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Veröffentlicht am 16.06.2025

Emotionaler Abschlussband der Trilogie "Die Frauen der Villa Sommerwind"

Die Frauen der Villa Sommerwind. Die Liebe am Horizont
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Obwohl mir die beiden Vorgängerbände nicht bekannt waren, zog mich der bildreiche, einladende, rundum angenehme Schreibstil von Anna Husen direkt in den Bann und ließ mich mühelos in die Storywelt eintauchen, ...

Obwohl mir die beiden Vorgängerbände nicht bekannt waren, zog mich der bildreiche, einladende, rundum angenehme Schreibstil von Anna Husen direkt in den Bann und ließ mich mühelos in die Storywelt eintauchen, als wäre ich von Anfang an dabeigewesen. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen würden - vielmehr las sich das große Geheimnis um Gerdas verschwundene Eltern (sie hatten mutig gegen die Nazis aufbegehrt, dann verlor sich ihre Spur) unheimlich spannend.

Sowohl den Zeitgeist als auch das Setting hat die Autorin enorm stimmungsvoll eingefangen; ich habe richtig Sehnsucht nach dem Timmendorfer Strand bekommen, so lebendig waren die atmosphärischen Beschreibungen - ganz große Ostsee-Liebe.

Apropos 'Liebe' - natürlich kommt dieser Aspekt ebenfalls nicht zu kurz. Die Annäherung zwischen Gerda und Henning las sich wundervoll, voller Leichtigkeit und Tiefe zugleich. Alles entwickelt sich in einem glaubwürdigen Tempo und die meisten ihrer Begegnungen und Dialoge stecken voller Schmunzelmomente.

"Er musste zugeben, diese Frau schaffte es immer wieder, ihn zu überraschen und vor den Kopf zu stoßen. Sie war blitzgescheit und wortgewandt – in einem Augenblick wirkte sie liebenswert, und im nächsten fühlte er sich erschlagen von der Heftigkeit ihrer Worte. Als wäre sie ein Vulkan, der unentwegt brodeln würde."

Was mir am meisten gefallen hat, sogar mehr noch als die wirklich ansprechende Romanze, war die intensive und lebensnahe Darstellung der Familiendynamik bzw. allgemein die tolle Ausarbeitung der Figuren - das innige Verhältnis zwischen Gerda und ihrer Tante Julia (die seit dem Verschwinden ihrer Schwester Christine automatisch in deren Mutterrolle geschlüpft war), die weise und liebenswerte Oma Henni, Gerdas Freundschaft zu Hannes, die letztlich (trotz nachvollziehbarem Drama) eine Wendung genommen hat, welche ich sehr begrüßt habe, Hennings Verhältnis zu seiner Schwester Annabella ... Insbesondere Gerdas Wut und Verzweiflung, ihre tiefe Traurigkeit und Sehnsucht nach den Eltern fühlte ich in jeder Zeile.

Mein Lieblingszitat:

"Am Ende wird alles gut, am Ende wird die Liebe immer siegen, die Hoffnung nie vergehen, und mit einem Quäntchen Glück können wir alles erreichen."

Fazit: Klare Leseempfehlung für alle Fans von herrlich mitreißenden, historischen Familienromanen!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Tiefgründiger als erwartet

Perfect Girl Paradox
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"Lark Hockney. Die Königin der gesamten verdammten Highschool, hatte sich in ein blasses, dünnes, zittriges Gespenst verwandelt [...]"

Bei diesem Roman hatte mich der Klappentext direkt am Haken und ich ...

"Lark Hockney. Die Königin der gesamten verdammten Highschool, hatte sich in ein blasses, dünnes, zittriges Gespenst verwandelt [...]"

Bei diesem Roman hatte mich der Klappentext direkt am Haken und ich wusste: Muss ich lesen! Das ausdrucksstarke Cover war ein Bonus, ich liebe ja solch intensive Farben – und passenderweise spielt die Liebe zur Kunst storytechnisch ebenfalls eine bedeutende Rolle.

Ich wollte unbedingt erfahren, was es mit Larks Absturz auf sich hat und erhoffte mir eine tiefgründige Romance à la "Wie die Ruhe vor dem Sturm" von B.C. Cherry. Im Nachhinein kann ich sagen: Inhaltlich, speziell in Bezug auf die Einbindung der Themen Mental Health, Umgang mit Depressionen/Panikattacken, Selbstfindung etc., lag ich nicht falsch. Diese werden von der Autorin auf eine sehr sanfte, einfühlsame Weise behandelt. Trotz klassischer New-Adult-Elemente und einem angemessenen (nicht übertriebenen) Spice-Anteil handelt es sich beim vorliegenden Werk also um keinen reinen Happy-Peppy-Sunshine-Read. Den Schreibstil habe ich als angenehm empfunden (lediglich Larks Entwicklung am Ende erschien mir ein wenig überstürzt dargestellt.)

"Spitzenleistungen lagen ihr im Blut. Zumindest hatte sie das gedacht. […] Ihre lange Auszeit nach nur einem SemesterMedizinstudium versetzte ihr Eltern – beide Gynäkologen mit eigener Klinik, die ein Eckpfeiler der eng verbundenen Gemeinschaft des Ortes war – in große Angst. Eine Gemeinschaft, die fest damit rechnete, dass Lark in die großartigen Fußstapfen ihrer Eltern treten würde. […] Spring Valley, eine verschlafene Touristenfalle inmitten der sanften grünen Hügel Virginias, verlangte von seinen Einwohnern, dass sie in feste Rollen schlüpften, die genauso leicht zu identifizieren waren wie die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Lark war früher einmal der Liebling aller gewesen […]."

Ich mochte die beiden Hauptfiguren, denen durch ihre individuellen Eigenheiten ein realistisches Wesen verliehen worden ist, prinzipiell gerne. Keine Perfektion, denn auch im echten Leben hat jeder Mensch seine Fehler. Nick ist ein absoluter Good Guy – verständnisvoll, bestärkend … er hat eine unheimlich beruhigende Ausstrahlung. So weit, so gut - ist doch der Sympathiefaktor DAS entscheidende Kriterium für mich (= ausschlaggebend dafür, ob ich bei einer Story mitfiebern kann). Allerdings muss ich gestehen: Die Nebenfiguren haben Lark und Nick definitiv den Rang abgelaufen. Tammy und Linda waren meine Königinnen, ich liebte ihre Passagen!

Fazit: Auch wenn die eigentliche Romance mich nicht vollkommen überwältigt hat (wie gesagt, im Vergleich zu einer B.C. Cherry), war es ein wirklich netter Read. Wenn ihr Kleinstadtromane mit den Tropes Second Chance und Found Family mögt, werdet ihr viel Freude mit der Geschichte haben.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Atmosphärisch, mystisch, düster

Moorlande
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Puh, dieses Buch ... Kann ich den internationalen Hype nachvollziehen? Einerseits ja, denn es ist definitiv mal was anderes. Würde ich es erneut lesen wollen: Eher nicht. Aber der Reihe nach.

Angelockt ...

Puh, dieses Buch ... Kann ich den internationalen Hype nachvollziehen? Einerseits ja, denn es ist definitiv mal was anderes. Würde ich es erneut lesen wollen: Eher nicht. Aber der Reihe nach.

Angelockt von der wunderschönen blumigen Covergestaltung, die mir aufgrund der dunklen Farbgebung sogar weitaus besser als das englischsprachige Original gefällt, wagte ich mich an die vor Klapperschlangen-Mythos und Aberglaube strotzende Story heran und war zunächst mal kurz erschlagen ... denn es erwarten euch viele (und ich meine wirklich ENORM viele) Charaktere, die direkt zu Beginn vorgestellt werden. Einige von ihnen verpuffen später teilweise nahezu komplett bzw. sind schlichtweg irrelevant für die Handlung. Fest steht: Es dominieren ganz klar die Frauen von Hermines Familie, sie stehen im Fokus.

Insgesamt handelt es sich bei den Figuren um Charaktere mit den klassischen "Ecken und Kanten" (z.B. Rose Thorn: atemberaubend hübsch anzuschauen, aber stinkfaul, egozentrisch, "selbstzerstörerisch"). Stark dysfunktionale, bewusst fehlerbesetzte Figuren sind leider generell nicht mein Fall.

Weiterhin Geschmackssache: Traumatische Familienerlebnisse und -geheimnisse, zahlreiche schwere Themen (Krankheiten sind noch das Mildeste - ich fände für spätere Ausgaben eine Triggerwarnung/Content Note sinnvoll).

Das einzige Highlight für mich stellte die Sprache dar. Es gab unfassbar authentische, nahezu plastisch greifbare Passagen - insbesondere die detailreichen, lebendigen Beschreibungen der Sumpflandschaft waren in solch eine dichte, poetisch schöne Formulierungen gehüllt, dass die Leküre ein Fest der Literatur für jeden Bücherwurm darstellt.

Mood: Atmosphärisch, mystisch, düster, tragisch, beklemmend (ungeschönt in pucto Gewalt - gegenüber Menschen sowie Tieren); das Ende erschien mir etwas sonderbar (da in meinen Augen offen) und nicht befriedigend, aber es passte zum manchmal leicht chaotischen Erzählstil der vorherigen Handlung.

Die für mich persönlich bedeutsame Message aus diesem Werk lautet: "Kümmere dich um deine Kinder."

Fazit: Die Meinungen zu diesem polarisierenden Roman gehen weit auseinander. Auch wenn es im Hinblick auf den Storyinhalt und den Sympathiefaktor der Figuren nicht mein Cup of Tea war, weiß ich die Sprachkunst der Autorin definitiv zu würdigen, daher spreche ich eine Leseempfehlung für alle Fans von tiefgründigen, eher düsteren Familiengeschichten aus.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Ganz okay, aber die Story blieb hinter meinen Erwartungen zurück

Girl Abroad
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Da mir der Auftakt der Sandover-Prep-Reihe damals enorm gut gefallen hatte, freute ich mich riesig, mit "Girl Abroad" nun wieder ein Werk von Bestsellerautorin Elle Kennedy lesen zu dürfen - zumal ich ...

Da mir der Auftakt der Sandover-Prep-Reihe damals enorm gut gefallen hatte, freute ich mich riesig, mit "Girl Abroad" nun wieder ein Werk von Bestsellerautorin Elle Kennedy lesen zu dürfen - zumal ich im Vorfeld (im Hinblick auf die englischsprachige Version) bereits etliche positive Reviews entdeckt hatte.

Meine letzte London-Reise liegt mittlerweile mein halbes Leben zurück, höchste Zeit also, mir wenigstens literarisch einen Ausflug in diese ungemein faszinierende Metrole zu gönnen. Was die Settingbeschreibungen betrifft: Ja, sie waren okay. UK-Vibes kamen schon durch, hier hätte ich mir insgesamt jedoch weitaus mehr Intensität erhofft.

Womit ich im Laufe der Handlung außerdem zunehmend haderte, war die weibliche Hauptfigur: Abbey ... mit der ich so gerne hatte mitfiebern wollen, die es mir aufgrund ihrer (bestenfalls) wenig feinfühligen, (schlimmstenfalls) rücksichtslosen, egoistischen Art schwermachte, die Story wirklich genießen zu können. Verwöhnt vom bisher privilegierten Leben, dass ihr Rockstar-Papi ihr ermöglicht hatte, ist sich Abbey zwar ihrer finanziell vorteilhaften Situation bewusst, sieht allerdings größtenteils die Nachteile, die sie bisher erlebt hat - Daddy hatte wenig Zeit, die Presse ist böse, sie lebte die letzten Jahre abgeschirmt auf einer Ranch, die Leute wollen sie nur kennenlernen, um mehr VIP-Gossip über ihren Vater zu erfahren, usw. (...talk about 'Jammern auf hohem Niveau').

Was mir am meisten sauer aufstieß, war die Selbstverständlichkeit, mit der Abbey über die Gefühle anderer Menschen hinwegtrampelt. - 'Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt.' Klar, hin und wieder blitzen Momente eines schlechten Gewissens auf - andernfalls wäre sie auch eine gänzlich unsympathische Figur -, doch letztlich spinnt sich die Dreiecksgeschichte zwischen ihr, Nate und Jack munter weiter.

"Sofort habe ich Schuldgefühle. Ich denke daran, was ich gestern Nacht getan habe und mit wem, und dieses angespannte, unangenehme Gefühl wird stärker. Meine Generation bekommt ständig erzählt, dass sie sich sexuelles Empowerment zu eigen machen soll. Liebe, wie du willst. Schlafe, mit wem du willst. Heirate oder habe zwanglosen Sex. Sei polyamorös oder monogam oder ethisch nicht-monogam. Ständig höre ich, wie mit diesem Begriffen um sich geworfen wird, und ich will ja auch diese ungehinderte Person sein, die sich nicht schuldig fühlt, wenn sie mehrere Menschen gleichzeitig datet."

Unabhängig davon, welcher junge Mann gerade mit Abbey beschäftig war - ich fühlte kaum Chemistry. Was genau war der Grund für die gegenseitige Anziehungskraft? Ach ja, eine attraktive Optik. Und sonst ... ?

Die WG-Dynamik habe ich als angenehm empfunden, auch wenn Lee mir ein wenig zu stereotypisch gezeichnet erschien. Nichtsdestotrotz: Dort zu leben, wäre sicherlich spaßig. Ein weiterer Pluspunkt: Abbeys Dad. Den mochte ich gern, von ihm hätte ich am liebsten mehr Passagen gelesen.

Am spannendsten fand ich die Nebenhandlung, in der es um eine rätselhafte, mit einem Kunstwerk verknüpfte Familiengeschichte ging. Auch in Bezug auf diesen Aspekt hätte ich gerne ein paar Kapitel getauscht und im Gegenzug auf das wenig liebenswerte Hin-und-Her-Geplänkel verzichtet. All das führte dazu, dass sich die Story in meinen Augen, sicherlich auch aufgrund des stolzen Umfangs von immerhin fast 550 Seiten, zwischenzeitlich etwas zog.

Fazit: Ganz okay - eine typische New-Adult-Romance, der mehr emotionale Tiefe gutgetan hätte. Der Roman lässt sich in einem Satz zusammenfassen: "Ich bin wirklich nicht dafür geschaffen, mit zwei Jungs gleichzeit zu jonglieren." - Ich weiß, es gibt viele Fans von diesem Romance-Trope, aber Dreiecksgeschichten sind einfach nicht my cup of tea. Von mir gibt es eine bedingte Leseempfehlung für alle eingefleischten Fans der Autorin.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Einzigartiger Schreibstil

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Dieser in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Roman war so ganz anders als die kuschelig-warmherzige Feel-Good-Story rund ums Thema Bücherliebe, die ich ursprünglich erwartet hatte.



Bedeutungsschwere, ...

Dieser in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Roman war so ganz anders als die kuschelig-warmherzige Feel-Good-Story rund ums Thema Bücherliebe, die ich ursprünglich erwartet hatte.



Bedeutungsschwere, z. T. gesellschaftskritische Themen (wie mitunter Rassismus, Zensur, Umgang mit Depressionen), unfassbar tiefgründig angelegte, komplexe, facettenreich ausgearbeitete Figuren und ein angenehm ansteigender Spannungsbogen verleihen der aus verschiedenen Perspektiven erzählten Geschichte eine immens starke Intensität.



Das wahre Highlight des Buches ist jedoch ganz eindeutig der sensationell kreative, poetisch schöne, unfassbar künstlerische, kluge Schreibstil der Autorin. Elegante bis humorvolle Wortschöpfungen wechseln sich ab mit geistreich-pointierten, feinfühligen Formulierungen, die noch lange nach der Lektüre nachhallen. Ganz. Große. Schreibkunst!



Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn Jean Perdu mehr im Fokus gestanden hätte; er und sein Bücherschiff verblassten ein wenig im Vergleich zum mitreißenden Erzählstrang rund um die junge Françoise. Auch die amourösen Entwicklungen in Paulines Leben berührten mich vergleichsweise kaum - sie war mir keineswegs unsympathisch, doch mein einziges Interesse galt Françoises Familiendynamik.



Das hübsche, filigran gezeichnete Covermotiv suggeriert eine unterhaltsame Leichtigkeit, die dem wahren Inhalt des Romans, der problemlos ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden kann, kaum gerecht wird.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Auch wenn die gleichermaßen melancholische wie hoffnungsvolle Geschichte inhaltlich nicht ganz dem von mir erhofften Charakter entsprach, hege ich eine tiefe Bewunderung für das Schreibtalent der Autorin und spreche eine klare Leseempfehlung aus!

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