Profilbild von Furbaby_Mom

Furbaby_Mom

Lesejury Star
offline

Furbaby_Mom ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Furbaby_Mom über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Emotionale Rockstar-Romance

Like Secrets in the Dark
0

Der zweite Band der New York Love Songs-Dilogie entführt uns mitten hinein in die Glitzerwelt New Yorks und zeigt gleichzeitig, wie dunkel es hinter der Fassade eines Rockstars sein kann. Erzählt wird ...

Der zweite Band der New York Love Songs-Dilogie entführt uns mitten hinein in die Glitzerwelt New Yorks und zeigt gleichzeitig, wie dunkel es hinter der Fassade eines Rockstars sein kann. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Blake und Lennon, was ich sehr geliebt habe; mittlerweile bin ich ein großer Fan des Dual POVs.

Besonders eindrucksvoll waren für mich Blakes innere Monologe … sein Kampf mit den eigenen Dämonen, Schuldgefühlen und der ständigen Angst, zu versagen. Manche seiner Gedankengänge haben mich regelrecht erschüttert. Umso bedeutsamer war seine Charakterentwicklung im Laufe der Handlung.

Aber keine Sorge, »Like Secrets in the Dark« ist nicht nur eine Geschichte über Schmerz, sondern auch über Hoffnung und zweite Chancen. Denn die sympathische Lennon bringt Licht in Blakes Dunkelheit - und obwohl ihr Arrangement als reines Fake Dating beginnt, spürt man schnell, dass sich zwischen ihnen etwas sehr Echtes entwickelt. Diese Mischung aus romantischen Momenten und ernstem Unterton hat mir richtig gut gefallen.

Bedeutet das, der Fokus liegt rein auf der tollen Love Story? - Absolut nicht! … denn das Ganze wurde mit einem spannenden Aspekt verwoben: dem Kampf um das Familienimperium, den Erwartungen von außen, dem Druck, allen gerecht werden zu müssen. Jennifer Wiley hat hier die Balance zwischen Herzklopfen, Drama und emotionalen Abgründen ideal getroffen.

Was mir ebenfalls positiv in Erinnerung bleibt:

❏ der flüssige Schreibstil, der mich mühelos durch die Seiten getragen hat
❏ das wunderschön gestaltete Cover, das perfekt zur Atmosphäre des Romans passt

Ganz rund war es für mich nicht (bei einigen Passagen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht und manche Konflikte wirkten vorhersehbar), aber insgesamt war es eine mitreißende, atmosphärische Rockstar-Romance, die sich wunderbar lesen ließ.

Fazit:
Solide Fake-Dating-Story mit einem gebrochenen Rockstar, die berührt und gut unterhält, die innere Kämpfe spürbar macht, aber auch zeigt, dass Liebe heilen kann. Definitiv ein schönes Leseerlebnis, daher empfehle ich den Read sehr gerne weiter an alle Romance-Fans.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2025

Bewegend und grandios erzählt!

Schwestern des brennenden Himmels
0

"Im Krieg laufen wir alle immer Gefahr, zu Monstern zu werden. Selbst die Guten."

Es gibt Bücher, die beim Lesen nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern ein ganzes Stück Geschichte lebendig machen ...

"Im Krieg laufen wir alle immer Gefahr, zu Monstern zu werden. Selbst die Guten."

Es gibt Bücher, die beim Lesen nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern ein ganzes Stück Geschichte lebendig machen - und genau das gelingt Hanna Caspian hier auf gleichermaßen eindringliche wie mitreißende Art und Weise.

Meine Highlights:

❏ der auf Emotion gelegte Fokus
❏ die intensive Bildsprache der Autorin
❏ die Einbindung wichtiger politischer Details, ohne dass der zwischenmenschliche Aspekt der Handlung dadurch verblasst - das Gleiche gilt übrigens auch für die Love Story: ja, es gibt sie, aber der Hauptschwerpunkt liegt auf den Kriegsnachwehen und den daraus resultierenden Konsequenzen für alle Beteiligten

Im Hinblick auf den Inhalt verweise ich direkt auf den Klappentext, der ideal die wichtigsten Fakten hervorhebt, ohne Elementares zu spoilern - mich hatte er jedenfalls sofort neugierig gemacht, da ich historische Romane, deren Handlung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges angesiedelt ist, enorm gerne lese.

Die Autorin versteht es meisterhaft, das unermessliche Leid dieser Zeit in Worte zu fassen. Die Bilder, die sie zeichnet, sind roh, erschütternd, tragisch und wirken in gewissen Details (Stichwort: Mutter mit Baby - oder: Olgas Erzählungen vom Verhalten deutscher Soldaten in Bezug auf russische Kinder) lange nach. Durch das Schicksal der Figuren wird deutlich, wie tief die Narben des Krieges gehen und wie schwer es ist, überhaupt wieder Hoffnung zu fassen.

Dieser Roman ging mir schon ordentlich an die Nieren, das muss ich zugeben. Während der Lektüre musste ich immer wieder daran denken, dass es meiner eigenen Urgroßmutter einst so ergangen war wie Liesl - und Abertausenden von Frauen:

"Er wusste so gut wie sie, dass schon einzelne russische Wörter bei ihr Atemnot und Angstanfälle auslösten. Allein der Klang der Sprache katapultierte sie wieder zurück in den Keller, in den Hinterhof, in das leer stehende Fabrikgebäude. Männer. Schändung.[…]"

Neben der historischen Genauigkeit, die einmal mehr die bravouröse Recherchearbeit der Autorin verdeutlicht, war es für mich vor allem die emotionale Intensität, die dieses Buch so besonders gemacht hat. Schmerz, Schuld, Verzweiflung. … aber auch ein zartes Aufflackern von Liebe und Menschlichkeit inmitten der Trümmer. Ann und Jackson haben mich bewegt, insbesondere da ihre Geschichte von Anfang an eigentlich unter keinem guten Stern stand. Lediglich im Bezug auf das Ende hätte ich mir einen etwas runderen Abschluss gewünscht.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein Roman, der nachhallt. Der einen daran erinnert, wie grausam der Krieg war – wie grausam Krieg ist. … und dass wir, angesichts der aktuell noch immer andauernden Konflikte auf der Welt, als Menschheit noch immer nicht wirklich dazugelernt haben. Klare Leseempfehlung für alle Fans des Genres.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2025

Kreative Idee - toll umgesetzt

Hello Stranger
0

Wie sehr habe ich mich gefreut, dass ich diesen emotionalen Roman lesen durfte!

Was den Inhalt betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf den Klappentext, der sehr zutreffend und einladend formuliert ...

Wie sehr habe ich mich gefreut, dass ich diesen emotionalen Roman lesen durfte!

Was den Inhalt betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf den Klappentext, der sehr zutreffend und einladend formuliert worden ist - mich hatte er jedenfalls direkt neugierig gemacht … und ich wurde nicht enttäuscht.

Speziell die Passagen rund um Sadies Prosopagnosie (= Gesichtsblindheit) fand ich unfassbar spannend umgesetzt und glaubhaft beschrieben. Die sympathische junge Frau, die sich bisher mit Humor, Optimismus und einem gesunden Level an Selbstironie durchs Leben manövriert hat, muss plötzlich lernen ihren Alltag neu zu bewältigen. Stellt euch nur mal vor: Auf einmal wirken alle Gesichter wie abstrakte Kunstwerke aus zusammengesetzten Einzelteilen (und man erkennt optisch nicht einmal vertraute Personen wieder, wie z.B. die beste Freundin - oder sich selbst im Spiegel) … das muss doch schrecklich sein!

Besonders bitter: Gerade erst hatte Sadie ihre Zusage für einen bedeutenden Kunstwettbewerb erhalten - für den es ausgerechnet ein Portrait zu zeichnen gilt! Obendrein handelt es sich nicht um irgendeinen Wettbewerb (mit hohem Preisgeld): ihre Mutter hatte damals - mit einem Portrait von Sadie - daran teilnehmen wollen und war kurz zuvor verstorben …

Das Cover mit seiner fröhlich bunten RomCom-Gestaltung spricht mich total an, und auch beim Lesen habe ich mich rundum wohlgefühlt - was nicht nur an der kreativen Storyidee, sondern vor allem am angenehm charmanten, modernen, aber niemals überzeichneten Erzählton der Autorin liegt. Katherine Center schreibt mit der idealen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang.

Was mich besonders bewegt hat:

❏ Sadie Bemühungen, mit ihrer neuen Realität zurechtzukommen

❏ die angespannte Dynamik zwischen ihr und ihrem Vater (auch wenn sie letztlich einen Hauch zu problemfrei aufgelöst wird - und die nervige Hexe, pardon, neue Frau, an Daddys Seite sowie das - verzeiht mir meine Wortwahl - absolut unausstehliche, intrigante Miststück von Stiefschwester muss ich sowieso ausblenden, ansonsten schnellt mein Blutdruck in die Höhe - grrr!)

❏ Peanut! … weil: Wuff! Als Hunde-Mama empfinde ich tierische Co-Stars einfach immer als Bereicherung!

Einziges Manko: Teilweise wurden mir die diversen Nebenhandlungen etwas zu viel, da sie mich von der Hauptstory ablenkten bzw. diese kurzzeitig in den Hintergrund rückten.

Ich gehe aus Gründen der Spoilervermeidung bewusst nicht auf die Love Story ein, nur so viel: Die RomCom-Elemente, insbesondere das Love Triangle, waren zwar vorhersehbar, haben mich aber dennoch bestens unterhalten. Man muss das Rad schließlich nicht ständig neu erfinden - ich wollte Romantik, Schmunzelmomente und humorvolle Dialoge - und all das bekam ich. (Obendrein versüßte mir Peanut die ohnehin schon originelle Geschichte.)

Meine Lieblingsszene: Der bittersüße Moment zu Beginn der Handlung, als Sadie zu einem alten Lieblingslied durch den (vermeintlich leeren) Tante-Emma-Laden tanzt … im Kleid ihrer geliebten Mutter, die sie schmerzlich vermisst.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Keine typische 08/15-RomCom (keine Kritik - denn auch die klassischen RomComs liebe ich!) … dank des wirklich außergewöhnlichen medizinischen Themas, von dem ich so noch nie zuvor gehört hatte und das gleichermaßen kreativ wie fachkundig umgesetzt worden ist. Gemütliche Lesestunden sind euch garantiert, daher spreche ich sehr gerne eine Empfehlung für alle Fans von tiefgründigen Liebesromanen aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2025

Netter Reihenabschluss

Was die Gezeiten versprechen. Die St.-Peter-Ording-Saga
0

Der mit einem knalligen Farbschnitt geschmückte dritte Band der St. Peter-Ording-Saga von Tanja Janz bildet den Reihenabschluss ihrer Nordsee-Familiengeschichte.

Was mir gut gefallen hat:

❏ St. Peter-Ording ...

Der mit einem knalligen Farbschnitt geschmückte dritte Band der St. Peter-Ording-Saga von Tanja Janz bildet den Reihenabschluss ihrer Nordsee-Familiengeschichte.

Was mir gut gefallen hat:

❏ St. Peter-Ording ist als Setting einfach traumhaft. Auch wenn ich selbst noch nie dort war, hatte ich dank der gelungenen Beschreibungen sofort Bilder im Kopf.

❏ Caro ist eine durchaus sympathische Protagonistin, ebenso ihr liebevoller Freund Jonas. Hier fiel mir das Mitfiebern leicht.

❏ Ich habe das Wiedersehen mit den Figuren der beiden Vorgängerbände genossen. (Aber: Es fiel etwas intensiv aus.)

❏ Den Schreibstil würde ich als flüssig und leicht beschreiben - die Kapitel flogen nur so dahin, denn die Autorin hält die Abschnitte angenehm kurz. Insgesamt eignet sich die Geschichte dadurch ideal für Zwischendurch: ein Roman, bei dem man entspannt die Füße hochlegt, sich an die Nordseeküste träumen darf und dabei mühelos durch die Seiten gleitet.

… bei dem es, und hier kommen wir zu meinem kleinen Minuspunkt, allerdings auch nicht sonderlich bedeutungsschwer in die Tiefe geht.

Für meinen Geschmack wurden zu viele Themen in die Handlung hineingequetscht, deren Auflösung letztlich oberflächlich blieb. Caros Schauspielleidenschaft und ihre Beziehung zu Jonas hätten gerne als einziger Fokus fungieren können, schließlich bieten allein das tolle Jahrzehnt und die Surfserie genügend Füllstoff, um eine mitreißende Story daraus zu basteln.

Das Cover spricht mich wiederum total an, die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Bände wirken richtig schön nostalgisch.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Unterm Strich unterhaltsamer Abschlussband, der mir trotz kleiner Schwächen schöne Lesestunden beschert hat. Ich hätte mir thematisch ein etwas tiefgründigeres Ende der Reihe gewünscht, dafür punktet der Read mit 90er-Vibes und sommerlicher Nordsee-Stimmung. Wenn ihr gerade nach einer kurzweiligen Geschichte zum Abschalten sucht, liegt ihr mit diesem Buch genau richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2025

Okay-ish, für meinen Geschmack zu überzeichnet

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
0

Mit "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" legt Sybille Bullatschek erneut einen humorvollen Roman vor, der diesmal ganz im Zeichen einer allseits bekannten (und von mir heiß und innig geliebten) ...

Mit "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" legt Sybille Bullatschek erneut einen humorvollen Roman vor, der diesmal ganz im Zeichen einer allseits bekannten (und von mir heiß und innig geliebten) TV-Quizshow steht.



Schon der ulkige Titel und das kunterbunte Comic-Cover machten sofort neugierig, und als jemand, der mit dem 'Glücksrad' aufgewachsen ist, musste ich das Buch natürlich lesen.



Erzählt wird aus der Perspektive von Altenpflegerin Sybille, die spontan ihre Senioren aus dem Haus Sonnenuntergang bei der neuen »Ü80-Show« anmeldet - ohne Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten zu halten. Begründung: "[…] Der wär wahrscheinlich erst im Quadrat und dann mir an die Gurgel gesprungen. Schließlich predigt er uns seit mittlerweile anderthalb Jahren erfolglos, dass wir eine »Business Company im Health-and-Care-Sektor« sind, und da haben wir in einer TV-Sendung seiner Ansicht nach reichlich wenig zu suchen. Er kommt vom Marketing, und nichts ist ihm heiliger als der gute Ruf unseres Heims. (Welcher gute Ruf? Hahaha!)" - Fair enough.



Die Senioren sind voller Energie, das Personal steckt mitten im Chaos, und Sybille stolpert von einer verrückten Szene in die nächste. Zwischendurch lockern kleine Lebensweisheiten das Ganze auf.



Was erwartet euch:



❏ eine Geschichte, die vom liebenswerten schwäbischen Dialekt lebt, den ich unheimlich gerne lese

❏ jede Menge Situationskomik

❏ bewusst überzeichneten Figuren



So herrlich schräg manche Szenen auch waren, der Humor war für meinen Geschmack einen Hauch zu klamaukig und oftmals stark plakativ. Wer genau das liebt, wird hier sicherlich bestens unterhalten - bei mir blieb es leider bei einem okay-ish. Ich lache einfach herzhafter über die feinsinnigen Wortspiele einer Renate Bergmann als über schrille Comedy-Szenen, was natürlich unter Geschmackssache fällt. Zudem gab es einige Längen, die mich beim Lesen ein bisschen ausgebremst haben, ehe die eigentliche TV-Show endlich beginnt.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Ein lockerer, kurzweiliger Roman mit viel Dialekt, Komik und skurrilen Figuren. Wer Lust auf eine leicht überdrehte Heimkomödie mit Quizshow-Flair hat, wird hier sicher seine Freude finden. Für mich war es - trotz persönlicher Glücksrad-Sentimentalität - nicht ganz das Richtige, daher vergebe ich freundliche 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere