"»Mit dir wird es sich immer lohnen«"
Wenn der Morgen anbricht"[...] manchmal waren das die schönsten Geschichten. Die, die in tiefer Hoffnungslosigkeit anfingen und doch noch den Anbruch eines neuen Morgens erlebten"
Für mich war diese emotional mitreißende und ...
"[...] manchmal waren das die schönsten Geschichten. Die, die in tiefer Hoffnungslosigkeit anfingen und doch noch den Anbruch eines neuen Morgens erlebten"
Für mich war diese emotional mitreißende und unter die Haut gehende Queer-Romance das erste Werk aus der Feder von Ali Kassemyar – und es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein!
An alle Cover-Verzückten: Ihr dürft euch freuen, denn der Inhalt wird der traumhaft schönen Buchgestaltung absolut gerecht.
Schreibstil: Stellenweise fast schon poetisch, rundum angenehm und dermaßen einfühlsam und realistisch, dass man nicht nur automatisch mit den tiefgründig gezeichneten Figuren mitfiebert, sondern auch die sensiblen, ernsten Themen (Homophobie, toxische Familienbeziehungen, etc.) wahrnehmen und in sich nachhallen lassen kann, ohne das Gefühl zu haben, von Negativität erdrückt zu werden. Kurzum: Wow, wow, wow! Ich war mega positiv überrascht und kann mich kaum entscheiden, welche meiner vielen Lieblingszitate aus der Story es in diese Rezension schaffen – am liebsten würde ich euch hier ganze Textpassagen reinpacken.
"Es war seltsam, wie schnell die Momente des Lichts manchmal den Schmerz der letzten Monate verdrängen konnten. […] Vielleicht war das im Leben manchmal so. Man konnte nicht alles haben, was man sich wünschte. Egal, wie sehr man es versuchte. Aber in solchen Augenblicken war es wichtig, dass man das Beste aus dem machte, was einem zur Verfügung stand."
Chris und Cohen, aus deren Sichtweise abwechselnd erzählt wird, sind unheimlich liebenswerte Charaktere. Insbesondere Cohen hat mein Herz. So viele Enttäuschungen und Verletzungen hat er schon erleben müssen … verursacht durch jene Menschen, die ihn eigentlich bedingungslos hätten lieben sollen. Seine Familiensituation wird so eindringlich geschildert, dass mir oftmals die Tränen in den Augen standen. Obwohl ich mich in einer gänzlich anderen Lebens- und Liebessituation befinde, konnte ich viele seiner Emotionen nur allzu gut nachvollziehen: "[...] die Trauer um eine Mutter, die ich hätte haben können, aber nie gehabt hatte. Manchmal fragte ich mich, wie es sich wohl anfühlen musste, eine derart intakte Familie zu haben, während meine in tiefer Lieblosigkeit versank. […] verdiente ich es nicht genauso? Eine Familie, die Sicherheit statt Angst bedeutete?"
Mein Lieblingszitat zum Thema Familie, das 1:1 von mir stammen könnte, ist übrigens dieses hier:
"»Ich glaube nicht, dass Familie nur durch Blut entsteht. Ich glaube, dass das, was wirklich entscheidend ist, das Gefühl ist, das man sich gegenseitig gibt. Egal, ob blutsverwandt oder nicht. […] Menschen, die uns bewusst verletzen, uns kleinhalten und uns schaden, sind keine Familie.«"
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Klare Leseempfehlung für alle NA-Fans! Dieser wunderbare Roman ist so viel mehr als 'nur' eine Romanze zwischen zwei Menschen. Es ist ein Plädoyer für Akzeptanz und Toleranz, Herzlichkeit, Güte und den Mut, sich sein eigenes Leben - entgegen aller Widrigkeiten - so zu gestalten, dass man aufrichtig glücklich damit ist.