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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Das "Geheimnis" gelingender Beziehungen

Liebe machen
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Ich habe "nicht ohne meine Eltern" von der Autorin zuvor gelesen und war von dem psychologisch-biografischen Ansatz sehr angetan. Das Buch hat in der Selbstreflexion der eigenen Geschichte, Haltungen, ...

Ich habe "nicht ohne meine Eltern" von der Autorin zuvor gelesen und war von dem psychologisch-biografischen Ansatz sehr angetan. Das Buch hat in der Selbstreflexion der eigenen Geschichte, Haltungen, Stolperfallen und Glaubenssätze sehr geholfen. Gleiches gilt jetzt auch für "Liebe machen". Susanne Konrad gelingt es sehr gut ihre Perspektive auf Liebesbeziehungen zu illustrieren und anhand von Beispielen aus ihrer psychotherapeutischen Praxis zu unterstreichen. Zugleich räumt sie mit vielen Vorurteilen auf, die ich im Jugendalter über Verlieben und Liebe abgespeichert habe. Das Buch ist eine sehr gute Lektüre, um sich über eigene Muster in Beziehungen bewusst zu werden und zu versuchen Veränderungen herbeizuführen. Zugleich macht die Autorin es leicht zu verstehen, dass es ein Prozess ist, der in Schleifen läuft und seine Zeit dauern darf. Ich habe aber das Gefühl mich selbst besser zu verstehen, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und anders auf einen Partner eingehen zu können. Dieses Buch würde ich jeder meiner Freundinnen empfehlen, die übe Beziehungsprobleme mit mir sprechen möchte.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Ein schauriger Schutzengel

Der Nachbar
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Sarah Wolff ist von Frankfurt zu ihrer besten Freundin Marion nach Berlin gezogen. Sowohl als Schutz als auch als neuer Lebensabschnitt. Ihr Exmann steht kurz vor der Gefängnisentlassung und Sarah hat ...

Sarah Wolff ist von Frankfurt zu ihrer besten Freundin Marion nach Berlin gezogen. Sowohl als Schutz als auch als neuer Lebensabschnitt. Ihr Exmann steht kurz vor der Gefängnisentlassung und Sarah hat Angst, dass er ihr Rache schwört, weil sie ihn wegen einer Falschaussage hinter Gitter gebracht hat. Zudem leidet sie unter Monophobie, die Angst vor dem Alleinesein. Und so hofft sie, dass sie durch die Gesellschaft ihrer besten Freundin ihre Angst abmildern kann. Doch kaum ist sie Berlin angekommen, fallen ihr merkwürdige Sachen auf: als sie eines Tages die Einkaufsliste zu Hause vergisst und abends hungrig nach Hause kommt, sind die Wunscheinkäufe sauber in ihrem Kühlschrank verstaut. Auch der vergessene Müll ist auf wundersamerweise ordnungsgemäß entsorgt worden und eines Abends entdeckt sie das lang ersehnte Nachtlicht in ihrem Schlafzimmer. Alles Dinge, die auf praktische Weise erledigt werden. Aber alle bekannten und lieben Menschen um Sarah herum verkünden, dass sie nichts mit der Alltagshilfe zu tun haben. Sarah ist zunehmend irritiert und fühlt sich beobachtet und in die Enge getrieben. Die normalweise ruhebringende Erkenntnis, dass sie nicht alleine ist, kehrt sich mehr und mehr in Angst um. Und als sie eines nachts von einem Mann in ihrem Haus angegriffen wird, den sie aus Notwehr die Treppe herunterstützt und dessen Leiche ebenfalls untrüglicherweise in den frühen Morgenstunden verschwunden ist, fühlt sich Sarah keinesfalls mehr sicher und vermutet in jedem bekannten Menschen den unheimlichen Schutzengel.

Die Umkehr eines Schutzengels finde ich als Idee für diesen Thriller wahnsinnig gut. Mit den vielen berüchtigten Cliff-hängern ist auch diese Geschichte ein sehr lesenswerter Thriller. Und da die Protagonistin selbst mit Angst, Zweifeln, Panikattacken und einer gescheiterten Ehe biografisch angereichert ist, verschwimmt beim Leser selbst schnell die Intuition für Realität und Fiktion. Das nebenbei noch weitere Menschen in Gefahr geraten und quasi ein "Wettlauf gegen die Zeit" eingebaut ist, verschärft das Tempo, sodass ich mich zwingen musste langsam zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Was unsere Beziehungen prägt

Nicht ohne meine Eltern
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Als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind wir vor allem mit unserer Bildung beschäftigt: erst grundlegende Fähigkeiten in Mathe, Deutsch, Englisch und anderen Fächern, dann spezielle berufliche ...

Als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind wir vor allem mit unserer Bildung beschäftigt: erst grundlegende Fähigkeiten in Mathe, Deutsch, Englisch und anderen Fächern, dann spezielle berufliche Kompetenzen in Ausbildung und Studium und dann zieht man aus und ist damit beschäftigt sich damit auseinander zu setzen, was es bedeutet auf eigenen Beinen zu stehen und wie man Beruf und Haushalt unter einen Hut bekommt und sich darin nicht verliert, sondern auch noch Zeit für Freunde und Hobbies zu finden. Man ist so viel im Außen beschäftigt, dass Paar-Beziehungen fast von alleine nebenher funktionieren müssen - oder eben scheitern. Doch eigentlich hat niemand Zeit sich wirklich damit auseinander zu setzen, was die eigenen Muster und Verstrickungen aus der Kindheit, die Beziehung zu den eigenen Eltern mit der alltäglichen Paarbeziehung zu tun hat.

So ging es mir auch und es war für mich vollkommen normal - bis der Kinderwunsch mein Leben aus den Angeln gehoben hat und mich und meinen Mann in einen jahrelangen Ausnahmezustand versetzt hat. Ich fand mich in einer unwirklichen Realität wieder, einem befürchteten Albtraum, zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Angst und Liebe und immer wiederkehrenden gnadenlosen Rückschlägen. Ich wurde gezwungen mich mit mir selbst, meinen Ängsten, meinen Zweifeln zu beschäftigen und habe dadurch erfahren, was für negative Glaubenssätze mich seit meiner Kindheit begleiten ohne, dass meine Eltern bewusst meine Kindheit manipuliert haben. Aber das Leben passiert und als Kind hat man keine Auswegstrategien... dieses Buch viel mir zufällig durch social media in die Hände und ich konnte gar nicht aufhören darin zu lesen.

Auf der einen Seite habe ich mich sehr in dem beschriebenen Ablösungsprozess wiedergefunden, der zwischen deutlicher Distanz und seit letztem Jahr durch vorsichtige Annäherung an meine Eltern gekennzeichnet ist. Ich habe meine innerlichen Glaubenssätze bearbeitet, bin gewachsen und habe nun das Gefühl endlich bei mir angekommen zu sein. Meine Veränderung hat jedoch zu einer deutlichen Beziehungskrise geführt... und auch meinen Mann habe ich an der einen oder anderen Stelle im Buch entdeckt und erkannt in was für eine Beziehungsproblematik wir stecken, weil er aus meiner Sicht sich von seinen Eltern und seiner Ursprungsfamilie noch nicht weit genug abgelöst hat, um mit mir einen neuen gemeinsamen Weg gehen zu können (ohne alte Muster). Dieses Buch ist unfassbar wertvoll! Ich werde es allen meinen Freundinnen empfehlen und hoffe, dass mehr Menschen sich die Zeit nehmen sich mit sich selbst auseinander zu setzen, um die eigene Biografie zu verstehen und Beziehungen im Hier und Jetzt anders, reflektierter und in echter Liebe und Verbundenheit gestalten zu können.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Eine Welt ohne Wasser

Die Geschichte des Wassers
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Maja Lunde verknüpft im zweiten Teil ihre Klimaquartetts zwei, zu zwei unterschiedlichen Zeiten stattfindende Handlungsstränge miteinander, die auf der einen Seite das Ende eines Lebens und auf der anderen ...

Maja Lunde verknüpft im zweiten Teil ihre Klimaquartetts zwei, zu zwei unterschiedlichen Zeiten stattfindende Handlungsstränge miteinander, die auf der einen Seite das Ende eines Lebens und auf der anderen Seite das Fortbestehen eines Lebens bedeuten. Mittelpunkt beider Handlungsstränge ist die Bedeutung des Wassers. In dem ersten Zeitstrang, der zu unserer jetzigen Zeit vor der Corona-Krise spielt, wird Gletschereis aus Norwegen als Luxusgut verkauft und natürlich vorkommende Wasserquellen zur Stromgewinnung genutztm wodurch der Mensch mal wieder deutlichen Einfluss auf die Natur nimmt und natürlichen Lebensraum zerstört. Dieser kleine Teil der fortschreitenden Klimakatastrophe hat fatale Auswirkungen auf das Leben der Menschen nur 30 Jahre später. Der junge Vater David arbeitet in einer Wasserentsalzungsanlage, um Trinkwasser herzustellen als Flammen große Teile Frankreichs verschlingen und er mit seiner Familie zum Klima-Flüchtling wird. Auf der Flucht wird er von seiner Frau und seinem Sohn getrennt. Er gelangt mit seiner Tochter in ein Flüchtlingslager und muss fortan dort um sein Überleben kämpfen. Gleichzeitig versucht er die Hoffnung nicht aufzugeben, dass seine Frau und sein Sohn doch noch am Leben sind und ihnen die Flucht aus der brennenden Stadt ebenfalls geglückt ist.

Die Geschichte ist meiner Meinung nach nicht leicht zu lesen, obwohl der Schreibstil leicht und eingängig ist. Es führt dem Leser aber sehr deutlich vor Augen, welches Schicksal uns blüht, wenn wir als Gesellschaft als auch als weltweite Bevölkerung den Klimawandel billigend in Kauf nehmen und das Leben in vielen Ländern der Erde unmöglich wird. Es ist eine sehr mitfühlende, oft herzzerreißende Geschichte, die jedoch so wichtig ist, damit wir verstehen, dass wir jetzt noch handlungsfähig sind - und die Folgen des industriellen Zeitalters vielleicht nicht mehr aufhalten, zumindest aber noch begrenzen können.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Archäologische Relikte und ein Mord

Ostseedämmerung
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An der Ostsee finden zwei Kinder einen archäologischen Fund in einem tümpelartigen Gewässer. Als dieser abgegeben wird stellt sich heraus, dass dieses Stück von einer archäologischen Ausgrabungsstelle ...

An der Ostsee finden zwei Kinder einen archäologischen Fund in einem tümpelartigen Gewässer. Als dieser abgegeben wird stellt sich heraus, dass dieses Stück von einer archäologischen Ausgrabungsstelle als vermisst gemeldet wurde, genauso wie die seither vermisste Archäologiestudentin. Pia und Broders ermitteln und versuchen durch das Durchleuchten des Umfelds der vermissten Studentin Hinweise zu erhalten. Besonders Pia lässt der Fall nicht los: ihre Hartnäckigkeit zahlt sich aus als sie in einem Waldtstück tatsächlich die Leiche der Studentin finden. Ab sofort ist es nicht nur ein Vermissten-, sondern ein Mordfall, der die Ermittler vor Herausforderungen stellt, da viele Personen im nahen Umfeld der Studentin ein Mordmotiv zu haben scheinen.

Darüber hinaus ist natürlich auch noch wieder einiges in Pias Privatleben los. Allen voran muss sie ihrem Sohn Felix noch auf irgendeine Art und Weise beibringen, dass nicht Hinnerk sein leiblicher Vater ist, sondern Marten, mit dem Pia früher eine Affäre hatte und seit einer Zeit wieder fest liiert ist. Sie macht sich große Sorgen wie Felix diese Nachricht aufnehmen wird. Da jedoch Mascha, die jetzige Frau von Hinnerk, Pia dazu drängt das Geheimnis zu lüften, bleibt ihr keine andere Wahl als das Gespräch mit Felix zu suchen. Auch wenn sie es überhaupt nicht in Ordnung findet so unter Druck gesetzt zu werden.

Meine Bewertung des Buches fällt kurz und knapp aus: es ist ein klassischer Pia Korittki-Fall, den ich immer wieder lesen würde! Ein toller Kriminalfall mit einer sympathischen Ermittlerin an der Ostsee.

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