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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2025

Potenzial verschenkt…

Mathilde und Marie
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Der Klappentext und natürlich auch der Autor, dessen Name mir dank Instagram bekannt war, haben mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht.
Das Cover hat mich auf eine sanfte, leise und beschauliche Lektüre ...

Der Klappentext und natürlich auch der Autor, dessen Name mir dank Instagram bekannt war, haben mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht.
Das Cover hat mich auf eine sanfte, leise und beschauliche Lektüre eingestimmt, die sich dahinter auch verbirgt…
ABER: leider war mir die Geschichte viel zu beschaulich, ereignisarm und vom Erzählstil sehr mäandernd. Das Geschehen plätscherte vor sich hin, ohne mich zu irgendeinem Zeitpunkt der Geschichte packen zu können.
Ebenso verhielt es sich mit den Charakteren. Einzeln wirkten sie auf mich unnahbar, flach ausgearbeitet und nicht bereit, sich der Leserschaft zu präsentieren. Die Protagonistinnen in Summe, also die Bewohnerinnen Redus und ihre verschworene Gemeinschaft, wirkten auf mich im besten Falle herbeifabuliert, weniger nett ausgedrückt hat es auf mich nahezu sektenartig gewirkt.
Lichtblicke im Buch waren für mich die schönen Naturbeschreibungen, die beim Lesen fast eine so beruhigende Wirkung auf mich hatten, wie auf Marie im Buch

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Sehr bewegend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Ich habe dieses Buch sehr still gelesen, fast vorsichtig. Bo ist 89, und seine Einsamkeit war für mich von der ersten Seite an spürbar. Seine Frau lebt im Pflegeheim, der Sohn meint es gut, hört aber nicht ...

Ich habe dieses Buch sehr still gelesen, fast vorsichtig. Bo ist 89, und seine Einsamkeit war für mich von der ersten Seite an spürbar. Seine Frau lebt im Pflegeheim, der Sohn meint es gut, hört aber nicht wirklich zu, und der Hund Sixten ist Bos letzter Halt im Alltag. Gerade diese Beziehung hat mich sehr berührt. Es geht nicht nur um einen alten Mann und seinen Hund, sondern um Selbstbestimmung, um Würde und darum, ernst genommen zu werden – auch im Alter.

Während Bo auf sein Leben zurückblickt, tauchen Erinnerungen auf, die mal schmerzen, mal trösten. Das Buch ist ruhig erzählt, mit feinem Humor und viel Wärme. Nichts ist laut oder dramatisch, und genau das macht es so stark. Ich habe gelächelt, geschluckt und an einigen Stellen auch Tränen in den Augen gehabt. Für mich ist es ein Roman, der lange nachhallt und daran erinnert, wie wichtig Nähe, Zuhören und Mitgefühl sind.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Sehr spannend

Down Cemetery Road
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Das ruhige Oxford mit seinen Vororten wirkt zunächst harmlos, doch Mick Herron legt Schicht für Schicht frei, wie viel Dunkles darunterliegt. Besonders gefallen hat mir die Figur Zoë Boehm: eigenwillig, ...

Das ruhige Oxford mit seinen Vororten wirkt zunächst harmlos, doch Mick Herron legt Schicht für Schicht frei, wie viel Dunkles darunterliegt. Besonders gefallen hat mir die Figur Zoë Boehm: eigenwillig, direkt und angenehm ungeschönt. Sie ist keine klassische Ermittlerin, sondern jemand, der aneckt und gerade dadurch glaubwürdig wirkt.

Die Geschichte entwickelt sich eher ruhig als rasant, lebt aber von einer stetigen Spannung und dem Gefühl, dass nichts so ist, wie es scheint. Das Verschwinden des Kindes, die Explosion und die vielen Geheimnisse haben mich beim Lesen immer weitergezogen. Ich mochte auch, dass die Perspektive von Sarah Tucker Raum bekommt – ihre Unruhe und ihr Bedürfnis nach Wahrheit sind gut nachvollziehbar.

Kein Hochglanz-Krimi, sondern eine düstere, intelligente Geschichte mit trockenem Ton und starken Figuren. Für mich ein gelungener Auftakt, der neugierig auf mehr Fälle mit Zoë Boehm macht.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Sehr spannend

Verbrenn das Negativ
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Ich bin ohne große Erwartungen an Verbrenn das Negativ herangegangen und war schnell mittendrin. Die Grundidee – ein verfluchter Horrorfilm, der die Vergangenheit der Hauptfigur wieder einholt – hat mich ...

Ich bin ohne große Erwartungen an Verbrenn das Negativ herangegangen und war schnell mittendrin. Die Grundidee – ein verfluchter Horrorfilm, der die Vergangenheit der Hauptfigur wieder einholt – hat mich sofort neugierig gemacht. Besonders gut gefallen hat mir die Perspektive von Laura, die als Erwachsene gezwungen ist, sich einem Trauma aus ihrer Kindheit zu stellen. Das fühlte sich stellenweise unangenehm nah und glaubwürdig an.

Der Roman lebt stark von seiner düsteren Atmosphäre und dem Hollywood-Setting. Man merkt, dass der Autor das Genre liebt: Anspielungen auf Horrorfilme der 90er, Dreharbeiten, Kulissen und dieses ständige Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Die Spannung baut sich langsam auf, zwischendurch hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht, aber insgesamt bleibt man dran, weil man wissen will, ob der Fluch real ist oder nicht.

Kein reiner Splatter-Thriller, sondern eher eine Mischung aus Mystery, Horror und Vergangenheitsbewältigung. Für mich eine solide, stellenweise richtig unheimliche Lektüre, besonders für Fans von Meta-Horror und düsteren Stoffen.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Sehr bewegend

Die Insel meiner Schwester
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„Die Insel meiner Schwester“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Schon die Rückkehr auf die sturmumtoste Schäreninsel fühlte sich für mich an wie ein Schritt in ein altes, leicht unheimliches Fotoalbum. ...

„Die Insel meiner Schwester“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Schon die Rückkehr auf die sturmumtoste Schäreninsel fühlte sich für mich an wie ein Schritt in ein altes, leicht unheimliches Fotoalbum. Ich habe Mirjams Unsicherheit und ihren Schmerz über die gescheiterte Beziehung deutlich gespürt, aber noch mehr die seltsame Spannung zwischen den Schwestern. Die Atmosphäre ist dicht, manchmal fast drückend – genau das mochte ich. Die Autorin versteht es, unterschwellige Konflikte langsam an die Oberfläche zu ziehen, ohne je laut zu werden. Während der aufziehende Sturm die Insel verwandelt, spürte ich selbst dieses Knistern, das ankündigt, dass etwas Unausweichliches bevorsteht. Am meisten beeindruckt hat mich, wie feinfühlig Sara B. Elfgren die Frage nach Loyalität stellt: Wie weit geht man für jemanden, der einem einmal alles bedeutet hat? Das Buch hat mich nachdenklich zurückgelassen.

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