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Franziska19

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2017

Die Vergangenheit zwischen Wellen und Me(h)er

Das Leben fällt, wohin es will
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Marie ist eine unverwüstliche Partymaus, die sich mit ihren Freunden in Hamburg die Nächte um die Ohren schlägt, bis mittags schläft, sich mit einem Aushilfsjob über Wasser hält und eine Freundschafts+ ...

Marie ist eine unverwüstliche Partymaus, die sich mit ihren Freunden in Hamburg die Nächte um die Ohren schlägt, bis mittags schläft, sich mit einem Aushilfsjob über Wasser hält und eine Freundschafts+ Beziehung mit dem Titel "bloß nicht zu viel voneinander wissen" führt.
Zumindest bis ihre Schwester an Brustkrebs erkrankt und sie bittet sie zu unterstützen: im Haushalt, in der Fürsorge der beiden Kinder und als Vertretung im Job. Eigentlich alles Dinge, die Marie lieber nicht um sich hat. Doch für ihre Schwester nimmt sie die Bürde auf sich. Und damit beginnt Maries Leben sich Grund auf zu ändern. Sie bleibt zwar die unordentliche Zuspätkommerin und Terminvergesserin, dabei merkt sie jedoch, was sie in den letzten Jahren eigentlich sehr vermisst hat: die Konstanz in ihrem Leben. Die findet sie in einer neuen und einer alten Liebe: einem Mann und den Booten - doch sich dem anzunehmen ist für Marie gar nicht so einfach, weil sie mit dem Schmerz der Vergangenheit konfrontiert wird.
Das Buch von Petra Hülsmann ist ein absolut empfehlenswerter Roman, der es schafft einen sehr ernsten Hintergrund (Vergangenheit von Marie und Krebserkrankung ihrer Schwester) mit der humorvollen Art der Charaktere zu verbinden. Es macht Mut sich den Schrecken der Vergangenheit und seinen Ängsten zu stellen, um genau das zu bekommen, was man eigentlich möchte. Es braucht manchmal einfach ein wenig Mut! Es ist ein Buch für alle, die die Bücher von Petra Hülsmann ins Herz geschlossen haben, für alle, die auf der Suche nach sich selbst sind, für alle, die eine schwere Zeit durchmachen und für alle, die ein wenig Mut brauchen oder einfach für diejenigen, die ein gutes Buch mögen!

Veröffentlicht am 29.12.2018

Ist heute ein Museumstag?

The Big Five for Life
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Mit dieser Frage wird Joe von Thomas konfrontiert als die beiden sich zufällig an einem Montagmorgen an einem Bahnhof über den Weg laufen. Joe ist von dieser Frage eines ihm völlig fremden Mannes so irritiert, ...

Mit dieser Frage wird Joe von Thomas konfrontiert als die beiden sich zufällig an einem Montagmorgen an einem Bahnhof über den Weg laufen. Joe ist von dieser Frage eines ihm völlig fremden Mannes so irritiert, dass ihm die Frage eine Woche lang nicht aus dem Kopf geht. Als er Thomas am nächsten Montag erneut begegnet, ergreift er die Initiative und spricht ihn an, was er mit der Frage gemeint hat. Thomas erklärt ihm darauf, dass er sein Leben so gestaltet, dass er (fast) nur erfüllende Momente erlebt. Diese erfüllenden Momente stellt er sich als Fotos in seinem Lebensmuseum vor - nicht erfüllende Momente sollen wenig bis gar nicht im Museum Platz finden, weswegen er diese Situationen auch in seinem Lebene möglichst klein hält - sowohl im privat als auch beruflich. Anschließend entwickeln die beiden eine tiefe Freundschaft und Joe schließt sich Thomas an, seine Ideen an weitere Menschen zu verbreiten und in seinem Unternehmen umzusetzen.

Mit vielen Metaphern, Beispielen und kleinen lebhaft erzählten Geschichten schafft es John Strelecky abermals nach seinem Buch "Das Cafe am Rande der Welt" eine faszinierende Sicht auf das Berufsleben aufzuzeigen, indem jeder Mensch nur den Beruf verfolgen sollte, der zur Erfüllung seines Zwecks der Existenz dient. Die Big 5 for life helfen dem Menschen dabei dieses Ziel zu erreichen. Das Buch regt abermals sehr zum Nachdenken und zum Gestalten des eigenen Lebens an bzw. der Leser reflektiert, ob er selbst im beruflichen Leben schon sehr nah an der Erfüllung seines ZDE dran ist oder ob er sich beruflich neu orientieren sollte. Auch für Personen in Führungspositionen sehr geeignet, da viele Beispiele sehr nett verpackt vorgestellt werden, wie Mitarbeiter zur Arbeit motiviert werden können.

Eine sehr interessante Sichtweise für eine Neugestaltung einer sich verändernden Arbeitswelt!

Veröffentlicht am 22.12.2018

Über einen Zauberer, einen Touristen und fantasievolles Oktarin

Das Licht der Fantasie
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"Das Licht der Phantasie" ist der zweite Teil der Einführungsreihe u den Zauberer Ricewind und den ersten Touristen der Scheibenwelt Zweiblum, der sich nahtlos an den ersten Teil "Die Farben der Magie" ...

"Das Licht der Phantasie" ist der zweite Teil der Einführungsreihe u den Zauberer Ricewind und den ersten Touristen der Scheibenwelt Zweiblum, der sich nahtlos an den ersten Teil "Die Farben der Magie" anschließt.
Dabei befinden sich die beiden Protagonisten zu Beginn des Buches in (wiedereinmal) einer sehr misslichen Lage: Sie sind vom Rand der Scheibenwelt gestürzt und wähnten sich schon im dunklen Multiversum unendlich viele Jahre im freien Fall. Doch ausgerechnet ein Fichtenzweig hält ihren Sturz auf - und einen kleinen Teil hat wohl auch der Zauberspruch in Ricewinds Kopf zur Rettung beigetragen. Dieser wird nämlich gebraucht, um die Scheibenwelt zu retten. Ein großer roter Stern nähert sich der Scheibenwelt und droht alles Leben darauf zu verbrennen. Zu wird Ricewind, der schlechteste Zauberer der Scheibenwelt, doch noch gebraucht. Doch eigentlich sind er und Zweiblum genug über die mysteriösen Orte der Scheibenwelt gereist und wollen eigentlich zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren. Natürlich geht das nicht ohne Umwege, da die höchsten Zauberer unterschiedliche Utensilien und Methoden einsetzen, um Ricewind in ihre Gewalt zu bekommen.

Mir hat auch dieser zweite Teil der Scheibenwelt sehr gut gefallen. Mittlerweile finde ich den Humor und den Schreibstil von Terry Pratchett sehr gelungen und ich genieße seine stilistisch literarischen Darstellungen. Zum Verstehen rate ich jedoch vorher den ersten Teil gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 18.12.2018

Auf zur Scheibenwelt...

Die Farben der Magie
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Terry Pratchett hat mit seinen Büchern zur Scheibenwelt eine einzigartige Welt erschaffen. Von einer Schildkröte und vier Elefanten getragen, existiert die Scheibenwelt als eine von vielen Welten im Universium. ...

Terry Pratchett hat mit seinen Büchern zur Scheibenwelt eine einzigartige Welt erschaffen. Von einer Schildkröte und vier Elefanten getragen, existiert die Scheibenwelt als eine von vielen Welten im Universium. So einzigartig wie das Szenario klingt, so sind auch die Charaktere und der Schreibstil von Pratchett gestaltet.

In diesem ersten Buch befindet sich der Zauberer Ricewind in einer größeren Stadt, als er auf den Scheibenwelt-Touristen Zweiblum trifft. Dieser wählt ihn aus gemeinsam die Scheibenwelt zu bereisen und ihn bei bestimmten Dingen zb. der Sprache, den Bräuchen oder auch geschäftlichen Unternehmungen zu unterstützen. Gemeinsam erleben die beiden haarsträubende Abenteuer als sie die ungewöhnlichsten Orte der Scheibenwelt bereisen und dabei oft von einer misslichen Situation in die nächste geraten. Doch für Zweiblum ist diese Reise genau das Abenteuer, das er sich gewünscht hat. Nicht umsonst ist er aus seinem grauen und langweiligen Leben aufgebrochen, um Abenteuer und eigene Geschichten zu erleben. Ricewind dagegen ist die Reise nicht besonders geheuer, und insbesondere nicht die magische Truhe von der Zweiblum begleitet wird.

Mit "Die Farbe der Magie" wird der Leser in die Scheibenwelt eingeführt. An den besonderen Humor und den Schreibstil des Autors muss man sich zunächst ein wenig gewöhnen - dann jedoch wird das Buch zu seiner sehr unterhaltsamen fantasievollen Lesereise.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Fünf Frauen – Fünf unterschiedliche Lebensentwürfe

Als das Leben vor uns lag
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In „Als das Leben vor uns lag“ ist ein Roman über fünf ganz unterschiedliche in Spanien aufwachsende und lebende Frauen. Sie alle haben eine gemeinsame Vergangenheit, da sie zusammen ein Klosterinternat ...

In „Als das Leben vor uns lag“ ist ein Roman über fünf ganz unterschiedliche in Spanien aufwachsende und lebende Frauen. Sie alle haben eine gemeinsame Vergangenheit, da sie zusammen ein Klosterinternat für junge Mädchen besucht haben. In dieser Zeit spielen sie wiederkehrend ein Spiel mit dem Namen „Pfänderspiel“. Das autoritärste Mädchen, Olga, ist die Spielleiterin und denkt sich verschiedene Aufgaben aus. Meistens brauchen die Mädchen viel Mut, um die Aufgaben zu bewältigen, da meistens die Regeln des Klosterinternats gebrochen werden. Zuvor geben sie dafür ein „Pfand“ ab. Ziel ist es die Aufgabe zu meistern, um das Pfand zurückzugewinnen. An einem besonderen Abend (für drei Mädchen der letzte Abend des Internatlebens) verabreden sich die Mädchen, um ein letztes Mal gemeinsam das Spiel zu spielen. Diesmal denkt Olga sich eine ganz besonders herausfordernde Aufgabe aus: Die Mädchen sollen sich in die Unterbringung des „Klosterdeppen“ (einem geistig behinderten jungen Mann) schleichen und ihm eine Haarsträhne abschneiden. Doch bei dieser Aufgabe geht etwas schief: Als Julia als Letzte die Aufgabe meistern soll, hören die übrigen Mädchen nur ihre Schreie und das Stöhnen des „Klosterdeppen“ – anschließend sehen die Mädchen Julia nicht wieder und erfahren von den Nonnen auch nicht, was sie mit ihr gemacht haben.

30 Jahre später beschließt Olga wieder Kontakt zu ihren ehemaligen Schulkameradinnen aufzunehmen und lädt sie zu einem Abendessen ein. Dabei erzählen sich die Frauen von den vergangenen Jahren und was in dieser Zeit passiert ist.

Der Leser wird in fünf ganz unterschiedliche Lebensentwürfe, Biografien und gesellschaftliche Vorstellungen des Spaniens des letzten Jahrhunderts eingeführt. Nebenbei werden auch historisch und politisch bedeutsame Entwicklungen aufgegriffen, wie z.B.: die Einführung des neuen Scheidungsgesetzes, der politischen Entwicklung nach Franko und die Wahrnehmung der Beatles und der Hochzeit von Charles und Lady Diana. Das Buch besticht damit vor allem aus der Kombination dieser zwei unterschiedlichen Seiten. Auch der Erzählstil des Buches ist etwas Besonderes. So wird zunächst über eine Frau mit ihrer Vergangenheit und ihren Entwicklungen berichtet. Dabei trifft sie auf eine zweite Frau. Doch bevor diese Begegnung geschildert wird, wird die Vergangenheit der zweiten Frau geschildert. Auf den ersten Blick kann das zu Verwirrungen beim Lesen führen. Nach und nach ergibt sich dadurch aber ein besonderes Gesamtbild. Darüber hinaus ist es ein Roman, der viele kleine Details beschreibt, die im Laufe der Geschichtsentwicklung eine Bedeutung bekommen – als Leser sollte man ganz besonders auf diese Details achten. Für mich war dieses Buch eben auch durch die unterschiedlichen Biografien der Frauen mit ihren unterschiedlichen Motiven sehr lesenswert und ich empfehle es auf jeden Fall weiter!