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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2026

Skurril, morbide und irgendwie liebenswert

Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs
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Das Cover hat mir richtig gut gefallen. Die alte Streifentapete, das Schwarzweiß-Hotel mit den verschnörkelten Balkonen und die leicht morbide Atmosphäre passen für mich sehr gut zur Geschichte. Schon ...

Das Cover hat mir richtig gut gefallen. Die alte Streifentapete, das Schwarzweiß-Hotel mit den verschnörkelten Balkonen und die leicht morbide Atmosphäre passen für mich sehr gut zur Geschichte. Schon äußerlich bekommt man einen Eindruck davon, was einen erwartet.

Am Anfang war ich allerdings etwas verloren und wusste nicht so recht, wohin die Geschichte führt. Nach und nach hat mich das seltsame Treiben im Hotel aber immer mehr gepackt. Die Figuren sind teilweise herrlich skurril und haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Dabei musste ich oft an alte Filme oder eine Theaterkomödie denken. Gleichzeitig liegt über allem etwas Unheimliches und Verstaubtes.

Man merkt der Geschichte allerdings an, dass sie ursprünglich als Theaterstück gedacht war. Beim Lesen hatte ich manche Szenen sofort wie auf einer Bühne vor Augen. Was dort durch Mimik, Gestik, Geräusche, Stimme und die gesamte Atmosphäre funktioniert, muss im Buch allein durch die Worte entstehen. Und genau das hat für mich an einigen Stellen nicht ganz funktioniert. Manche Szenen wirkten dadurch etwas zu sprunghaft oder konstruiert, obwohl ich mir vorstellen kann, dass sie auf der Bühne deutlich besser zur Geltung kommen.

Es blieben für mich lange sehr viele Fragezeichen, was ja wohl auch so gewollt war. Das Chaos wurde immer größer, und irgendwann musste ich mich ziemlich konzentrieren, um den Überblick zu behalten.

Besonders gut gefallen haben mir die Wellness-Tipps am Anfang der Kapitel. Gerade im Zusammenhang mit der Handlung sind sie herrlich sarkastisch.

Insgesamt hatte die Geschichte für mich einige wirklich starke, witzige und spannende Momente, war mir an anderen Stellen aber etwas zu skurril und konstruiert. So richtig ganz gepackt als Krimi hat sie mich leider nicht, trotzdem habe ich gerne immer weitergelesen. Am Ende lande ich deshalb bei guten 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2026

Poetisch, kraftvoll, tief berührend

Sommerrauschen
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Schon nach den ersten Seiten war ich begeistert. Die Leseprobe hatte viel versprochen – und das Buch hat meine Erwartungen voll erfüllt. Besonders die Sprache hat mich fasziniert: poetisch, kraftvoll, ...


Schon nach den ersten Seiten war ich begeistert. Die Leseprobe hatte viel versprochen – und das Buch hat meine Erwartungen voll erfüllt. Besonders die Sprache hat mich fasziniert: poetisch, kraftvoll, bildreich und voller origineller Formulierungen. Sie lädt nicht zum schnellen Überfliegen ein, sondern dazu, innezuhalten und Sätze nachklingen zu lassen. Manche Passagen habe ich mehrmals gelesen, weil sie so eindringlich und schön waren. Auch die Atmosphäre ist außergewöhnlich gelungen. Die sommerliche Hitze des Médoc, das Meer und die Landschaft bilden einen reizvollen Kontrast zu der unterschwelligen Bedrohung und der Traurigkeit, die Judith begleiten. Viele Figuren bleiben rätselhaft, doch gerade diese Vielschichtigkeit hat für mich den Reiz des Romans ausgemacht. Ein Buch, das nicht nur durch seine spannende Geschichte, sondern vor allem durch seine außergewöhnliche sprachliche Qualität lange nachwirkt.

3189652

Bewertung

5/5

06.07.2026

Buch (Gebundene Ausgabe)

Wenn die Vergangenheit Wellen schlägt
Schon auf den ersten Blick fällt das wunderschöne Cover von Christiane Adlungs „Sommerrauschen“ ins Auge. Es ist stimmungsvoll gestaltet, passt hervorragend zum Titel und weckt sofort die Vorfreude auf eine gefühlvolle Sommerlektüre. Seit Judith denken kann, verbrachte sie die Ferien mit ihren Eltern im eigenen Ferienhaus an der französischen Atlantikküste. Direkt nebenan wohnte die Familie Ahrendt, deren Tochter Natascha ihre beste Freundin war. Doch irgendwann verloren sich die beiden aus den Augen. Der Grund dafür liegt tief in Judiths Vergangenheit und schmerzt sie selbst nach vierzig Jahren noch. Inzwischen reist Judith gemeinsam mit ihrem Mann Robert, ihren Zwillingstöchtern und ihrer Mutter ins französische Ferienhaus. Robert hofft darauf, das benachbarte Ferienhaus zu kaufen, doch für Judith ist dieser Gedanke kaum zu ertragen. Sie lehnt seinen Plan zunächst einmal ab, bringt es aber nicht über sich, ihm den wahren Grund für ihre Ablehnung zu erzählen. Christiane Adlung erzählt Judiths Geschichte in einer bildhaften, einfühlsamen und stellenweise fast poetischen Sprache. Die Atmosphäre der französischen Atlantikküste wird lebendig eingefangen, sodass man sich beim Lesen direkt dorthin versetzt fühlt. Judiths Geschichte berührt, und ihre Vergangenheit entfaltet sich nach und nach auf spannende Weise. Bis zum Schluss bleibt die Neugier erhalten, sodass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Für mich war es eine rundum gelungene und sehr lesenswerte Lektüre.

3188164

Bewertung

Thalia Book Circle Community
5/5

06.07.2026

Buch (Gebundene Ausgabe)

Zwischen den Zeilen liegt die Wahrheit
Sommerrauschen ist kein Roman, den man einfach nebenbei liest – er verlangt Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, zwischen den Zeilen zu lesen. Genau das hat den Roman für mich besonders gemacht. Denn selbst kleine Nebensätze tragen eine große Bedeutung, die sich erst zum Ende hin nach und nach erschließt. Der Schreibstil ist ruhig, leise und unaufgeregt, die Sprache zart und feinfühlig. Vieles bleibt zunächst unausgesprochen, dennoch zieht einen der Roman mit seinen feinen Zwischentönen immer tiefer in die Geschichte hinein. Vergangenheit und Gegenwart verweben sich auf subtile Weise, sodass der Roman auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Der Roman lebt nicht von klassischer Spannung, sondern von seiner unterschwelligen Atmosphäre und der ständigen Ahnung, dass in Judiths Vergangenheit etwas Einschneidendes geschehen sein muss. Die vielen kleinen Hinweise fügen sich am Ende zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Erst mit den letzten Seiten hat sich mir die Geschichte vollständig erschlossen – und genau das hat ihr für mich eine besondere Tiefe verliehen. Ich empfehle dieses Buch allen, die nicht einfach eine Geschichte lesen und anschließend zur nächsten übergehen möchten, sondern Freude daran haben, sich mit einem Roman zu beschäftigen, zwischen den Zeilen zu lesen und seine Zwischentöne zu entdecken. 4,5 / 5 Sternen

#3188109

Juliane

aus München
5/5

05.07.2026

Buch (Gebundene Ausgabe)

Elegant, berührend, einzigartig
Ein wundervolles Buch, in dem die Sprache der Hauptdarsteller ist. Voller Eleganz, Gefühl und einem ganz besonderen Auge und Ton für die Schönheit des Medoc entführt Christiane Adlung uns auf eine Reise an die französische Atlantikküste. Doch dieses Buch ist kein sonniger Urlaubsroman über das Savoir Vivre. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in ein Netz aus Lügen und Schweigen und in die Familiengeschichte der Protagonistin. Judith, erfolgreiche Künstlerin, reist wie jedes Jahr mit ihrer Familie in das Ferienhaus ins Medoc. Die Töchter, Zwillinge, stehen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Robert, ihr Mann, plant das Haus nebenan zu kaufen. Oda, ihre Mutter, thront im Haus wie eine Königin - extravagant, exaltiert. Judith ist von einem tiefen Kummer gezeichnet, der sich erst nach und nach enthüllt. Der Vater, Mitte der Achtziger verstorben. Die kleine Schwester ebenfalls nicht mehr am Leben. Was zu diesen Tragödien führte, bleibt über zwei Drittel des Buches vage. Die Familie verbringt mehr oder weniger unbeschwerte Tage an der Küste. Die flirrende Hitze, das Meer, die Natur, der See, das alles ist so bildhaft und detailliert beschrieben, dass ich ganz in die Geschichte, die Szenerie hineingezogen werde. Fast fühle ich mich wie ein unsichtbarer Gast im Ferienhaus, sitze mit der Familie am Frühstückstisch, am Steg, erklimme die Dünen. Die Stimmung droht zu kippen, als Natascha, Judiths Ferienfreundin aus Kinder- und Jugendtagen, anreist und das Nachbarhaus ihrer Familie bezieht. Als Leser spürt man die unterschwellige Gefahr, ein Sehnen nach glücklicheren Tagen, nach der Unbeschwertheit vergangener Sommer. In Rückblenden erfährt man, was sich Mitte der Achtzigerjahre zugetragen hat. Liest von Freundschaft, Betrug, Liebe und einer Zeit, die von Trägheit und Aufbruch geprägt war. Ganz plötzlich setzt der Tod der kleinen Schwester dem allen ein Ende. Die Freundinnen verlieren sich aus den Augen, die Ferienidylle zerbricht. Schweigen und Sprachlosigkeit machen sich breit. Wie schmal der Grat zwischen Glück und Unglück ist, führt einem dieser Roman eindringlich vor Augen. Und doch schwingt bei aller Melancholie ein Funken Hoffnung mit. Dieser feine, elegante Roman um eine tiefe Freundschaft und Zuneigung, die Jahre überdauert, berührt mich sehr. Auch nach der Lektüre klingt das Gelesene nach. Der Blick, der Ton der Autorin bringt jede Seite zum Schwingen und hinterlässt mich mit einem tiefen, bittersüßen Gefühl von Sehnsucht. Kl

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Veröffentlicht am 03.08.2026

Inspiation trifft Gelassenheit

Gemeinsam vegan
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Schon die hochwertige Gestaltung des Buches hat mich überzeugt – besonders das matte Cover wirkt sehr edel. Die Autorin schildert ihren Weg zum Veganismus authentisch und mit viel Humor. Ihre Erfahrungen ...

Schon die hochwertige Gestaltung des Buches hat mich überzeugt – besonders das matte Cover wirkt sehr edel. Die Autorin schildert ihren Weg zum Veganismus authentisch und mit viel Humor. Ihre Erfahrungen mit Unverständnis im Umfeld kamen mir sehr bekannt vor und machten das Buch für mich besonders nahbar. Mir gefällt auch sehr der ruhige, keineswegs missionierende Ton.

Die Rezepte machen große Lust aufs Nachkochen. Besonders neugierig bin ich auf die Rosa-Saaten-Cracker, Farinata, die Gnocchi mit Gemüse-Ragù, das Pfannengemüse mit aromatisiertem Hummus und die Tarta salata mit Tofucreme. Sehr hilfreich finde ich außerdem die Hinweise zu Aufbewahrung und Haltbarkeit.

Auch die süßen Rezepte haben mich angeregt. Ich freue mich darauf, endlich neue Ideen auszuprobieren und Abwechslung zu meinem bisherigen Standard-Schokoladenkuchen zu bekommen.

Insgesamt ist das Buch für mich eine gelungene Mischung aus persönlichen Geschichten, alltagstauglichen Rezepten und italienischer Lebensfreude.

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Veröffentlicht am 30.07.2026

Fesselnd, beklemmend, unbedingt lesenswert

Wer blind vertraut
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Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und möchte die Reihe nun unbedingt komplett lesen.

Besonders gefallen haben mir die beiden parallel verlaufenden ...

Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und möchte die Reihe nun unbedingt komplett lesen.

Besonders gefallen haben mir die beiden parallel verlaufenden Fälle voller Geheimnisse. Lily mochte ich sehr und bewundere ihre außergewöhnliche Fähigkeit, Gefühle und Widersprüche in Gesprächen zu erkennen. Trotz ihrer Schwangerschaft engagiert sie sich mutig und oft auf eigene Faust, was sie zu einer faszinierenden Protagonistin macht.

Die vielen Irrwege und falschen Fährten haben mich bis zum Schluss rätseln lassen – mit meiner Verdächtigung lag ich letztlich etwas daneben. Die Auflösung empfand ich als schlüssig und spannend.

Besonders beeindruckt hat mich, zu erfahren, dass der Roman auf realen Ereignissen basiert und die Wirklichkeit sogar noch erschütternder war. Das hat dem Buch eine zusätzliche nachhaltige Tiefe verliehen. In diesem Zusammenhang noch ein besonderes Lob an das Nachwort!

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Veröffentlicht am 24.07.2026

2,5 von 5 Sternen

Leben mit Vergnügen
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Mit „Leben mit Vergnügen“ bin ich leider nicht richtig warm geworden. Zwar enthält das Buch einige Gedanken zu Achtsamkeit, Dankbarkeit, Selbstliebe und dem Leben im Hier und Jetzt, die ich grundsätzlich ...

Mit „Leben mit Vergnügen“ bin ich leider nicht richtig warm geworden. Zwar enthält das Buch einige Gedanken zu Achtsamkeit, Dankbarkeit, Selbstliebe und dem Leben im Hier und Jetzt, die ich grundsätzlich sinnvoll finde. Neu sind sie allerdings nicht – vieles kennt man bereits aus dem Buddhismus oder der positiven Psychologie.

Was mich deutlich mehr gestört hat, ist, dass der Autor seine auf „Visionen“ beruhenden Überzeugungen zwar anfangs als persönliche Sichtweise bezeichnet, sie im weiteren Verlauf aber oft wie allgemeingültige Tatsachen präsentiert. Eine nachvollziehbare Begründung fehlt dabei meist. Die angekündigten Übungen haben mich ebenfalls enttäuscht, da sie fast ausschließlich sehr esoterisch ausfallen.

Einige Aussagen fand ich außerdem ziemlich befremdlich. Starre Rollenbilder für Männer und Frauen, die kritische Haltung gegenüber Hilfsbereitschaft oder der Satz, man solle „schwache Menschen aus unserem Umfeld entfernen“, sind für mich schwer nachvollziehbar und teilweise sogar problematisch. Insgesamt hatte ich beim Lesen eher das Gefühl, ständig auf meine Gedanken und Gefühle aufpassen zu müssen, um nichts Negatives anzuziehen. Das halte ich gerade für Menschen, denen es ohnehin nicht gut geht, für keine gute Botschaft.

Einige wenige interessante Impulse konnte ich mitnehmen – gebraucht hätte ich dieses Buch dafür allerdings nicht.

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