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Veröffentlicht am 04.06.2020

Abenteuer, Mythen und das alles in beeindruckenden Bildern erzählt.

Mythen der Antike: Jason und das Goldene Vlies (Graphic Novel)
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Der Splitter Verlag hat sich seit Oktober 2019 einer Reihe um die »Mythen der Antike« angenommen, in der der ehemalige französische Bildungsminister Luc Ferry in Zusammenarbeit mit Clotilde Bruneau Szenarien ...

Der Splitter Verlag hat sich seit Oktober 2019 einer Reihe um die »Mythen der Antike« angenommen, in der der ehemalige französische Bildungsminister Luc Ferry in Zusammenarbeit mit Clotilde Bruneau Szenarien für Comic-Adaptionen der griechischen Mythologie erarbeiten und gemeinsam mit verschiedenen Illustrator*innen nun zu neuem Leben erwecken. Zuletzt erschien mit der deutschen Übersetzung der abenteuerlichen Geschichte »Jason und das Goldene Vlies« mit Illustrationen von Alexandre Jubran der dritte Band aus dieser anspruchsvollen Reihe.

In dieser fast 200-Seiten umfassenden Ausgabe haben sich Luc Ferry und Clotilde Bruneau der schwierigen Aufgabe gestellt, und nach der Ilias eine weitere komplexe Geschichte der griechischen Mythologie in ein spannendes Comic-Abenteuer verpackt. Dabei konnte sicherlich nicht auf alle Einzelheiten eingegangen werden aber in einem umfangreichen Anhang wurden wieder zahlreiche Zusatz-Informationen z. B. zu den Hintergründen der Argonauten, Figuren/Götter der Geschichte und Bedeutungen von Namen zusammengetragen und mit Abbildungen von Gemälden aufbereitet.

Die Geschichte beginnt mit einer Episode über den böotischen König Athamas der durch eine Intrige seiner zweiten Ehefrau Ino dazu gezwungen wird seine Kinder Helle und Phrixos den Göttern zu opfern. Am Tag des Rituals erscheint jedoch ein Widder mit goldglänzendem Fell, der den Kindern zur Flucht verhilft. Doch Helle kann sich nicht auf dem Rücken des Widders halten und stürzt über dem Meer in ihren den Tod. Phrixos hingegen gelangt sicher nach Kolchis und wird bei König Aietes aufgenommen. Aus reiner Dankbarkeit übergibt Phrixos schließlich das Goldene Vlies als Geschenk an seinen Ziehvater.

Der Erzählung über Jason beginnt mit dem Sturz seines Vaters Aison vom Thron von Iolkos durch dessen Halbbruder Pelias, welcher als Sohn des Meeresgottes Poseidon zu den Halbgöttern zählt. Bei der Eroberung der Macht ließ Pelias alle Kinder von Aison und Alkimede töten, nur Jason überlebte durch einen Zufall und wurde von seiner Amme gerettet. Als Mündel landet der Junge bei dem Zentauren Cheiron, in dessen Obhut auch schon andere griechische Jünglinge wie z. B. Achilles unterrichtet wurden, und sich nun auch Jasons Erziehung annimmt. Als die Zeit reif ist und Jason sein Recht als Thronerbe in Anspruch nehmen will, steht er vor schier unlösbaren Aufgabe, das Goldene Vlies zu besorgen. Durch seinen Aufruf an alle Griechen finden sich Helden und Halbgötter bei ihm ein und wagen mit der Unterstützung der Götter das Abenteuer. Die »Argonauten« müssen sich auf ihrer Reise so einigen Prüfungen und Herausforderungen stellen, nicht zuletzt Jason der sich auf Kolchis in die Magierin Medea verliebt.

Genau das ist der Stoff, aus dem die Sagen der griechischen Mythologie gestrickt sind. Es ist ein wahres Erlebnis diese epische Geschichte in den detailverliebten Bildern des Künstlers Alexandra Jubran erleben zu dürfen. Ich habe jede Seite genossen und habe mich immer tiefer in die magische und schicksalhafte Geschichte Jasons hineingelesen. Auf seiner Reise zum Goldenen Vlies begegnet man Meeresungeheuern, Drachen und erhascht sogar einen Blick auf Prometheus der von Zeus höchstpersönlich im Kaukasusgebierge fest geschmiedet wurde. Das Ende des Comics war mir etwas zu abrupt und ich bin mir sicher, dass man dieses auch runder gestalten hätte können. Ich hätte es auf jeden Fall noch etwas in der wunderschön bebilderten Welt aushalten können! Im Ganzen betrachtet haben sich die Autoren mit Alexandra Jubran genau den richtigen Künstler für »Jason und das Goldene Vlies« herangezogen und ein opulentes Gesamtkunstwerk erschaffen.

Wie auch schon bei den anderen erschienenen Ausgaben der »Mythen der Antike« eignet sich auch dieser abgeschlossene Comicband über die Abenteuer und Sagen von Jason und den Argonauten für Comic-Neulinge. Die Panels sind übersichtlich angeordnet und der Geschichte lässt sich gut folgen. Wer zudem einen leichten Einstieg in die Welt der griechischen Mythologie sucht, sollte hier auf jeden Fall zugreifen.

Fazit

Ein prachtvoller Comic, der den Stoff über die Sagen und Abenteuer in der Antike in sich trägt.

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Griechische Mythologie modern erzählt - ein Highlight!

Das Lied des Achill
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Beschreibung

Achill mit seiner halbgöttlichen Abstammung von Königs Peleus und der Meeresgöttin Thetis ist schon in jungen Jahren eine glanzvolle Erscheinung und kaum jemand kann sich seiner Anmut und ...

Beschreibung

Achill mit seiner halbgöttlichen Abstammung von Königs Peleus und der Meeresgöttin Thetis ist schon in jungen Jahren eine glanzvolle Erscheinung und kaum jemand kann sich seiner Anmut und leuchtenden Schönheit entziehen. Als der junge Prinz Patroklos von seinem Vater verstoßen wird und im Palast des Peleus aufgenommen wird treffen die unterschiedlichen Jünglinge aufeinander. Zwischen ihnen entsteht ein freundschaftliches Band, welches immer enger wird. In der Abgeschiedenheit des Waldes bei dem Zentauren Chiron erhalten sie eine tief greifende Ausbildung und bekommen den nötigen Raum um ihre Gefühle zueinander zu verstehen, bevor sie Teil eines Jahrzehnte währenden Krieges zwischen den Griechen und den Trojanern vor den Toren Trojas werden, der das Schicksal der Beiden besiegeln wird.

Meine Meinung

Mit »Ich bin Circe« schaffte Madeline Miller den Sprung in die Bestsellerlisten und landete auch direkt auf dem Regalbrett meiner absoluten Lieblingsbücher. Daher freut es mich sehr, dass der Eisele Verlag nun ihr früheres Werk »Das Lied des Achill«, wenn auch leider nur in einer broschierten Ausgabe, neu aufgelegt hat.


Die Autorin erzählt in diesem Roman die Geschichte des Achilles, einer der mächtigsten Kämpfer aus der griechischen Mythologie, neu und lässt eine ganz andere Seite des Krieges zwischen Griechen und Trojanern vor den Toren Trojas erstrahlen. Aufbauend auf Homers »Ilias« greift Madeline Miller die grundlegenden Motive der Sage auf und vermischt diese mit ihren Gedanken und Ideen zu einem absolut fesselnden Roman, der Achill und seinen Gefährten Patroklos in den Mittelpunkt rückt.

Madeline Miller beginnt die Erzählung in der Jugend des erzählenden Patroklos der als Sohn des Menoitios und der Sthenele zur Welt kommt und nach dem unglücklichen Totschlags an Kleitonymos von seinem Vater enterbt und aus seinem bisherigen Leben verbannt wird. Durch diese schicksalhafte Begebenheit kommt Patroklos an den Hof von König Peleus, dessen götterfürchtiges Herz voller Güte steckt. Außer Patroklos befinden sich noch weitere Mündel im Palast, die zu Kriegern erzogen werden, doch bisher hat keiner von ihnen es vermocht das Interesse und die Aufmerksamkeit des übermenschlich begabten Prinzen Achill zu wecken. Dies ändert sich mit seiner Anwesenheit und Achill, dem großer Ruhm in der Schlacht und die damit einhergehende Ehre prophezeit wurden, wählt sich Patroklos als Weggefährten aus.

Achilles göttliche Mutter Thetis hegt gegenüber den Menschen seit jeher Abscheu, doch besonders großes Missfallen rufen die sanft entstehenden Bande und später auch die homosexuelle Beziehung zwischen ihrem Sohn und Patroklos hervor. Madeline Miller entwirft mit sanften Pinselstrichen unglaublich greifbare und authentische Charaktere, und platziert diese in dem fesselnden mythologischen Setting um den »Trojanischen Krieg«. Die ehrliche erzählte Liebesgeschichte zwischen Achill und Patroklos entspinnt sich zart und unaufgeregt, nimmt einen mit ihrem Zauber immer mehr gefangen, denn durch die Erzählperspektive wird das Vertrauen und die Treue zwischen den beiden Weggefährten besonderen Nachdruck verliehen. Besonders ungewöhnlich und deshalb auch umso beeindruckender ist, dass die homosexuelle Liebe von Achill und Patroklos zu dieser Zeit keine Anerkennung findet und dennoch in Millers Roman niemals in Frage gestellt wird.

»Das Lied des Achill« ist eine wunderbare Interpretation der möglichen Liebesgeschichte zwischen dem Halbgott Achill und Patroklos, die mich durch Millers außergewöhnlich einfühlsamen Schreibstil von der ersten Seite an vollkommen gefangen genommen hat. Mit ihrem lebhaften Erzählstil lässt die Autorin Bilder im Kopf der Leser*innen entstehen, die direkt in das sonnige Griechenland entführen und einen das Salz des Meerwassers auf der Haut spüren lassen.

Natürlich kommt der sagenumwobene und über Jahrzehnte andauernde Krieg zwischen Griechen und Trojanern nicht zu kurz. Das Miller durch ihr Studium das nötige Hintergrundwissen mitbringt, beweist sie mit Bravour, wobei mir als Laie sicherlich einige Anspielungen bei der Nennung zahlreicher griechischen Geschlechter und deren Namen entgangen sein dürften. Trotz der heroisch und von Göttern geprägten Epoche werden auch durchaus kleineren Gefühlen und moralischen Fragen Raum gelassen und machen die Geschichte zu einer äußerst emotionalen Angelegenheit. Eine meisterhaft erzählte Geschichte, die mich tief bewegt zu Tränen rührte.

Fazit

Eine atemberaubende und berührende Liebesgeschichte, die den meisterhaften mykenischen Krieger Achill in völlig neuem Licht glänzen lässt.

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Eine fesselnde Comic-Biographie

Marie Curie
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Die Drehbuchautorin und Künstlerin Frances A. Østerfelt beschäftigte sich schon längere Zeit mit dem Leben und Werk der Wissenschaftlerin Marie Curie. Zusammen mit der Professorin und Forscherin Anja C. ...

Die Drehbuchautorin und Künstlerin Frances A. Østerfelt beschäftigte sich schon längere Zeit mit dem Leben und Werk der Wissenschaftlerin Marie Curie. Zusammen mit der Professorin und Forscherin Anja C. Andersen wurde die Idee zu einer Comic-Biographie über die bedeutende Persönlichkeit Marie Curies erarbeitet und schließlich mithilfe der polnischen Illustratorin Anna Blasczczyk umgesetzt, welche kürzlich unter dem Titel »Marie Curie: Ein Licht im Dunkeln« im Knesebeck Verlag erschienen ist.

Wir alle haben schon einmal von der ersten weiblichen Nobelpreisträgerin Marie Curie gehört, und sei es nur im Physikunterricht an der Schule. Doch wie war das Leben der klugen Frau, was hat ihre Kindheit geprägt und wie lernte sie ihren Mann Pierre Curie kennen, um schließlich die bahnbrechende Forschung voranzutreiben, die zur Isolation des Elementes Radium führte? Das und noch viel mehr wird in künstlerisch aufbereiteter Form, angereichert mit Briefen und Tagebucheinträgen, für Erwachsene und Kinder zugänglich gemacht.

Der biographische Comic ist in Lebensabschnitte unterteilt, die mit der Geburt unter dem Namen Maria Skłodowska 1867 beginnen und ihre Kindheit bis 1884 sowie vier weitere Kapitel (1884 bis 1891, 1891 bis 1895, 1895 bis 1903, 1903 bis 1911) bis hin zu einem Epilog mit ihrem Tod 1934 enthalten.

Schon früh zeigt sich das Marie ein besonderes Kind ist, sie interessiert sich vor allem fürs Lernen und wissenschaftliche Experimente, doch die fehlende Nähe zu ihrer an Tuberkulose erkrankten Mutter und der bald folgende Verlust macht ihr zu schaffen. Zu dem familiären Umfeld wird auch die politische Lage Polens skizziert, welches von drei Großmächten besetzt ist. Ihre Heimat Warschau wird von Russland kontrolliert, was viele Einschränkungen für die patriotische Familie mit sich bringt.

Doch Marie meistert ihren Weg und kämpft für ihr Ziel zu lernen und Wissen zu erlangen unermüdlich. Da der Besuch einer Universität in ihrem Land für Frauen verboten ist, lernt Marie an einer »Fliegenden Universität« und verfolgt mit ihrer Schwester Bronia den Traum an einer Universität aufgenommen zu werden. Als Gouvernante verdient sich Marie ihren Lebensunterhalt und spart Geld, um zuerst ihrer älteren Schwester das Medizinstudium in Paris zu ermöglichen und etwas für sich selbst zurückzulegen. Später wird sie Bronia, die dann bereits verheiratet ist, in die französische Hauptstadt Paris nachreisen und zum ersten Mal in ihrem Leben die Vorzüge der Freiheit zu schätzen lernen.

In der von Männern dominierte Welt der Universität und Wissenschaft muss sich Marie beweisen und hat es deutlich schwerer als ihre Mitstudenten. Als sie mit Pierre Curie Bekanntschaft schließt und sich die beiden klugen Köpfe auch noch ineinander verlieben, ist der Weg für eine bahnbrechende Zusammenarbeit geebnet.

Es wäre schön, kaum wage ich daran zu glauben, mit dir mein Leben zu verbringen, gebannt in unseren Träumen: dein Traum für dein Land; unser Traum für die Menschheit; unser Traum für die Wissenschaft.

Die Illustrationen von Anna Blasczczyk sind schon auf den ersten Blick etwas Besonderes, in bunten Illustrationen vor schwarzem Hintergrund, die an Schattenrisse erinnern, wird auch viel zwischen den Textzeilen erzählt. Besonders in den collagenhaften Zusammenstellungen gibt es (auch auf den zweiten und dritten Blick) einiges zu entdecken. Sicherlich kann dieser Comic nicht alle Informationen wiedergeben, gerade im wissenschaftlichen Hinblick ist hier alles sehr vereinfacht gehalten. Aber auf mich als Laie hat diese Geschichte über die außergewöhnliche und geniale Frau Marie Curie unglaublich viel Eindruck gemacht.

Fazit

Künstlerisch wertvoll, innovativ und inhaltlich fesselnd erzählte Comic-Biographie über die Nobelpreisträgerin Marie Curie.

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Ein Roman über eine extravagante Dame und Schriftstellerin.

Die Dame hinter dem Vorhang
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Beschreibung

Ende der 1920er verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners der Familie Sitwell, ihr Zuhause auf dem Landsitz Gut Renishaw, um der Tochter der Sitwells nach London zu folgen. Der Dienst ...

Beschreibung

Ende der 1920er verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners der Familie Sitwell, ihr Zuhause auf dem Landsitz Gut Renishaw, um der Tochter der Sitwells nach London zu folgen. Der Dienst im Hause der exzentrischen und exotischen Dame Edith Sitwell, welche sich in einem illustren Freundeskreis aus Künstlern, Dichtern und Schriftstellern bewegt, lässt das Hausmädchen zu einem Teil des glamourösen Leben zwischen Auftritten, Soireen und Reisen durch die Welt, werden. Dabei ist Jane aber auch treue Begleiterin ihrer Dienstherrin bei allen Problemen und Tiefpunkten, die dieser außergewöhnliche Lebensstil mit sich bringt.

Meine Meinung

In ihrem Roman »Die Dame hinter dem Vorhang« verwebt Veronika Peters reale Facetten mit einer fiktionalen Geschichte und setzt damit der englischen Dichterin Dame Edith Louisa Sitwell (* 7. September 1887 in Scarborough; † 9. Dezember 1964 in London) ein Denkmal. Für mich ist dies der erste Roman der deutschen Schriftstellerin, die seit 2007 bereits fünf weitere Bücher veröffentlichte.

Das Buch ist im Wunderraum Verlag erschienen und glänzt alleine schon durch die schöne Aufmachung mit Leinenrücken, Lesebändchen und bemustertem Vorsatzpapier. Eine tolle Ausstattung für ein Werk über die, für damalige Verhältnisse, exotische und extravagante Frau, die sich nichts aus den gesellschaftlichen Idealen für Frauen machte und lieber ihren eigenen Weg ging. Als Tochter von Sir George Sitwell und Lady Ida Emily Augusta Denison wuchs die junge Edith unter keinen liebevollen Verhältnissen heran, denn als Erstgeborene war sie alleine aufgrund ihres Geschlechts und später auch noch aufgrund ihres großen Wuchses und ihrem Aussehen, dass nicht dem Schönheitsideal entsprach, vor allen Dingen ihrer Mutter ein Dorn im Auge.

Wie nun aus diesem ungeliebten Mädchen eine bedeutende Dichterin wurde, die für ihren extravaganten und exotischen Kleidungsstil sowie ihrem aufsehenerregenden Schmuck bekannt war, kommt man mit Veronika Peters Geschichte, wenn auch nur fiktional, einen Schritt näher. Um einen hautnahen Blick auf die außergewöhnliche Persönlichkeit werfen zu können, bedient sich die Schriftstellerin eines geschickten Mittels, indem sie die Geschichte mit der von Emma Banister und ihrer Tochter Jane Banister verknüpft. Als junges Mädchen freundet sich die einsame Edith mit der wenig älteren Gärtnerstochter Emma an, welche schließlich der erwachsenden Edith ihre Tochter Jane als Hausmädchen anvertraut.

Durch das Sichtglas Emma und Jane Banister erhascht man einen ziemlich privaten Blick auf die Dichterin und begleitet diese auf ihrem Lebensweg, der mit interessanten Episoden gespickt ist. Das alles verarbeitet Veronika Peters in ihrem flüssigen Erzählstil zu einer unterhaltsamen Lektüre, die zudem das Lebensgefühl der 20er Jahre einfängt. Allerdings finde ich es sehr Schade, dass Emma und Jane nur als Mittel zum Zweck genutzt wurden und es diesen Charakteren an jeglicher Kontur und Ausarbeitung fehlt. Sie sind leider nur notwendiges Beiwerk, das es ermöglicht die Geschichte von Dame Edith zu erzählen.

Fazit

Ein Roman, der sich fiktional mit dem Leben der englischen Dichterin Dame Edith Sitwell auseinandersetzt und einen Blick hinter die Kulissen wagt.

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Spannende Dark Fantasy

Das neunte Haus
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Beschreibung

Mächtige Studentenverbindungen an der Elite-Universität Yale beherrschen nicht nur das Campus-Leben, sondern nehmen seit Jahrzehnten Einfluss auf die Gesellschaft Amerikas. Das neunte Haus ...

Beschreibung

Mächtige Studentenverbindungen an der Elite-Universität Yale beherrschen nicht nur das Campus-Leben, sondern nehmen seit Jahrzehnten Einfluss auf die Gesellschaft Amerikas. Das neunte Haus »Lethe« überwacht die gefährlichen Rituale und ob die acht Verbindungen bei der Ausübung ihrer Macht den festgelegten Regeln Folge leisten. Alex Stern kann schon seit jeher Geister sehen und wird aufgrund dieser besonderen Gabe in das Haus Lethe eingeführt, und in der Überwachung der magischen Vorgänge ausgebildet.

Als die Leiche einer Studentin auf dem Campus aufgefunden wird, ist es an Alex die Umstände um die brutale Ermordung aufzudecken. Leider ist ihr Mentor spurlos verschwunden, sodass die Außenseiterin fast auf sich alleine gestellt die Ermittlungen aufnimmt.

Meine Meinung

Leigh Bardugo hat sich mit ihrer High Fantasy »Krähen Dilogie« sowie »King of Scars« bereits in mein Fantasy-Herz geschrieben und betritt nun mit ihrem neuen Roman »Das neunte Haus« das Terrain der Urban Fantasy gemischt mit Dark Fantasy abseits des »Grishaverse«.

Die Geschichte trägt sich in New Haven (Connecticut) zu, wo sich ein Knotenpunkt für Magie befindet und zum größten Teil ist die Handlung an der Elite-Universität Yale angesiedelt, die mit ihren Studenten-Verbindungen jede Menge Spielraum für Verschwörungen und düstere Intrigen eröffnet.

Die Bestseller Schriftstellerin wirft ihre Leser*innen dieses Mal direkt in die Handlung, welche sich mit »Winter« (Gegenwart) und »Im Herbst zuvor« (Vergangenheit) auf zwei Handlungsebenen aufteilt. Außerdem sind für das komplexe Setting ausschweifende Ausführungen notwendig, die einen in die Funktionen der Verbindungen und dem Zusammenspiel mit den magischen Vorgängen in New Haven einführen. Der Einstieg in die Geschichte erfordert deshalb einiges an Geduld und Konzentration, wenn man sich von der ultracoolen Story allerdings gefangen nehmen lässt wird man schon bald in einen außerordentlich spannenden und mysteriösen Fantasy-Thriller gesogen.

Barudgo fasziniert mich immer wieder mit ihren kreativen Ideen und in ihrem Roman »Das neunte Haus« vor allen Dingen mit den Ritualen und mächtigen Fähigkeiten der Studenten-Verbindungen, zu denen sich auch namhafte Persönlichkeiten zählen lassen. Die Alumni von »Skull and Bones« können aus menschlichen Eingeweiden in die Zukunft blicken und Vorhersagen z. B. für die Börse treffen, »Scroll and Key« erschaffen Portale, »Book and Snake« verfügen über Knochenmagie, die »Manuscripts« sind mit ihrer Magie zur Täuschung fähig, um nur einige der Haupthäuser mit ihren Mächten zu nennen.

Galaxy »Alex« Stern ist die Heldin des Romans, die durch ihre Außenseiterstellung, mit einer harten Vergangenheit, die sie auf die schiefe Bahn lenkten und durch ihre Gabe, Geister sehen zu können, auch in Kontakt zu Drogen brachte und dadurch einen besonderen Reiz abseits des Mainstreams auf mich ausübte. Durch einen Zufall erregte sie mit ihrer Fähigkeit die Aufmerksamkeit wichtiger Männer in Yale und bekommt dadurch auch gleichzeitig die Chance eröffnet ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Ich habe ein Faible für Charaktere mit Ecken und Kanten und daher trifft die Autorin nicht nur mit Alex genau meinen Geschmack, sondern auch mit ihrem Mentor Darlington, der sich eigentlich auf seiner privilegierten Stellung ausruhen könnte aber dann doch lieber seine eigenen Ziele verfolgt. Doch mit seinen Nachforschungen überschreitet er eine unsichtbare Grenze und verschwindet schon bald selbst von der Bildfläche.

Die Ereignisse spitzen sich im Verlauf des Buches immer weiter zu und auf den letzten hundert Seiten entwickelt die Geschichte auch noch wahre Pageturner-Qualitäten. Am meisten genossen habe ich die gruselige und düstere Seite der Geschichte, die durch Gewalt und Brutalität ihren Stempel aufgedrückt bekommt und auch mal Blut fließen lässt. Das mag zwar schräg klingen, aber durch solche Geschichten mit Horror-Charakter gelingt es mir wunderbar vom Alltag abzuschalten. Weniger überzeugen konnte mich die kriminalistische Ader, der man locker weniger Raum hätte zukommen lassen können, aber welche dennoch eine wichtige Rolle im Gesamtbild einnimmt.

Das die Geschichte zum Teil etwas ausschweifend konstruiert ist und es ab und an (gerade zum Beginn) nicht immer leicht fällt dem roten Faden zu folgen, sind meine einzigen Kritikpunkte an dieser atmosphärisch düsteren Story. Ansonsten kann ich Leigh Bardugos Dark Fantasy Roman nur wärmsten weiterempfehlen!

Fazit

Ein fast perfektes Highlight aus der Dark Fantasy mit einem packenden Konstrukt um die mysteriösen Vorgänge in Studentenverbindungen.

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