Cover-Bild Alte Sorten
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10,00
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  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 21.07.2020
  • ISBN: 9783832165307
Ewald Arenz

Alte Sorten

Roman
Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.
Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeit, die auf dem Hof anfällt, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen. Liss bietet ihr an, auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere Anwesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2021

Spannende, atmosphärische Geschichte

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Nachdem mir „Der große Sommer“ von Ewald Arenz so gut gefallen hat, musste ich nun doch auch „Alte Sorten“ vom SuB befreien. Mit gehypten Büchern tue ich mir oft schwer, aber hier ist die Lage anders. ...

Nachdem mir „Der große Sommer“ von Ewald Arenz so gut gefallen hat, musste ich nun doch auch „Alte Sorten“ vom SuB befreien. Mit gehypten Büchern tue ich mir oft schwer, aber hier ist die Lage anders. Auch wenn es bereits zig Rezensionen zum Buch gibt, muss ich meinen Senf auch noch kurz abgeben, weil es wirklich ein wunderbares Buch ist.

Die 17-jährige Sally reißt aus und trifft am Rande eines kleinen Dorfes auf die erwachsene Liss, die dort einen Hof betreibt und ihr einen Unterschlupf gewährt. Beide sind eher von der stillen Sorte und so beginnt ein langsames Kennenlernen, infolgedessen nach und nach zum Vorschein tritt, warum beide so verschlossen sind.

Die Spannung zwischen beiden Protagonistinnen wird sehr subtil aufgebaut, oft eher zwischen den Zeilen, durch das, was unausgesprochen bleibt. Die beiden Frauen sind absolut authentisch gezeichnet. Die Atmosphäre ist bestechend.

Ewald Arenz ist ein großartiger Erzähler, der es schafft, den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen und sich als Teil der Geschichte zu fühlen – ein seltenes Talent.

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Veröffentlicht am 29.01.2021

Eine interessante Geschichte über zwei Frauen, die sich durch den jeweils anderen weiterentwickeln.

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Cover: Das Cover ist recht schlicht und dennoch ansprechend und auch passend zum Inhalt, da u. a. eben Birnen eine Rolle spielen. Man kann es als Roman erkennen und schaut es sich genauer an, um zu erfahren, ...

Cover: Das Cover ist recht schlicht und dennoch ansprechend und auch passend zum Inhalt, da u. a. eben Birnen eine Rolle spielen. Man kann es als Roman erkennen und schaut es sich genauer an, um zu erfahren, worum es darin geht.

Schreibstil: Der Schreibstil ist auf jeden Fall nicht total locker, sondern schon etwas ausgefeilter. Das Buch ist sehr gut und flüssig zu lesen.

Charaktere: Sally scheint zu Anfang etwas leicht reizbar, doch ich mag sie im Laufe der Geschichte immer mehr. Liss ist zu vor allem recht distanziert und auch sie mochte ich im Laufe der Geschichte immer mehr. Anni hatte nur eine kleine Rolle hier und doch mochte ich sie sehr.

Meinung: Bei der Geschichte begleitet man mal Liss und mal Sally in der dritten Person. Gerade von Sally bekommt man aber auch ihre Gedanken mitgeteilt, so dass man viel von ihr erfährt. Auch bekommt man von den beiden teilweise Erinnerungen, die erzählt werden. Beide Frauen haben ihre Vergangenheit und ich fand es interessant, im Laufe der Geschichte mehr über die beiden und ihre Vergangenheit zu erfahren, um sie besser kennen zu lernen und zu verstehen. Sehr schön fand ich auch, dass die beiden sich in diesem Buch weiterentwickeln und sie eben dabei zu begleiten. Es ist eigentlich auch eine recht ruhige Geschichte, wobei sie keinesfalls langweilig oder langatmig ist. Die Charaktere sind so interessant, dass ich sie sehr gerne bei der täglichen Arbeit auf dem Hof begleitet habe. Mich konnte das Buch wirklich packen und ich habe es sehr zügig durchgelesen gehabt.

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Veröffentlicht am 14.12.2020

Eine literarische Flucht aus dem Alltag

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich bemerke, dass es viele Tage und Wochen gab, die mir einiges abverlangt haben. Es gab für mich kaum Verschnaufpausen, um mich wieder zu erden. Und wenn es sie gab, ...

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich bemerke, dass es viele Tage und Wochen gab, die mir einiges abverlangt haben. Es gab für mich kaum Verschnaufpausen, um mich wieder zu erden. Und wenn es sie gab, dann gelang es mir meist nicht, mich zu entspannen. Bücher, die mir sonst immer eine willkommene Zuflucht in schwierigen Momenten boten, konnte ich nicht lesen, weil ich nicht in der Stimmung war oder ich mich einfach nicht konzentrieren konnte. Oder die Geschichten waren nicht nach meinem Geschmack. Ich muss gestehen, dass dies ein wenig an mir genagt hat und ich fragte mich oft, ob mich je wieder ein Buch richtig fesseln und mitreißen wird. Doch dann ist mein Leseflauten-Knoten geplatzt und ich habe wieder mehr gelesen. Und vor allem haben die Bücher endlich wieder Emotionen in mir wachgerüttelt, die ich lange nicht mehr spüren konnte. Ganz intensiv habe ich das Buch „Alte Sorten“ von Ewald Arenz erlebt und ich möchte behaupten, dass dieses Buch für ein Stück Heilung in meinem tiefsten Inneren gesorgt hat.
Von der Flucht vor allem auf einen Hof

Womöglich liegt das an den literarischen Hauptfiguren, denn Liss und Sally haben auch jeder für sich ein ordentliches Päckchen emotionalen Ballasts zu tragen. Sally steht kurz vor ihrem Abi und ihr wird das Leben zu viel. Sie bricht aus ihrem zu reglementierten Alltag aus und flieht, ohne eine Nachricht zurückzulassen. Auf einem Weinberg begegnet sie Liss, die alleine einen großen Hof bewirtschaftet. Liss bietet Sally eine Zuflucht, ohne Gegenleistungen zu fordern. Doch mit jedem weiteren Tag, den Sally auf dem Hof verbringt, wächst ihre Neugier. Sie lernt, wie hart, aber erfüllend das Leben auf dem Land ist. Und sie lernt auch, dass nicht nur sie selbst dicke Mauern um ihre Seele errichtet hat.

Ich mag es, wenn literarische Figuren, die nicht so leicht zu durchschauen sind. Und in „Alte Sorten“ bekam ich gleich zwei Frauen kredenzt, die jede auf ihre ganz eigene Weise kompliziert ist. Beide haben über Jahre einen dicken, emotionalen Panzer entwickelt, den scheinbar niemand durchdringen kann. Nur wir Leser dürfen ab und an hinter diese mühsam errichteten Fassaden blicken.
Ein Buch, das entschleunigt

Jedoch werden in diesem Buch nicht nur die persönlichen und emotionalen Strukturen, die die literarischen Figuren ausmachen, besprochen. Als Leser erlebt man das Landleben und welche Anstrengungen damit verbunden sind, einen Hof zu bewirtschaften. Von der Blüte der Weinreben bis zur Verarbeitung der Trauben – in einem außergewöhnlichen Stil werden viele Szenen so beschrieben, dass ich eine große Lust verspürte, einfach mit anzupacken. Ewald Arenz beschreibt alle Momente so, dass man sie riechen, schmecken und nachempfinden kann. Aber nicht nur das – er lenkt den Blick des Lesers buchstäblich auf die wesentlichen Dinge im Leben.

„Alte Sorten“ von Ewald Arenz war für mich ein besonderes Leseerlebnis. Für mich war es sehr heilend mitzuerleben, wie aus zwei Fremden Freundinnen werden, die sich stärken und der anderen Raum lassen, um zu wachsen. Beim Lesen habe ich riesigen Hunger auf Birnen bekommen und eine große Lust, einfach mal aus meinem Alltag auszubrechen, um ein paar Tage auf einem Bauernhof zu verbringen – ohne Telefon und den ganzen anstrengenden Luxus, der mich umgibt.

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Veröffentlicht am 08.12.2020

Ein absolutes Highlight!

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Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, ...

Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.

Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeiten, die auf ihrem Hof anfallen, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen.

Liss bietet ihr an, bei ihr auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere Anwesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.

Für mich war dieses Buch eine unglaublich ehrliche Begegnung zweier Frauen die schon durch einige schweren Erfahrungen in ihrem Leben gebeugt wurden. Ich fand es toll, dass es mich trotz der relativ ernsten Themen auch in einigen Situationen zum schmunzeln gebracht hat. Die Umgebung und die täglichen Abläufe wurden so toll beschrieben, dass ich zeitweise wirklich das Gefühl hatte, die Birnenbäume, den Wald oder die frisch umgegrabenen Felder riechen zu können.
Insgesamt ist dieses Buch für mich eine beispielhafte Ausführung dazu, wie heilsam eine Begegnung mit der richtigen Person manchmal zum richtigen Zeitpunkt im Leben sein kann.
Ich fand das Buch an manchen Stellen zwar traurig, aber dabei war es auch immer zeitgleich wunderschön. Die Charaktere der beiden Frauen wurden auf eine unglaublich tolle Art und Weise ausgearbeitet!

Für mich war es damit sogar ein absolutes Jahreshighlight und ich kann es euch nur ans Herz legen dieses Buch zu lesen. Wieder mal eine Bestätigung dafür, wie vielseitig das Genre „Roman“ doch sein kann!

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Alte Sorten

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Sally ist abgehauen, nicht zum ersten Mal und auch nicht zum letzten Mal. Sie hat es satt, dass niemand ihr zuhört und alle so scheiße sind. Also verlässt sie die psychiatrische Klink in der sie eigentlich ...

Sally ist abgehauen, nicht zum ersten Mal und auch nicht zum letzten Mal. Sie hat es satt, dass niemand ihr zuhört und alle so scheiße sind. Also verlässt sie die psychiatrische Klink in der sie eigentlich Patientin und lässt alles hinter sich. Auf ihrem Weg trifft sie auf Liss. Liss, ist Bäuerin und bietet Sally ein Zimmer für eine Nacht an. Sally nimmt an, doch bleibt sie viel länger als nur eine Nacht.

Ich hatte das Buch bereits ein paar mal gesehen und war durch das schöne Buchcover neugierig geworden, doch niemals hätte ich mit so einer schönen und berührenden Geschichte gerechnet. "Alte Sorten" ist wütend, herzbrechend, freundschaftlich, lehrreich, auffangend, ehrlich, aufwühlend und noch so unglaublich viel mehr. Es ist Mut machen und wenn man sich auf die Geschichte einlässt auch Balsam für die Seele.

Die Geschichte ist langsam und von Tag zu Tag beschrieben. Wir begleiten Liss und Sally bei ihren Tätigkeiten und haben das Gefühl selbst mit den beiden unterwegs zu sein. Das Buch nimmt einen mit, fesselt einen und lässt nicht mehr los - auch wenn die Geschichte schon lange zu Ende ist. Es ist überraschend und kommt immer wieder mit neuen Impulsen um die Ecke, die das Lesen abwechslungsreich machen. Die Hintergründe zu beiden Charakteren sind aufwühlend und werden auf eine einfühlsame Art und Weise geschildert, durch die die Geschichte ihren wunderschönen Charakter erhält.
Sprachlich lässt sich der Autor auch nicht lumpen. Er springt immer wieder zwischen den beiden Frauen hin und her und gibt ihnen die Möglichkeit sich und ihre Art frei zu entfalten und herauszulassen - das habe ich geliebt!

Ich kann dieses Buch wirklich nur aus tiefsten Herzen empfehlen, da es eine großartige Geschichte ist, die meiner Meinung nach noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Auch sollte man dieses Buch am Besten im Spätsommer oder Herbst lesen, da sich dann die Atmosphäre des Buches am Besten entfaltet. Von mir gibt es für diesen Roman fünf von fünf Birnen!

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