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Veröffentlicht am 14.03.2026

Packende Fantasy mit beeindruckendem Worldbuilding

Fateless. Die Diebin
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"Das Schicksal konnte man nicht überlisten. Es war allwissend. Man konnte sich nicht unbemerkt an das Schicksal heranschleichen, konnte ihm keinen Sand in die Augen streuen. Es kannte all unsere Ziele, ...

"Das Schicksal konnte man nicht überlisten. Es war allwissend. Man konnte sich nicht unbemerkt an das Schicksal heranschleichen, konnte ihm keinen Sand in die Augen streuen. Es kannte all unsere Ziele, all unsere Pläne, noch bevor man selbst auch nur die Idee dazu hatte."



Dieser mitreißende Fantasy-Schmöker hat mich wirklich positiv überrascht! Schon nach wenigen Seiten war ich komplett fasziniert von dem unglaublich gut durchdachten, komplexen, atmosphärischen und bis ins Detail ausgearbeiteten Worldbuilding. Die Welt mit ihren Zwillingssonnen, die Staubwüste, das klar strukturierte Klassensystem, die strengen gesellschaftlichen Regeln und Glaubenssätze … All das verleiht der Geschichte eine intensive, greifbare Kulisse, die mich immer tiefer in die Handlung hineingezogen hat.



"[…] das große Staubmeer - endlose, in ewiger Bewegung befindliche Sandwogen, die alles verschluckten, was schwerer war als eine Schriftrolle. Durchqueren konnte man das Staubmeer nur mithilfe großer Sandschiffe oder gigantischer mechanischer Apparaturen, die als Sandläufer bekannt waren. Sie waren es auch, die exotische Güter und wilde Geschichten aus den fernen Ländern jenseits des Meeres in die Stadt brachten: Gerüchte über Menschen, die auf dem Rücken riesiger Käfer die Wüste durchquerten und diese monströsen Insekten als Nutztiere hielten wie wir unsere Esel und Ochsen. Erzählungen von Clans, deren Krieger zur Hälfte Katzenwesen waren, mit scharfen Krallen, spitzen Zähnen und so scharfen Augen, dass sie selbst bei Dunkelheit alles sahen."



Die Autorin erschafft gekonnt Bilder, die sich mühelos im Kopf entfalten und zu einem Film zusammensetzen. Was mich dabei besonders begeistert hat, ist die gelungene Mischung aus Magie, Action und emotionalen Momenten. Die Geschichte bleibt durchgehend spannend und entwickelt einen richtigen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.



Auch die Figurenzeichnung hat mir sehr gut gefallen - die weibliche Hauptfigur wirkt weder hilflos noch übertrieben heroisch, sondern angenehm authentisch und nahbar: Sparrow ist stark, mutig, clever, entschlossen … und doch mit Zweifeln und Gefühlen ausgestattet. Gerade ihre Reaktion auf den Verrat und auf die erschütternden Wahrheiten in ihrem engsten Umfeld fand ich sehr glaubwürdig dargestellt. Man spürt förmlich, wie sich ihre Perspektive verändert und sie langsam beginnt, die Wahrheit hinter den Ereignissen zu begreifen.



Der Romance-Aspekt ist ebenfalls vorhanden, bleibt jedoch angenehm dosiert und entwickelt sich in einem Tempo, das perfekt zur Geschichte passt. Für mich stand hier ganz klar die allgemeine Handlung und die Charakterentwicklung im Mittelpunkt.



Ein weiteres schönes Detail ist das Cover mit der Sanduhr (- als Serien-Fan musste ich beim ersten Anblick direkt an das Intro von "Days of our Lives" denken, hihi -), das wunderbar zum zentralen Thema von Schicksal, Bestimmung und Zeit passt.



"Wir alle hatten eine uns zugewiesene Rolle, sei sie nun erhaben oder gering, welterschütternd oder unbedeutend. Unsere Bestimmung, unser Schicksal, war so unausweichlich wie der Lauf der Zeit selbst. Schon bei der Geburt legte die Vorsehung den Platz eines jeden auf dieser Welt fest. […] sobald das Schicksal einem eine Rolle zugewiesen hatte, konnte allein der Tod sie wieder von einem nehmen. Was man in der Zwischenzeit tat und wie man sein Leben lebte, bestimmte dann, welche neue Rolle einen nach der Wiedergeburt erwartete."



Dieses Motiv (und die Frage, ob man seinem vorgegebenen Weg wirklich ausgeliefert ist) zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und verstärkt die geheimnisvolle Atmosphäre des Romans.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Eine wirklich mitreißende Fantasy-Lektüre mit starkem Worldbuilding, spannender Handlung und interessanten Charakteren. Ich bin schon jetzt neugierig auf die Fortsetzung (und liebäugele bis dahin mit der englischsprachigen Ausgabe - "Deathless" erscheint im Sommer 2026). Klare Leseempfehlung für alle Fantasyfans!

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Inspirierend und informativ

WitchSpirits – Erlerne die Hohe Hexenkunst
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Schon beim ersten Blick auf dieses edle, wunderschön gestaltete Hardcover war ich neugierig - und diese Neugier wurde direkt schon beim Einstieg in die Lektüre mehr als belohnt! Von der ersten bis zur ...

Schon beim ersten Blick auf dieses edle, wunderschön gestaltete Hardcover war ich neugierig - und diese Neugier wurde direkt schon beim Einstieg in die Lektüre mehr als belohnt! Von der ersten bis zur letzten Seite: Just wow!

Mein Highlight: Der unglaublich persönliche und authentische Erzählton. Shisha Rainbow schreibt nahbar, ehrlich und mit einer Wärme, die sofort spürbar ist. Man hat das Gefühl, nicht einfach nur ein Sachbuch zu lesen, sondern einer erfahrenen Praktikerin zuzuhören, die ihr Wissen mit echter Leidenschaft und viel Herz teilt. Besonders berührend fand ich die sehr persönlichen Einblicke, etwa die bewegende Geschichte rund um ihren Vater, die sogar durch Fotos im Buch ergänzt wird. Das ging mir so unter die Haut … und mitten ins Herz.

Das Buch vermittelt ein erstaunlich umfangreiches Wissen über die Welt der magischen Wesenheiten. Ich war ehrlich gesagt überrascht, WIE detailliert und intensiv die Autorin auf viele Themen eingeht. An einer Stelle erwähnt sie augenzwinkernd, dass sie eigentlich nicht zu tief ins Detail gehen könne, da vieles bereits in ihren vorherigen Büchern behandelt wurde - sonst wäre dieses Werk wohl schnell auf 800 Seiten angewachsen. Und trotzdem hatte ich während der Lektüre durchgehend das Gefühl, ein äußerst ausführliches, fundiertes und durchdachtes Lehr- und Nachschlagewerk in den Händen zu halten.

Was mir ebenfalls sehr gefallen hat:

❏ die enorme Bandbreite der behandelten Wesenheiten und spirituellen Konzepte - von Ahnen und Schutzgeistern über Elementarwesen, Tiergeister und Gottheiten bis hin zu mythologischen Misch- und Fabelwesen; komplexe spirituelle Zusammenhänge werden verständlich erklärt und gleichzeitig bleibt Raum für persönliche Erfahrung und Intuition

❏ die Balance zwischen praktischen Anleitungen und spiritueller Reflexion - Rituale, Schutzmaßnahmen, Vorbereitung auf Kontaktaufnahmen … all das wird anschaulich und verantwortungsvoll vermittelt; man spürt dabei stets den respektvollen Umgang mit der Thematik.

Das Gelesene war für mich so aufwühlend, dass mich die Gedanken und Bilder aus dem Buch tatsächlich sogar bis in meine Träume hinein begleitet haben. Das ist mir noch nie passiert, erst recht nicht bei einem Sachbuch. Da sieht man mal, wie kraftvoll und eindringlich dieses Werk geschrieben worden ist.

Ich bin rundum begeistert und fasziniert von diesem höchst persönlichen, tiefgehenden und gleichzeitig sehr zugänglichem Buch über spirituelle Praxis und die Welt der Wesenheiten. Die vorherigen Werke der Autorin wandern direkt auf meine Wunschliste.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Inspirierend, lehrreich und mit ganz viel Herz geschrieben. Klare Empfehlung für alle, die sich für Spiritualität, Hexenkunst und die Arbeit mit Energien interessieren.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Warmherzige Feel-Good-Romance

Hold me in Summer. Eine berry kissed Romance
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"Wenn er eine Ausbildung in den besten Küchen der Welt überleben konnte, dann kam er auch mit einem kleinen Mädchen zurecht. Richtig? Er hielt ihr die Hand hin, und einige gespannte Herzschläge lang sah ...

"Wenn er eine Ausbildung in den besten Küchen der Welt überleben konnte, dann kam er auch mit einem kleinen Mädchen zurecht. Richtig? Er hielt ihr die Hand hin, und einige gespannte Herzschläge lang sah Olive sie einfach nur an. Dann legte sie schließlich ihre kleine Kinderhand in seine."

"Hold Me in Summer" von Laurie Gilmore ist mein erster Band aus der Dream-Harbor-Reihe - und ganz sicher nicht mein letzter! Schon optisch hat mich das Werk sofort angesprochen: Das fröhliche Cover und der wunderschöne, frühlingshafte Farbschnitt mit Erdbeeren und Schmetterlingen passen einfach perfekt zur warmherzigen Atmosphäre der Geschichte.

Setting: Das charmante Küstenstädtchen Dream Harbor in New England, ein Ort, der mit seinem gemütlichen Kleinstadtflair sofort pure Wohlfühlstimmung verbreitet. Die Karte zu Beginn des Buches habe ich geliebt!

Im Fokus stehen Archer und Iris, deren Geschichte gleich mehrere tolle Tropes vereint: Small Town Romance, Found Family, Single Dad und Grumpy vs. Sunshine. Diese Mischung hat Laurie Gilmore wirklich wunderbar umgesetzt.

Archer kehrt nach Jahren als gefeierter Chefkoch zurück in seine Heimatstadt, allerdings ganz anders als geplant. Statt Michelin-Sternen und erfolgreicher Karriere in exquisiten Restaurants heißt es für ihn nun: Willkommen im lokalen Diner. Warum? Er hat erfahren, dass er - seit Jahren - Vater einer kleinen Tochter namens Olive ist. …die gerade ihre Mutter (Cate) durch einen Unfall verloren hat. Natürlich kommt es nicht infrage, das Kind unter solchen Umständen aus seinem einzig vertrauten Umfeld herauszureißen. Von einem Tag auf den anderen muss Archer sich also in seiner neuen Rolle als Vater zurechtfinden und sein Leben völlig neu ordnen. … und ist dezent überfordert.

"Er war dazu bestimmt, Sternekoch zu werden und Gourmetgerichte für Menschen zu kreieren, die so etwas zu schätzen wussten. Nicht Pancakes in einer amerikanischen Kleinstadt zu backen. […] Er brauchte eine Minute, bevor er sich in dieses Leben begeben konnte, das nicht seines war. In dieses Haus, das nicht sein Zuhause war. Zu diesem Kind, das ihm so fremd war."

Das eigentliche Herzstück des Romans war für mich Olive - eine absolut goldige (und begrüßenswerterweise zentral angelegte) Figur! Ich muss gestehen, als Mama ist mir beim Lesen mehr als einmal das Herz aufgegangen. Die Momente zwischen Archer und seiner Tochter sind so berührend, manchmal unsicher, oft vorsichtig, aber immer authentisch. Es gab Szenen, bei denen ich tatsächlich ein kleines Tränchen im Auge hatte.

Mit Iris, die als lebensfrohe Nanny ins Haus kommt, entsteht eine herrliche Dynamik. Sie bringt Leichtigkeit, Wärme und Humor in Archers ohnehin schon chaotischen Alltag, während er eher der grummelige Gegenpol ist. Diese Konstellation sorgt für viele süße und unterhaltsame Momente.

Die gesamte Atmosphäre der Geschichte hat mir einfach unheimlich gut gefallen - die gemütlichen Szenen im Diner, das Zusammenleben in der kleinen Stadt, die vielen liebenswerten Nebenfiguren, die ein echtes Gefühl von Gemeinschaft vermitteln … Ich freue mich schon jetzt darauf, auch die anderen Bände der Reihe kennenzulernen!

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Berührende Familienmomente, Romantik und himmlisches Kleinstadtflair - ich hatte vorzügliche Lesestunden! Klare Empfehlung für alle Fans von cozy Feel-Good-Reads.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Interessant, anspruchsvoll, berührend

Die Wahrheit über Ann
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Was für ein außergewöhnlicher Read! … über eine Mutter und ihre Tochter, Literatur, Herkunft(sfragen), Erinnerungen und Geheimnisse - und über die schwierige, manchmal schwierige Liebe zwischen zwei Menschen, ...

Was für ein außergewöhnlicher Read! … über eine Mutter und ihre Tochter, Literatur, Herkunft(sfragen), Erinnerungen und Geheimnisse - und über die schwierige, manchmal schwierige Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben untrennbar miteinander verwoben ist.

Im Zentrum steht ein Moment, der alles verändert: Die Erzählerin Julia findet ihre Mutter Ann nach einem Schlaganfall auf dem Badezimmerboden ihrer Wohnung in Paris. Stundenlang hat sie dort gelegen. Voller Selbstvorwürfe seziert Julia gedanklich ihre letzte vorherige Begegnung, ihren letzten Dialog, quält sich mit Fragen à la "Hätte ich nur dies statt jenem gesagt" … Es liest sich schonungslos realistisch und absolut herzzerreißend. Fortan wird es in ihrer beider Leben die Einteilung in ein 'Davor' und ein 'Danach' geben.

Es folgt eine Odyssee durch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, medizinische Diagnosen, Bürokratie ... inmitten einer ohnehin weltverändernden Pandemie. Parallel dazu erleben wir als Lesende eine Reise zurück in Anns Vergangenheit - in die Geschichte einer Frau, die sich ihr Leben lang neu erfunden hat.

Ann wächst in den 1950er-Jahren in einer englischen Arbeiterfamilie auf. Doch ihre Leidenschaft für Literatur eröffnet ihr Möglichkeiten, die weit über ihre Herkunft hinausgehen. Sie verlässt England, geht nach Frankreich, baut sich ein neues Leben auf … und bleibt dennoch immer ein wenig fremd, überall und nirgends ganz zu Hause. Für ihre Tochter wird sie zugleich Vorbild, Rätsel und Herausforderung.

Was diesen Roman so besonders macht, ist seine Form. Gegenwart und Vergangenheit, Erinnerung und Vermutung, alles greift ineinander. Der Text bewegt sich zwischen persönlicher Chronik, literarischer Reflexion und einer Art behutsamer 'Ermittlungsarbeit': Gibt es eine Wahrheit über Ann, die bisher verborgen geblieben ist? Und was bedeutet Wahrheit überhaupt innerhalb einer Familie, deren Geschichte aus Erzählungen, ominösen Auslassungen und vielleicht auch aus Selbstschutz besteht?

Der Stil ist dabei bemerkenswert klar und präzise, Julia Deck schreibt ohne Pathos, aber mit einer packenden emotionalen Intensität, die sich gleichermaßen intensiv wie soft entfaltet. Besonders in den Passagen rund um den Krankenhausaufenthalt entsteht eine äußerst beklemmende Atmosphäre: die Fassungslosigkeit, das Warten, die Hilflosigkeit, die nüchterne Sprache der Medizin, die sich mit Erinnerungen und Selbstzweifeln mischt.

Immer wieder stellt der Roman auch größere Fragen - über das Verhältnis von Wahrheit und Fiktion, über das Schreiben selbst, und darüber, wie Geschichten innerhalb von Familien entstehen. Literatur ist hier nicht nur Thema, sondern auch Bindeglied zwischen Mutter und Tochter … vielleicht sogar als eine Art gemeinsame Sprache.

Gleichzeitig ist das Werk eine wunderschöne Hommage, denn trotz aller Zweifel, aller Spannungen und ungelösten Fragen spürt man auf jeder Seite die tiefe Zuneigung der Tochter zu ihrer Mutter. … Eine Bindung, die ich mir bei meiner eigenen Mutter immer vergeblich gewünscht habe. Dennoch wird diese Liebe ist nicht durch die rosarote Brille idealisiert: sie ist kompliziert, sie ist widersprüchlich, manchmal sogar schmerzhaft … und wirkt einfach rundum authentisch.

Besonders eindrucksvoll fand ich, wie der Roman das Porträt einer Frau zeichnet, die sich gegen gesellschaftliche Grenzen behauptet hat: eine Arbeiterstochter, die durch Bildung und Literatur ihren eigenen Weg findet. Ann erscheint dabei zugleich stark und verletzlich, entschlossen und rätselhaft. So entsteht ein Buch, das weit über eine persönliche Geschichte hinausgeht. Einziger Wermutstropfen: Eine gewisse Distanz zu den Figuren ließ sich trotz allen Mitgefühls nicht ganz abschütteln … aber das war okay, da es hier das große Ganze und die Erzählkunst der Autorin waren, die mir positiv in Erinnerung bleiben werden.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein stilles, kluges, stilistisch wundervoll geschriebenes und tief berührendes Buch voller Intelligenz und literarischer Feinheit, das ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Starker, enorm lebensnaher Familienroman

Alle glücklich
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"Ist das das Leben, das ich mir vorgestellt habe?"

Für mich war dies das erste Werk von Bestsellerautorin Kira Mohn, deren Name mir natürlich längst ein Begriff war - und es wird ganz sicher nicht das ...

"Ist das das Leben, das ich mir vorgestellt habe?"

Für mich war dies das erste Werk von Bestsellerautorin Kira Mohn, deren Name mir natürlich längst ein Begriff war - und es wird ganz sicher nicht das letzte gewesen sein. Ich bin restlos begeistert und tief beeindruckt von diesem außergewöhnlich feinfühligen, lebensnahen Familienroman.

Schon das künstlerisch gestaltete Cover, das fast wie ein kleines Gemälde wirkt, hat mich sofort angesprochen. Der Klappentext klang ebenfalls vielversprechend … doch was mich im Inneren erwartete, hat meine Erwartungen noch weit übertroffen.

Dieser durch und durch realistische Roman erzählt die Geschichte einer scheinbar ganz normalen Familie aus den Perspektiven der vier Familienmitglieder. Normalerweise bin ich kein Fan von allzu vielen Blickwinkeln - allerdings kommt es immer auf die Umsetzung an, und hier empfand ich diese Erzählweise tatsächlich als absoluten Glücksgriff.

"Ihre Beziehung passte schon seit Ewigkeiten nicht mehr, sie machte sich nur nicht die Mühe, dieses Problem endlich anzugehen. Aber das ließ sich ja ändern. Sie konnte ihrem Leben noch einmal eine völlig andere Richtung geben. Herrgott, schließlich ging sie nicht auf die neunzig zu."

Meisterhaft lässt uns Mohn tief in die Gedankenwelt ihrer Figuren eintauchen und bringt uns deren jeweiligen Charakter auf so selbstverständliche Weise näher, dass man sich wirklich denkt: 'Ja, diese Sichtweise kann ich nachvollziehen, das ergibt Sinn'. Wirklich jede einzelne Perspektive ist unfassbar authentisch gestaltet worden. Niemand wird verurteilt, niemand wird idealisiert - stattdessen entsteht ein sensibles, ehrliches Bild einer Familie, die langsam aus dem Gleichgewicht gerät. Genau das ist in meinen Augen das eigentliche Highlight des Buches, die Charaktere wirken so menschlich und vielschichtig - man kann sich ihnen kaum entziehen.

Der Schreibstil ist herausragend - einnehmend, lebendig, klug und voller Gefühl. Die Dialoge wirken gut durchdacht und vollkommen natürlich, die Gedanken der Protas glaubwürdig und tiefgehend. Nichts erscheint konstruiert oder überdramatisiert, im Gegenteil - gerade die ruhige, realistische Darstellung macht die Geschichte so einzigartig. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und hatte immer wieder das Gefühl, nicht nur eine Story zu lesen, sondern wirklich mitten im Geschehen zu sein.

Die enorme Lebensnähe dieses Romans ist schlichtweg eine Wucht. Die Autorin beschreibt eindringlich, wie gefährlich schleichend sich Veränderungen in einer Familie entwickeln können, bis man sich irgendwann fragt, wie aus einem vermeintlich glücklichen Leben etwas so Zerbrechliches werden konnte. Gerade dadurch wirkt das Werk wie ein stilles Mahnmal dafür, wie wichtig gegenseitiges Zuhören und Verstehen ist, nicht nur reine Anwesenheit, sondern wahre Präsenz - auch in mentaler Form.

"Irgendetwas hatte sich in den letzten Jahren verändert. Dieses Gefühl, eine Familie zu sein, unverbrüchlich zusammenzugehören ... Es war schwierig geworden, sich weiterhin darin einzurichten."

Trotz der ernsten Themen kommt die Unterhaltsamkeit nie zu kurz, auch das Ende ist interessant gestaltet worden. Ihr merkt schon, dieser Read hat mich so richtig gepackt!


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Einer der stärksten Familienromane, die ich seit Langem gelesen habe - voller Wahrhaftigkeit und emotionaler Tiefe. Klare Leseempfehlung!

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