Warmherzig & lebensnah
Die Blütenfreundinnen – OrangenglückDieser Band der Blütenfreundinnen-Reihe fühlte sich wie ein längst überfälliges Wiedersehen an - endlich erfahre ich, wie es mit dem sympathischen Frauen-Quartett weitergeht.
Schon das herrlich sommerliche ...
Dieser Band der Blütenfreundinnen-Reihe fühlte sich wie ein längst überfälliges Wiedersehen an - endlich erfahre ich, wie es mit dem sympathischen Frauen-Quartett weitergeht.
Schon das herrlich sommerliche Cover und das einladende Setting an der Algarve vermitteln direkt ein warmes, sonnendurchflutetes Gefühl, toll!
Mein persönliches Highlight der aus vier Sichtweisen erzählten Story war Lenas Perspektive, sie hat mich einfach total abgeholt. Nachdem sie ja zuvor gerade erst (unverschuldet) ihre Apotheke verloren hatte, stehen die Zeichen nun auf Neuanfang. Ich war beim Lesen wirklich hin- und hergerissen - einerseits habe ich ihr das neue Glück mehr als gegönnt, nach allem, was sie durchmachen musste … und applaudierte ihr dafür, dass sie auf ihr Herz hört, obwohl der Kopf vielleicht tausend Gründe dagegen finden würde. I mean … spontan mal auszuwandern für einen Mann, den sie erst ein paar Tage kennt … wow. Ihren Mut, nicht alles zu zerdenken, sondern dem eigenen Gefühl zu folgen, bewunderte ich auf jeden Fall sehr. Andererseits hatte ich diese leise Stimme der Vernunft im Ohr und dachte nur: 'Uiiii …wenn das mal gut geht.'
Auch die Perspektiven von Nicole, Toni und Kristin haben die Geschichte wunderbar ergänzt. Jede kämpft mit ihren eigenen Herausforderungen und Lebensrealitäten, wodurch ein sehr rundes, vielschichtiges Bild entsteht.
Der Schreibstil mag anfangs vielleicht ein kleines bisschen gewöhnungsbedürftig erscheinen, da er im Präsens und in der dritten Person gehalten ist. Gerade wenn man (so wie ich) viel aus der Ich-Perspektive liest, braucht es einen kurzen Moment zum Ankommen. Aber im Gegensatz zum Vorgängerband, in dem ich aufgrund dessen eine gewisse Distanz zu den Figuren verspürt hatte, legte sich dieser Eindruck wirklich schnell, was mich total gefreut hat.
Ein weiteres Plus: Alles fühlt sich unglaublich lebensnah und authentisch an, sowohl die Gedankengänge als auch die Wortwahl in den Dialogen. Es ist kein klassischer Happy-Peppy-Feel-Good-Read, kein reines Sonnenscheinbuch, aber genau das macht die Story so besonders. Es gibt schöne, verbindende Momente, aber eben auch schwere, nachdenkliche, ehrliche. Allein die Dynamik zwischen Lena und ihrer Mutter fand ich beispielsweise absolut grandios eingefangen! Umso bewegender, wie liebevoll sie mit ihrem eigenen Sohn Moritz umgeht - auch mein Mutterherz zog sich an einer gewissen Stelle schmerzhaft zusammen.
Überhaupt steht nicht die eine große Romantik im Fokus, sondern Freundschaft, Familie, Lebenswege, mitunter schwierige Entscheidungen … eben das echte Leben, mit all seinen Höhen und Tiefen.
Für mich ist diese Reihe eine richtig schöne Abwechslung zum New-Adult-Genre, das ich ansonsten oft lese (und liebe). Hier stehen erwachsene Frauen im Mittelpunkt, mit ganz anderen Themen, Sorgen und Blickwinkeln.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein warmherziger, erfrischend ehrlicher und facettenreicher Frauen- und Freundschaftsroman, der zeigt, dass das Leben nicht 'perfekt' sein muss, um berührend zu sein. "Kein großes Pathos, keine übertriebenen Worte - nur dieses warme, sichere Gefühl, dass ein Zuhause kein Ort ist, sondern es Menschen sind, auf die man sich verlassen kann."