Profilbild von Furbaby_Mom

Furbaby_Mom

Lesejury Star
offline

Furbaby_Mom ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Furbaby_Mom über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2025

Kreative Idee - toll umgesetzt

Hello Stranger
0

Wie sehr habe ich mich gefreut, dass ich diesen emotionalen Roman lesen durfte!

Was den Inhalt betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf den Klappentext, der sehr zutreffend und einladend formuliert ...

Wie sehr habe ich mich gefreut, dass ich diesen emotionalen Roman lesen durfte!

Was den Inhalt betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf den Klappentext, der sehr zutreffend und einladend formuliert worden ist - mich hatte er jedenfalls direkt neugierig gemacht … und ich wurde nicht enttäuscht.

Speziell die Passagen rund um Sadies Prosopagnosie (= Gesichtsblindheit) fand ich unfassbar spannend umgesetzt und glaubhaft beschrieben. Die sympathische junge Frau, die sich bisher mit Humor, Optimismus und einem gesunden Level an Selbstironie durchs Leben manövriert hat, muss plötzlich lernen ihren Alltag neu zu bewältigen. Stellt euch nur mal vor: Auf einmal wirken alle Gesichter wie abstrakte Kunstwerke aus zusammengesetzten Einzelteilen (und man erkennt optisch nicht einmal vertraute Personen wieder, wie z.B. die beste Freundin - oder sich selbst im Spiegel) … das muss doch schrecklich sein!

Besonders bitter: Gerade erst hatte Sadie ihre Zusage für einen bedeutenden Kunstwettbewerb erhalten - für den es ausgerechnet ein Portrait zu zeichnen gilt! Obendrein handelt es sich nicht um irgendeinen Wettbewerb (mit hohem Preisgeld): ihre Mutter hatte damals - mit einem Portrait von Sadie - daran teilnehmen wollen und war kurz zuvor verstorben …

Das Cover mit seiner fröhlich bunten RomCom-Gestaltung spricht mich total an, und auch beim Lesen habe ich mich rundum wohlgefühlt - was nicht nur an der kreativen Storyidee, sondern vor allem am angenehm charmanten, modernen, aber niemals überzeichneten Erzählton der Autorin liegt. Katherine Center schreibt mit der idealen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang.

Was mich besonders bewegt hat:

❏ Sadie Bemühungen, mit ihrer neuen Realität zurechtzukommen

❏ die angespannte Dynamik zwischen ihr und ihrem Vater (auch wenn sie letztlich einen Hauch zu problemfrei aufgelöst wird - und die nervige Hexe, pardon, neue Frau, an Daddys Seite sowie das - verzeiht mir meine Wortwahl - absolut unausstehliche, intrigante Miststück von Stiefschwester muss ich sowieso ausblenden, ansonsten schnellt mein Blutdruck in die Höhe - grrr!)

❏ Peanut! … weil: Wuff! Als Hunde-Mama empfinde ich tierische Co-Stars einfach immer als Bereicherung!

Einziges Manko: Teilweise wurden mir die diversen Nebenhandlungen etwas zu viel, da sie mich von der Hauptstory ablenkten bzw. diese kurzzeitig in den Hintergrund rückten.

Ich gehe aus Gründen der Spoilervermeidung bewusst nicht auf die Love Story ein, nur so viel: Die RomCom-Elemente, insbesondere das Love Triangle, waren zwar vorhersehbar, haben mich aber dennoch bestens unterhalten. Man muss das Rad schließlich nicht ständig neu erfinden - ich wollte Romantik, Schmunzelmomente und humorvolle Dialoge - und all das bekam ich. (Obendrein versüßte mir Peanut die ohnehin schon originelle Geschichte.)

Meine Lieblingsszene: Der bittersüße Moment zu Beginn der Handlung, als Sadie zu einem alten Lieblingslied durch den (vermeintlich leeren) Tante-Emma-Laden tanzt … im Kleid ihrer geliebten Mutter, die sie schmerzlich vermisst.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Keine typische 08/15-RomCom (keine Kritik - denn auch die klassischen RomComs liebe ich!) … dank des wirklich außergewöhnlichen medizinischen Themas, von dem ich so noch nie zuvor gehört hatte und das gleichermaßen kreativ wie fachkundig umgesetzt worden ist. Gemütliche Lesestunden sind euch garantiert, daher spreche ich sehr gerne eine Empfehlung für alle Fans von tiefgründigen Liebesromanen aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2025

Netter Reihenabschluss

Was die Gezeiten versprechen. Die St.-Peter-Ording-Saga
0

Der mit einem knalligen Farbschnitt geschmückte dritte Band der St. Peter-Ording-Saga von Tanja Janz bildet den Reihenabschluss ihrer Nordsee-Familiengeschichte.

Was mir gut gefallen hat:

❏ St. Peter-Ording ...

Der mit einem knalligen Farbschnitt geschmückte dritte Band der St. Peter-Ording-Saga von Tanja Janz bildet den Reihenabschluss ihrer Nordsee-Familiengeschichte.

Was mir gut gefallen hat:

❏ St. Peter-Ording ist als Setting einfach traumhaft. Auch wenn ich selbst noch nie dort war, hatte ich dank der gelungenen Beschreibungen sofort Bilder im Kopf.

❏ Caro ist eine durchaus sympathische Protagonistin, ebenso ihr liebevoller Freund Jonas. Hier fiel mir das Mitfiebern leicht.

❏ Ich habe das Wiedersehen mit den Figuren der beiden Vorgängerbände genossen. (Aber: Es fiel etwas intensiv aus.)

❏ Den Schreibstil würde ich als flüssig und leicht beschreiben - die Kapitel flogen nur so dahin, denn die Autorin hält die Abschnitte angenehm kurz. Insgesamt eignet sich die Geschichte dadurch ideal für Zwischendurch: ein Roman, bei dem man entspannt die Füße hochlegt, sich an die Nordseeküste träumen darf und dabei mühelos durch die Seiten gleitet.

… bei dem es, und hier kommen wir zu meinem kleinen Minuspunkt, allerdings auch nicht sonderlich bedeutungsschwer in die Tiefe geht.

Für meinen Geschmack wurden zu viele Themen in die Handlung hineingequetscht, deren Auflösung letztlich oberflächlich blieb. Caros Schauspielleidenschaft und ihre Beziehung zu Jonas hätten gerne als einziger Fokus fungieren können, schließlich bieten allein das tolle Jahrzehnt und die Surfserie genügend Füllstoff, um eine mitreißende Story daraus zu basteln.

Das Cover spricht mich wiederum total an, die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Bände wirken richtig schön nostalgisch.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Unterm Strich unterhaltsamer Abschlussband, der mir trotz kleiner Schwächen schöne Lesestunden beschert hat. Ich hätte mir thematisch ein etwas tiefgründigeres Ende der Reihe gewünscht, dafür punktet der Read mit 90er-Vibes und sommerlicher Nordsee-Stimmung. Wenn ihr gerade nach einer kurzweiligen Geschichte zum Abschalten sucht, liegt ihr mit diesem Buch genau richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2025

Okay-ish, für meinen Geschmack zu überzeichnet

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
0

Mit "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" legt Sybille Bullatschek erneut einen humorvollen Roman vor, der diesmal ganz im Zeichen einer allseits bekannten (und von mir heiß und innig geliebten) ...

Mit "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" legt Sybille Bullatschek erneut einen humorvollen Roman vor, der diesmal ganz im Zeichen einer allseits bekannten (und von mir heiß und innig geliebten) TV-Quizshow steht.



Schon der ulkige Titel und das kunterbunte Comic-Cover machten sofort neugierig, und als jemand, der mit dem 'Glücksrad' aufgewachsen ist, musste ich das Buch natürlich lesen.



Erzählt wird aus der Perspektive von Altenpflegerin Sybille, die spontan ihre Senioren aus dem Haus Sonnenuntergang bei der neuen »Ü80-Show« anmeldet - ohne Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten zu halten. Begründung: "[…] Der wär wahrscheinlich erst im Quadrat und dann mir an die Gurgel gesprungen. Schließlich predigt er uns seit mittlerweile anderthalb Jahren erfolglos, dass wir eine »Business Company im Health-and-Care-Sektor« sind, und da haben wir in einer TV-Sendung seiner Ansicht nach reichlich wenig zu suchen. Er kommt vom Marketing, und nichts ist ihm heiliger als der gute Ruf unseres Heims. (Welcher gute Ruf? Hahaha!)" - Fair enough.



Die Senioren sind voller Energie, das Personal steckt mitten im Chaos, und Sybille stolpert von einer verrückten Szene in die nächste. Zwischendurch lockern kleine Lebensweisheiten das Ganze auf.



Was erwartet euch:



❏ eine Geschichte, die vom liebenswerten schwäbischen Dialekt lebt, den ich unheimlich gerne lese

❏ jede Menge Situationskomik

❏ bewusst überzeichneten Figuren



So herrlich schräg manche Szenen auch waren, der Humor war für meinen Geschmack einen Hauch zu klamaukig und oftmals stark plakativ. Wer genau das liebt, wird hier sicherlich bestens unterhalten - bei mir blieb es leider bei einem okay-ish. Ich lache einfach herzhafter über die feinsinnigen Wortspiele einer Renate Bergmann als über schrille Comedy-Szenen, was natürlich unter Geschmackssache fällt. Zudem gab es einige Längen, die mich beim Lesen ein bisschen ausgebremst haben, ehe die eigentliche TV-Show endlich beginnt.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Ein lockerer, kurzweiliger Roman mit viel Dialekt, Komik und skurrilen Figuren. Wer Lust auf eine leicht überdrehte Heimkomödie mit Quizshow-Flair hat, wird hier sicher seine Freude finden. Für mich war es - trotz persönlicher Glücksrad-Sentimentalität - nicht ganz das Richtige, daher vergebe ich freundliche 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2025

Sommer auf Juist

Insellicht und Wellenglück
0

Was für ein sommerlich leichter, zugleich aber auch gefühlvoller Roman! "Insellicht und Wellenglück" von Tina Martens hat mich sofort mit seiner warmherzigen Atmosphäre eingefangen und von einem längst ...

Was für ein sommerlich leichter, zugleich aber auch gefühlvoller Roman! "Insellicht und Wellenglück" von Tina Martens hat mich sofort mit seiner warmherzigen Atmosphäre eingefangen und von einem längst überfälligen Urlaub an der Nordsee träumen lassen.

Erzählt wird aus der Perspektive von Nele, die ihrer Familie im Hotel 'Strandrose' auf Juist unter die Arme greift. Ihr Bruder Ole und seine Frau Marie erwarten nämlich Nachwuchs - riesengroße Freude! … doch fürs Hotel bedeutet das natürlich eine Herausforderung. Klar, dass Nele einspringt - obwohl ihre Mitarbeit im Familienbetrieb einst der Grund für eine bittere Enttäuschung gewesen war.

"»Und nun kommt ausgerechnet diese Brunner auf die Insel.«"

Die gefeierte Schlagersängerin Rosemarie Brunner reist samt Filmcrew und Familie (und diversen Sonderwünschen) an, um eine Doku über ihr bewegtes Leben drehen zu lassen.

"Schon jetzt fragte ich mich, wer sich als die schwierigere Künstlerseele entpuppen würde: Rosemarie Brunner mit ihren Allüren oder der Regisseur, der sich aufführte, als drehten wir hier einen Blockbuster, der ins Rennen um die Oscars gehen sollte."

Zwischen all dem Trubel gibt es jedoch auch leisere, gefühlvolle Momente: Nele und Adrian, Rosemaries (- verheirateter -) Sohn, spüren von Anfang an eine Anziehung. Nicht nur, dass das verhängnisvolle Knistern zwischen ihnen nicht verschwinden will - auch die ominöse Vergangenheit von Adrians verstorbenem Vater sorgt für zusätzliche Spannung.

Ich musste bei der Szene, in der Nele zum ersten Mal Adrians Frau begegnet, direkt an den Song "Ironic" von Alanis Morissette denken, in dem es heißt: "It's meeting the man of my dreams | And then meeting his beautiful wife" … denn Nadja, Rosemaries Schwiegertochter und Adrians Gattin, ist eine Frau, "die einem dieser Haarspray-Werbespots aus den Neunzigern entsprungen sein konnte. Blond, schlank, hochgewachsen, die Löwenmähne fiel ihr über die Schultern. Juist, dreißig Grad, die Sonne brennt, hallte es ganz automatisch in meinem Kopf. Das Haar ist geschützt. Sie war die Art Frau, nach der sich die Männer auf der Straße umdrehten, wohl wissend, dass sie nicht in ihrer Liga spielten."

Einziger Wermutstropfen: Speziell Nadja wirkte auf mich zu überzeichnet und stereotypisch. Besonders gern hingegen mochte ich Neles besten Freund Joost. Alle in ihrem Bekanntenkreis wollen Nele mit ihm verkuppeln bzw. sind der Meinung, die zwei würden perfekt zueinander passen - aber es funkt einfach nicht. Ich fand es richtig erfrischend zu lesen, wie die beiden damit umgehen und dass dieser Punkt nicht negativ ausgeschlachtet wird. "Er fühlte […] genauso wie ich. Wir waren uns so ähnlich, genau wie es alle immer behaupteten. Nur eben nicht auf die Weise, wie es unser Umfeld gerne hätte."

Insgesamt liebe ich alles an der Storyidee - ein bisschen Star-Wirbel hier, eine Forbidden Romance da … und all das vor malerischer Küstenkulisse.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein wunderbarer Sommerroman, voller Inselflair, Familienbanden und Herzklopfen. Tina Martens schreibt gewohnt locker, bildhaft und charmant - perfekt für alle, die sich für ein paar Stunden auf die Insel Juist träumen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2025

Nicht mein Hertz-Favorit, aber gute Unterhaltung

Ein Morgen mit dir
0

Seit mittlerweile bald 20 Jahren begleiten mich nun schon die wunderbaren Geschichten der Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, veröffentlicht unter dem gemeinsamen Pseudonym Anne Hertz. Klar, ...

Seit mittlerweile bald 20 Jahren begleiten mich nun schon die wunderbaren Geschichten der Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, veröffentlicht unter dem gemeinsamen Pseudonym Anne Hertz. Klar, dass ich es nicht erwarten konnte, ihr aktuellstes Werk zu lesen!

Wie erhofft, zog mich der vertraute, rundum angenehme Schreibstil von Anfang in den Bann und ließ mich direkt in die Story eintauchen. Auch Saskia, aus deren Sicht erzählt wird, war mir sympathisch.

Einzige - minimale - Kritikpunkte:

❏ Der Buchtitel ergab für mich keinen Sinn, da ich keinen wirklichen Bezug zum Inhalt herstellen konnte. Hier hätte mir etwas witzig Formuliertes - vielleicht in Bezug auf den Kontrast Stadt-Dorf oder die Wiederbegegnung von Saskia und Alex besser gefallen. Oder meinetwegen auf den ersten Morgen der Handlung - als zwei Damen des horizontalen Gewerbes Saskias an Demenz erkrankten Vater auf der Reeperbahn aufgabeln und zur Polizei begleiten.

❏ Im Laufe der Handlung rückte mir die Geschäftsgründungsthematik zu sehr in den Vordergrund, alles schien sich nur noch um den Dorfladen 'Tante Emma 2.0' zu drehen - und obwohl Alexander (= Saskias Jugendliebe) als Mitglied des Planungsteams stets mit von der Partie war, verlor der romantische Aspekt für mich zunehmend an Strahlkraft. Dennoch: Spannend blieb es aufgrund der beinahe schon Krimi-mäßigen Elemente allemal.

Mein Highlight waren das reflektierte und nachvollziehbare Verhalten der weiblichen Hauptfigur, die gleichermaßen unglaublich realistisch beschriebene sowie berührende Dynamik zwischen ihr und ihrem Vater, und die bildreichen Settingbeschreibungen - ich hatte das reizende (zu Saskias Leid nahezu Handynetz- und WLAN-freie) Örtchen Lenzenburg im Wendland sofort vor Augen.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein ruhiger, sanft erzählter Roman über Familie, Heimat, Verantwortung, Neuanfänge, die Frage nach den Prioritäten des Lebens … und natürlich: die Liebe. Auch wenn der Read nicht an meine All-Time-Favoriten "Glückskekse" und "Trostpflaster" heranreicht (- was ohnehin schwierig ist, denn nur selten schafft ein Werk es bei mir auf die Liste meiner "Herzensbücher" -), hat mir das Lesen viel Freude bereitet. Klare Empfehlung für alle Fans des Autorinnen-Duos sowie Leser:innen von modernen, unterhaltsamen Frauenromanen à la Susanne Fröhlich und Ellen Berg.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere