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Veröffentlicht am 28.12.2022

Thomas Halliday erweckt auf ganz besondere Art und Weise längst vergessene Welten sowie die darin beheimatete Flora und Fauna zum Leben und bringt uns damit unsere eigene Erdgeschichte näher

Urwelten
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"Back to our roots" könnte wohl auch der Titel dieses grandiosen Buchs des Paläontologen und Evolutionsbiologen Thomas Halliday sein.

Besser veranschaulicht das folgende Buchzitat die bevorstehende Safari ...

"Back to our roots" könnte wohl auch der Titel dieses grandiosen Buchs des Paläontologen und Evolutionsbiologen Thomas Halliday sein.

Besser veranschaulicht das folgende Buchzitat die bevorstehende Safari durch längst vergangene Zeiten.

"Das vorliegende Buch ist eine Erkundung der Erde, wie sie einst war, der Veränderungen, denen sie im Laufe ihrer Geschichte unterworfen war, und der Formen, die das Leben entwickelte, um sich anzupassen - oder auch nicht."

Nicht durch weniger als 500 Millionen Jahre nimmt uns Halliday mit auf eine sehr spannende und vor allem lehrreiche Zeitreise durch unsere eigene Erdgeschichte.

Die äußerst bildhafte Sprache des Autors vermochte es, mich sehr schnell für das Buch und das Thema zu begeistern. Einmal tief ins Buch eingetaucht fliegen die Millionen Jahre nur so dahin.

Halliday lässt längst vergessene Zeitalter zu alter Größe wieder auferstehen und gibt dem geneigten Leser auch einen kleinen Einblick in die damalige Flora und Fauna. Ich fühlte mich persönlich etwas an den Film Jurassic Park zurückerinnert beim Lesen.

Wenn ich an meine eigene Schulzeit an das Fach Erdkunde bzw. Geschichte zurückdenke, hätte ich mir wohl als Schüler damals dann Halliday als Lehrer gewünscht. Besser und vor allem bildhafter kann man unser aller Erdgeschichte nicht beschreiben und vermitteln. So macht Wissensvermittlung auf alle Fälle sehr viel Spaß und ist kein Stückchen öde oder trocken.

Die kurzweiligen Texte werden aufgegriffen von vereinzelten beispielhaften Illustrationen und Übersichtskarten. Von den durchweg gelungenen Illustrationen hätten es nach meiner Ansicht gerne etwas mehr sein dürfen. So spielt allerdings bei mir das Kopfkino beim Lesen die wichtigste Rolle und führt durch das ganze Buch dann auch komplett Regie.

Beim Lesen bekommt man einen kleinen Eindruck, wie zerbrechlich unser noch lebenswerter Planet eigentlich ist. Im ganz normalen Alltag wollen diesen Umstand wohl sehr viele Menschen nicht wahr haben, hier im Buch wird das ständige Werden und Vergehen dann sehr anschaulich präsentiert. Und damit schlägt Thomas Halliday nach meiner persönlichen Meinung dann die Brücke in unsere aktuelle sehr prekäre Lage. Wir sind mitten im Auge des vom Menschen gemachten Klimawandels. Was wohl über uns dann in tausenden von Jahren übrig bleiben bzw. von uns berichtet wird? Wie wird die Story rund um das Anthropozän dann wohl fortgeschrieben werden oder vielleicht auch in einem Kollaps der Ökosysteme enden?

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Veröffentlicht am 26.12.2022

Wie tickt eigentlich Friedrich Merz, der aktuelle Shootingstar der Unionsparteien?

Der Unbeugsame
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Das Autor*innen-Duo Jutta Falke-Ischinger und Daniel Goffart beleuchten in ihrem vorliegenden Buch "Der Unbeugsame - Friedrich Merz, die Union und der Kampf um die Macht" das politische Stehaufmännchen ...

Das Autor*innen-Duo Jutta Falke-Ischinger und Daniel Goffart beleuchten in ihrem vorliegenden Buch "Der Unbeugsame - Friedrich Merz, die Union und der Kampf um die Macht" das politische Stehaufmännchen Friedrich Merz von allen Seiten.

Der Politiker Friedrich Merz ist wohl für viele Personen in Deutschland ein Begriff.

Aber wert steckt eigentlich hinter dem Politiker Merz? Wie sieht das normale Leben von Friedrich aus, wenn es das überhaupt gibt? Was reitet Herrn Merz wenn er vor der versammelten Medienlandschaft und via Social Media beispielsweise die ukrainischen Kriegsflüchtlinge als Sozialtouristen verunglimpft?

Obwohl hier Herr Merz (mit "e") im Vordergrund steht gibt das Buch auch einen sehr tiefen Einblick in die geschundene Seele der beiden Unionsparteien. Abgesehen von der eigentlichen Vita und einigen wichtigen Lebensabschnitten erhält man Einblicke in das Ränkespiel und das Gezanke um die Toppositionen in der deutschen Politik. Welche Seil- und Kameradschaften sind dort dann vielleicht dienlich.

Nicht erst seit dem Wahlsonntag der Bundestagswahl 2021 hätte den beiden Unionsparteien bewusst sein müssen, dass es ein "WEITER SO" nicht mehr geben darf und geben wird.

Die Klimakanzlerin hat nach ihrem Abgang ein Machtvakuum in der politischen Blase der Unionsparteien hinterlassen. Für mich persönlich ist dies kein wirkliches Novum. Hätte man nicht vom sehr unrühmlichen Abgang von Helmut Kohl dann sehr viel mehr lernen müssen?

Der Politikrückkehrer Merz wird im Buch sehr gut be- und auch durchleuchtet, oder wussten Sie dass der kleine Friedrich eine Ehrenrunde in der Schule drehen musste. Auch die (quasi Dauer-)Fehde mit "Mutti Merkel" ist Thema des Buches und wird gekonnt aufgearbeitet.

Beweist Friedrich Merz in seinem aktuellen Job dann echte Leadershipmetnalität und richtet die Unionsparteien zukunftsfähig aus oder scheitert er, wie so viele vor ihm dann, wegen der inneren Zerissenheit der eigenen Partei. Wie will er der eigenen Partei, die innerlich ausgezehrt und vollkommen ausgehöhlt wirkt, wieder neues politisches Leben einhauchen?

Wie will Merz die ehemalig große Volkspartei der CDU dann wieder zu alter Stärke in die Zukunft führen und welche Fallstricke sind dort dann zu lösen? Ist das Konstrukt der großen vereinten Volkspartei dann überhaupt noch überlebensfähig oder längst ein Relikt vergangener Zeiten?

Last but not least, welche Zukunftsvisionen triggern Friedrich Merz, dem Kanzler im Wartestand?

Summa summarum ein lesenswertes Buch zum wohl umstrittensten aktuellen deutschen Politiker, der gerne in der deutschen Medienlandschaft polemisiert, polarisiert und die politische Führung der Koalitionsparteien in ihrem aktuellen Handeln scharf kritisiert.

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Veröffentlicht am 25.12.2022

Herrlich ehrliche und amüsante Episoden rund um die Advents- und Weihnachtszeit

Weihnachten in Tohuwabohu
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Das Autorenduo Tom Pauls und Peter Ufer geleitet den interessierten Leser in ihrem Buch "Weihnachten in Tohuwabohu" in verschiedensten herrlich ehrlichen und vor allem amüsanten Episoden aus dem realen ...

Das Autorenduo Tom Pauls und Peter Ufer geleitet den interessierten Leser in ihrem Buch "Weihnachten in Tohuwabohu" in verschiedensten herrlich ehrlichen und vor allem amüsanten Episoden aus dem realen Leben durch die Advents- und Weihnachtszeit.

Diese sehr kurzweiligen Episoden zaubern einem selbst auch an grauen Tagen ein Lächeln ins Gesicht und lassen einem über die darin Handelnden dann auch schmunzeln.

Garniert wird das durchweg gelungene Werk mit Texten von Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz, Hans Christian Andersen und Christian Morgenstern. Die sächsische Mundartdichterin Lene Voigt steuert weihnachtliche Gedichte "uff säggsch" mit bei.

Alles in allem wird mit diesem Werk die Zeit bis zur Heiligen Nacht unterhaltsam verkürzt.

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Veröffentlicht am 21.12.2022

Tausche für vier Wochen Berliner Politikbubble gegen den wilden afrikanischen Busch

Als Rangerin im Politik-Dschungel
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Die Autorin Maria Henk lädt Interessierte in ihrem Roman "Als Rangerin im Politik-Dschungel - Wie ich in der afrikanischen Wildnis die deutsche Politik verstehen lernte" ein, für ein Mini-Sabbatical von ...

Die Autorin Maria Henk lädt Interessierte in ihrem Roman "Als Rangerin im Politik-Dschungel - Wie ich in der afrikanischen Wildnis die deutsche Politik verstehen lernte" ein, für ein Mini-Sabbatical von vier Wochen mit ihr nach Botswana zu reisen und dort einer Rangerausbildung beizuwohnen.

Die Idee, den Job in Deutschland hinzuschmeissen oder eine Auszeit in Afrika zu verbringen und vielleicht auch eine Rangerausbildung zu absolvieren ist so neu wirklich nicht.

Wie Henk selbst anfangs im Buch anmerkt hat sie ein bestimmtes Buch auf eben diese Weinidee (ne keine Schnapsidee - das damalig konsumierte Getränk war Wein) gebracht. Ich tippe mal ganz frech und unverfroren auf "Frühstück mit Elefanten" von Gesa Neitzel. Auf diesen Spuren möchte Maria Henk dann eben innerhalb ihrer sehr begrenzten vier Wochen dann im afrikanischen Botswana wandeln.

"Ich will raus in die Natur, rein in die afrikanische Wildnis. Ich will in ein Leben eintauchen, in dem man sich auf nichts anderes verlassen kann als auf seine Instinkte. Ein Leben ohne Terminpläne, ohne Stress, ohne Regeln. Ein Leben mit Vogelgezwitscher statt Handyklingeln."

Das vorherige Buchzitat gibt einen Teil der hehren Ziele von Maria Henk vor Beginn ihres Abenteuertrips wieder.

Maria schaut dann natürlich erst mal komisch aus der Wäsche, als sie merkt auf was sie sich da eigentlich eingelassen hat. Sehr früh morgens aufstehen und den Tieren der Nacht nachspüren steht dann eben unter anderem auf dem durchgetakteten Stundenplan für angehende Ranger.

Das Buch bzw. die Erzählungen des Er- und Durchlebten hielten mich immer irgendwie in gewissem Abstand zur Protagonistin und zur Handlung selbst.

Die Beschreibung von Botswana selbst und der dortigen Flora und Fauna klangen für mich persönlich leider zu arg nach Reiseführer und Wikipediawissen. Allerdings muss ich auch dazu anmerken, dass ich ein echter Natur-/TIer-/Wildlife-Dokunerd bin und viele Details zu den Tieren wie auch eben zu Flora und Fauna dann leider bereits kannte und für mich die Beschreibungen keine wirklichen neuen Erkenntnisse bereit hielten.

Ich erwartete eigentlich eher eine detailliertere Beschreibung der Ausbildung zum Ranger und vielleicht nur hier und da dann Parallelen zur deutschen Politikbubble. Müsste ich es gewichten halten sich die Episoden zwischen der afrikanischen Rangerausbildung und den gezogenen Parallelen zur Politikwelt nahezu die Waage. Mein Gefühl sagt sogar, dass Afrika fast etwas unter geht und zu wenig präsent ist. Diesen Umstand finde ich persönlich dann sehr schade. Ich hätte mir mehr persönliche Erfahrungen von Henks Buschabenteuer in Afrika erwartet.

Das Buch liest sich zwar insgesamt sehr kurzweilig, mir persönlich fehlten aber mehr persönliche Emotionen sowie Erlebnisse und vor allem auch mehr Einblicke in den angehenden Rangeralltag. Ich fühlte mich persönlich wenig mit der Geschichte von Henk verbunden und ich wähnte mich auch kaum mittendrin im beschriebenen Geschehen. Wer einmal anfängt wird das Buch nach meiner Meinung in einem Rutsch gut durchlesen können.

Summa summarum leider für mich persönlich ein Buch als kleiner Snack für zwischendurch, das allerdings keinen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

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Veröffentlicht am 19.12.2022

Mut, Hoffnung, Liebe und Courage in Deutschlands dunkelster Stunde

Die Wiege der Hoffnung
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Die Autorin Tara High nimmt uns in ihrem neuen Roman "Die Wiege der Hoffnung" mit in ein Setting anno 1935, als die Juden bereits in Deutschland sich immer mehr Repressalien ausgesetzt sahen und offen ...

Die Autorin Tara High nimmt uns in ihrem neuen Roman "Die Wiege der Hoffnung" mit in ein Setting anno 1935, als die Juden bereits in Deutschland sich immer mehr Repressalien ausgesetzt sahen und offen ausgegrenzt wurden.

Alleine nur der bildhafte Schreibstil machte es mir persönlich sehr leicht, mich auf die Handlung einzulassen.

Getragen wird die Story von dem gelungen angelegten Charakter der Apothekertochter Luise, die alles im Sinn hat, aber die elterliche Apotheke nicht wirklich weiter führen möchte.

Zum eigentlichen Plot des Buches möchte ich dann gar nicht mehr verraten und verweise hier nochmals auf den Teasertext des Buches.

Insgesamt beschreibt Tara High die damaligen Umstände sehr eindrücklich in ihrem Buch. Verbunden mit der beginnenden Liebelei zwischen Luise und Emilio nimmt die Handlung dann richtig Fahrt in Richtung Italien auf.

Beim Lesen ertappte ich mich immer wieder selbst, was ich wohl an Luises Stelle getan hätte.

Summa summarum bietet "Die Wiege der Hoffnung" gute Unterhaltung in einem geschichtsträchtigen Setting der NS-Zeit, das uns allen die damaligen schlimmen Umstände nochmalig vor Augen führt und uns allen eine Mahnung sein sollten.

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