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Franziska19

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2017

Die Vergangenheit zwischen Wellen und Me(h)er

Das Leben fällt, wohin es will
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Marie ist eine unverwüstliche Partymaus, die sich mit ihren Freunden in Hamburg die Nächte um die Ohren schlägt, bis mittags schläft, sich mit einem Aushilfsjob über Wasser hält und eine Freundschafts+ ...

Marie ist eine unverwüstliche Partymaus, die sich mit ihren Freunden in Hamburg die Nächte um die Ohren schlägt, bis mittags schläft, sich mit einem Aushilfsjob über Wasser hält und eine Freundschafts+ Beziehung mit dem Titel "bloß nicht zu viel voneinander wissen" führt.
Zumindest bis ihre Schwester an Brustkrebs erkrankt und sie bittet sie zu unterstützen: im Haushalt, in der Fürsorge der beiden Kinder und als Vertretung im Job. Eigentlich alles Dinge, die Marie lieber nicht um sich hat. Doch für ihre Schwester nimmt sie die Bürde auf sich. Und damit beginnt Maries Leben sich Grund auf zu ändern. Sie bleibt zwar die unordentliche Zuspätkommerin und Terminvergesserin, dabei merkt sie jedoch, was sie in den letzten Jahren eigentlich sehr vermisst hat: die Konstanz in ihrem Leben. Die findet sie in einer neuen und einer alten Liebe: einem Mann und den Booten - doch sich dem anzunehmen ist für Marie gar nicht so einfach, weil sie mit dem Schmerz der Vergangenheit konfrontiert wird.
Das Buch von Petra Hülsmann ist ein absolut empfehlenswerter Roman, der es schafft einen sehr ernsten Hintergrund (Vergangenheit von Marie und Krebserkrankung ihrer Schwester) mit der humorvollen Art der Charaktere zu verbinden. Es macht Mut sich den Schrecken der Vergangenheit und seinen Ängsten zu stellen, um genau das zu bekommen, was man eigentlich möchte. Es braucht manchmal einfach ein wenig Mut! Es ist ein Buch für alle, die die Bücher von Petra Hülsmann ins Herz geschlossen haben, für alle, die auf der Suche nach sich selbst sind, für alle, die eine schwere Zeit durchmachen und für alle, die ein wenig Mut brauchen oder einfach für diejenigen, die ein gutes Buch mögen!

Veröffentlicht am 16.07.2018

Wenn den Menschen der Strom abgestellt wird

BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
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Für fast alle unsere täglichen Aktivitäten brauchen wir Strom: Morgens um sich zu waschen, die Toilette zu benutzen, zum Frühstück für Tee oder Kaffee und nicht zu vergessen die Lebensmittel, die über ...

Für fast alle unsere täglichen Aktivitäten brauchen wir Strom: Morgens um sich zu waschen, die Toilette zu benutzen, zum Frühstück für Tee oder Kaffee und nicht zu vergessen die Lebensmittel, die über Nacht im Kühlschrank gelegen haben, fürs Radio, um zu tanken und zur Arbeit zu fahren, um Essen zu kochen, um bezahlen zu können, um am Computer arbeiten zu können, sich über das Handy mit Freunden und der Familie auszutauschen oder um abends einfach nur mal das Licht einzuschalten.

Und wenn er fehlt? Dann geht so gut wie nichts mehr...

Genau das hat Marc Elsberg in seinem Science-fiction-Thriller versucht darzustellen. Und das ist ihm auf sehr eindrucksvolle Weise gelungen. Zunächst halten die Menschen noch zusammen und versuchen sich gegenseitig zu helfen. Doch ohne Heizung, hygienische Mindeststandards, Versorgung mit Medikamten und Lebensmitteln werden sie allmäglich zu einem protestierenden Mob, der versucht bestehende Strukturen aufzulösen, um quasi wirklich das Überleben zu sichern. Das Chaos bricht los.
Genau das will die Gruppe erreichen, die für den Stromausfall verantwortlich ist. Dabei nehmen sie auch furchtbare Naturkatastrophen wie Explosionen in Atomkraftwerken in Kauf, die nicht mehr mit dem nötigen Kühlsystem unter Kontrolle gehalten werden können.

Die Regierungen weltweit versuchen dagegen anzukämpfen. Doch dabei herrscht zwischen den Regierungen viel misstrauen und alte Vorurteile bahnen sich wieder ihren Weg an die Oberfläche.

Das Buch offenbart auf wirklich nackte Art und Weise, was ein Stomausfall in der Welt global aber auch individuell bedeuten kann, ist unsere globalisierte Welt doch wirklich davon abhängig. Man kann nur hoffen, dass dies wirklich eine Geschichte bleibt und niemals Realität wird.

Veröffentlicht am 09.07.2018

Ein Roadtrip zu sich selbst

Tschick
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Maik Klingenberg hat es als Jugendlicher nicht leicht: Seine Mutter ist Alkoholikern. Ständig muss er sie irgendwo betrunken einsammeln und nach Hause bringen und einmal im Jahr fährt sie auf ihre so genannte ...

Maik Klingenberg hat es als Jugendlicher nicht leicht: Seine Mutter ist Alkoholikern. Ständig muss er sie irgendwo betrunken einsammeln und nach Hause bringen und einmal im Jahr fährt sie auf ihre so genannte "Beauty-Farm", in Wahrheit eine Entzugsklinik. Sein Vater ist Immobilienmakler, wirtschaftlich nicht besonders gut aufgestellt und hat ein Verhältnis mit seiner Assistentin. Auch in der Schule läuft es für Maik nicht besonders gut. Als Außenseiter ist er verliebt in das beliebteste Mädchen der Klasse, wird jedoch von ihr nicht eines Blickes gewürdigt. Mit seinen vierzehn Jahren versucht Maik sich selbst zu finden, hat dabei aber wenig Orientierung und kann mit seinem Elternhaus und seinen Emotionen nur schlecht umgehen. Die Sommerferien dieses Jahres beginnen für Maik besonders schlimm. Seine Mutter muss wieder einmal eine Kur machen und sein Vater verabschiedet sich auch noch, um mit seiner Assistentin für zwei Wochen auf eine "Geschäftsreise" zu fahren. Doch dann taucht "Tschick" auf: der neue Mitschüler in der Klasse, den auch keiner leiden kann. Zusammen begeben sie sich auf einen Roadtrip in die "Walachei", um Tschicks Großvater zu suchen. Unterwegs müssen sie erfinderisch sein, um an Essen, Geld und Benzin zu gelangen, da Tschick einen Lada kurzgeschlossen hat, mit dem die beiden unterwegs sind. Viele neue Leute treffen die beiden und erleben wohl den Sommer ihres Lebens - bis zu einem Unfall, der ihren Ausflug jäh beendet.

Eine tolle Geschichte über zwei Jungen, die versuchen ihren Weg und sich selbst zu finden und ihrem ich und guter Freundschaft in diesem Sommer ein Stück näher kommen. Zu Recht ist dieses Buch mit dem Preis des Jugendbuches des Jahres ausgezeichnet worden.

Veröffentlicht am 25.06.2018

Ruby und James II

Save You
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James und Ruby sind beide am Boden zerstört. James Mutter ist an einem Hirnschlag überraschend gestorben und sein Vater hat ihm erst Tage später davon erzählt. Weil er mit der Situation nicht klarkommt, ...

James und Ruby sind beide am Boden zerstört. James Mutter ist an einem Hirnschlag überraschend gestorben und sein Vater hat ihm erst Tage später davon erzählt. Weil er mit der Situation nicht klarkommt, flüchtet er sich in die Benebelung von Alkohol und Party. Dabei küsst er jeodch Elaine - und Ruby sieht die beiden dabei. Sie hätte nicht gedacht, dass James sie jemals so verletzen könnten. Vor allem nicht nach dem wunderschönen Tag, den sie beide zusammen verbracht und der sie zueinander gebracht hat. Ruby lebt die Tage und Wochen danach wie ein Liebeszombie zurückgezogen, voller Trauer und ohne Motivation.
Doch mit der Zeit erkennt James seinen Fehler und kämpft um Rubys Herz. Mit der Zeit kann sich Ruby ihm gegenüber wieder öffnen und so erblüht die junge Liebe erneut. Er würde es schließlich nicht wagen sie jemals nochmal so zu verletzen - oder?

Der zweite Band de Maxton-Hall-Reihe knüpft nathlos an den ersten Teil an und verliert auch nichts von dem schönen Schreibstil. Die ersten Seiten sind etwas schleppend, danach wird der Leser jedoch wieder von der sich entwickelnden Liebe in die Geschichte hineingezogen. Schön fand ich auch, dass nicht nur Rubys und James Sicht geschildert wird, sondern sich die Geschichte auch gegenüber weiteren Nebencharakteren von den Geschwistern der beiden öffnet.
Fazit: Nicht ganz so perfekt wie Teil 1, aber immer noch wunderschön.

Veröffentlicht am 21.06.2018

Ein wunderschönes todtrauriges Buch

Ein ganzes halbes Jahr
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"Ein ganzes halbes Jahr" erzählt die wunderschöne, aber todtraurige Lebensgeschichte von Lousa Clarke und Will Traynor. Will war ein lebensfroher, abenteuerlustiger und erfolgreicher Sprössling einer sehr ...

"Ein ganzes halbes Jahr" erzählt die wunderschöne, aber todtraurige Lebensgeschichte von Lousa Clarke und Will Traynor. Will war ein lebensfroher, abenteuerlustiger und erfolgreicher Sprössling einer sehr wohlhabenden Familie, der sein Leben überalles geliebt hat. Er war beliebt bei Freunden, hatte eine wunderschöne Freundin und nutzte die Freizeit für abenteuerlustige Erlebnisse. Bis zu seinem Unfall. Auf dem Weg zur Arbeit erfasste ihn ein Motorrad - seit diesem Moment ist Will querschnittsgelähmt. Die kraftraubenden Therapien konnten ihm nur minimale Erfolge liefern, sodass Will frustriert sich immer mehr von seinem alten Leben verabschieden muss. Er kann sich selber und sein neues Leben nicht als lebenswert empfinden und beschließt es in der Schweiz beenden zu lassen. An dieser Stelle tritt Louisa Clarke ins Spiel, die von Wills Mutter engagiert wird, um auf ihren Sohn aufzupassen. Louisa dringt nach und nach in die Schichten von Will vor und versucht ihm vor Augen zu führen, wie wundervoll das Leben sein kann - auch mit seinen Einschränkungen. Doch dann erleidet Will wieder einen dramatische Lungenentzündung und möchte für sich danach selbst einen endgültigen Entschluss über sein Leben fassen - nachdem die beiden sich ineinander verliebt und ein ganzes halbes Jahr miteinander verbracht haben.

Dieses Buch zeichnet sich durch wahnsinnig tolle Charaktere und einen sehr gelungenen Schreibstil ein. Beides zusammen führt dazu, dass man wirklich in die Welt von Lou und Will eintauchen kann. Es offenbart die Kluft zwischen dem Wunsch zu Leben und dieses eigenständig beenden zu können. Themen von Gesundheit und Krankheit sowie Lebensqualität werden von den einzelnen Charakteren in all seinen Facetten dargestellt. Ein MUSS der neuen Literatur!