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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

Tief emotionale und mitreissende Familiengeschichte

Die Verlorene
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Ich hatte vorher noch nichts von Miriam Georg gelesen, weil ich kein großer Fan klassischer historischer Romane bin

Auf diesen bin ich durch das wirklich wunderschön geschmackvoll gestaltete Cover ...

Ich hatte vorher noch nichts von Miriam Georg gelesen, weil ich kein großer Fan klassischer historischer Romane bin

Auf diesen bin ich durch das wirklich wunderschön geschmackvoll gestaltete Cover und eine Leseprobe aufmerksam geworden.

Ich liebe generell Geschichten, die auf zwei Zeitebenen spielen, und diese hier finde ich besonders gekonnt erzählt.

Wir begleiten zwei ungleiche und sehr aneinander hängende Schwestern durch die dramatischen Geschehnisse gegen Ende des zweiten Weltkrieges in Schlesien.
Parallel dazu suchen deren Tochter und Enkelin in der Jetztzeit nach Antworten zu ungeklärten Fragen in der Familie.

Das ist gekonnt und spannend erzählt, flüssig und trotz der heftigen Dramatik glaubwürdig.

Von mir uneingeschränkte Lese- und Verschenkempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Fast unerträglich spannend und sehr düster

Giftiger Grund
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Das Cover in wirklich giftigem Grün und Schwarz ist plakativ und lässt Gefahr und Kälte ahnen. Es passt gut zum "giftigen" Titel.

Ich kannte den Autor bisher nicht und bin super positiv überrascht.

Die ...

Das Cover in wirklich giftigem Grün und Schwarz ist plakativ und lässt Gefahr und Kälte ahnen. Es passt gut zum "giftigen" Titel.

Ich kannte den Autor bisher nicht und bin super positiv überrascht.

Die Szenerie ist außergewöhnlich, die 3 zufällig aufeinander prallenden Personen bieten die Basis für eine hochinteressante Geschichte
Ich habe das Buch mit großer Begeisterung angefangen.Schon vom Einstieg an hat es mich voll gepackt, es ist düster und gruselig und schafft alles andere als eine Wohlfühlatmosphäre - weder im Ambiente der Lost-Places-Fotografin und erst recht nicht zuhause bei Joran oder Edda.
Aber die Spannung hat mich gleich mitgerissen , ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Auch wenn das Setting mehr als düster ist - ein gerade aus dem Knast entlassener junger Mann mit einem A... von Vater, eine etwas verloren wirkende Lost Places Fotografin, ein kleines Mädchen, von dem man anfänglich noch gar nichts weiß...
Das alles in trübem, teils nächtlichen Ambiente, voll offener Rätsel und dunkler Vergangenheiten.....
Super spannend geschrieben, grandios beschrieben alles, flüssig zu lesen, regelrecht zu verschlingen....

Ich habe begeistert und atemlos weiter gelesen, immer voll des tiefen Bedauerns für Edda, Charu und Joran, die - jeder für sich und aus ganz unterschiedlichen Gründen - in völlig ausweglosen Situationen zu stecken scheinen, die offensichtlich immer schlimmer und verfahrener werden, je mehr sie sich bemühen, da heraus zu kommen.
Ich finde die Geschichte sehr beklemmend, aber auch super mitreissend. Dass man mehr Sympathie für die drei empfindet als für die Getöteten, ist vom Autor sehr geschickt gemacht.
Darum geht es auch in diesem Buch meiner Meinung nach - die Rolle von Tätern und Opfern, die Motive der Täter, die ja auch selbst Opfer sind und wie schnell die Grenzen verwischen und / oder man von der einen auf die andere Seite wechselt, manchmal sogar ungewollt.
Die Einstufung als Kriminalroman ist m.E. durchaus gerechtfertigt. Es gibt doch schließlich genug Verbrechen - Drogenhandel, Missbrauch, Betrug, Mobbing, Diebstahl, Mord.... Dass sich niemand sonderlich akribisch bemüht, die Verbrechen aufzuklären, steht auf einem anderen Blatt und ist für die Festlegung des Genres m.E. auch nicht wichtig.

Das Ende bietet noch einmal eine unerwartete Überraschung und lässt noch einige Fragen offen. Passt aber zum Inhalt.

Von mir eine unbedingte Leseempfehlung, vor allem für Menschen, die das Gegenteil von Cozy Krimis suchen!!!


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Veröffentlicht am 02.04.2026

Originell, witzig und gleichzeitig beängstigend

Mit anderen Augen
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Die Autorin kannte ich nicht, und als ich den Klappentext las, dachte ich, ehrlich gesagt, "Was soll DAS denn?". Dann nahm ich an, der ganze Roman sei einfach eine riesige Metapher - und fing an zu lesen. ...

Die Autorin kannte ich nicht, und als ich den Klappentext las, dachte ich, ehrlich gesagt, "Was soll DAS denn?". Dann nahm ich an, der ganze Roman sei einfach eine riesige Metapher - und fing an zu lesen.

Ich habe Tilda von Anfang an richtig ins Herz geschlossen - ihre Freundinnen und die Ärztin ebenso, und auch wenn ich zunächst noch keine Ahnung hatte, worauf das Ganze hinaus laufen sollte, wollte ich unbedingt weiter lesen.

Der Text ist ganz herrlich geschrieben, liest sich flüssig und leicht und ist voller Selbstironie und subtilem Humor.

Daneben ist aber eine gehörige Portion Gesellschaftskritik enthalten - zu einem Thema, das leider in den Medien immer noch zu kurz kommt und eben hauptsächlich Frauen betrifft.

Da blieb mir manchmal trotz der leichtfüßigen Schreibweise der Autorin das Lachen oder sogar das Lächeln richtiggehend im Hals stecken - so traurig ist das stellenweise.

Mehr möchte ich aber nicht verraten - bitte unbedingt selbst lesen und verschenken!


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Veröffentlicht am 27.03.2026

Richtig guter überzeugender Krimi

Sörensen macht Urlaub
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Ich war zunächst begeistert, ein Foto des personifizierten "Sörensen", Bjarne Mädel auf dem Cover zu finden. Ich mag die schlichten, gedeckten Farben und das unaufdringliche Bild. Und die zu Herzen gehende ...

Ich war zunächst begeistert, ein Foto des personifizierten "Sörensen", Bjarne Mädel auf dem Cover zu finden. Ich mag die schlichten, gedeckten Farben und das unaufdringliche Bild. Und die zu Herzen gehende - im wahrsten Sinne des Wortes - Geste, dass Sörensen beide Hände auf sein Herz legt und die Augen schließt. Nachdenklich, ein wenig traurig, ein wenig ratlos, konzentriert, in sich gekehrt und doch dem Wind ausgesetzt, in zerbeulter Hose, die Füße im Gras - so kennen und lieben wir ihn.
Ich finde das Cover sehr gelungen.

Ich bin beeindruckt davon, wie Sven Stricker es rüber bringt, Sörensen zu sprechen. Ich hatte ein bisschen Angst davor, NICHT Bjarne Mädel zu hören, aber der Autor macht es wirklich super - irgendwie "hört" man ein bisschen Bjarne-Mädel-Anklänge, der Tonfall und die Sprachmelodie sind ähnlich, aber die Stimme ist eben doch anders, sie hat etwas Eigenes, das aber trotzdem zu dem passt, was man aus den Filmen kennt.
Hellauf begeistert bin ich von dem trockenen Sprachwitz, der in den Dialogen rüber kommt, aber auch in den Beobachtungen der Situationen, den feinen Charakter-Beschreibungen. Die Situationskomik entsteht genau durch diese subtile intelligente Art von Humor und wirkt so niemals plump.
Ich musste beim Hören manchmal laut lachen, und ich freute mich auf jede Minute des Weiterhörens. Die Geschichten sind grandios erzählt und mir keineswegs zu lange.

Ergänzend zu meinen vorhergehenden Ausführungen bin ich auch von den beiden erzählten Stories mehr als angetan. Es sind zwei sehr unterschiedliche und jede auf ihre Art sehr interessante und packende Kriminalgeschichten, für mich immer bis zum letzten Drittel ziemlich offen bezüglich der Lösung, richtig gut entwickelt und in der Auflösung sowohl überraschend und originell als auch für mich schlüssig.
Weitab von Effekthascherei oder Klischees.

Auch wenn alles um die Figur Sörensen herum gruppiert ist und die Krimis von ihr "leben", so sind doch auch die anderen Charaktere lebendig, originell und ohne Schwarz-Weiß-Malerei liebevoll, glaubwürdig und detailliert gezeichnet.

Dieses Hörbuch empfehle ich generell jedem, der Sinn für trockenen, hintergründigen Humor hat, der solche stillen und skurril erscheinenden, aber tiefen und unaufdringlichen Charaktere wie Sörensen mag. Und jedem, der einen Sinn für "langsame" Krimis, ohne heftige Action und gequälte Brutalität hat, iinsbesondere wenn sie so schön nordlichtmäßig beleuchtet sind.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Richtig guter überzeugender Krimi

Sörensen geht aufs Haus
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Zunächst war ich begeistert, ein Foto des personifizierten "Sörensen", Bjarne Mädel auf dem Cover zu finden. Ich mag die schlichten, gedeckten Farben und das unaufdringliche Bild. Und die zu Herzen gehende ...

Zunächst war ich begeistert, ein Foto des personifizierten "Sörensen", Bjarne Mädel auf dem Cover zu finden. Ich mag die schlichten, gedeckten Farben und das unaufdringliche Bild. Und die zu Herzen gehende - im wahrsten Sinne des Wortes - Geste, dass Sörensen beide Hände auf sein Herz legt und die Augen schließt. Nachdenklich, ein wenig traurig, ein wenig ratlos, konzentriert, in sich gekehrt und doch dem Wind ausgesetzt, in zerbeulter Hose, die Füße im Gras - so kennen und lieben wir ihn.

Ich finde das Cover sehr gelungen.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der Sinn für trockenen, hintergründigen Humor hat, der solche stillen und skurril erscheinenden, aber tiefen und unaufdringlichen Charaktere wie Sörensen mag. Und jedem, der einen Sinn für "langsame" Krimis, ohne heftige Action und gequälte Brutalität hat, insbesondere wenn sie so schön nordlichtmäßig beleuchtet sind.

Bereits der Einstieg um die verschwundene Mia hat mich tief berührt und betroffen. Danach ging es erst mal flapsig weiter mit dem tollen trockenen Humor und Schlagabtausch zwischen Sörensen und Jennifer.

Hellauf begeistert bin ich von dem trockenen Sprachwitz, der in den Dialogen rüber kommt, aber auch in den Beschreibungen der Situationen, den feinen Charakter-Inszenierungen. Die Situationskomik entsteht genau durch diese subtile intelligente Art von Humor und wirkt so niemals plump.

Ich fand es auch sehr interessant und aufschlussreich, da ich bisher nur die Filme kannte, so viel über Sörensens Vergangenheit zu erfahren. Das ist sehr schön erzählt in den Kursivschrift-Kapiteln.

Wunderbar, diese Mischung aus sehr hintergründigem Humor, diesen trockenen Gedanken und Dialogen - unvergleichlich! - und den sehr ernsten Themen um die gesundheitliche Schwäche des Vaters, die Brutalität von Micke, unsaubere Geschäfte der beiden Schiefel-Brüder und Sörensens Störungen.

Es war grandios erzählt und mir keineswegs zu lange.

Auch wenn alles um die Figur Sörensen herum gruppiert ist und die Krimis von ihr "leben", so sind doch auch die anderen Charaktere lebendig, originell und ohne Schwarz-Weiß-Malerei liebevoll, glaubwürdig und detailliert gezeichnet.

Bis fast zum Schluss war die Geschichte für mich ziemlich offen bezüglich der Lösung, richtig gut entwickelt und in der Auflösung sowohl überraschend und originell als auch für mich schlüssig. 

Weitab von Effekthascherei oder Klischees.

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