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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2026

Staunen, entdecken, verstehen

Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr
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Florian Aigner gelingt mit Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr ein außergewöhnlich unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Sachbuch. Ausgehend von unseren Sinnen und der Frage, wie wir Wirklichkeit ...

Florian Aigner gelingt mit Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr ein außergewöhnlich unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Sachbuch. Ausgehend von unseren Sinnen und der Frage, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen, nimmt er uns mit auf eine spannende Reise durch Physik, Biologie, Neurowissenschaften, Evolution und Philosophie. Komplexe Zusammenhänge erklärt er verständlich, humorvoll und anhand anschaulicher Beispiele, sodass auch ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnisse alles gut nachvollziehbar bleibt. Das Buch vermittelt nicht nur Wissen, sondern regt immer wieder dazu an, vermeintliche Gewissheiten zu hinterfragen und den Blick auf die Welt zu verändern. Besonders gelungen ist die Mischung aus wissenschaftlicher Präzision, Neugier und philosophischer Reflexion. Insgesamt ist das Buch jedoch eine klare Empfehlung für alle, die neugierig auf unsere Welt sind und sie besser verstehen möchten.

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Veröffentlicht am 05.07.2026

Spannender Familienroman mit kleinen romantischen Schwächen

Das Geheimnis der Frauen
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Der Roman hat mich von Anfang an gepackt. Besonders gelungen fand ich den Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen, der die Spannung bis zum Schluss hochhält. Die Figuren entwickeln sich zum großen Teil ...

Der Roman hat mich von Anfang an gepackt. Besonders gelungen fand ich den Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen, der die Spannung bis zum Schluss hochhält. Die Figuren entwickeln sich zum großen Teil glaubwürdig – vor allem Grete fand ich interessant, hinter der oberflächlichen Fassade eine starke, allerdings egoistische, Frau, die nur sehr bedingt Verantwortung übernimmt.

Bis zuletzt habe ich mitgefiebert, wie sich die Geheimnisse um Hanni, Max und die ungeöffneten Briefe auflösen. Weniger überzeugt haben mich die zahlreichen Liebesgeschichten. Vor allem Lulu und Liam sowie später Marlin und Sarah verlieben sich für meinen Geschmack zu schnell und zu rosarot. Hier hätte ich mir mehr Zeit und Entwicklung gewünscht.

Trotzdem konnte ich das Buch gegen Ende kaum noch aus der Hand legen. Insgesamt ein mitreißender Familienroman mit spannenden Wendungen, starken Figuren und einer gelungenen Atmosphäre, der mich bestens unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 04.07.2026

Geh deinen Weg und lass die Leute reden...

Siebeck – Ein sattes Leben
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Zunächst möchte ich die wertige Aufmachung des Buches loben: schweres Papier, hochwertiger Einband und ein stabiler Schutzumschlag – passend zu Siebeck.

Der Text über Siebecks Leben hat mich insgesamt ...

Zunächst möchte ich die wertige Aufmachung des Buches loben: schweres Papier, hochwertiger Einband und ein stabiler Schutzumschlag – passend zu Siebeck.

Der Text über Siebecks Leben hat mich insgesamt beeindruckt. Zwar liest sich das Buch nicht nebenbei, ist aber flüssig geschrieben und durch Fotos angenehm aufgelockert. Besonders spannend fand ich Siebecks ungewöhnlichen Lebensweg und seine Offenheit für Umwege. Hängen geblieben ist bei mir vor allem sein brillanter Sprachstil, aber auch seine Arroganz, die wohl untrennbar zu seiner Persönlichkeit gehörte. Seine kompromisslose Haltung zur französischen Küche und die Bedeutung guter Zutaten fand ich ebenso unterhaltsam wie die Beschreibung seiner Restaurant-Gespräche mit seiner Frau Barbara als „Mitverkosterin“. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, und ich finde es lesenswert.

Etwas mehr Chronologie hätte ich mir allerdings gewünscht, da mich die häufigen Zeitsprünge in alle Richtungen stellenweise verwirrt haben.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Toller Cold Case an superheißen Tagen

Bedrohliche Alpilles
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Immer bin ich begeistert von den Büchern von Cay Rademacher, und auch in diesem hat er mich sofort wieder in den Bann gezogen und in die Provence versetzt. Auch wenn ich nicht alle Vorgängerbände rund ...

Immer bin ich begeistert von den Büchern von Cay Rademacher, und auch in diesem hat er mich sofort wieder in den Bann gezogen und in die Provence versetzt. Auch wenn ich nicht alle Vorgängerbände rund um den Ermittler Blanc und seine Kollegin Fabienne kenne - einige aber schon - so war ich schnell im Geschehen drin.

Sehr hilfreich dabei war - danke und großes Kompliment für diese Idee! - das Personenverzeichnis am Schluss, in dem ich immer mal wieder nachschlagen konnte.

Für mich ist „Bedrohliche Alpilles“ das bisher beste Buch der Roger-Blanc-Reihe. Es hat mich durch die letzten superheißen Tage begleitet und einfach herrlich abgelenkt.

Zunächst scheint alles noch sehr unklar, der Fall im Dunkeln, die scheinbare Dorfidylle trügerisch. Man vermutet Machenschaften von Korruption bis Rache, falsche Beschuldigungen, Missbrauch - man denkt und prüft und ist verwirrt. Das Geflecht zwischen den beteiligten Personen - Opfern, deren Familie und Freunde, potentiellen Tätern, Zeugen, scheinbar Unbeteiligten - ist noch verfilzt, das Muster nicht erkennbar.

Gut geschildert und gar nicht langweilig ist alles, was der normalen Polizeiarbeit entspricht, gewürzt mit kleinen Anekdoten wie dem "Strandauto", Sonnenuntergängen, feinem Essen...

Cay Rademacher schafft es erneut, seine Leser mitten in die Provence zu versetzen: Man schlendert gedanklich durch malerische Dörfer, hört das Zirpen der Zikaden und spürt den Duft von Lavendel und die Wärme des Südens. Gleichzeitig ist man mit einem brutalen Cold Case konfrontiert, der so gar nicht zum malerischen Ambiente passt. Der Krimi lebt mit einer raffiniert aufgebauten, spannenden Handlung, die bis zur letzten Seite fesselt. Die Figuren sind lebendig, vielschichtig und teilweise längst zu vertrauten Begleitern geworden. Besonders Roger Blanc entwickelt sich glaubwürdig weiter, ohne seinen Charakter zu verlieren. Zahlreiche Verdächtige und überraschende Wendungen machen das Miträtseln zum Vergnügen.

Toll, Monsieur Rademacher!

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Familie, Sommer und Geheimnisse

Miss Bensons Reise
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„Sommerhaus“ hat mir insgesamt gefallen, auch wenn es nicht ganz zu meinen Lieblingsbüchern zählt.

Besonders angetan war ich von der atmosphärische Kulisse am Lago d’Orta, der sommerlichen Stimmung und ...

„Sommerhaus“ hat mir insgesamt gefallen, auch wenn es nicht ganz zu meinen Lieblingsbüchern zählt.

Besonders angetan war ich von der atmosphärische Kulisse am Lago d’Orta, der sommerlichen Stimmung und dem gewohnt bildhaften Schreibstil der Autorin. Die Geschichte um die vier Geschwister, ihren verstorbenen Vater und die geheimnisvolle Bella-Mae ist spannend angelegt und lebt vor allem von den vielschichtigen Familienbeziehungen und den nach und nach ans Licht kommenden Geheimnissen.

Allerdings hätte dem Roman eine etwas kürzere Erzählweise gutgetan. Vor allem der erste Teil zieht sich stellenweise, und einige familiäre Konflikte wiederholen sich häufiger, als nötig gewesen wäre. Dennoch wurde die Handlung mit der Zeit immer fesselnder, und ich wollte unbedingt erfahren, was hinter den Ereignissen steckt.

Wer charakterstarke Familiengeschichten mit emotionalen Verwicklungen, einer besonderen Atmosphäre und einem schönen Schreibstil mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Für mich ein lesenswerter Roman mit kleinen Längen, der insgesamt gute Unterhaltung bietet.

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