelen zur heutigen Gesellschaft in Zeiten des Wandels.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

The Book of quotes

Das Känguru-Manifest (Die Känguru-Werke 2)
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Viele meiner Freunde haben die Bücher von Marc Uwe Kling und seinem Känguru vor mir gelesen. Ich muss sagen, dass mich der Hype, den sie um die Bücher/ Hörbücher gemacht haben, hat mich eher davon abgeschreckt ...

Viele meiner Freunde haben die Bücher von Marc Uwe Kling und seinem Känguru vor mir gelesen. Ich muss sagen, dass mich der Hype, den sie um die Bücher/ Hörbücher gemacht haben, hat mich eher davon abgeschreckt selbst in die Geschichten einzutauchen. Zu skuril fand ich die Zitate und Anekdoten, die sie sich immer wieder gegenseitig erzählen mussten. Nachdem wir aber Game of quotes und das escape-spiel zu den Büchern spielen mussten, war meine Neugier geweckt und spätestens jetzt nach dem zweiten Teil kann ich ihre Begeisterung verstehen. Mit charme und politischem sprachwitz werden die Erlebnisse von Marc Uwe Kling und seinem Känguru berichtet. Besonders die verschiedenen falsch zugeordneten Zitate, wie in Game of quotes haben mich oft zum Lachen gebracht. Ich werde diese Reihe definitiv weiter anhöre und habe diesen zweiten Teil bestimmt nicht zu letzten Mal gehört

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Veröffentlicht am 05.02.2020

Zwischen Tag und Nacht

Das kleine Gespenst: Das kleine Gespenst
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Am liebsten wünscht man sich ja immer genau das, was man eigentlich nicht haben kann. Und so wünscht sich auch das kleine Gespenst - von der Natur aus so wie alle Gespenster, ein Nachtgespenst - die Welt ...

Am liebsten wünscht man sich ja immer genau das, was man eigentlich nicht haben kann. Und so wünscht sich auch das kleine Gespenst - von der Natur aus so wie alle Gespenster, ein Nachtgespenst - die Welt am Liebsten mal am Tage zu erleben. Und tatsächlich geht der Wunsch ziemlich schnell in Erfüllung und das kleine Gespenst wird zu einem Taggespenst; ist das aufregend. Am Tag sieht die Welt ganz anders aus und es erlebt viele spannende Sachen. Doch eines bleibt fast an jedem Tag gleich: die Menschen verfolgen das kleine Gespenst und so muss es sich jeden Tag ein neues Versteck suchen. Da ist es nur nachvollziehbar, dass sich das kleine Gespenst nach zwei Wochen wieder wünscht es wäre nie ein Taggespenst geworden. Mit der Hilfe von drei Menschenkindern versucht es die Zeit zu verdrehen und wieder zu einem Nachtgespenst zu werden.
Die Geschichte vom kleinen Gespenst ist und bleibt eine tolle Geschichte, die immer wieder gern gelesen oder erzählt wird.

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Veröffentlicht am 02.02.2020

Eine mitteralterliche Sage

Saeculum
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Bastian ist Medizinstudent und braucht zwischen dem ganzen Lernstoff und dem Druck von seinem Vater dringend eine abwechselungsreiche Pause. Einfach mal Abschalten, das ist sein größter Wunsch. Da passt ...

Bastian ist Medizinstudent und braucht zwischen dem ganzen Lernstoff und dem Druck von seinem Vater dringend eine abwechselungsreiche Pause. Einfach mal Abschalten, das ist sein größter Wunsch. Da passt es ihm sehr gut als er Sandra kennenlernt und sie ihn in die Welt von Saeculum einführen möchte. Saeculum ist ein Zusammenschluss von jungen Menschen, die sich für Rollenspiel-Conventions an abgelegenen Orten treffen und in verschiedenen Charaktere aus dem 14. Jahrhundert schlüpfen. Für fünf Tage soll vollkommen auf modernere Entwicklungen der Menschheitsgeschichte verzichtet werden: moderne Kleidung und elektronische Geräte, aber auch Brillen und Sanitäranlagen. Und so schlüft Bastian in die Rolle von Tomen und begibt sich mit der Gruppe von ca. fünfzehn anderen Mittelalterfans in das Live-Erlebnis. Sein Ziel des Abschaltens kann er damit vollkommen erreichen, doch insgesamt wird es viel realistischer als er gedacht hat. In der Gruppe wird zu Beginn eine Sage über den Ort ihres Rollenspiels berichtet und mit der Zeit geschehen immer mehr unnatürliche Dinge, die eventuell mit dem Fluch, der über dem Ort liegen soll, zusammenhängen. Bastian glaube nicht an übernatürliche Geschehnisse, doch die ausgehobenen Gräber, markerschütternden Schreie, lebensbedrohlichen Verletzungen und verschwundenen Freunde zerren immer mehr an seinen Nerven. Das kann doch alles kein Zufall mehr sein.

In Saeculum wird eine sehr gelungene Fiktion zwischen Fantasie, der sich langsam aber zunehmend in Wahn verwandelt und der Realität geschaffen. Eigentlich glaubt man als Leser an eine vernünftige Erklärung, aber als sich die Erlebnisse allmählich zuspitzen, bekommt man wie der Protagonist Bastian immer mehr Zweifel. Dabei schafft die Autorin es einen unglaublich gelungenen Spannungsbogen aufzubauen, der sich erst mit der Lösung der Geschichte, ca. 50 Seiten vor dem Ende aufzulösen beginnt.

Fazit: Seit langem habe ich nicht mehr ein so tolles, spannendes Jugend-Fantasy-Buch gelesen.

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