Kreative Idee - toll umgesetzt
Hello StrangerWie sehr habe ich mich gefreut, dass ich diesen emotionalen Roman lesen durfte!
Was den Inhalt betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf den Klappentext, der sehr zutreffend und einladend formuliert ...
Wie sehr habe ich mich gefreut, dass ich diesen emotionalen Roman lesen durfte!
Was den Inhalt betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf den Klappentext, der sehr zutreffend und einladend formuliert worden ist - mich hatte er jedenfalls direkt neugierig gemacht … und ich wurde nicht enttäuscht.
Speziell die Passagen rund um Sadies Prosopagnosie (= Gesichtsblindheit) fand ich unfassbar spannend umgesetzt und glaubhaft beschrieben. Die sympathische junge Frau, die sich bisher mit Humor, Optimismus und einem gesunden Level an Selbstironie durchs Leben manövriert hat, muss plötzlich lernen ihren Alltag neu zu bewältigen. Stellt euch nur mal vor: Auf einmal wirken alle Gesichter wie abstrakte Kunstwerke aus zusammengesetzten Einzelteilen (und man erkennt optisch nicht einmal vertraute Personen wieder, wie z.B. die beste Freundin - oder sich selbst im Spiegel) … das muss doch schrecklich sein!
Besonders bitter: Gerade erst hatte Sadie ihre Zusage für einen bedeutenden Kunstwettbewerb erhalten - für den es ausgerechnet ein Portrait zu zeichnen gilt! Obendrein handelt es sich nicht um irgendeinen Wettbewerb (mit hohem Preisgeld): ihre Mutter hatte damals - mit einem Portrait von Sadie - daran teilnehmen wollen und war kurz zuvor verstorben …
Das Cover mit seiner fröhlich bunten RomCom-Gestaltung spricht mich total an, und auch beim Lesen habe ich mich rundum wohlgefühlt - was nicht nur an der kreativen Storyidee, sondern vor allem am angenehm charmanten, modernen, aber niemals überzeichneten Erzählton der Autorin liegt. Katherine Center schreibt mit der idealen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang.
Was mich besonders bewegt hat:
❏ Sadie Bemühungen, mit ihrer neuen Realität zurechtzukommen
❏ die angespannte Dynamik zwischen ihr und ihrem Vater (auch wenn sie letztlich einen Hauch zu problemfrei aufgelöst wird - und die nervige Hexe, pardon, neue Frau, an Daddys Seite sowie das - verzeiht mir meine Wortwahl - absolut unausstehliche, intrigante Miststück von Stiefschwester muss ich sowieso ausblenden, ansonsten schnellt mein Blutdruck in die Höhe - grrr!)
❏ Peanut! … weil: Wuff! Als Hunde-Mama empfinde ich tierische Co-Stars einfach immer als Bereicherung!
Einziges Manko: Teilweise wurden mir die diversen Nebenhandlungen etwas zu viel, da sie mich von der Hauptstory ablenkten bzw. diese kurzzeitig in den Hintergrund rückten.
Ich gehe aus Gründen der Spoilervermeidung bewusst nicht auf die Love Story ein, nur so viel: Die RomCom-Elemente, insbesondere das Love Triangle, waren zwar vorhersehbar, haben mich aber dennoch bestens unterhalten. Man muss das Rad schließlich nicht ständig neu erfinden - ich wollte Romantik, Schmunzelmomente und humorvolle Dialoge - und all das bekam ich. (Obendrein versüßte mir Peanut die ohnehin schon originelle Geschichte.)
Meine Lieblingsszene: Der bittersüße Moment zu Beginn der Handlung, als Sadie zu einem alten Lieblingslied durch den (vermeintlich leeren) Tante-Emma-Laden tanzt … im Kleid ihrer geliebten Mutter, die sie schmerzlich vermisst.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Keine typische 08/15-RomCom (keine Kritik - denn auch die klassischen RomComs liebe ich!) … dank des wirklich außergewöhnlichen medizinischen Themas, von dem ich so noch nie zuvor gehört hatte und das gleichermaßen kreativ wie fachkundig umgesetzt worden ist. Gemütliche Lesestunden sind euch garantiert, daher spreche ich sehr gerne eine Empfehlung für alle Fans von tiefgründigen Liebesromanen aus.